KARIKA - News Blog

                                                                                                                                                                                                         © Verein KARIKA 2014 - 2017


Dokumentarfilm - FC Roma

Die Kinostart-Prämiere findet am Samstag 08.April 2017 im Schikaneder in Wien statt. Im Anschluss an den Film wird es eine Gesprächsrunde mit den Regisseuren geben. Der Film wurde bereits beim This Human World - International Human Rights Festival 2016 gezeigt.

 

                                            Quelle: https://vimeo.com/208283145

 

 

Letztes Jahr ist ein neues Team der untersten tschechischen Fußballliga beigetreten. FC Roma ist ein Klub der im Bezirk Děčín zuhause ist und hauptsächlich aus Spielern der Gruppe der Roma besteht.

„Wenn ich jemanden nicht mag, möchte ich ihn besiegen“, sagt ihr Trainer Pavel Horváth. Nichtsdestotrotz sehen dies die rivalisierenden Teams anders und boykottieren das Roma-Team. Das kennzeichnet den Start einer unüblichen Saison für FC Roma. Manchmal findet das Spiel statt, dann wieder mal nicht.

Nichts ist im Vorhinein gewiss und das Team gewinnt die meisten Spiele durch das Nichtantreten ihrer Gegner. Dennoch verlieren die FC Roma Spieler nie ihren Sinn für Humor und setzen ihren Kampf fort – auf- sowie abseits des Platzes.

Manchmal ist es härter als sie es sich erwartet hätten: ihre Trainingsbälle verschwinden, manche der Mitspieler sind dem Marihuana verfallen, die Fans der gegnerischen Teams fordern sie in Schlachtgesängen auf, einen Job zu suchen.

 

Den Fußballwettbewerb betreffend, ist das Team jedoch weiterhin am Weg nach oben. Gelingt es dem Team in die nächste Liga aufzusteigen und auf diese Weise allen zu beweisen, dass sie keine aggressiven Raufbolde sind, sondern einfach nur Fußball spielen wollen?

Von den tschechischen Regisseuren Rozálie Kohoutová & Tomáš Bojar.

 

Quelle: Waystone Film KG – Mag. Michael Schmied

Martin Horvath (KARIKA News Blog)

 

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Butschakero Them - Arbeitswelt

Vor dem Hintergrund und mit dem Bewusstsein, dass Romnja und Roma, Sintize und Sinti zu der grössten Minderheit in Europa gehören und jahrhundetelang noch immer ausgegrenzt und diskriminiert werden, will der Verein Karika arbeitsmarktpolitische Ziele für die Volksgruppe setzen.

 

 

 

 

 

 

Schwerpunkte sind neben individueller Berufs- und Bildungsberatung die Sensibilisierung bestehender Einrichtungen am Arbeitsmarkt.

Zu Gast in der heutigen Sendung ist der Obmann des Vereins Karika Paul Horvath. Mit ihm spricht Susanne Horvath.

 

Links
Verein Karika

 

Butschakero Them - Arbeitswelt

Evangelische Kirchengasse 3

A - 7400 Oberwart

Tel.: 03352/32016

E-Mail.: verein.karika@gmx.at

 

volksgruppen.orf.roma - aktuell.at

http://volksgruppen.orf.at/roma/stories/2826803/

 

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Stimmen gegen Bettelverbot in Landeck

Quelle: Bettellobby
Quelle: Bettellobby

Offener Brief: Die Bettellobby Tirol spricht sich für eine zu­kunfts­orien­tierte, an den Grund­rech­ten orien­tier­te Praxis aus, wel­che sich gegen Ver­bote und so­zia­le Aus­gren­zung rich­tet.

 

In einem offenen Brief fordert die Bettel­lobby Tirol die Mit­glie­der des Landecker Ge­mein­de­rats auf, das ge­plan­te Bettelverbot, für das sich der Stadt­rat mehr­heit­lich aus­sprach, zu über­denken und keine vor­eili­gen kurz­sich­ti­gen Ent­schei­dun­gen zu tref­fen. Die Bettel­lobby Tirol spricht dies­be­züg­lich von einem un­ver­hält­nis­mäßi­gen Ein­griff in die Men­schen­rechte.

 

 

 

Sie warnt davor, einen Weg der Politik ein­zu­schla­gen, die auf dem Rücken von ar­muts­betrof­fe­nen Men­schen aus­getra­gen wird: „Wir ap­pel­lie­ren, sich von einer Po­litik zu dis­tan­zie­ren, die auf po­pu­lis­ti­schen, krimi­na­li­sie­ren­den und dif­fa­mie­ren­den Zu­schrei­bun­gen auf­baut und darauf ab­zielt, Men­schen gegen­einan­der aus­zu­spielen.“

 

In ihrer Arbeit ist die Bettellobby Tirol im­mer wie­der auch mit Fragen ver­un­sicher­ter Bür­gerInnen kon­fron­tiert.

Viel­fach fehlt es den Men­schen an Hinter­grund­infor­ma­tio­nen zur Situa­tion von bet­teln­den Men­schen: „Unse­re Er­fah­run­gen zei­gen, dass Ge­sprä­che, Aus­tausch und In­for­ma­tio­nen Ängste ab­bauen, Un­sicher­hei­ten lin­dern und da­durch zu einem un­auf­gereg­te­ren Um­gang mit dem Thema in der Mehr­heits­be­völ­ke­rung bei­tragen kön­nen.“

 

Die Bettellobby Tirol plädiert daher für bewusst­seins­bil­den­de Maß­nah­men und Sen­sibili­sie­rung statt Ver­bote. Denn Betteln ist für viele Men­schen die ein­zige Mög­lich­keit zur Ver­än­de­rung un­zu­mut­barer Ver­hält­nisse auf der oft ver­geb­li­chen Suche nach alter­na­tiven Verdienst­mög­lich­keiten. Zu bet­teln kos­tet den Men­schen meist viel Über­windung. Doch mit dem weni­gen Geld, das sie hier er­betteln, kön­nen sie ihre eige­ne und die Lebens­situa­tion ihrer Fa­mi­lien in den Her­kunfts­län­dern ein Stück weit ver­bessern.

 

Von den Landecker PolitikerInnen erwar­tet sich die Bettel­obby Tirol einen ver­ant­wor­tungs­vol­len und soli­da­ri­schen Um­gang mit bet­teln­den Men­schen und eine offene und sach­lich ge­führte Dis­kus­sion zum The­ma Betteln: „Wir for­dern einen öf­fent­li­chen Raum, der für alle nutz­bar und zu­gäng­lich ist, ein Ende der Krimi­na­li­sie­rung von betteln­den Men­schen und eine zukunfts­orien­tierte, an den Grund­rechten orien­tierte Praxis, wel­che sich gegen Ver­bote und sozia­le Aus­gren­zung rich­tet.“

 

Die Bettellobby Tirol appelliert an den Lan­decker Bür­ger­meis­ter und alle ande­ren ÖVP-Po­liti­kerInnen des Ge­meinde­rates, sich auf ihre christ­lich-sozia­len Grund­werte zu be­sinnen. Schließ­lich stehe es jedem Men­schen offen, Men­schen, die auf Unter­stützung an­de­rer an­gewie­sen sind, zu hel­fen. Bettel­verbote wür­den jedoch die Situa­tion armuts­betrof­fe­ner Men­schen noch wei­ter ver­schlim­mern: „Sie drän­gen armuts­betrof­fene Men­schen zu­neh­mend von öf­fent­li­chen Plätzen, in die Kri­mi­na­lität und wei­ter an den Rand der Gesell­schaft. Armut und da­mit der Grund des Bet­telns bleibt hin­gegen be­ste­hen. Bettel­verbote sind je­doch keine Lö­sung für eine Proble­ma­tik, die struk­tu­relle Ur­sa­chen hat. Es gilt die Armut zu be­sei­ti­gen und nicht die von Ar­mut be­trof­fe­nen Men­schen.“

 

Text: Bettellobby Tirol

 

Siehe auch:
Radio: Betteln in Tirol – Wege aus der Armut, 9.1.2017
Dialogplattform: Notreisende in Österreich, 31.12.2016
„Christliche Politik geht anders“, 9.12.2016
Niederösterreich führt „Bettlerdatei“ ein, 6.10.2016
Bettlerin soll 38.000 Euro Strafe zahlen, 22.8.2016
Nachgefragt: Notreisende in Tirol, 15.8.2016
Vorarlberg und die Bettler, 24.7.2016
Studie über Bettler in Vorarlberg vorgestellt, 23.7.2016

 

Roman Urbaner (dROMa)

http://www.roma-service.at/dromablog/?p=39786

 

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Roma-Sänger vertritt Ungarn beim ESC

Quelle: MTVA
Quelle: MTVA

Endlich, jetzt hat auch Ungarn sei­nen Tony Wegas: Joci Pápai vertritt sein Land beim Eurovision Song Contest in Kiew.

 

Ungarn wird erstmals einen Künstler aus der Volks­grup­pe der Roma zum Euro­vision Song Contest (ESC) ent­sen­den. Der 35-jäh­rige Rom Joci Pápai konn­te Sams­tag abend die na­tio­nale Vor­aus­wahl für sich ent­schei­den und wird so­mit sein Land im Mai bei der gro­ßen Euro­vi­si­ons-Show in Kiew ver­tre­ten. Am Wett­singen der un­ga­ri­schen Vor­ent­schei­dung, „A Dal 2017“, nah­men ins­ge­samt 30 Sän­ger bzw. Grup­pen teil, acht davon schaff­ten es in die Final­show. Dort setzte sich Pápai mit dem Song „Origo“ sou­ve­rän gegen die Kon­kur­renz durch – bei der Jury­aus­wahl eben­so wie bei der ab­schlie­ßen­den Pub­li­kums­wer­tung.

 

 

 

Dass Ungarn beim ESC von einem Rom re­prä­sen­tiert wird, ist eine höchst er­freu­liche Premiere. Auch wenn Pápai bei der Bühnen­show (mit bar­füßig herum­wirbeln­der „Zigeu­ner“-Tän­zerin) ein we­nig zu tief in die Klischee­kiste griff. (Einen Ar­ti­kel über Roma-Sän­ger/innen beim Euro­vision Song Con­test finden Sie übri­gens in der letz­ten Sommer­aus­gabe un­se­res Ma­ga­zins dROMa: mehr hier.)

 

Joci Pápai stammt aus der nordungarischen Klein­stadt Tata un­weit der slowa­ki­schen Grenze. Der un­ga­ri­schen Öffent­lich­keit bekannt wurde er 2005 durch seine Auf­tritte bei der TV-Casting­show „Megasztár“. 2006 gelang ihm der erste grö­ße­re Erfolg mit dem Song „Ne nézz így rám“, weite­re Hits folg­ten, so­wohl solo also auch in Zu­sam­men­arbeit mit dem Rapper Majka.

 

Roman Urbaner (dROMa)

http://www.roma-service.at/dromablog/?p=39754

 

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Josef Horwath (1944–2017)

Quelle: Roma-Service
Quelle: Roma-Service

 

Am Sonntag ist Josef Horwath
aus Kleinbach­sel­ten im 73. Lebens­jahr verstorben.

 

 

 

 

 

Am Freitag ab 18 Uhr treffen wir uns zum gemeinsa­men Ge­bet in der Aufbahrungshalle Bach­selten.

Die Be­gräb­nis­feier be­ginnt am Sams­tag, den 28. Jänner, um 11 Uhr mit der Hei­li­gen Messe in der Auf­bah­rungs­halle. Ab­schlie­ßend be­glei­ten wir un­se­ren lie­ben Ver­stor­be­nen auf den Orts­frie­dhof Kleinbachselten zur letz­ten Ru­he­stätte.

 

 

 

 

 

Vor einigen Jahren stellte sich Josef Horwath als Interview­part­ner für un­se­re Roma-Zeit­zeu­gen-Edi­tion „Mri Historija“ zur Ver­fügung. Heft 11 der dROMa-Sonder­reihe ist seiner Le­bens­ge­schich­te ge­wid­met. Be­son­ders außer­ge­wöhn­lich war Josef Horwaths frühes Ein­tre­ten für die Volks­grup­pe der Roma. In den spä­ten 60er-Jah­ren, als die An­er­ken­nung und Insti­tu­tio­na­li­sie­rung der Volks­gruppe noch nicht ein­mal an­ge­dacht wa­ren, war Josef Horwath der Erste, der Roma-Bälle, da­mals noch „Zi­geu­ner­ball“ ge­nannt, or­ga­ni­sier­te. Und nach an­fäng­li­cher Skep­sis be­tei­lig­te er sich auch tat­kräftig als Kas­sier an der Vereins­arbeit des ers­ten Roma-Vereins („Verein Roma“): „Rom zu sein, bedeutet für mich, im Herzen Rom zu sein. Dazu zu stehen und es nicht zu verschweigen, das ist das Wichtigste.“

 

Unser aufrichtiges Mitgefühl und Beileid gilt seinen An­ge­hö­ri­gen und Freunden!

 

Quelle: Roman Urbaner (dROMa)

http://www.roma-service.at/dromablog/?p=39475

 

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40 Jahre Volksgruppengesetz - " Reformen stocken "

In der aktuellen Ausgabe von „Roma sam“ spricht Emmerich Gärtner-Horvath, stellvertretender Vorsitzender des Volksgruppenbeirates für Roma, über das Volksgruppengesetz, das sich heuer zum 40 Mal gejährt hat. Für Reformen sei ein gemeinsames Auftreten aller Volksgruppen essenziell, betont er.

 

Novellierung noch unbedingt notwendig

Der so genannte Ostermayer Entwurf zur Novellierung des Volksgruppengesetzes, an dem Vertreter/innen der Volksgruppen mitgearbeitet haben, beinhaltete einen Passus, der sich mit einem spezifischen Diskriminierungsverbot befasste. Das hätte die Volksgruppe der Roma und Sinti am nötigsten gebraucht, jedoch war dieser Passus in der verabschiedeten Form der Novelle nicht mehr existent, bedauert Emmerich Gärtner-Horvath heute noch.

 

Quelle: Roma - Service
Quelle: Roma - Service

 

Auch die Besetzung des Volksgruppenbeirates wurde damals in den Arbeitsgruppen zur Gesetzesänderung ausreichend diskutiert. Die Vertretung der kirchlichen Organisationen im Volksgruppenbeirat betrachteten die Volksgruppen nicht unbedingt als eine Notwendigkeit, aber auch dieser Grundtenor mündete zu keiner Veränderung im Volksgruppengesetz, erläutert der stellvertretende Vorsitzende des Volksgruppenbeirates für Roma.

 

Volksgruppenbeirat ist ein Garant der Objektivierung

Die geltende Funktion und die Aufgaben des Volksgruppenbeirates, auch wenn der Beirat der Zeit nicht das optimale Vertretungsorgan ist, sollte man einer unabhängigen Körperschaft öffentlichen Rechtes, die aktuell als Alternative zum Volksgruppenbeirat zur Diskussion steht, nicht übertragen. Nicht nur die Aufteilung der Fördergelder, sondern auch derer Haftung wären große Problemfelder, die die jeweilige Volksgruppe ohne die direkte öffentliche Aufsicht seitens des Bundeskanzleramtes nicht leicht zu bewerkstelligen hätte, meint Gärtner-Horvath. Mit der jetzigen Form und dem Bestellungsmodus könne die Volksgruppe der Roma und Sinti gut leben.

 

  • Neu-Besetzung des Volksgruppenbeirates nach dem Ableben des Vorsitzenden Rudolf Sarközi

 

Roma Dialogplattform verzeichnete 2016 Erfolg

2016 hat die Volksgruppe zwei bedeutende Vereine verloren. Sowohl dem „Verein Ketani für Sinti und Roma“ in Oberösterreich als auch dem ersten Roma -Verein „Verein Roma“ in Oberwart fehlten die nötigen finanziellen Mittel für ihren Fortbestand. Erfreulich sei auf der anderen Seite die Arbeit der Roma Dialogplattform gewesen, die von der nationalen Kontaktstelle zur Inklusion der Roma im Bundeskanzleramt errichtet wurde, blickt der stellvertretende Vorsitzende Gärtner-Horvath zurück.

 

Ziel der Roma Dialogplattform sei es, Raum für eine offene, inklusive Gesprächsbasis zu schaffen, in deren Mittelpunkt die nachhaltige Lebensperspektive der Roma steht.

 

  • Die europaweite Situation der Volksgruppe

 

Anzustreben wäre eine Zusammenarbeit der ähnlichen Kontaktstellen in den benachbarten EU-Ländern.

 

Weitere Themen, zu denen E. Gärtner-Horvath Stellung bezogen hat.

  • Entwurf eines Privatschulgesetzes für Volksgruppen in Wien
  • Erwartungen an das neue Jahr 2017

 

Link

 

Quelle: volksgruppen.orf.roma - aktuell.at

http://volksgruppen.orf.at/roma/stories/2816765/

 

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Neuer Roma-Seelsorger Matthias A. Platzer

Der neue Seelsorger der Volksgruppe der Roma im Burgenland heißt Matthias A. Platzer. Nachdem Pfarrer Fabian Mmagu nach Wien wechselte, übernahm der Pfarrer in Wolfau Matthias Platzer dessen Aufgabe als Roma-Seelsorger.

 

Bild Mitte: Neuer Roma - Seelsorger Matthias A. Platzer - Quelle: Pfarren - Diözese Eisenstadt
Bild Mitte: Neuer Roma - Seelsorger Matthias A. Platzer - Quelle: Pfarren - Diözese Eisenstadt

 

Lehramtsstudium für Theologie und Geschichte

 

Matthias A. Platzer wurde im Dezember 2011 vom burgenländischen Diözesanbischof Ägidius J. Zsifkovics im Eisenstädter Martinsdom zum Priester geweiht. Platzer stammt aus Neunkirchen in Niederösterreich. Er hat ein Lehramtsstudium für Theologie und Geschichte absolviert. Nach mehrjähriger Tätigkeit als Religionslehrer begann er 2008 mit der Ausbildung im Priesterseminar.

 

1992 wurde in der Bischofskonferenz ein Vertreter mit der Aufgabe der Roma-Pastoral beauftragt.

Erstmals wurde Werner Klawatsch 1995 zum „Ober-Roma-Seelsorger“ ernannt und errichtete im selben Jahr das Referat für ethnische Gruppen in der Diözese Eisenstadt. Die Roma-Seelsorge zielt darauf ab, das Selbstbewusstsein der ethnischen Minderheit zu stärken und sie dazu zu motivieren, die Stimme zu erheben, um für sich zu sprechen.

 

Matthias A. Platzer ist ferner Kaplan in Großpetersdorf, Jabing und Neumarkt im Tauchental und koordiniert die Seelsorge am Landeskrankenhaus Oberwart.

 

Quelle: volksgruppen.orf.roma - aktuell.at

http://volksgruppen.orf.at/roma/stories/2815451/

 

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Sichere Herkunftsstaaten: „Von wegen sicher“

Quelle: Von wegen Sicher
Quelle: Von wegen Sicher

Von wegen sicher. Das Konzept der sicheren Herkunftsstaaten in der Kritik

 

Publikation der Rosa-Luxemburg-Stiftung Southeast Europe (Website), Nov. 2016

Autor/innen: Tamara Baković Jadžić, Dzafer Buzoli, Jasna Čaušević, Wenke Christoph, Vladan Jeremić, Norman Paech, Anna Striethorst, Jovana Vuković

 

>>Download (PDF, 2 MB)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Beschluss der deutschen Bundesregierung im Som­mer 2015, die Grenze für syri­sche Flücht­linge zu öffnen, wurde von vielen als humanitäre Ant­wort auf den Zu­strom von Flücht­lin­gen über die „Balkan­route“ ge­wer­tet. Ver­gli­chen mit den Reak­tio­nen vieler ande­rer Staaten ent­lang der Route, die zum Bei­spiel im Schnell­ver­fah­ren ihre Außen­gren­zen mit Zäunen be­fes­tig­ten, kann diese Ent­schei­dung tat­säch­lich als huma­ni­tä­rer Akt be­trach­tet werden. Diese zeit­weilige Aus­setzung der Dub­lin-Ver­ord­nung sollte je­doch nicht darüber hin­weg­täu­schen, dass MigrantIn­nen und Ge­flüch­tete diese Gren­zen schon seit meh­re­ren Jahren pas­sieren und in immer größe­rer Zahl „irre­gu­lär“ in West­europa leben.

 

Gleichzeitig haben die Bundesregierung und die EU eine Viel­zahl neuer, restrik­tiver Mi­gra­tions- und Grenz­po­li­ti­ken ein­ge­führt. Der Bun­des­tag ver­ab­schie­de­te in kurzen Ab­stän­den zwei „Asyl­pake­te“, durch die unter an­de­rem die Rück­füh­rung ab­ge­lehn­ter Asyl­su­chen­der er­leich­tert und die Rege­lun­gen zum Fami­lien­nach­zug für an­er­kann­te Flücht­linge auf­ge­hoben wurden. Wei­ter­hin wur­den immer mehr Länder als so­ge­nann­te „sichere Her­kunfts­staaten“ ein­gestuft, ins­be­son­dere die Bal­kan­staa­ten Ser­bi­en, Ko­so­vo, Albanien, Montenegro, Bosnien und Herzegowina und Mazedonien. In­fol­ge­des­sen gel­ten Asyl­anträ­ge aus die­sen Län­dern für deut­sche Behör­den als „of­fen­sicht­lich un­be­grün­det“ und wer­den in der Regel ab­ge­lehnt. Die Aus­sich­ten für Hilfe­su­chen­de auf Asyl sind sehr ge­ring, be­reits vor dieser Ent­schei­dung lag der An­teil der ab­ge­lehn­ten Asyl­anträ­ge aus Ser­bien in Deutsch­land bei 99 Pro­zent (bzw. 97 Pro­zent für Asyl­su­chen­de aus dem Kosovo).

 

Allerdings hat diese Einstufung der Balkanländer als „sicher“ be­deu­tende und weit­rei­chen­de Kon­se­quen­zen, und zwar nicht nur für der­zei­tige Asyl­su­chen­de, son­dern auch für Men­schen, die schon seit Jahren, teils sogar seit Jahr­zehnten, in Deutsch­land leben. Die Mehr­heit der Asyl­suchen­den aus Ser­bien, dem Ko­so­vo und Maze­donien sind Roma, die in ganz Europa Ver­fol­gung, Mar­gi­na­li­sie­rung und sozia­len Aus­schluss er­fah­ren. Es gibt nur we­nige zu­ver­läs­si­ge Sta­tis­ti­ken zur eth­ni­schen Ab­stam­mung der Asyl­suchen­den, doch geht aus einer Ant­wort der Bun­des­regie­rung auf eine Kleine An­frage der Bun­des­tags­frak­tion DIE LINKE her­vor, dass ca. 70 Pro­zent der Flüchtlinge aus dem Ko­so­vo, die 2014 in Deutsch­land Asyl be­antrag­ten, Roma, Ashkali oder Bal­kan-Ägyp­terIn­nen wa­ren. Die Ent­schei­dung der deut­schen Re­gie­rung be­deu­tet für sie, dass ihre Aus­sicht als Flücht­linge an­er­kannt zu wer­den, nun noch ge­rin­ger ist und dass sie in Asyl­ver­fah­ren stark be­nach­tei­ligt wer­den. Sie gelten zu­meist als „Wirt­schafts-“ oder „Armuts­flücht­linge“ oder gar als „Asyl­betrüger“.

 

PolitikerInnen und die Asylbehörden führen die Moti­ve der Migra­tion von Roma sys­te­ma­tisch auf Armut und wirt­schaft­liche Gründe zu­rück und igno­rie­ren dabei völ­lig den in ganz Europa ver­brei­te­ten Anti­ziga­nis­mus und die damit ver­bun­dene direk­te und struk­tu­relle Dis­kri­mi­nie­rung von Roma. Die Mehr­zahl der 10-12 Mil­lio­nen Sinti und Roma in Europa lebt unter er­heb­lich schlech­te­ren Be­din­gun­gen als ihre Mit­bür­gerIn­nen. Die Mehr­heit von ihnen ist inner­halb und außer­halb der Euro­päi­schen Union von so­zia­lem Aus­schluss, Vor­urtei­len und Be­nach­tei­li­gung kon­fron­tiert. Ihre Ge­schichte in Euro­pa ist viel­fach eine Ge­schichte von Re­pres­sion, Ver­fol­gung und Ver­trei­bung – nicht zu ver­ges­sen der na­tio­nal­sozia­lis­ti­sche Genozid an den Roma im Zwei­ten Welt­krieg. Auf dem Papier ha­ben sich die EU und die deut­sche Re­gie­rung dazu ver­pflich­tet, die Ver­fol­gung und den Aus­schluss der Roma zu be­kämpfen. In der Praxis je­doch sind die deut­schen Be­hör­den nicht ein­mal bereit, die direk­te und struk­tu­relle Dis­kri­mi­nie­rung, der viele Roma in den Balkan­län­dern aus­ge­setzt sind, als Asyl­grund an­zu­er­kennen.

 

Im Schatten der deutschen „Willkommenskultur“ werden täg­lich Men­schen ab­ge­scho­ben; die Mehr­zahl von ihnen stammt aus dem Balkan. Die Zahl der Ab­schie­bun­gen hat sich im Jahr 2015 ver­dop­pelt und ist auch 2016 rasant an­gestie­gen. Viele Roma wurden unter Zwang in Län­der zurück­ge­schickt, die sie auf­grund von Anti­ziganis­mus, chro­ni­scher Armut und dem weit­rei­chen­den Aus­schluss von der sozialen Grund­ver­sor­gung, wie Wohn­raum, Arbeit, Ge­sund­heits­ver­sor­gung und Bildung, ver­lassen haben. Ihre Herkunfts­länder wurden vom Flücht­lings­hilfs­werk der Ver­ein­ten Na­tio­nen (UNHCR), Men­schen­rechts­orga­ni­sa­tio­nen und selbst vom Europa­rat im­mer wieder wegen sys­te­ma­ti­scher Dis­krimi­nie­rung der Roma kri­ti­siert. Solche Fest­stel­lun­gen und Berichte wer­den aber in Asyl­verfahren sys­te­ma­tisch igno­riert, Men­schen werden ab­ge­scho­ben oder ihnen wird die Aus­reise aus ihrem Heimat­land ver­wei­gert. Trotz der Ver­spre­chen ihrer Regie­run­gen und der EU, die Roma zu in­tegrie­ren, er­halten sie keine aus­rei­chende Unter­stützung. Die exis­tie­ren­den In­tegra­tions­program­me ha­ben bisher nur un­wesent­liche Erfolge er­zielt. An­ge­sichts von Spar­maß­nahmen, Kür­zung von Sozial­leis­tun­gen, hoher Arbeits­losig­keit und all­ge­mei­ner Armut in den Balkan­län­dern sind solche kurz­fris­ti­gen loka­len In­tegra­tions­pro­jekte auch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein und stel­len für die be­nach­teilig­ten Roma keines­wegs eine Ver­bes­se­rung ihrer Lebens­bedin­gun­gen in Aus­sicht. Dazu kommt, dass die große Mehr­zahl der Roma-Ge­mein­schaf­ten bei der Ver­tei­lung der Mittel für ihre „In­tegra­tion“ kein Mit­sprache­recht hat. Dies nährt das ohne­hin schon beste­hen­de Vor­urteil gegen­über den Roma: Egal was pas­siert, sie wol­len sich ein­fach nicht in­tegrieren.

 

Mit dieser Broschüre möchten wir diese überwiegend ver­bor­ge­nen Pro­zesse the­ma­ti­sie­ren: die Ände­run­gen der Asyl­gesetze, die den dras­ti­schen An­stieg von Ab­schie­bun­gen zur Folge haben, die Aus­wir­kun­gen dieser Ge­setze auf Migran­tIn­nen aus den Balkan­ländern und die weit­ver­brei­tete Dis­krimi­nie­rung und Lebens­situa­tion der Roma im Balkan, vor al­lem in Serbien und im Kosovo. Wir wol­len zei­gen, dass Roma und Sinti nicht nur in ihren Hei­mat­län­dern, son­dern auch durch ras­sis­ti­sche und pro­tektio­nis­tische Migra­tions­gesetze und Asyl­prak­ti­ken dis­kri­mi­niert werden. Wir be­schäf­ti­gen uns mit der Frage, warum In­tegra­tions­program­me für Roma, auf die Po­liti­kerIn­nen im­mer gern ver­weisen, bisher noch keine Ver­bes­se­rung der Situa­tion der Roma er­zielt oder zur Be­kämpfung der Migra­tions­ursa­chen bei­ge­tra­gen haben. Schließ­lich möch­ten wir auch Alter­na­ti­ven zur ak­tuel­len un­mensch­li­chen Be­hand­lung von MigrantIn­nen aus den Balkan­län­dern vor­stellen.

 

 

Inhalt

  • Warum «sichere Herkunftsstaaten» dem Grundrecht auf Asyl wi­der­spre­chen
  • Warum Serbien kein sicheres Herkunftsland für Roma ist
  • Warum der Kosovo nicht sicher für Roma ist
  • Welche Folgen die Gesetzgebung für Asylsuchende aus «siche­ren Her­kunfts­staa­ten» hat
  • Wie Maßnahmen gegen «Asylbetrüger» zu weiterer Dis­kri­mi­nie­rung bei­tra­gen
  • Warum Integrationsprogramme für Roma deren Lebensbedin­gun­gen nicht ver­bes­sern
  • FAZIT: Was ist die Alternative?
  • Glossar

Text: Wenke Christoph, Tamara Baković Jadžić & Vladan Jeremić / Rosa-Lu­xem­burg-Stif­tung

 

Roman Urbaner (dROMa)

http://www.roma-service.at/dromablog/?p=39113

 

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FRA: 80 % der Roma von Armut bedroht

Quelle: FRA
Quelle: FRA

Neue Studie der Europäischen Grundrechteagentur (FRA)

 

European Union Agency for Fundamental Rights: EU-MIDIS II. Se­cond European Union Minorities and Dis­cri­mi­na­tion Survey: Roma – Se­lec­ted fin­dings, Lu­xem­bourg 2016, 52 S. (Download: PDF / 1,13 MB)

Weitverbreitete Deprivation zerstört das Leben von Roma. Fa­mi­lien leben von der Gesell­schaft aus­ge­schlos­sen in schockie­ren­den Ver­hält­nis­sen, und Kinder mit nied­ri­gem Bildungs­stand haben kaum Zu­kunfts­aus­sich­ten – zu diesem Schluss kommt ein neuer Be­richt der Agentur der Euro­päi­schen Union für Grund­rechte (FRA). Der Be­richt ana­ly­siert die Lücken bei der In­klu­sion von Roma in der gesam­ten EU, um den Mit­glied­staaten bei der Ver­bes­se­rung ihrer In­tegra­tions­politik Orien­tie­rungs­hilfe zu bieten.

 

 

 

 

 

 

 

 

„Unsere offenkundige Unfähigkeit in Europa, die Menschen­rechte unse­rer Roma-Gemein­schaf­ten zu achten, ist in­akzep­ta­bel. Das Aus­maß an Depri­va­tion, Aus­gren­zung und Diskri­mi­nie­rung der größ­ten Minder­heit in Europa stellt recht­lich wie poli­tisch ein schwer­es Ver­sagen in der EU und ihren Mit­glied­staaten dar”, so der Di­rek­tor der FRA, Michael O’Flaherty. „Die Ver­öf­fent­li­chung dieser Er­kenn­tnis­se bietet die Gele­gen­heit, poli­ti­sche Ent­schei­dungs­träger zum Han­deln zu be­we­gen und Ressour­cen ge­zielt zur Be­endi­gung dieser un­halt­baren Situa­tion ein­zu­setzen.“

Der Bericht über die Zweite Er­he­bung der Euro­päi­schen Union zu Min­der­heiten und Dis­kri­mi­nie­rung (EU-MIDIS II): Roma – aus­ge­wähl­te Er­geb­nis­se zeigt:

  • 80 % der befragten Roma sind armutsgefährdet; der EU-Durch­schnitt liegt bei 17 %. 30 % leben in Haus­halten ohne fließen­des Wasser und 46 % h­aben weder Innen­toilette, -dusche noch -bad;
  • 30 % der befragten Roma-Kinder leben in Haushalten, in de­nen je­mand im vori­gen Monat min­des­tens ein­mal hung­rig schla­fen ging;
  • 53 % der Roma-Kinder kommen durchschnitt­lich in den Genuss früh­kind­li­cher Erzie­hung; oft beträgt dieser Pro­zent­satz weni­ger als die Hälfte ihrer Alters­ge­nos­sen aus der All­gemein­bevöl­ke­rung im sel­ben Land;
  • nur 30 % der befragten Roma haben eine bezahlte Arbeit, ver­gli­chen mit der durch­schnitt­li­chen EU-weiten Be­schäf­ti­gungs­quote von 70 % in 2015;
  • 41 % der Roma sind der Ansicht, dass sie im Laufe der letzten fünf Jahre in all­täg­li­chen Situa­tionen, wie Suche nach Arbeit und in den Berei­chen Wohn­raum, Gesund­heit und Bildung, Dis­kri­mi­nie­rung aus­ge­setzt waren;
  • 82 % der Roma kannten keine Organisation, die Opfer von Dis­krimi­nie­rung un­ter­stützt.

Die Ergebnisse der Erhebung lassen erkennen, dass die Mit­glied­staaten allen Be­mü­hun­gen zum Trotz ihre In­tegra­tions­ziele, die ein Schlüs­sel­ele­ment des EU-Rahmens für natio­nale Stra­te­gien zur Integra­tion der Roma (2011) sind, weit­ge­hend ver­fehlen.

Grundlage für den Bericht ist eine Erhebung, bei der Informa­tio­nen zu Roma in neun Mitglied­staaten der Euro­päi­schen Union (EU) in 8.000 per­sön­li­chen Be­fra­gun­gen von Roma er­ho­ben wurden. Der Bericht ist Teil der zwei­ten Er­he­bung der Euro­päi­schen Union zu Min­der­heiten und Dis­kri­mi­nie­rung (EUMIDIS II), in deren Rah­men Daten zu Dis­kri­mi­nie­rungs- und Vik­timi­sie­rungs­erfah­run­gen sowie zu Ein­kom­mens- und Lebens­be­din­gun­gen von Ein­wan­de­rern und eth­ni­schen Minder­heiten in allen 28 EU-Mit­glied­staaten zu­sam­men­getra­gen wurden.

Hinweise über die Europäische Grundrechteagentur FRA:

  • Die Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA) stellt Ent­schei­dungs­trä­gern in der EU und auf natio­na­ler Ebene fakten­ge­stütz­te Bera­tung bereit und trägt auf diese Weise zu fun­dier­te­ren und ziel­gerich­te­te­ren De­bat­ten und po­li­ti­schen Stra­te­gien im Zu­sam­men­hang mit Grund­rechten bei.
  • Mehr zur Arbeit der Agentur in Verbindung mit Roma, darun­ter ihr Projekt zum Ein­satz vor Ort für die In­tegra­tion der Roma, fin­den Sie im Inter­net. Auch in den Jah­ren 2008 und 2011 führ­te die Agentur Er­he­bun­gen zu Roma durch.

Text: FRA

 

Roman Urbaner (dROMa)

http://www.roma-service.at/dromablog/?p=39075

 

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Adventfeier des Vereins „Karika“

Unter dem Motto „Gemeinsam können wir etwas bewegen, Begegnung im Advent“ fand die diesjährige Adventfeier des Vereins Karika im Kontaktzentrum Oberwart statt. Gekommen sind die Partnerorganisationen, Trainer und Teilnehmer/innen des AMS Ausbildungsprograms und Vertreter/innen der Politik.

 

Die aktuelle Sendung von „Roma sam“ berichtet darüber ausführlich.

 

„Karika will etwas bewegen“

Der Hausherr, Martin Horvath, begrüßte die Gäste, unter ihnen den Ausbildner Karl Garnitschnig, die Obfrau des Vereins Blickpunkt Identitäten Susanne Linde, ÖVP Gemeinderat Helmut Gabriel, Nadine Papai von der Gesellschaft für bedrohte Völker, den Landtagsabgeordneten der SPÖ Christian Drobits und den Bürgermeister von Oberwart Georg Rosnar.

Christian Drobits, Landtagsabgeordneter der SPÖ, ist gerne der Einladung gefolgt, weil er der Anschicht ist, dass der Verein „Karika“ wirklich etwas bewegen will.

Im Rahmen der Advent Feier stellte auch der Künstler und Fotograf Julius Horvath seine Werke aus. Er hat viele Bilder, auch über die Roma, abstrakte Werke und Selbst-Porträts für diese Ausstellung ausgesucht, die „Kunst im Advent“ hieß.

 

Quelle: Emmerich Gärtner - Horvath
Quelle: Emmerich Gärtner - Horvath

 

AMS Ausbildungsschulung für Roma

Der Verein „Karika“ hatte vom Juni bis November gemeinsam mit dem AMS Burgenland eine Ausbildungsschulung für Roma realisiert. Vier junge Männer und Frauen nahmen daran teil. Unterstützt wurde der Kurs auch vom Land Burgenland. Bei der Adventfeier waren Trainer und Teilnehmer/innen des Kurses anwesend und bekamen ihre Abschlusszeugnisse.

 

Uni. Prof. Dr. Karl Garnitschnig - Quelle: Emmerich Gärtner - Horvath
Uni. Prof. Dr. Karl Garnitschnig - Quelle: Emmerich Gärtner - Horvath

 

Der Ausbildner Karl Garnitschnig hat zum ersten Mal mit Roma zusammengearbeitet und konnte seine Begeisterung nicht verbergen. „Wir haben sehr viel voneinander gelernt“, resümierte Garnitschnig.

Auch der Obmann des Vereins „Karika“ Paul Horvath war unter den Teilnehmern des AMS Ausbildungskurses für Trainer und Berater in Erwachsenen Bildung. In Rollenspielen und Autotraining haben sich die Teilnehmer/innen auf eine Beratungssituation vorbereitet. Auch das Motivationstraining war ein Teil des Kurses, erklärte Paul Horvath.

 

Als die nächste große Veranstaltung des Vereins kündigte Horvath den Roma-Ball 2017, „Romano Mulantintschago“ am 14. Jänner 2017 an.

 

Link

Verein Karika

 

Roma sam | 5.12.2016
20:50 - 21:10 | Radio Burgenland Livestream

 

volksgruppen.orf.roma - aktuell.at

http://volksgruppen.orf.at/roma/stories/2812885/

 

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Normunds Rudevičs: ”No such person is listed“

Quelle: IRU
Quelle: IRU

Am Montag meldete die APA, dass der IRU-„Parla­ments­prä­sident“ Stevan Balog Radul im Namen seiner Orga­ni­sa­tion und aller Roma und Sinti in Öster­reich eine Wahl­empfeh­lung für den FPÖ-Bundes­präsi­dent­schafts­kan­dida­ten Norbert Hofer aus­gespro­chen habe. Offenbar gibt es inzwischen mehrere konkurrierende Ver­bände, die sich als Nachfolge­organi­sa­tio­nen des frü­he­ren Welt­verbands IRU sehen. Davon erfährt man aus den Medien­berich­ten aller­dings nichts. Die APA hat es ver­ab­säumt, dies ausreichend zu über­prü­fen und klar­zu­stellen, in wes­sen Namen Stevan Balog Radul über­haupt sprechen kann.

 

 

 

 

 

Innerhalb von nur 24 Stunden haben sich daraufhin acht öster­reichi­sche Roma-Orga­ni­sa­tio­nen (wir berichteten) von dieser Aussage eines in der öster­rei­chi­schen Roma-Com­munity weit­hin Un­be­kann­ten dis­tan­ziert, und zwar: Verein Roma-Service, Ro­ma­no Centro, Verein KarikaVerein Vida Pavlović, Verein Phurdo Salzburg, Kulturverein Öster­rei­chi­scher Roma, VHS der burgen­ländi­schen Roma, Verein Lovara Österreich.

Nun liegt auch eine offizielle Stellungnahme von Dr. Normunds Rudevičs vor, welcher der IRU in Riga als Prä­sident vor­steht. Auch er weist jede organi­sa­to­ri­sche und inhalt­li­che Ver­bin­dung zu Stevan Balog Radul zu­rück:

 

"In light of recent publications of a statement by Mr. Stevan Balog Radul in Austrian media, who is posing as “Parliamentry President” of IRU (International Romani Union), we inform that no such person is listed within the organisa­tion. Mr. Balog can not make any official state­ments on behalf of the organi­zation. We also find this develop­ment high­ly unacceptable, as Mr. Balog has ex­pres­sed his sup­port for a far right politi­cal candi­date in Austria, Mr. Hofer. (…) "

 

"Angesichts der jüngsten Veröffentlichungen einer Erklärung von Herrn Stevan Balog Radul in österreichischen Medien, der sich als "Parlamentspräsident" der IRU (International Romani Union) ausspricht, informieren wir, dass keine solche Person innerhalb der Organisation gelistet ist. Herr Balog kann keine offiziellen Erklärungen im Namen der Organisation abgeben. Diese Entwicklung ist auch inakzeptabel, da Herr Balog seine Unterstützung für einen rechtspolitischen Kandidaten in Österreich, Herrn Hofer, zum Ausdruck gebracht hat. (...)"

 

Im Anschluss der volle Wortlaut der oben zitierten Aussendung vom 25. Novem­ber 2016:

 

Quelle: IRU Statement
Quelle: IRU Statement

 

 

 

Roman Urbaner (dROMa)

http://www.roma-service.at/dromablog/?p=38892

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Ausstellung in Berlin: 45 Jahre Bürgerrechtsarbeit

Quelle: sintiundroma.de
Quelle: sintiundroma.de

Noch bis zum 14. November: „Ausstellung 45 Jahre Bürgerrechtsarbeit deutscher Sinti und Roma“ im DokuZ Sinti und Roma (Berlin)

 

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wur­den die NS-Ver­bre­chen an Roma und Sinti über Jahr­zehnte hin­weg be­schwie­gen und die Über­leben­den erneut aus­gegrenzt und ins Ab­seits ge­drängt. Die Ver­ant­wort­li­chen des Völker­mordes hin­ge­gen konn­ten in vielen Fällen als respek­tierte Mit­glieder der west­deutschen Nach­kriegs­gesell­schaft weiter­leben und ohne Angst vor Bestra­fung ihre Kar­rie­ren fort­setzen.

 

 

 

Dem Engage­ment der Bürger­rechts­bewe­gung deut­scher Sinti und Roma ist es zu ver­danken, dass sich daran etwas ge­än­dert hat. Mit auf­sehen­erre­gen­den Aktionen wie etwa dem Hunger­streik im ehe­mali­gen Kon­zentra­tions­lager Dachau 1980 ver­schaff­te sie sich Gehör. 1982 er­kannte Helmut Schmidt als erster deut­scher Spitzen­politi­ker den rassis­tisch mo­ti­vier­ten Völker­mord an Sinti und Roma als sol­chen an.

 

Im selben Jahr er­folgte die Grün­dung des in Heidel­berg an­säs­si­gen Zentral­rats Deutscher Sinti und Roma. Der Bür­ger­rechts­bewe­gung ist es ge­lun­gen, die NS-Ver­gan­gen­heit zum gesell­schaft­li­chen Thema zu machen und immer wieder erfolg­reich für die Be­lange der Min­der­heit ein­zu­treten.

Nun ist die Geschichte der Bürgerrechtsbewegung zum ers­ten Mal Thema einer eige­nen Aus­stel­lung: Foto­grafien aus fünf Jahr­zehn­ten lenken den Blick auf be­kannte und weni­ger be­kannte Ereig­nisse.

 

Die Aus­stel­lung leis­tet damit einen wert­vollen Bei­trag zur über­fäl­li­gen Be­schäf­ti­gung mit diesem Kapitel deut­scher und euro­päi­scher Zeit­geschichte. In An­betracht eines bis heute weit ver­brei­te­ten Anti­ziganis­mus und der schwie­ri­gen Lage von Sinti und Roma in vielen Län­dern Euro­pas handelt es sich um die histo­ri­sche Ein­bettung eines sehr aktuel­len The­mas. Das Ein­treten für Gleich­berech­ti­gung und Men­schen­rechte, von dem die Aus­stel­lung be­rich­tet, ist bis heute not­wendig.

 

Öffnungszeiten: Mo.: 10:00 – 16:00, Mi.; 12:00 – 18:00 Uhr und nach Ver­ein­ba­rung (Kon­takt: berlin@sintiundroma.de)
Der Eintritt ist frei.

 

Adresse:
DokuZ Sinti und Roma (Berlin)
Aufbau Haus, Prinzenstr. 84B, 10969 Berlin
(Zugang über die Oranienstraße)

 

Text: DokuZ Sinti und Roma

 

Roman Urbaner (dROMa)

http://www.roma-service.at/dromablog/?p=38645

 

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Europarat rügt Diskriminierung der Roma in Tschechien

Der Europarat in Straßburg hat scharfe Kritik an der Menschenrechtslage der Roma in Tschechien geübt. Menschenrechtskommissar Nils Muiznieks kritisierte in einem heute veröffentlichten Schreiben an Ministerpräsident Bohuslav Sobotka die anhaltende Ausgrenzung der Minderheit.

 

Quelle: romove.radio.cz
Quelle: romove.radio.cz

 

Kinder würden noch immer in eigene „Roma-Klassen“ oder Schulen für Behinderte abgeschoben, ganze Familien in prekäre Wohnsiedlungen am Stadtrand gedrängt. Der Sozialdemokrat Sobotka verwies auf Verbesserungen unter seiner seit knapp zwei Jahren bestehenden Regierung.

 

Keine Entschädigung für Zwangssterilisationen

Muiznieks zeigte sich bestürzt darüber, dass die Regierung bis heute keine außergerichtlichen Entschädigungszahlungen für frühere Zwangssterilisationen an Roma-Frauen auf den Weg gebracht habe. Sobotka verwies in seiner Antwort auf die Gerichte.

Die Roma leben bereits seit Jahrhunderten in Europa. In Tschechien gibt es rund 250.000 Angehörige der Minderheit.

Nach Ansicht des zuständigen Kontrollorgans verstößt Tschechien mit seinem Vorgehen gegen die Europäische Sozialcharta von 1961. Viele Roma-Familien lebten unter unzulänglichen Bedingungen. „Trotz der Bemühungen der Regierung gibt es bisher kaum nachweisbaren Fortschritt“, bemängelten die Fachleute.

 

volksgruppen.orf.roma - aktuell.at

http://volksgruppen.orf.at/roma/stories/2806953/

 

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Frankreichs Mitschuld an Roma-Verfolgung

Quelle: Sigot/Leble
Quelle: Sigot/Leble

Hollande übernimmt Verantwor­tung für Roma-Ver­fol­gung 1940–1946 (sic!)

Anlässlich einer Gedenkfeier im ehemali­gen „Zi­geu­ner“-In­­ter­­nie­­rungs­­la­ger in Montreuil-Bellay in der Nähe von Saumur (Maine-et-Loire, West­frank­reich) hat Staats­prä­si­dent François Hollande erst­mals die Mit­schuld Frank­reichs an der Ver­fol­gung Tau­sen­der Roma und Sinti wäh­rend des Zwei­ten Welt­kriegs an­er­kannt.

 

 

 

 

 

 

 

Die fran­zö­si­sche Re­pub­lik erin­nere sich eines Dramas, das all­zu lange ver­drängt und ver­ges­sen wor­den sei, sag­te Hol­lande in sei­ner An­spra­che. Tau­sen­de von Män­nern, Frau­en und Kindern sei­en ver­haf­tet und in La­gern in­ter­niert wor­den, nur weil sie dem „fah­ren­den Volk“ an­ge­hör­ten, er­klärte Hol­lande. Der Fest­akt fand im Ge­den­ken an die Befrei­ung der letz­ten „Zigeu­ner“-Häft­linge vor 70 Jah­ren statt. Die Deutsche Welle über die histo­ri­schen Hin­ter­gründe:

 

In Montreuil-Bellay (…) befand sich das landes­weit größ­te Inter­nie­rungs­lager. Ins­ge­samt wur­den in Frank­reich 31 Lager für Roma ein­ge­rich­tet, in de­nen von 1940 bis 1946 zwi­schen 6.000 und 6.500 Men­schen un­ter­gebracht wa­ren. Schon 1912 war die neue Be­völ­ke­rungs­kate­go­rie „Nomaden“ ein­ge­führt wor­den, die sich aus­schließ­lich auf „Tsiganes“, also so­ge­nann­te „Zigeu­ner“, be­zog. Die In­ter­nie­run­gen ab 1940 fan­den so­wohl in der von Deutschen be­setz­ten Zone als auch in der unbesetz­ten Zone statt. Viele Roma muss­ten Zwangs­arbeit leis­ten. In den Lagern lit­ten viele In­sas­sen un­ter Hunger und Krank­heiten. Die letz­ten von ihnen wur­den im Jahr 1946 befreit, knapp zwei Jahre nach Ende der deut­schen Be­satzung.

 

Roman Urbaner (dROMa)

http://www.roma-service.at/dromablog/?p=38674

 

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Gedenktafel für die Holzschläger Roma

Quelle: Mri Historija
Quelle: Mri Historija

Enthüllung der Gedenktafel in Erin­ne­rung an die er­mor­de­ten Holz­schlä­ger Roma

Fr., 28.10.2016, 18:00 Uhr: Evang. Kirche / Fried­hof, Un­ter­kohl­stät­ten, Holz­schlag

Andacht mit Pfarrer Dr. Gerhard Harkam und Pfar­rer Se­bas­ti­an Edakarottu in der evan­ge­li­schen Kir­che Holz­schlag

 

 

 

 

1937 hatte Holzschlag (Bezirk Oberwart, Burgenland) mit 661 Personen die höchste Ein­woh­ner­zahl, 310 Per­sonen wa­ren da­von als Roma re­gistriert. Nach dem Zwei­ten Welt­krieg war die Zahl der Be­völ­ke­rung durch die De­por­ta­tion der Ro­ma auf 341 ge­sun­ken. Nur 28 von den 310 zu­vor in Holz­schlag le­ben­den Ro­ma kehr­ten ins Dorf zu­rück. Die De­por­ta­tion der Holz­schlä­ger Ro­ma, die alle re­gistriert wa­ren, er­folg­te in zu­min­dest drei Pha­sen. Zuerst wur­den 1939 arbeits­fähige Män­ner ab­ge­holt. In der Nacht zum 31. Ok­to­ber 1941 kam die SS/SA ein zwei­tes Mal und hol­te alle Ro­ma aus ih­ren Häu­sern. Im April 1943 wur­den dann die letz­ten ver­blie­be­nen Roma de­por­tiert.

 

Quelle Text: VHS Roma

 

Einer der wenigen Roma, die die NS-Verfolgung über­lebten und nach der Be­frei­ung nach Holz­schlag zurück­kehr­ten, war Anton Papai. Roma-Service hat ihn für das Zeit­zeu­gen­edition Mri historija in­ter­viewt: „Draußen im Dorf …“ (Mri his­to­ri­ja, Son­der­rei­he dROMa, 5/15)

 

Roman Urbaner (dROMa)

http://www.roma-service.at/dromablog/?p=38656

 

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Weyer: Gedenksteine für ermordete Kinder

Quelle: OÖN
Quelle: OÖN

Fünf Jahre nach der Verle­gung von acht Stolpersteinen mit­ten auf einer Stra­ßen­kreu­zung in Weyer (Ober­öster­reich) ist es ge­lun­gen, diesen kleinen Gedenk­ort der Erinnerungs­stätte Lager Weyer wür­di­ger zu platzie­ren. Die Sanie­rung der Straße gab Gelegen­heit, die sym­bo­li­schen Gedenk­steine auf einem neu ge­stal­te­ten Strei­fen zwi­schen der Straße und dem ehe­ma­li­gen Ter­ror­ge­län­de des „Zi­geu­ner­­an­hal­te­­la­gers St. Pan­ta­leon-Weyer“ zu si­tuie­ren.

 

 

 

 

 

 

 

Die in den Boden eingelassenen Steine erin­nern an die Kin­der, die im La­ger den Tod fan­den, sowie an die Säug­linge, die im Lager ge­boren und nach der Depor­ta­tion im be­setz­ten Polen er­mor­det wurden. Die Gedenk­steine „sind aus­schließ­lich Klein­kindern ge­wid­met, die im NS-Lager für Roma und Sinti in Weyer ge­boren wur­den. Sie starben dort oder nach der Auf­lö­sung des Lagers in Polen“, sagte der Autor Ludwig Laher, Ob­mann des Vereins Er­in­ne­rungs­stätte Lager Weyer im Innviertel, in seiner An­spra­che bei der Gedenk­feier am 15. Ok­to­ber.

 

Der Jour­na­list Martin Kranzl-Greinecker erin­nerte an­schlie­ßend an die weit­gehend ver­ges­sene Opfer­grup­pe der Kinder von Zwangs­arbei­terin­nen. Etwa 200.000 Kinder wurden von Zwangs­arbei­terin­nen ge­boren. Sie wurden ihren Müt­tern weg­ge­nom­men und in spe­ziel­le Heime ge­steckt; an die 300 solcher An­stal­ten gab es im Deut­schen Reich. Viele der Kinder kamen in den Hei­men ums Leben.

 

In dem nationalsozialistischen „Zigeuneranhaltelager St. Pantaleon-Weyer“ wa­ren von Jänner bis No­vem­ber 1941 meh­rere Hun­dert Sinti und Roma inter­niert. Nach der Auf­lö­sung des Lagers wurden die rund 300 über­leben­den Häft­linge über Lackenbach nach Łódź (Ghetto Litzmannstadt) de­por­tiert. Sie alle wurden er­mordet.

 

Roman Urbaner (dROMa)

http://www.roma-service.at/dromablog/?p=38586

 

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EU Konferenz - Roma | Romnja-Jugend als treibende Kraft der Veränderung

Eine hochrangige Konferenz zum Thema „Stärkung der Rolle der Roma-Jugend als treibende Kraft der Veränderung“ fand am vergangenen Wochenende in Bratislava statt.

 

Etwa 250 TeilnehmerInnen - Jugendliche aus Roma-Gemeinschaften, die VertreterInnen der zuständigen Ministerien und internationalen Organisationen sowie der europäischen Institutionen diskutierten gemeinsam über eine neue Richtung des EU Aktionsplans für die jugendlichen Roma.

 

Quelle: Kommission
Quelle: Kommission

 

Die Konferenz zwischen 10. - 11. Oktober 2016 hat die Europäische Kommission mit den zuständigen slowakischen Ministerien organisiert.

Die Roma | Romnja in der Slowakei sind am stärksten von Armut, sozialer Ausgrenzung und Diskriminierung betroffen. Es ist schwieriger als Rom, Romni, in den Arbeitsmarkt einzutreten. Vor allem in Regionen, in denen auch Menschen mit höherer Bildung nicht einen Job zu finden können, weiß der Mitorganisator Jan Hero.

 

Junge Roma | Romja wollen partizipieren

Ähnliche Probleme plagen die anderen Länder der Europäischen Union. Es ist daher anzustreben, für Roma-Fragen einen getrennten Fonds zu errichten. In den Jahren 2014 -2020 wird es für den Europäischen Sozialfonds 1,5 Milliarden gehen. EU-Kommissarin für Justiz, Verbraucherschutz und Gleichstellung Věra Jourová sagte, dass es unsere Pflicht sei, die Möglichkeiten für junge Roma zu schaffen, damit sie eine gute Ausbildung haben und einen guten Job bekommen und ein besseres Leben führen, als ihre Eltern, sollte die Roma-Jugendlichen die treibende Kraft für die Integration der Roma/Romnja sein.

In der Sendung bieten die Roma-Jugendlichen aus Österreich, Rumänien, Deutschland und Frankreich ihre Sicht zur Problematik dar.

Junge Roma in Europa haben eine Menge von Fähigkeiten und Kompetenzen und wollen sich auch bei der Gestaltung ihrer eigenen Zukunft aktiv beteiligen. Die Konferenz bot ein Forum, um jungen Roma/Romnja durch den Dialog und den Austausch von Wissen und Erfahrung in diesem Bereich zu begegnen.

 

Quelle: volksgruppen.orf.roma - aktuell.at                   http://volksgruppen.orf.at/roma/stories/2803329/

 

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20 Jahre Roma Rights Journal

Quelle: errc.org
Quelle: errc.org

Genau vor zwanzig Jahren veröffentlichte das European Roma Rights Centre (ERRC) die allererste Ausgabe seines „Roma Rights Journal“, eines Magazins, das sich – über lan­ge Zeit als eines von nur sehr we­ni­gen aka­demi­schen Pub­li­ka­tions­medien – mit der Min­der­heit der Roma be­fass­te. Im Rückblick auf die Anfän­ge ihres Mediums lässt die in Budapest an­säs­sige inter­natio­na­le Men­schen­rechts-NGO heute durchaus Opti­mis­mus er­ken­nen: „Es ist er­mu­ti­gend zu sehen, wie weit wir in den letz­ten zwan­zig Jahren ge­kom­men sind.“ So man­cher Miss­stand, der das Leben der Roma-Gemein­schaft vor zwanzig Jahren ge­prägt hat­te, hät­te heute, 54 Aus­ga­ben spä­ter (sie­ben davon waren Dop­pel­nummern), einiges an Bri­sanz ver­loren:

 

 

In 1996, the state of Roma rights in Europe was very dif­fe­rent to the situa­tion we see today. Looking back at the issues that are men­tioned in this first edition, it is encouraging to note that many of these atro­ci­ties are no lon­ger a constant pre­sence in the lives of Roma in Europe. No matter how dis­heartening the fight for Roma Rights can be, it is em­bol­dening to see how far we have come in the last twen­ty years. The ERRC will con­tinue to chal­lenge dis­cri­mi­na­tion and anti-Gyp­syism wherever we find it, so that in another twen­ty years’ time, we can look back at the events of to­day and won­der at how far we have pro­gressed.

 

Roman Urbaner (dROMa)

http://www.roma-service.at/dromablog/?p=38458

 

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Tschechien - Kinderteam bei Ballturnier trug den Namen „Zyklon B“

Quelle: www.volksgruppen.orf.at/roma
Quelle: www.volksgruppen.orf.at/roma

Auf einem Ballspiele-Turnier von Kinderheimen in Prag hat ein Team den Namen „Zyklon B“ getragen. So hieß der Markenname des Gases (Blausäure), mit dem während des Holocaust die Häftlinge in den Konzentrationslagern massenweise ermordet worden waren.

 

 

 

 

 

 

 

Jüdische Gemeinden und Freiheitskämpfer schockiert

Während der Spiele kam es etwa zu Szenen, wo die Fans der Mannschaft „Zyklon B, los!“ skandierten. Die jüdischen Gemeinden und der Verband der Freiheitskämpfer | Český svaz bojovníků za svobodu (ČSBS) zeigten sich schockiert über die Benennung, schreibt die tschechische Tageszeitung „Pravo“.

Tomáš Jelínek von der Prager jüdischen Gemeinde war auch verwundert, dass die Veranstalter des Turniers keine Einwände gegen den Namen des Teams hatten. „Das Paradox ist, dass diese Gruppe auch gegen ein Team von Roma-Buben gespielt hat“, so Jelínek. Der ČSBS-Vizechef Emil Kulfánek sieht den Fehler vor allem bei der Führung des Kinderheimes, die die Gruppe „Zyklon B“ auf das Turnier entsandt habe, und sprach über „Bildungsmangel“ und die „Dummheit von Erwachsenen“.

 

Direktor | „Buben hatten sich Namen selbst gegeben“

Der Direktor des Kinderheimes im Prager Stadtviertel Dolní Počernice, Martin Lněnička, entschuldigte sich für das Verhalten seiner Zöglinge. Das Team sei ursprünglich unter einem anderen Namen angemeldet worden, allerdings hätten es die Buben selbst unterwegs zu dem Turnier geändert. Sie seien ohne pädagogische Aufsicht gereist, weil ein volljähriger Bursche sie geführt habe.

„Als ich es erfahren habe, wollte ich es sofort korrigieren, aber es war schon zu spät“, erklärte Lněnička. Die Buben wolle er auf keine Weise bestrafen, allerdings werde er dafür sorgen, dass sie mit der Geschichte besser vertraut gemacht würden.

 

volksgruppen.orf.roma - aktuell.at

http://volksgruppen.orf.at/roma/stories/2801878/

 

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Sprachenparcour in der Kuga | Europäischer Tag der Sprachen

Fast 70 Volksschulkinder bekamen beim seit 2004 veranstalteten Sprachenparcour einen spielerischen Einblick in die Sprachen Kroatisch, Ungarisch, Roman und Italienisch in der KUGA in Großwarasdorf | Veliki Borištof.

 

Ziel des Sprachenparcours ist es, den Kindern die Scheu vor fremden Sprachen zu nehmen. Es soll auch die Toleranz gegenüber anderen Kulturen und Völkern gefördert werden, betont der Geschäftsführer Alexander Karazman von der KUGA.

 

Quelle: ORF
Quelle: ORF
Alexander Karazman - Quelle: Michael J. Payer
Alexander Karazman - Quelle: Michael J. Payer

 

Die Kinder beschäftigten sich jeweils eine Viertelstunde mit einer Sprache, die ihnen von Nativespeakern mithilfe einfacher Spiele und Aufgaben näher gebracht wurde.

 

Der Sprachenparcour findet anlässlich des Europäischen Tages der Sprachen statt, der alljährlich am 26. September begangen wird. Mit verschiedenen Aktionen und Projekten wird dabei für den Erhalt der europäischen Sprachenvielfalt geworben.

 

Susanne Horvath hat für „Roma sam“ mit dem Geschäftsführer Alexander Karazman gesprochen.

 

Roma Online-Dialogplattform gestartet

Das Bundeskanzleramt will die Volksgruppe der Roma stärker in die Gesellschaft einbinden und hat dazu eine Online-Dialogplattform gestartet. Vorgestellt wurde sie Mittwochabend, in den kommenden zwei Monaten kann nun online die Roma-Strategie 2020 diskutiert und bewertet werden.

 

Staatssekretärin Muna Duzdar - Quelle: Hans Hofer
Staatssekretärin Muna Duzdar - Quelle: Hans Hofer

 

„Auch wenn viel geschehen ist in den vergangenen Jahren, ist der Hass gegen Roma und der Antiziganismus immer noch ein weit verbreitetes Phänomen, dem man sich entschieden entgegenstellen muss“, erklärte Staatssekretärin Muna Duzdar (SPÖ) in ihrer Eröffnungsrede.

 

Radio „Roma sam“, die Stimme der Roma, berichtet ausführlich über die Präsentation am Mittwochabend im Bundeskanzleramt.

 

29.9.2016 | Staatssekretärin Duzdar | Gesellschaftliche Teilhabe der Roma stärken

 

Roma sam | 3.10.2016 | 20:50-21:10
Radio Burgenland | Livestream

 

volksgruppen.orf.roma - aktuell.at

http://volksgruppen.orf.at/roma/stories/2800570/

 

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Weltverbesserer | Hilfe für Roma in Siebenbürgen

Flucht und Migration sind für Menschen oft der letzte Ausweg, wenn sie zu Hause keine Zukunft sehen. Statt tatenlos zu warten, bis die Armen sich auf den Weg machen, wollen Ordensleute vom Stift Admont dort helfen, wo Not entsteht. Zum Beispiel in einem Roma-Dorf in Siebenbürgen.

 

Sie folgen dabei dem Beispiel eines Wiener Installateurs. Der betreibt seit über 20 Jahren ein Selbst-Hilfe-Projekt, das er mit eigenen Händen aufgebaut hat.

 

Gerhard Spitzer - Quelle: ORF
Gerhard Spitzer - Quelle: ORF

 

Entwicklungshelfer Gerhard Spitzer seit 20 Jahren im Einsatz

Hilfe zur Selbsthilfe so umsetzen, dass sie über den Augenblick hinaus wirksam ist, darum bemüht sich der Entwicklungshelfer Gerhard Spitzer seit 20 Jahren – in einer für Roma desolaten Welt. Zusätzlich zur Verteilung von dringend benötigten Lebensmitteln und Medikamenten betreibt er Sozialarbeit bei denen, für die es kaum Entwicklung gibt. Er repariert Dächer, gräbt Kanäle, legt Leitungen und kümmert sich vor allem um die Ausbildung der Jugendlichen.

In seiner gemeinnützigen Stiftung in Lucani erhalten sozial benachteiligte Jugendliche eine Ausbildung für Berufe wie Maurer, Installateur oder Tischler. Zusätzlich leistet die österreichisch-rumänische Initiative Sanierungs- und Bauarbeiten auf sogenannten Sozialbaustellen.

 

Nachhaltigkeit | Ziel seiner Bemühungen

Gerhard Spitzer ist schon seit Anfang der 1990er Jahre in Rumänien tätig. Ihm geht es um die Nachhaltigkeit. Er hat ein Konzept entwickelt, auf angekauftem Boden für Roma-Familien kleine Billighäuser mit ein bisschen Infrastruktur zu bauen. Dabei ist er immer wieder auf Sachspender aus Deutschland und Österreich angewiesen – wie jetzt aus Admont.

 

Quelle: ORF
Quelle: ORF

 

Im steirischen Admont hat der Professor und Floßmeister Fritz Dirninger gemeinsam mit einigen Patres aus dem Stift und mit dem Segen des Abtes einen Verein gegründet, um die Sozialbaustelle in Rumänien zu unterstützen und mit eigenen Händen anzupacken. Im August ist, so wie im Vorjahr, eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern, Lehrerinnen und Lehrern nach Rumänien gereist, um dort vor Ort Entwicklungsarbeit zu leisten und einige kleine Holzhäuser zu bauen.

 

Bei ihrem einwöchigen Einsatz in Rumänien kamen die Helfer aus Admont mit der Not und ihren Realitäten in Berührung. Und sie lernten auch die Details tragischer Lebensgeschichten und Sachzwänge kennen. Ein paar Tage Zusammenleben mit den jugendlichen Mitarbeitern der rumänischen Hilfsgemeinschaft, die zuvor selbst einmal hilfsbedürftige Roma-Kinder waren, sind für die Helferinnen und Helfer eine tief gehende Lebenserfahrung.

 

kreuz und quer | „Die Weltverbesserer“
On demand | TVthek

 

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Staatssekretärin Duzdar | Gesellschaftliche Teilhabe der Roma stärken

„Erstmals kann man sich auch online in die Strategie und Maßnahmen zur Inklusion der Roma einbringen und diese diskutieren“, sagte die zuständige Staatssekretärin Muna Duzdar bei der Präsentation Roma-Online-Dialogplattform gestern Abend im Bundeskanzleramt.

 

In den kommenden zwei Monaten gibt es online die Möglichkeit die Roma-Strategie 2020 zu bewerten und zu diskutieren, um die Strategie noch praxisnäher zu gestalten.

 

Quelle: serdar erdost | orf
Quelle: serdar erdost | orf

 

Form des partizipativen Prozesses

„Mit der Online-Plattform starten wir eine neue Form des partizipativen Prozesses. Nachdem Österreich bereits in den vergangenen Jahren für seinen Einsatz um die gesellschaftliche Teilhabe der Roma von Seiten der EU gelobt wurde, wird nun ein weiterer markanter Schritt gesetzt. Erstmals kann man sich auch online in die Strategie und Maßnahmen zur Inklusion der Roma einbringen und diese diskutieren. Damit werden die Beteiligungsmöglichkeiten deutlich erweitert“, sagte Muna Duzdar im Rahmen der Eröffnung der Veranstaltung.

 

Antiziganismus weit verbreitetes Phänomen

„Auch wenn viel geschehen ist in den vergangenen Jahren, ist der Hass gegen Roma und der Antiziganismus immer noch ein weit verbreitetes Phänomen, dem man sich entschieden entgegenstellen muss“, betonte Duzdar. „Noch immer stehen Ausgrenzung, Ungleichheit und Diskriminierung gegen die mit 12 Millionen Menschen größte ethnische Gruppe in Europa in vielen Ländern auf der Tagesordnung. In Zeiten, in denen die Kluft zwischen Arm und Reich größer wird, leiden vor allem die Ärmsten der Gesellschaft. Umso wichtiger ist es, hier Gegenstrategien zu entwickeln“, so Duzdar.

 

„Dennoch gibt es positive Impulse. Die Europäische Union hat erkannt, dass gesellschaftliche Teilhabe aller Gruppen ein unverzichtbarer Beitrag für ein soziales und friedliches Miteinander darstellt“, sagte Duzdar. Die EU-Kommission hat daher im Jahr 2011 den EU-Rahmen für nationale Strategien für Roma ins Leben gerufen, bei der Verbesserungen in den Bereichen Bildung, Beschäftigung, Gesundheitsfürsorge und Wohnen im Mittelpunkt stehen. „In Österreich steht außerdem die Teilhabe der Roma-Community im Mittelpunkt der Auseinandersetzung mit der Roma-Strategie. Die Online-Plattform soll einen weiteren Schritt in diese Richtung ebnen“, erläuterte Duzdar.

 

Jörg Wohjan | Umsetzung der geplanten Maßnahmen voranzubringen

Jörg Wohjan von der Vertretung der Europäischen Kommission sagte: „In 15 Ländern der EU gibt es mittlerweile Dialogplattformen. Ich sehe es als wichtiges Instrument, um die Stakeholder in den Prozess einzubinden, aber auch um die Herausforderungen und Aufgaben zu lösen und die Umsetzung der geplanten Maßnahmen voranzubringen.“

 

Quelle: serdar erdost | orf
Quelle: serdar erdost | orf

 

In einer Podiumsdiskussion zum Thema „Nationale Strategie zur Inklusion der Roma bis 2020“ diskutierten anschließend der stellvertretende Vorsitzende des Roma-Volksgruppenbeirats, Emmerich Gärntner-Hotvath, das Vorstandsmitglied des Romano Centro, Irina Spataru, Usnija Buligovic vom Verein Thara, Jürgen Schick aus dem Bildungsministerium und Roland Hanak aus dem Sozialministerium bisher Erreichtes und zukünftige Herausforderungen der nationalen Roma-Strategie.

 

Link
Roma Online-Dialogplattform


28.9.2016 | Roma sollen Zukunft der Volksgruppe online diskutieren

 

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Roma sollen Zukunft der Volksgruppe online diskutieren

Die nationale Strategie der Bundesregierung lädt vor allem Angehörige der Volksgruppe ein, bei einer Umfrage unter www.romadialogplattform.gv.at Vorschläge zu den Bereichen Wohnen, Arbeitsplätze und Soziales einzubringen.

 

Zuständig ist Staatssekretärin Muna Duzdar (SPÖ), Unterstützung gibt es durch die EU-Kommission.

 

Quelle: ORF
Quelle: ORF

 

Staatssekretärin Duzdar | Begrüßungsworten in Deutsch und Romanes

Seit 2011 betreibt die Regierung die „Nationale Strategie zur Inklusion der Roma bis 2020“. Mittwochabend wird im Kanzleramt zur „Halbzeit“ Zwischenbilanz gezogen und die neue Online-Plattform vorgestellt. „Als Staatssekretärin für Diversität ist mir die chancengleiche gesellschaftliche Teilhabe aller in Österreich lebenden Menschen ein besonderes Anliegen“, meint Duzdar in ihren Begrüßungsworten in Deutsch und Romanes auf der Website. Der Dialog mit der Zivilgesellschaft solle nun ausgebaut, intensiviert und auch vermehrt online geführt werden.

 

Mit dem Online-Portal der Roma-Dialogplattform möchte die „Nationale Roma Kontaktstelle“ die Möglichkeit geben, sich direkt an der Weiterentwicklung der österreichischen Roma-Strategie zu beteiligen. Drei Fragen können von nun an 60 Tage lang online beantwortet werden, etwa zum Handlungsbedarf in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Bekämpfung von Diskriminierung. Auch das Strategiepapier kann online diskutiert werden. Erreicht werden sollen laut Staatssekretariat vor allem junge Angehörige der Volksgruppe.

Grundlage für die Strategie sind Empfehlungen der EU-Kommission zur Verbesserung der Lage der Roma in Europa. Aus diesem Grund wird auch deren Vertreter in Österreich, Jörg Wojahn, bei der Auftaktveranstaltung heuteabend im Bundeskanzleramt anwesend sein.

 

Link

Roma Online Dialogplattform

 

28.9.2016 | Merkel für ein Europäisches Roma Institut in Berlin


27.9.2016 | Romani Rose wirft CSU-General Scheuer Rassismus vor

 

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Merkel für ein Europäisches Roma Institut in Berlin

„Sinti und Roma sind ein fester Teil unserer gemeinsamen Gesellschaft - in anderen Staaten ebenso wie hierzulande“, sagte Merkel am Dienstag bei einem Festakt in Berlin zum 70. Geburtstag des Roma-Zentralratsvorsitzenden Romani Rose in Berlin.

 

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die geplante Einrichtung eines Europäischen Roma Instituts für Kunst und Kultur in Berlin begrüßt.

 

70. Geburtstag des Roma-Zentralratsvorsitzenden Romani Rose | Er bedankt sich bei der Kanzlerin - Quelle: AFP
70. Geburtstag des Roma-Zentralratsvorsitzenden Romani Rose | Er bedankt sich bei der Kanzlerin - Quelle: AFP

 

Es sei erschreckend, wie sehr auch in Deutschland wieder Antiziganismus, Antisemitismus und Rechtsextremismus Anklang fänden, so Merkel. Das Institut soll auf Beschluss des Europarats dazu beitragen, Vorurteile gegen die vielerorts geächtete Minderheit abzubauen.

 

Gräber zu erhalten sei Aufgabe der öffentlichen Hand

Zudem sagte Merkel zu, sich weiter für einen Erhalt der Gräber von Sinti und Roma einzusetzen, die dem NS-Völkermord zum Opfer gefallen sind. Dies sei eine Aufgabe der öffentlichen Hand. Sie rechne damit, dass es mit den Bundesländern zu einer guten Lösung komme. Die Nazis hatten 500.000 der von ihnen als „Zigeuner“ verfolgten Menschen ermordet.

 

Romani Rose - Quelle: AFD
Romani Rose - Quelle: AFD

 

Der gebürtige Heidelberger steht seit der Gründung des Zentralrats der Deutschen Sinti und Roma 1982 an der Spitze des Verbands.

Romani Rose, der selbst 13 unmittelbare Verwandte verlor, dankte der Kanzlerin ausdrücklich für ihre Flüchtlingspolitik. „Meine Eltern, die den Holocaust überlebt haben, wären froh gewesen, wenn es in Europa eine Frau gegeben hätte mit Ihrem Mut und Ihrer Gradlinigkeit“, sagte er. Am 20. August war er 70 Jahre alt geworden.

 

28.9.2016 | Romani Rose wirft CSU-General Scheuer Rassismus vor

 

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ERRC: Apartheids-Kindergarten in Serbien?

Quelle: ERRC
Quelle: ERRC

Das European Roma Rights Centre (ERRC) hat den Fall einer segre­gier­ten Roma-Kin­der­gar­ten-Grup­pe in Serbien auf­ge­grif­fen. Das ERRC hat die Be­hör­den kontak­tiert und auf­ge­for­dert, die Pra­xis im Ljuba-Stanković-Kin­der­gar­ten in Beočin zu un­ter­su­chen und ent­spre­chen­de Maß­nah­men zu er­grei­fen.

 

 

 

 

 

Laut dem ERRC vor­lie­gen­den In­for­ma­tio­nen wer­den Roma-Kinder dort sys­te­ma­tisch von den ande­ren, ser­bi­schen Kindern ge­trennt. Die Direk­tion recht­fer­tigt die segre­gier­ten Klas­sen mit dem Hin­weis, dass die Roma-Kinder nur den kos­ten­güns­ti­ge­ren Halb­tags­kinder­garten be­such­ten und diese Gruppe am Nach­mittag an der Reihe sei. Die räum­li­chen Kapa­zi­tä­ten der Ein­rich­tung seien der­zeit so be­grenzt, dass keine ge­mein­same Grup­pen­ein­tei­lung mög­lich sei.

 

Für die Eltern der Roma-Kinder stellt sich dies je­doch an­ders dar: Die Stel­lung­nahme der Direk­tion könne nicht er­klä­ren, warum aus­schließ­lich Roma in der ge­trenn­ten Kinder­gruppe lan­den; außer­dem sei die Be­treu­ungs­qua­li­tät in den Grup­pen nicht die gleiche. Die rund 25 Roma-Kin­der, wel­che die Nach­mit­tags­gruppe be­suchen, haben dort kei­ner­lei Kon­takt mit Nicht-Roma und spre­chen dort durch­ge­hend Romani. Dass Ziel, die Bildungs­integra­tion voran­zu­trei­ben, indem Ro­ma-Kin­der dank gemisch­ter Klas­sen bereits im Vorschul­alter Ser­bisch er­ler­nen, werde auf diese Weise zu­nichte­ge­macht: „Die Kinder müs­sen Serbisch be­herr­schen, sodass sie die Grund­schule be­su­chen kön­nen“, zi­tiert das ERRC die Eltern.

 

„Aber genau das pas­siert dort nicht. Die Kinder ler­nen dort kein Serbisch, sie spie­len dort nur. Das ist Diskri­mi­nie­rung. Wir haben die ver­ant­wort­li­chen Per­so­nen um eine Re­aktion ge­be­ten, aber ohne Er­folg.“ Die Gleich­berech­ti­gungs­be­auf­trag­te Brankica Janković zeigte sich, mit der Situa­tion in Beočin kon­fron­tiert, be­sorgt, dass man es hier mit um einen Fall von Diskri­mi­nie­rung zu tun habe. Jede Form der Segregation von Kindern auf­grund ihrer Natio­na­li­tät oder Ethni­zi­tät sei in­ak­zep­tabel.

 

Roman Urbaner (dROMa)

http://www.roma-service.at/dromablog/?p=38153

 

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Junge Rom Kunst & Stefan "Pisti" Horvath

Mit dem Projekt „Junge Roma Kunst“ hat der Verein KARIKA eine Plattform für junge Roma-Künstler/Innen geschaffen. Es soll für die jungen Schaffenden der Start in die kulturelle Welt sein.

 

Quelle: HP
Quelle: HP

 

Junge Roma Kunst

Die junge Roma-Künstlerin Christina Horvath, präsentierte im Pfarrsaal der katholischen Kirche Oberwart, ihre Ausstellung „Klischee“. Die autodidakte junge Romni möchte mit ihren Bildern darauf aufmerksam machen, dass Roma und Sinti nicht immer Musiker, Wahrsagerinnen etc. sind, sondern auch andere Qualitäten vorweisen können.

 

Ausstellung "Klischee" - Quelle: Julius Horvath
Ausstellung "Klischee" - Quelle: Julius Horvath

 

Tina, wie sie von ihren Freunden genannt wird, interessierte sich schon mit vier Jahren für das Zeichnen. Unterstützung bekam sie da von ihrem Großvater, der ein begnadeter Schnitzer und Musiker war. Ihre Bilder strahlen eine Lebendigkeit aus und erzählen Geschichten, welche der/die Betrachter/in, weiterführen kann.

 

Stefan „Pisti“ Horvath

1956 flüchtete Stefan Horvath als sechsjähriger Bub mit seinen Eltern von Ungarn nach Großwarasdorf. In seiner Jungend kam er oft mit Ausgrenzung in Kontakt. Es war im verwehrt, so wie andere Kinder ins seinem Alter, Fußball zu spielen oder zu ministrieren. Von seinem Großvater erlernte das wunderschöne Instrument Zimbal zu spielen.

 

Stefan "Pisti" Horvath - Quelle: HP
Stefan "Pisti" Horvath - Quelle: HP

 

Seit seinem dreizehnten Lebensjahr reiste Pisti, wie er von seinen Freunden genannt wird, in der Welt umher. Er spielte in den größten Hotels und besten Restaurants. Unter anderem bekamen die holländische Königin Beatrix, die Präsidenten Mitterand und Mubarak, die Hollywood-Schauspielerin Goldie Hawn und etliche andere Prominente, seine Musik zu hören.

 

Roma Abend 2016 Verein KARIKA - Stefan "Pisti" Horvath & Ensemble - Quelle: HP
Roma Abend 2016 Verein KARIKA - Stefan "Pisti" Horvath & Ensemble - Quelle: HP

 

In Radiosendungen des ORF und in Talkshows trat Stefan Horvath auch öfters auf. Unter anderem vertrat er 1993 das Land Österreich in André Hellers Show „Magneten“ am Deutschen Theater in München. 1998 belegte er den dritten Platz bei „Krone der Volksmusik“ und 2006 wurde er im Buch „Zigeuner Roma Menschen“ von Erich Maria Schneller, verewigt.

 

Mehr darüber, hören sie am Montag in der Sendung „Roma sam“ auf Radio Burgenland.

 

Roma sam | 26.9.2016
montags 20:50 - 21:10 Uhr
Radio Burgenland | Livestream

 

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http://volksgruppen.orf.at/roma/stories/2798541/

 

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Europarat | Systematische Diskriminierung in Ungarn

Die Volksgruppe der Roma ist in Ungarn nach Einschätzung des Europarats mit systematischer Diskriminierung und Ungleichbehandlung in allen Lebensbereichen konfrontiert.

 

„Trotz aller Bemühungen der Behörden herrschen in der ungarischen Gesellschaft fremdenfeindliche und intolerante Haltungen vor, die sich vor allem gegen die Roma richten“, heißt es in dem Papier des Beratergremiums für die Minderheitenschutz-Konvention, das am heutigen Montag veröffentlicht wurde.

 

Die einzige Roma-Galerie in Ungarn | die Budapester Gallery8 - Quelle: nihad nino pusija
Die einzige Roma-Galerie in Ungarn | die Budapester Gallery8 - Quelle: nihad nino pusija

 

Systematisch diskriminiert würden die Roma im Arbeitsleben, im Unterrichtswesen, beim Zugang zum Gesundheitssystem und beim sozialen Wohnen. "In der Politik verbreiten extremistische Gruppen und Parteien weiterhin Vorurteile und Hassbotschaften gegen die Roma", heißt es in dem Bericht weiter. Dabei entwickele sich das Internet zum Hauptmedium dieser menschenfeindlichen Rhetorik.

 

Prozess um die Roma-Morde in Ungarn | August 2013 - Quelle: ORF Archiv
Prozess um die Roma-Morde in Ungarn | August 2013 - Quelle: ORF Archiv

 

„Die Empfänglichkeit eines bedeutenden Teils der Gesellschaft für die offen xenophobe und diskriminierende Rhetorik gibt Anlass zu schwerer Besorgnis.“ Selbst physische Angriffe auf Roma seien in den letzten Jahren vorgekommen. Von den Behörden forciert, nehme auch die Segregation von Roma-Kindern in den Schulen zu.

 

In Ungarn leben etwa fünf bis sechs Millionen Roma, die meisten von ihnen in äußerst ärmlichen Verhältnissen.

 

Video | Lebenslange Haft für Roma Mörder | August 2013

 

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Turin: Web-Nachrichten für Roma

Quelle: Idea ROMA
Quelle: Idea ROMA

In Italien ging mit „TgROM Piemonte“ Anfang Mai erstmals ein Internet-Nachrichten­pro­gramm von und für Roma auf Sen­dung. In­zwi­schen wur­den be­reits 20 Aus­gaben des Nach­rich­ten­for­mats ver­öf­fent­licht.

 

 

 

 

 

 

 

Finanziert wird das Programm, als eines von 15 aus­ge­wähl­ten Jugend­pro­jek­ten, mit 21.000 Euro durch die Turiner Stif­tung Compagnia di San Paolo. Für die Rea­li­sie­rung ihres Medien­pro­jekts konn­te die Tu­ri­ner Roma-NGO „Idea Rom“ auf kom­pe­ten­te Unter­stützung aus der Me­dien­bran­che zäh­len. Mit an Bord ist als Pro­jekt­part­ner die On­li­ne-Tages­zei­tung Nuovasocietà. Den Eh­ren­schutz hat die Region Piemont über­nom­men.

Ein Einführungskurs in Videojournalismus be­rei­tet die jugend­li­chen Mit­wir­ken­den aus der Roma-Com­mu­nity auf ihre Auf­gabe vor. Schon vor Sen­dungs­beginn hat sich im Februar ein Dutzend jun­ger Roma zwi­schen 14 und 25 Jahren für die Teil­nahme ge­mel­det. „Un­ser Ziel ist es, zu er­reichen, dass die Jugend­li­chen selbst zu Pro­ta­go­nis­ten des Wan­dels wer­den“, erklärte Luca Remmert, Vor­sitzen­der von Com­pagnia di San Paolo, gegen­über der italie­ni­schen Presse. „Er­fah­run­gen mit dieser Art von Web-TV gibt es be­reits in mehre­ren euro­päi­schen Län­dern“, sagt Vesna Vuletić von „Idea Rom“. „Die In­for­ma­tio­nen, die TgROM anbie­tet, sol­len den Vor­urtei­len und Kon­flikten mit eige­nen Mel­dun­gen ent­gegen­tre­ten. Diese Nach­rich­ten, die, zu­sam­men­ge­stellt von Jugend­li­chen, aus der Welt der Roma selbst kom­men, wer­den es der Roma-Ge­mein­schaft er­leich­tern, sich selbst öf­fent­lich dar­zu­stel­len. Die Sen­dungs­inhal­te wer­den hier­bei eine dop­pelte Aus­rich­tung ha­ben: von der Roma-Minder­heit zur Mehr­heit und um­ge­kehrt. Das wird dazu bei­tragen, den gegen­wär­ti­gen Zu­stand zu über­winden: dass man alles über und für Roma macht, aber ohne sie selbst – ohne ihnen zu­zu­hö­ren. Den Roma einen Stim­me zu geben, wird auch dabei helfen, die Maß­nah­men, die für sie aus­ge­ar­bei­tet werden, auf ihre tat­säch­li­che Wirksamkeit zu über­prüfen.“

 

„Wir wollen mit diesem Nachrichtenprogramm ja nicht be­haup­ten, dass alles in Ord­nung ist. Wir wol­len nur er­reichen, dass man uns ken­nen­lernt, dass man un­sere Kultur ver­steht und un­se­ren Leuten die Gelegen­heit gibt, zu re­den, von sich zu er­zäh­len. Es ist nicht leicht, oft sind sie miss­trau­isch, aber es ist vor allen Din­gen eine Ar­beit über uns selbst“, erzählt Angelica Taurisano, eine der jugend­li­chen Re­dak­teurin­nen.

 

Roman Urbaner (dROMa)

http://www.roma-service.at/dromablog/?p=37973

 

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Spanien: Schulunterricht über Roma-Kultur

Quelle: Videostill RTVE
Quelle: Videostill RTVE

Die spanische Region Castilla und León in­teg­riert Un­­ter­­richts­­ein­­hei­­ten über Ge­schich­te und Kul­tur der Gi­ta­nos (Roma) in den Lehr­plan.

 

 

 

 

 

 

 

Castilla-León wird als erste spani­sche Region künf­tig die Kul­tur und Geschichte der spa­ni­schen Roma (Gitanos) in den re­gu­lä­ren Lehr­plan in­tegrie­ren. Per Ver­ord­nung hat die Region schon im Feb­ru­ar die Bil­dung einer Arbeits­grup­pe zur Aus­arbei­tung be­tref­fen­der Unter­richts­mate­ria­lien be­schlos­sen. Dabei sind – neben 14 Bildungs­experten – auch sechs Gita­no-Or­ga­ni­sa­tio­nen mitein­be­zo­gen. Das Gremium soll die genaue Form der Ein­bin­dung des The­mas in den Unter­richt und in die Lehr­bücher er­ar­bei­ten.

 

„Wie kann es sein, dass die Kinder die Geschichte Spa­niens lernen, ohne dass auch nur ein ein­zi­ges Mal die Volks­gruppe der Gitanos er­wähnt wird? Nach 500 Jah­ren des Zu­sam­men­lebens be­han­deln wir sie noch im­mer, als wären sie völ­lig Frem­de“, er­läu­tert Fernando Rey, Leiter der Schul­be­hörde von Castilla und León und ehe­ma­li­ger Vor­stand der Fundación Secretariado Gitano (FSG). „Mo­men­tan sieht man ab­so­lut nichts davon im Lehr­plan“, er­klärt auch Diego Fernández, Di­rek­tor des Instituto de Cultura Gitana ge­gen­über El País: Es sei hoch an der Zeit, der Ge­schich­te und Kul­tur der Gi­ta­nos „in den Schu­len end­lich Sicht­bar­keit zu ver­lei­hen, da­mit die Kin­der das Ge­fühl ha­ben kön­nen, dass ihre Kultur in den Schulen einen Platz hat, und die an­de­ren Mit­schü­ler sie bes­ser ver­ste­hen“. Mit der Ini­tia­tive wol­le man darü­ber hinaus auch an­de­re Regio­nen und die natio­na­len Schul­be­hör­den er­mu­tigen, das The­ma in den Lehr­plan auf­zu­nehmen.

 

Isidro Rodríguez, Leiter der FSG, drängt auf einen mög­lichst frü­hen Be­ginn des Unter­richts bereits im Volks­schul­alter: „Es ist eine ein­fa­che Maß­nahme, die bis­lang noch keiner er­grif­fen hat – aus Mangel an En­gage­ment und weil man uns als Bürger zwei­ter Klasse an­sieht.“

 

Roman Urbaner (dROMa)

http://www.roma-service.at/dromablog/?p=37909

 

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Projekt Gedenktafeln

Die Aufarbeitung der Leidensgeschichte der Roma und Sinti ist noch lange nicht abgeschlossen. Mit dem Projekt „Gedenktafeln“ soll die Verfolgung der Volksgruppe während des Nationalsozialismus ins Bewusstsein gerückt werden.

 

Projekt Gedenktafeln

Die Initiative dazu kam von Emmerich Gärtner-Horvath. „Es gab keinen Ort, an dem ich meiner Geschwister gedenken konnte“, sagt Gärtner-Horvath, Obmann vom Verein Roma-Service. Wie allen anderen Burgenland-Roma fehlte ihm ein Platz, um seiner ermordeten Angehörigen nah zu sein.

 

Quelle: Gärtner-Horvath
Quelle: Gärtner-Horvath

 

Mit Unterstützung des Alt-Bischofs Paul Iby und des Superintendenten Manfred Koch, haben Gärtner-Horvath und seine Gefährten/Innen bewusst einen leisen Weg abseits der größeren Öffentlichkeit gewählt, um die Gemeinden, direkt anzusprechen.

 

Platz für Kerzen…

„Mittlerweilen wurden in den Gemeinden Kleinpetersdorf, Neudörfl, Mattersburg, Kleinbachselten, Großhöflein, Unterwart und Goberling, Gedenktafeln bzw. Gedenkstätten für die verschleppten und ermordeten Roma errichtet“, sagt Gärtner-Horvath.

 

Quelle: VHS Roma
Quelle: VHS Roma

 

Kemeten: Keine Gedenktafel für Roma

2006 beschloss der Gemeinderat, ein Denkmal zu errichten. Trotz mehrerer Anläufe ist das bis jetzt nicht passiert. In Kemeten lebten vor 1938 mehr als 200 Roma. Fast alle wurden von den Nazis ermordet. Seit mehr als zehn Jahren versuchen Vertreter der Roma-Vereine schon, eine Erinnerungsstätte für die Ermordeten in Kemeten zu errichten. Um dennoch an die Roma in Kemeten erinnern zu können, wurde nun eine „virtuelle“ Gedenkstätte installiert.

 

Mehr darüber, hören sie am Montag in der Sendung „Roma sam“ auf Radio Burgenland.

 

Roma sam | 19.9.2016
montags 20:50 - 21:10 Uhr
Radio Burgenland | Livestream

 

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Theodor Kramer Preis für Stefan Horvath | „Zu schweigen wäre kontraproduktiv“

„Ich war immer ein stiller Mann, wie mein Vater, der sechs Jahre in Konzentrationslagern leben musste. Zu Hause war das ein Tabu Thema“, erzählt Horvath über sein langes Schweigen, dessen Gebrochenwerden nun ausgezeichnet wurde.

 

Den 16. Theodor Kramer Preis für Schreiben im Widerstand und Exil 2016 teilte Stefan Horvath mit Gerhard Scheit. Vergangenen Samstag fand die feierliche Ehrung im Pfarrsaal in Niederhollabrunn statt.

 

Quelle: ORF | Yvonne Strujic
Quelle: ORF | Yvonne Strujic

 

„Es ist ein Gefühl von Demut und Dankbarkeit. Weil ich genau weiß, warum ich diesen Preis bekomme. Nach dem Attentat vor mehr als 20 Jahren in Oberwart hat sich mein Leben verändert. Ich habe zu schreiben begonnen und zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, dass ich das richtige tue“, betont Stefan Horvath, der im Jahre 1995, in dem sein Sohn Peter Sárközi bei einem Bombenattentat auf dramatische Weise aus dem Leben gerissen wurde, sein erstes Gedicht schrieb.

 

In diesem Gedicht mit dem Titel „Ich möcht ein Engel sein“ beschreibt Stefan Horvath den unendlichen Schmerz eines hinterbliebenen, liebenden Elternteils.

 

Quelle: ORF | Yvonne Strujic
Quelle: ORF | Yvonne Strujic

 

Die oft so schmerzvolle Vergangenheit der Volksgruppe der Roma in Österreich bereitet der Autor in allen darauffolgenden Publikationen für sich, seine Volksgruppe und auch für die Mehrheitsbevölkerung auf. Außer der drei Prosa Werke „Ich war nicht in Auschwitz“, „Katzenstreu“ und „Atsinganos. Die Oberwarter Roma und ihre Siedlungen“ schreib Stefan Horvath auch zahlreiche Gedichte und den Einakter „Begegnung zwischen einem Engel und einem Zigeuner“. Basierend auf dem Buch „Katzenstreu“ entstand auch die gleichnamige Hörspiel-CD mit Karl Markovics als Sprecher.

 

„Es gab lange keine Gelegenheit für mich und auch keinen Grund, das lange Schweigen über die Geschichte der Roma im Burgenland zu brechen. Erst das Attentat hat mich dazu gebracht. Die Aufarbeitung der Geschehnisse wird nie abgeschlossen sein, denn ich denke, dass die Toten immer wieder reden werden und das Schweigen kontraproduktiv wäre“, erzählt Stefan Horvath und betont, die Bedeutung des genauen Wissens über die Vergangenheit. Nur so könne auch die Jugend für die Zukunft daraus Schlüsse ziehen.

 

Link

Zu den Büchern von Stefan Horvath | Edition lex liszt 12
Theodor Kramer Preis

 

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Virtueller Gedenkort für Kemeten

Quelle: VHS Roma
Quelle: VHS Roma

Die südburgenländische Gemeinde Kemeten ver­wei­gert den Opfern des NS-Völker­mords an den Roma seit Jah­ren eine Gedenk­tafel. Nun er­innert eine Gedenk­initia­tive im Inter­net an die er­mor­de­ten Ro­ma von Kemeten.

 

 

 

 

 

 

 

 

An die 200 Einwohner der kleinen Gemeinde Kemeten (Be­zirk Oberwart) wur­den von den National­so­zia­lis­ten de­por­tiert, weil sie Roma waren. Nur fünf von ihnen kehr­ten nach der Be­frei­ung 1945 nach Ke­me­ten zu­rück. Über 70 Jahre spä­ter wei­gert sich die Ge­mein­de wei­ter­hin, mit einer Ge­denk­tafel an sie zu er­in­nern. Was etwa in Kleinpetersdorf, Neudörfl, Mattersburg oder Kleinbachselten mög­lich war (siehe das Gedenk­tafel­projekt un­se­res Vereins Roma-Ser­vice), näm­lich dem Wunsch der Volks­gruppe nach einem Platz für ihre Blumen und Ker­zen zu ent­spre­chen, stellt für die Ge­meinde­obe­ren von Ke­me­ten of­fen­bar ein un­über­wind­li­ches Hin­der­nis dar. Seit 2006 liegt zwar auch in Ke­me­ten ein Ge­mein­de­rats­be­schluss vor, wo­nach ein Denk­mal er­rich­tet wer­den soll, das neben­bei (auf einer von ins­ge­samt 15 Tafeln zur Orts­ge­schich­te) auch der Roma ge­denkt – pas­siert ist seit­her aber nichts (siehe: Die Schande von Kemeten). Bür­ger­meister Johann Nussgraber (SPÖ) ließ die Skulp­tur mit den In­for­ma­tions­tafeln nie auf­stellen. Seit zehn Jah­ren la­gern sie nun im Bauhof der Ge­meinde. Die Sache sei zu heikel, hieß es dazu aus dem Ge­meinde­amt.

 

Um dennoch an die Roma in Kemeten erinnern zu kön­nen, gibt es jetzt eine „virtuelle“ Gedenk­stätte: Ver­treter des Vereins Refugius haben sie im Rahmen des Pro­jekts „Gedenkweg“ in Zu­sam­men­ar­beit mit Roma-Ver­tre­tern ini­ti­iert: „Der Gedenkort in der dieser Form wurde notwen­dig, weil die Mehr­heit der poli­ti­schen Ent­schei­dungs­trä­gerIn­nen der Ge­mein­de Keme­ten einen rea­len Gedenk­ort mehr­mals ab­ge­lehnt ha­ben“, heißt es hier­zu auf der Web­site. „Auf diese Weise ver­suchen wir, dem Wunsch der we­ni­gen Hinter­blie­benen nach einem be­schei­de­nen und würde­vol­len Raum für Ge­den­ken und Ge­danken ge­recht zu wer­den und ein Zei­chen gegen das Ver­gessen und Tot­schwei­gen zu setzen.“

 

Auf Großplakaten wird im Ort auf die Gedenk­initative im Inter­net hin­ge­wie­sen. „Wir werden wei­tere Schrit­te setzen, um auf das Un­recht und die Miss­achtung der Gefühle der Roma hin­zu­weisen, die uns diese Ge­mein­de­ver­tre­tung zu­mu­tet“, zeigt sich Horst Horvath, Geschäfts­führer der Volks­hoch­schule der bur­gen­län­di­schen Roma, ent­schlos­sen.

 

Bis zum Beginn der NS-Deportationen lebt­en in Keme­ten rund 200 Roma. Sie wur­den im Lager Lackenbach (mehr hier) in­ter­niert oder direkt ins Ghetto Łódź (mehr hier) ge­bracht. Ande­re wurden nach Auschwitz de­por­tiert; fast 50 Roma aus Kemeten wur­den dort er­mordet.

 

Roman Urbaner (dROMa)

http://www.roma-service.at/dromablog/?p=38017

 

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KZ Lety: Regierung will Schweinemast kaufen

Quelle: Romeo.cz
Quelle: Romeo.cz

Tschechiens Regierung plant weiterhin Ankauf, um die Schweine­farm auf dem KZ-Areal still­zu­legen. Vize­premier Babiš be­such­te nach dem Skan­dal um seine Holo­caust-Re­la­ti­vie­rung die Ge­denk­stätte in Lety – und sprach dort von Ro­ma als „Pa­ra­si­ten“.

 

 

 

 

 

 

 

Seit den 70er Jahren besteht auf dem Ge­län­de des ehe­ma­li­gen na­tio­nal­so­zia­lis­tischen Roma-KZ im süd­böh­mi­schen Lety eine Schweine­farm. Tsche­chi­ens Men­schen­rechts­minis­ter, der Sozial­demo­krat Jiří Dienstbier, kün­dig­te diese Wo­che in Prag gegen­über Pres­se­ver­tre­tern an, dass die Re­gie­rung weiter ver­suchen werde, die um­strit­te­ne pri­vate Schweine­mast auf­zu­kau­fen. Laut Dienst­bier stehe man schon seit Mo­na­ten in Kontakt mit dem Un­ter­neh­men; seit Jänner habe es be­reits fünf Ge­sprä­che mit dem Eigen­tü­mer ge­ge­ben. Die Ver­hand­lun­gen be­zeich­nete der Minis­ter als „kompli­ziert und kor­rekt“. Ver­gan­ge­nen Montag ver­öf­fent­lich­te das Ka­bi­nett zu­dem seinen im März ge­fass­ten Be­schluss, in dem die Ab­sicht be­kräf­tig­t wurde, den Schwei­ne­mast­betrieb am Gedenk­ort still­zu­legen. Schon seit lan­gem wird ein An­kauf durch den Staat ge­fordert. Auch der Men­schen­rechts­aus­schuss der Ver­einten Natio­nen hatte die Tsche­chi­sche Re­publik vor drei Jahren dazu auf­ge­fordert. Konkre­te Er­fol­ge wur­den je­doch bis­lang nicht er­zielt.

 

Im KZ Lety wurden während der deutschen Besatzungs­zeit mehr als 1.300 Roma in­ter­niert. 327 von ihnen, darun­ter viele Kinder, ka­men im Lager ums Le­ben; über 500 Per­so­nen wurden von dort nach Auschwitz de­por­tiert.

Dienstbiers Bekräftigung des Regierungs­vor­ha­bens er­folg­te vor dem Hinter­grund der Holocaust-re­la­ti­vie­ren­den Aus­sagen des Vize­premiers und Fi­nanz­mi­nis­ters Andrej Babiš (ANO). Dieser hatte das Lager als „Arbeits­lager“ für Arbeits­unwillige ver­harm­lost und die Jahre des Völker­mords als „Zei­ten, in de­nen alle Roma ar­beite­ten“, be­zeich­net. Ba­bišs Äußerun­gen sorg­ten für hef­tige Kritik, ins­be­son­de­re auch aus den Reihen der Koa­li­tions­­part­ner; u.a. hatte auch Jiří Dienstbier den Rück­tritt Andrej Babišs ge­for­dert.

 

Nach Bekanntwerden seiner Aussagen versuchte Babiš zu kal­mie­ren und gab an, dass die Zitate aus dem Kontext ge­ris­sen wor­den seien. Am Diens­tag stat­tete er – nach der Aufforderung durch Regierungschef Sobotka – dem ehemaligen KZ in Lety einen Be­such ab, um der NS-Opfer zu ge­­den­ken. Laut dem Nach­richten­portal Romea.cz nützte Babiš seinen ver­meint­li­chen Gedenk­auf­ent­halt in der Holocaust­stätte aber zugleich, um seine An­grif­fe ge­gen Roma öffent­lich zu wieder­holen. Demnach be­zeich­ne­te er, noch inner­halb der Gedenk­stät­te, u.a. Roma-El­tern in einem In­ter­view als „Parasiten“.

 

Den Um­fragen zu­folge liegt Babies popu­listische Partei ANO nur weni­ge Wochen vor den bevor­stehen­den Regional­wahlen in Führung.

 

Roman Urbaner (dROMa)

http://www.roma-service.at/dromablog/?p=37988

 

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Roma-Seelsorger Fabian Mmagu

Der 1958 geborene Fabian Mmagu stammt aus der Eisenstädter Partnerdiözese Awka in Nigerien. Von der katholischen Bischofskonferenz wurde Fabian Mmagu im Jahr 2004 zum hauptverantwortlichen Seelsorger für Roma und Sinti ernannt.

 

Roma-Seelsorger Fabian Mmagu

Fabian Mmagu studierte an der Uni Wien und promovierte 1995 zum Doktor der Theologie. 2004 wurde Mmagu von der Bischofskonferenz als hauptverantwortlicher Seelsorger für die Volksgruppen der Roma und Sinti ernannt. Auf seine Frage, warum keinem österreichischen Priester diese Aufgabe zugewiesen wurde, erklärte ihm Bischof Paul Iby, er wäre eine Gallionsfigur.

 

Quelle: Roma Service
Quelle: Roma Service

 

Fabian Mmagu konnte mit diesem Begriff zunächst nicht allzu viel anfangen. Doch er akzeptierte die Aufgabe, schließlich sei er ja in einem gewissen Sinn dafür prädestiniert: „Ich habe den Vorteil, dass ich selber in einer Minderheitenposition bin“, sagt Mmagu.

 

Quelle: Roma Service
Quelle: Roma Service

 

Pfarrer Fabian Mmagu verließ die Diözese Eisenstadt und ging nach Wien. Deshalb übt er die Funktion des Roma-Seelsorgers derzeit auch nicht aus.

 

Mehr über die Tätigkeiten und Projekte von Roma-Seelsorger Fabian Mmagu, erfahren sie am Montag in der Sendung „Roma sam“ auf Radio Burgenland.

 

Roma sam | 12.9.2016
montags 20:50 - 21:10 Uhr
Radio Burgenland | Livestream

 

volksgruppen.orf.roma - aktuell.at

http://volksgruppen.orf.at/roma/stories/2795647/

 

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Tschechien: Gedenkstätte für Roma-Holocaust

Quelle: Kapura
Quelle: Kapura

Im ehemaligen KZ in Hodonín (Mähren) ent­steht eine neue Ge­denk­stätte für die Opfer des Roma-Ho­lo­causts

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In Hodonín u Kunštátu nördlich von Brno (Brünn) wird künf­tig eine neue Ge­denk­stät­te an die Opfer des Völ­ker­mords an den Roma er­in­nern. Ein Museum wird sich der national­sozia­lis­ti­schen „Zi­geu­ner­ver­fol­gung“ im dor­ti­gen Kon­zentra­tions­lager wid­men; darüber hinaus wird sich die Aus­stel­lung auch mit der Ver­trei­bung der Deut­schen nach dem Krieg und mit einem Zwangs­arbeits­lager in den 1950er Jah­ren be­fas­sen.

 

Die Ausstellung soll im August nächs­ten Jahres er­öf­fnet wer­den. Die Bau­arbei­ten konn­ten, rund fünf Jah­re nach Bau­beginn, im ver­gan­ge­nen Juli ab­ge­schlos­sen wer­den. Die von der Re­gie­rung ge­tra­ge­nen Gesamt­kosten für die Ein­rich­tung der Ge­denk­stät­te be­lau­fen sich auf rund 83,6 Mil­lio­nen Euro.

 

Siehe auch: Tschechiens Vizepremier verharmlost Roma-Holocaust (4.9.2016)

 

Roman Urbaner (dROMa)

http://www.roma-service.at/dromablog/?p=37938

 

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Angriff auf Kinder-Sommerlager in Tschechien

Quelle: Romea.cz
Quelle: Romea.cz

Warnschüsse und rassistische Be­schimpfun­gen, Po­li­zei blieb un­tätig

In einem Interview mit dem tsche­chi­schen Roma-Nach­rich­ten­por­tal Romea.cz be­rich­tet die Sän­ge­rin und Chor­lei­te­rin Ida Kelarová von einem An­griff auf ein Musik­som­mer­camp für Ro­ma-Kin­der in Jiřetín pod Jedlovou (Děčín).

 

 

 

 

 

 

 

Dem­nach be­droh­te ein Mann aus der Ort­schaft eine Grup­pe von rund sech­zig Roma-Kin­dern, die mit dem Jugend­chor „Čhavorenge“ an einem Som­mer­lager teil­nahmen, An­fang August mit einem Ge­wehr . Er gab meh­rere Warn­schüsse ab und be­schimpf­te die Kinder mit ras­sis­ti­schen Aus­drücken, als diese an sei­nem Haus vorbei­kamen, das neben den Unter­künf­ten des Som­mer­lagers liegt. Als die Kin­der zwei Tage später ihre mor­gend­li­che Musik­stunde ab­sol­vier­ten, er­schien der Nach­bar auf dem Ge­lände des Jugend­lagers und at­tackier­te die an­we­sen­den er­wach­se­nen Camp-Mit­ar­bei­ter. Er feuer­te aber­mals eini­ge Schüs­se in die Luft und ver­suchte die Mit­arbei­ter mit Be­schimpfun­gen und Be­lei­di­gun­gen zu pro­vo­zie­ren. Zu direk­ter phy­si­scher Ge­walt kam es je­doch nicht.

 

Die Regional­polizei will nun, mit eini­ger Ver­spä­tung, den Vor­fall unter­su­chen. Die Er­mitt­lun­gen wer­den sich auch damit be­fas­sen, warum die lo­kale Polizei­stelle in Varnsdorf nicht auf den Notruf des Som­mer­lagers re­agier­te, son­dern, wie Ida Kelarová be­rich­tet, ein­fach den Hörer auf­legte. Die Organi­sa­toren des Musik­camps haben in­zwi­schen, mit Unter­stützung durch die An­wälte der Tsche­chi­schen Phil­har­mo­nie, Be­schwer­de gegen die Polizei ein­ge­bracht. Ida Kelarová: „Der Herr, der mit seinem Ge­wehr schoss, schockiert mich gar nicht so sehr. Das ist nur ein Ver­rück­ter – ob­wohl man nie weiß, wo­zu er noch im­stande ist, wenn die Ner­ven mit ihm durch­gehen. Mir er­scheint vor al­lem schreck­lich, dass die Polizei nicht ein­mal an den Tatort ge­kom­men ist, we­der um uns zu beru­hi­gen noch um zu unter­suchen, was tat­säch­lich vorge­fal­len ist. Je­der, der glaubt, un­sere Polizei sei da­zu da, um uns zu schützen, der irrt.“

 

Bereits im Dezember 2013 war es im süd­mäh­ri­schen Hodonin zu einem An­griff auf den Roma-Kinderchor ge­kommen. Fünf Män­ner hat­ten damals die Kinder und Jugend­li­chen auf of­fener Straße körper­lich an­ge­grif­fen (wir berich­teten). Die Täter wur­den nie aus­­ge­forscht.

 

Roman Urbaner (dROMa)

http://www.roma-service.at/dromablog/?p=37894

 

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Walpurga Horvath verstorben

Die am 15. November 1923 in Trausdorf geborene Romni, Walpurga Horvath, ist am Sonntag, dem 28.8.2016, im 93. Lebensjahr verstorben.

 

In Trausdorf geboren

Am 15. November 1923 erblickte Walpurga Horvath in Trausdorf das Licht der Welt. Die Roma lebten damals in einem Bereich nahe der Wulka. Als die Nazis an die Macht kamen, änderte sich das Leben schlagartig. Walpurga war 15 Jahre alt, als sie mit ihrer Schwester Stefanie ins KZ nach Ravensbrück deportiert wurde.

 

Walpurga Horvath mit ihrer Schwester Stefanie - Quelle: Roma Service
Walpurga Horvath mit ihrer Schwester Stefanie - Quelle: Roma Service

 

Nach der Befreiung und einem Genesungsaufenthalt in Schweden kam sie 1947 zu ihrer Familie nach Trausdorf zurück. 1953 heiratete sie Karl Horvath. Das Ehepaar baute in Mattersburg ein Haus und bekam 2 Kinder, Lona und Karl. Das Leben der KZ-Überlebenden war von Krankheit und Leid geprägt.

 

Mri Historija | Meine Geschichte

Über ihre Lebensgeschichte berichtete Walpurga Horvath in der Zeitzeugenreihe „Mri Historija | Meine Geschichte“, welche vom Verein Roma-Service und dem ORF Burgenland, produziert wurde.

 

Walpurga Horvath bei einem Interview mit dem ORF - Quelle: ORF
Walpurga Horvath bei einem Interview mit dem ORF - Quelle: ORF

 

Mit ihr verliert die Volksgruppe eine bedeutende Stütze der Zeitzeugen- und Gedenkarbeit und einen beeindruckenden Menschen. Walpurga Horvath war eine der letzten noch lebenden Vertreterinnen der Roma-Generation.

 

volksgruppen.orf.roma - aktuell.at

http://volksgruppen.orf.at/roma/stories/2793473/

 

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Dänemark will Roma-Camps kriminalisieren

Quelle: Roma Service
Quelle: Roma Service

Dänemarks Regierungspartei Venstre hat angekündigt, gegen obdachlose Ausländer (ge­meint sind Notreisende, also ins­be­son­de­re ost­euro­päi­sche Roma) vor­zu­gehen. Der­zeit ist es Ob­dach­losen in Dänemark erlaubt, im öf­fent­li­chen Raum, etwa in Parks oder auf Bänken, zu über­nach­ten – so­fern sie mit ihrem Ver­halten gegen keine sons­ti­gen Gesetze ver­stoßen. Eine Ge­setzes­novel­le soll der Exe­ku­tive nun die recht­li­che Hand­habe ver­schaf­fen, hart gegen im­pro­vi­sier­te Nacht­lager und Behelfs­unter­künfte ein­zu­schrei­ten. Das Justiz­minis­te­rium soll hier­für einen Gesetzes­entwurf aus­arbei­ten, der sol­che in­for­mel­len Lager­plätze ver­bie­tet.

 

 

 

Dem Vorhaben der Regierungspartei gin­gen Medien­berich­te über an­geb­li­che Miss­stände im städti­schen Køge Bugt Strandpark am West­rand Kopenhagens voraus, in dem Roma kam­pie­ren. An­rainer klagten über die zu­neh­mende Ver­un­rei­ni­gung des Parks – vor al­lem durch Fäkalien. Zu­vor wa­ren die öf­fent­li­chen Toiletten ver­sperrt worden, um die ob­dach­lo­sen Fa­mi­lien da­ran zu hin­dern, sie weiter­hin zu be­nützen.

 

Venstre zeigt sich zuversichtlich, dass ihr Gesetzes­vor­schlag eine par­la­men­ta­ri­sche Mehr­heit finden wird. Die rechts­liberale Partei Venstre (mit nur 19,5 Pro­zent der Stim­men die dritt­stärkste Partei des Landes) stellt seit 2015 die – von Bürger­li­chen und Rechts­populis­ten ge­stützte – Min­der­heits­regierung.

 

Erst vor zwei Jahren war Dänemark von der EU-Kom­mis­sion für sei­­ne un­zu­rei­chen­de Integra­tions­poli­tik für Roma gerügt wor­den.

 

Siehe auch: Roma verklagen Dänemark, 12.8.2010

 

Roman Urbaner (dROMa)

http://www.roma-service.at/dromablog/?p=37612 

 

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Roma-Rastplatz in Braunau: Initiative zieht positive Bilanz

Braunau (dpa/lby) - Der eigens für durchreisende Roma und Sinti geschaffene Rastplatz in Braunau hat sich aus Sicht der Organisatoren und der Stadt bewährt. „Der Platz wird angenommen und es gibt keinerlei Diskussionen. Es ist ein Zeichen, wie man mit der Vergangenheit umgeht“, sagt Bürgermeister Johannes Waidbacher.

 

Der Koordinator des Interkulturellen Netzwerks Roma und Sinti - Quelle: Matthias Röder
Der Koordinator des Interkulturellen Netzwerks Roma und Sinti - Quelle: Matthias Röder

 

Auch das Interkulturelle Netzwerk Roma und Sinti (RoSi) zieht ein positive Langzeit-Bilanz. „Die Probleme sind viel weniger geworden“, sagt RoSi-Koordinator Christian Gradinger.

 

Vor 15 Jahren hat die oberösterreichische Stadt, die vor allem als Geburtsstadt von Diktator Adolf Hitler bekannt ist, eine Wiese von der Größe eines halben Fußballfeldes am Rande einer Bundesstraße mit Stromanschlüssen und Sanitärhaus ausgestattet, um die traditionell durch Braunau ziehenden Roma und Sinti mit Infrastruktur zu versorgen. „Wir wollten sie nicht anlocken, sondern haben einen Ist-Zustand verbessert“, erinnert sich Gradinger.

 

volksgruppen.orf.roma - aktuell.at

http://volksgruppen.orf.at/roma/stories/2793424/

 

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Die Vinzenzgemeinschaft...

Die Vinzenzgemeinschaft Eggenberg kümmert sich um jene Menschen, die aus der Bahn geraten sind und deshalb in Armut leben – Drogen- und Alkoholabhängige, Obdachlose, Haftentlassen, Bettler und viele mehr.

 

Die Vinzenzgemeinschaft…

„1990 entstand die Vinzenzgemeinschaft Eggenberg. Sie hatte von Anfang an das Ziel, Menschen unbürokratisch, schnell und manchmal auch auf unkonventionelle Weise Hilfe anzubieten und Not zu lindern“, sagt der Gründer, Pfarrer Wolfgang Pucher.

 

Quelle: VinziWerke
Quelle: VinziWerke

 

„Es ist nicht maßgeblich, woher jemand kommt, welche Vergangenheit er hat, und welche Schuld er selbst an seinem Leid trägt. Wichtig ist in erster Linie, wie dem Menschen geholfen werden kann“, so Pucher weiter.

 

Der VinziBus, die erste Einrichtung der VinziWerke, ist nicht nur eine Essensausgabestelle, sondern „Tankstelle menschlicher Wärme“ und verkörpert das Leitbild aller Einrichtungen, die im Laufe der letzten Jahrzehnte entstanden sind.

 

Quelle: vinzi.at
Quelle: vinzi.at

 

Aus der Vinzenzgemeinschaft Eggenberg sind seit dem Jahre 1990 38 VinziWerke entstanden. In den Einrichtungen der VinziWerke Österreich finden täglich bis zu 450 Personen Unterkunft und 1.400 Personen werden mit Essen bzw. Lebensmitteln versorgt. Aktuell nehmen sich über 700 ehrenamtlichen Frauen und Männer liebevoll um die Betreuten an.

 

Mehr darüber, erfahren sie am Montag in der Sendung „Roma sam“ auf Radio Burgenland

 

Roma sam | 29.8.2016
montags 20:50 - 21:10 Uhr
Radio Burgenland | Livestream 

 

volksgruppen.orf.roma - aktuell.at

http://volksgruppen.orf.at/roma/stories/2793127/

 

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Frankreich: Roma-Protestcamp überfallen

Quelle: mediapart.fr
Quelle: mediapart.fr

Angriff auf Protestcamp zwangs­ge­räum­ter Ro­ma-Fa­mi­lien in Montreuil

 

Laut Angaben des European Roma Rights Centre (ERRC) wurden mehre­re Roma-Fa­mi­lien in der Nacht zum 22. Au­gust in Montreuil (Paris) von sechs Männern attackiert. Die An­grei­fer wa­ren mit Messern be­waff­net und über­fie­len und bedroh­ten Er­wach­sene und Kinder. Das ERRC berich­tet zudem von Aus­sa­gen, wonach in der Gegend an­wesen­de Poli­zis­ten den Angriff be­obach­tet hät­ten, ohne ein­zu­grei­fen. Details sind bis­her noch nicht be­kannt.

 

 

 

 

 

Bei den überfallenen Personen handelt es sich um eini­ge Roma-Fa­mi­lien, die von den Be­hör­den am 28. Juli aus ihrem Camp in La Boissiere ver­trie­ben wor­den wa­ren. Ihre Behelfs­unter­künfte wur­den zer­stört, ohne dass sie zuvor in­for­miert oder ihnen alter­na­tive Unter­künfte zur Ver­fü­gung gestellt wor­den wa­ren. Seither leben die Fa­mi­lien auf der Straße. Seit eini­gen Tagen kam­pie­ren die Roma nun mit lo­ka­len Ak­ti­vis­ten vor dem Rat­haus, um gegen die Zwangs­räumungs­po­litik zu pro­tes­tie­ren und die Folgen der Ver­trei­bun­gen sicht­bar zu ma­chen. Die Roma fanden breite Unterstützung von Menschen­rechts­aktivis­ten und von Pro­minen­ten (hier eine Petition).

 

Die Roma-Gruppe umfasst laut der NGO La Voix des Roms rund vierzig Per­so­nen, darun­ter 19 Kinder. Laut ande­ren An­ga­ben handelt es sich bei den Zwangs­geräum­ten sogar um 61 Personen, davon 32 Kin­der und Ju­gend­li­che. Die drei­zehn Familien wohn­ten be­reits seit sechs Jahren in dem nun ab­geris­se­nen Lager in Montreuil. Meh­re­re Kinder be­suchen in Montreuil die Schule.

 

Erst vor wenigen Tagen war ein Roma-Camp in Marseilles in der Nacht mit Brandsätzen (und angeblich Schusswaffen) angegriffen worden. Sieben Roma wurden dabei verletzt.

 

Roman Urbaner (dROMa)

http://www.roma-service.at/dromablog/?p=37840

 

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Valery Novoselsky (1970-2016)

Quelle: romea.cz
Quelle: romea.cz

 

Der Roma-Aktivist Valery Novoselsky,
Gründer und Betreiber des Roma Virtual Network (RVN), ver­starb ver­gan­ge­nes Wochen­ende über­ra­schend wäh­rend eines Auf­ent­hal­tes in Riga, wo er an einer Sitzung der Inter­na­tio­nal Romani Union teil­nahm und ein Roma-Fes­ti­val be­suchte.

 

Valery Novoselsky, der, geboren und aufgewachsen in der Sowjet­union, 1995 nach Israel emigrier­te, war eine be­deu­ten­de Persön­lich­keit der Roma-Bür­ger­rechts­bewe­gung. Er war seit vielen Jahren die trei­ben­de Kraft hinter den Be­mü­hun­gen, das Internet als Dreh­scheibe der Roma-Bewegung zu nützen, neue Infor­ma­tions­kanäle zu etablie­ren, die inter­na­tio­na­len Gruppen zu ver­netzen und eine „virtuelle“ Com­mu­nity von Ak­ti­vis­ten auf­zu­bauen.

 

Sein unermüdliches Engage­ment und seine Ver­dienste blei­ben un­ver­ges­sen!

 

 

Roman Urbaner (dROMa)

http://www.roma-service.at/dromablog/?p=37825

 

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Radio für Roma in der Slowakei geplant

Ein Radioprojekt für die Roma-Minderheit hat UKW-Frequenzen im ostslowakischen Prešov und in Banská Bystrica zugeteilt bekommen. Rádio Roma, wie das Programm heißt, sendet bereits als Webradio und wird von Bürgerinitiativen getragen. Von der slowakischen Regierung erhält es finanzielle Unterstützung aus einem Topf für Minderheitenprojekte.

 

Quelle: radiowoche.de
Quelle: radiowoche.de

 

Es soll dabei nicht nur für die Roma senden, sondern auch Vorurteile bei den Mitbürgern abbauen helfen. Die Situation der Roma-Minderheit in der Slowakei, wie in ganz Osteuropa, ist prekär und von Armut und Chancenlosigkeit geprägt. Ausgrenzung und Diskriminierung sind ein großes Problem, mancherorts wurden Mauern errichtet, die Mehrheit und Minderheit gar physisch voneinander trennen.

 

Auch im Bildungsbereich kommt es zu Ausgrenzungen und es mangelt an Chancengleichheit. In der Slowakei leben rund 400.000 Roma, sie stellen ca. 7,5% der Bevölkerung. Ihr Siedlungsschwerpunkt ist der Osten des Landes.

 

Rádio Roma hatte sich auch um eine Frequenz in der mit 240.000 Einwohnern größten Stadt der Ostslowakei, Košice, beworben. Die Frequenz wurde aber, nach dem sich der Medienrat erst nicht auf einen der drei Bewerber einigen konnte, Anfang Juni an das Privatradio Rádio Sky vergeben. Das war bereits als Rádio Prešov in der gleichnamigen 90.000-Einwohner Stadt auf Sendung und hat sich erst im Juni in Rádio Sky umbenannt. Man versteht sich als Regionalradio und will mit seinem CHR-Format in den nächsten Jahren den ganzen Osten der Slowakei auf UKW versorgen.

 

Quelle: radiowoche.de

 

volksgruppen.orf.roma - aktuell.at

http://volksgruppen.orf.at/roma/stories/2792536/

 

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Angriff auf Roma-Camp in Marseille

Quelle: laprovence.com
Quelle: laprovence.com

Zeugen berichten von Molotowcocktails und Schuss­waffen. Sie­ben Ro­ma verletzt.

 

Am Dienstag wurde ein Roma-Camp in Marseille in den Nacht­stun­den von einer Grup­pe un­be­kann­ter Täter an­gegrif­fen. Die Männer schleu­der­ten Molotow­cock­tails und selbst­fabri­zier­te Spreng­körper in das leer­ste­hende In­dustrie­gebäude am Boulevard Magallon, in dem sich ob­dach­lose Roma-Fa­mi­lien ein­quar­tiert haben. Zeugen be­rich­ten zu­dem von Gewehren und Schrot­munition.

 

 

 

 

 

 

Am Vorabend waren eini­ge Männer auf dem Areal er­­schie­­nen und ha­t­ten die Roma auf­­ge­for­dert zu ver­­schwin­den. Dem nächt­li­chen Angriff war, berich­tet auch „L’Obs“ unter Berufung auf den Oberstaatsanwalt, eine Aus­einan­der­setzung zwi­schen Camp­be­woh­nern und einer Gruppe junger Männer aus der Nach­bar­schaft voraus­ge­gan­gen. Dabei sei ein 40-jähriger Rom – an­schei­nend mit einem japa­ni­schen Schwert – am Arm verletzt worden.

 

Sieben Roma wurden bei dem nächtlichen Überfall verletzt, darunter ein 14-Jähriger. Sie wurden im Kranken­haus ver­sorgt; zwei junge Roma muss­ten operiert werden. Ein wei­te­rer Mann, laut Polizei mög­li­cher­weise einer der An­grei­fer, wur­de mit einem Schä­del­trauma ein­ge­liefert.

„L’Obs“ berichtet, dass die Verletzungen der Roma mög­li­cher­weise vers­ehent­lich durch einen Be­woh­ner des Camps selbst her­vor­ge­ru­fen wur­den, als sich dieser mit einer Waf­fe ge­gen die An­grei­fer ver­tei­di­gen wollte. Der Staats­an­walt gab zudem an, dass die Brand­sätze nicht ex­plo­diert seien. Ein von den Medien ver­öffent­lich­ter Screen­shot aus einer Videoaufnahme, die ein Zeuge aus der Nachbarschaft ge­macht hat und die der­zeit von der Polizei aus­ge­wer­tet wird, zeigt hin­ge­gen deut­lich mehrere Explo­sionen.

 

Im Industrieareal von Magallon, das sich im Eigentum der Stadt­gemeinde be­findet, leben rund 160 Personen. Nach der Räumung mehrerer nahe­ge­lege­ner Camps ist das Roma-Lager seit Februar das größte in Mar­seille. Auch diese Behelfsunterkünfte hät­ten bereits im Juli ge­räumt werden sollen, der Räumungs­bescheid wur­de jedoch noch nicht exekutiert.

 

Nach dem Angriff herrscht unter den Be­woh­nern große Angst. Derzeit gibt es für sie vor Ort kei­nen stän­di­gen Polizei­schutz. Die Polizei­strei­fen wur­den al­ler­dings an­ge­wie­sen, häu­fi­ger vor­bei­zu­fah­ren, um nach dem Rech­ten zu sehen. Erst vor we­nigen Wochen war in Mar­seille ein Jugend­li­cher aus einem Roma-Camp von Tätern aus der Nach­bar­schaft ver­prügelt worden.

 

Médecins du monde ha­ben an­ge­kün­digt, psy­cho­lo­gi­sche Betreu­ung an­zu­bieten. Das European Roma Rights Center (ERRC) wird die Er­mitt­lun­gen über­wachen. Drei mut­maß­liche Täter wurden in­zwi­schen ver­haftet.

 

Quellen: laprovence.com, 17.8.2016; laprovence.com, 16.8.2016; nouvelobs.com, 17.8.2016; ERRC, 18.8.2016

 

Roman Urbaner (dROMa)

http://www.roma-service.at/dromablog/?p=37667

 

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„Lustig ist das Zigeunerleben...“

„Lustig ist das Zigeunerleben…“ heißt es in einem alten deutschen Volkslied, das laut den meisten Quellen aus dem Elsass, Schlesien oder Tirol stammen soll und dessen Aufkommen um die Mitte des 19. Jahrhunderts nachweisbar ist. Roma und Sinti wurden lange als „fahrendes Volk“ frei von Sorgen wahrgenommen. Ein falsches Klischee!

 

Diese Reisen, die Großfamilien unternommen haben, hatten eine stark wirtschaftliche Motivation: Das Haupteinkommen kam vom Verkauf verschiedenster Waren, und die Reisen ermöglichten eine Ausweitung des Handelsgebietes.

 

Quelle: Pfarracker
Quelle: Pfarracker

 

„Lustig ist das Zigeunerleben…“

Die tatsächliche Herkunft des Wortes Zigeuner ist immer noch nicht zweifelsfrei geklärt – sicher ist aber, dass es seit jeher eine Fremdbezeichnung ist. Wahrscheinlich abgeleitet vom griechischen „Atsinganoi“ (Unberührbare) hat es Eingang in verschiedene europäische Sprachen gefunden.

 

Quelle: Valle Maria
Quelle: Valle Maria

 

Es beschwört das wilde, freie und romantisierende Leben der damals als „Zigeuner“ bezeichneten ethnischen Gruppe, die heute Roma und Sinti genannt wird. Mit der Realität hat es aber allerdings sehr wenig zu tun, denn über kaum eine andere Volksgruppe gibt es so viele Vorurteile und Klischees, wie über Europas größte Minderheit.

 

Wie die Volksgruppenangehörigen das wahrnehmen und was sie dazu sagen, erfahren sie am Montag in der Sendung „Roma sam“ auf Radio Burgenland.

 

Roma sam | 22.8.2016
montags 20:50 - 21:10 Uhr
Radio Burgenland | Livestream

 

volksgruppen.orf.roma - aktuell.at

http://volksgruppen.orf.at/roma/stories/2786476/

 

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Roma-Netzwerk „kaskosan“

Die Website www.kaskosan.org (Wessen?, oder woher kommen Sie?) soll Roma zusammen bringen und aufzeigen, welchen Stellenwert die Traditionen der Volksgruppe bis heute haben.

 

Roma-Netzwerk „kaskosan“

Gyula Vamosi ist ein junger Rom, der in Ungarn geboren ist und in Großbritannien lebt. Er schuf das größte Online-Roma-Netzwerk der Welt. Ziel dieses Netzwerk ist es, Roma zusammen zu bringen und sie zu digitalisieren.

 

Gyula Vamosi, Betreiber des größten Roma-Netzwerks „kaskosan“ - Quelle: Roma - Service
Gyula Vamosi, Betreiber des größten Roma-Netzwerks „kaskosan“ - Quelle: Roma - Service

 

„Ich habe eine Digital-Roma-Bewegung aufbauen wollen und entstanden ist dann das größte Roma-Netzwerk mit dem Namen kaskosan“, sagt Gyula Vamosi

 

Der junge Rom, der auch Dolmetscher ist, will mit seinem Netzwerk Informationen über die Roma-Kultur verbreiten und Wirtschafts- und Bildungsmöglichkeiten aufzeigen, damit sich die Situation für die Roma-Bevölkerung verbessert.

 

Mehr darüber, erfahren sie am Montag in der Sendung „Roma sam“ auf Radio Burgenland.

 

Roma sam | 15.8.2016
montags 20:50 - 21:10 Uhr
Radio Burgenland | Livestream

 

volksgruppen.orf.roma - aktuell.at

http://volksgruppen.orf.at/roma/stories/2789865/

 

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2500 Euro Holocaust-Entschädigung für tschechische Roma

Die letzten tschechischen Überlebenden des Holocaust an den Roma sollen von Deutschland mehr als 70 Jahre nach Kriegsende eine Entschädigung erhalten.

 

Man habe sich in Verhandlungen mit dem Finanzministerium in Berlin auf einen Betrag von 2500 Euro geeinigt, bestätigte das Außenministerium in Prag am Freitag nach monatelangen Verhandlungen. Die Einmalzahlung könne noch rund zehn bis 15 Überlebenden zugutekommen, hieß es.

 

Konzentrationslager Lety - Quelle: Museum für Roma-Kultur
Konzentrationslager Lety - Quelle: Museum für Roma-Kultur

 

„Einige von ihnen sind bettlägerig“, sagte Čeněk Růžička vom Ausschuss für Holocaust-Entschädigung für die tschechischen Roma | Výbor Pro Odškodnení Romského Holocaustu (VPORH) der Agentur ČTK. „Im Hinblick auf ihr Alter haben wir einem Betrag zugestimmt, der eigentlich lächerlich ist“, kritisierte er. Die Auszahlung müsse zudem erst noch beantragt werden.

 

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Mehrzahl der tschechischen Roma in Arbeitslager sowie nationalsozialistische Konzentrationslager verschleppt. Nur knapp 600 der mindestens 6500 Angehörigen der Minderheit überlebten den Porajmos, den Völkermord an den europäischen Roma.

 

volksgruppen.orf.roma - aktuell.at

http://volksgruppen.orf.at/roma/stories/2789538/

 

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„Ein Betrag, der eigentlich lächerlich ist“

Quelle: VPORH
Quelle: VPORH

Endlich willigt Deutschland ein, auch die Handv­oll Holocaust-über­leben­der Roma in Tschechien zu ent­schä­di­gen – nicht aber mit einer mo­nat­li­chen Opfer­rente wie die jü­di­schen Opfer, son­dern mit einer ein­ma­li­gen Ab­schlags­zah­lung von gera­de ein­mal 2.500 Euro: Roma sind wei­ter­hin Opfer zwei­ter Klasse.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In Böhmen und Mähren kamen wäh­rend der deut­schen Be­satzungs­zeit etwa 90 Pro­zent der dort be­hei­ma­te­ten Roma-Be­völ­kerung ums Leben. Nur rund 600 der 6.500 von den Natio­nal­sozia­lis­ten als „Zigeuner“ er­fass­ten Per­so­nen im „Protek­to­rat“ über­leb­ten die NS-Ver­folgung. Wie nun das tschechische Außenministerium betätigte, sollen tsche­chi­sche Roma, die die Kon­zentra­tions­lager der Be­satzer über­leb­ten, von Deutsch­land demnächst eine ein­malige Ent­schä­di­gung in der Höhe von 2.500 Euro bekommen. Nach monate­lan­gen Ver­hand­lun­gen habe man sich mit dem Finanz­minis­te­rium in Berlin auf die­sen Betrag ge­einigt. Tschechiens Roma-Ver­bände, al­len voran der Aus­­schuss für Holocaust-Ent­schä­di­gung für die Roma in Tschechien (VPORH), hat­ten diese Ent­schädigung durch die Ver­mitt­lung des tsche­chi­schen Außen­minis­te­riums vor mehr als einem Jahr be­antragt. Das Bun­des­außen­minis­te­rium wird die Sum­me aus dem Fonds für nichtjüdische Opfer (Härtefond) bereitstellen.

 

Für nahezu alle Opfer kommt diese Geste jedoch um Jahr­zehnte zu spät. Laut Medien­berichten sind nur noch maximal fünf­zehn betrof­fene Roma am Leben. Nur zehn Per­sonen haben bis dato tat­säch­lich um die Ent­schä­digung an­gesucht. Es hät­te, er­zählt Čeněk Růžička vom Aus­schuss für Holocaust-Ent­schä­di­gung, so­gar eini­ger An­stren­gung be­durft, sie davon zu über­zeugen, die For­mu­lare aus­zu­füllen. „Sie glaub­ten ein­fach nicht mehr daran, dass sie damit Er­folg ha­ben könn­ten, und nach all dem, was sie er­lebt hat­ten, hat­ten sie auch Angst, ihre per­sön­li­chen Daten vor­zu­legen. Aber zu guter Letzt ha­ben sie die An­träge den­noch ein­ge­reicht. Sie alle wollen mit dem Geld für ihr Begräbnis vor­sorgen.“ Eini­ge von ihnen seien bett­lägerig. „Im Hin­blick auf ihr Alter haben wir da­her einem Betrag zu­gestimmt, der eigent­lich lächer­lich ist“, so Růžička. „Wenn es nur nach mir per­sön­lich ginge, hätte ich das vor­lie­gen­de deut­sche An­gebot einer Ein­mal­zah­lung zurück­ge­wie­sen“, erklärt er gegen­über der Presse, „und zwar weil ich einen Ver­gleich ziehe zu dem, wie die jüdi­schen Opfer ent­schä­digt wurden. Diese Opfer er­hal­ten eine monat­li­che Zah­lung von grob 260 bis 400 Euro, zu­züg­lich zu ihrer Rente, was alles in allem ein beträcht­li­cher Be­trag ist. Natür­lich steht ihnen das abso­lut zu, ganz ohne Zwei­fel. Doch es ist in­teres­sant, dass die Volks­gruppe der Roma kein Recht auf die gleiche Entschä­di­gung hat, ob­wohl ihnen das­selbe Un­recht wider­fuhr. Es stört mich, dass die Roma als Opfer zwei­ter Klasse betrach­tet wer­den.“

 

(RU/dROMa)

http://www.roma-service.at/dromablog/?p=37401

 

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Land & AMS unterstützen......

Nach dem Zitat von Abraham Lincoln: „Man hilft Menschen nicht, wenn man für sie tut, was sie selbst tun können“, startete mit Hilfe des Landes Burgenland und des AMS Burgenland das Projekt „Ausbildung in Training, Beratung und Selbst Organisiertem Lernen für Menschen der Roma-Community“.

 

Quelle: Julius Horvath
Quelle: Julius Horvath

 

Land & AMS unterstützen Projekt

Zurzeit wird in Oberwart dieses Vorhaben couragiert umgesetzt. Gemeinsam mit dem Bildungsträger Blickpunkt Identität hat der Verein KARIKA ein Projekt ausgearbeitet, welches vom Land Burgenland und dem AMS Burgenland unterstützt wird.

 

8 Vertreter/Innen der Roma-Community sollen mit dessen Hilfe in einer 6-monatigen Ausbildung zu Trainer/Innen und Berater/Innen in der Erwachsenenbildung ausgebildet werden.

 

Quelle: Julius Horvath
Quelle: Julius Horvath

 

Wie nämlich die ROMBAS-Studie (2014) zeigt, haben 45 Prozent der autochthonen Roma und Sinti der Altersgruppe 26–50 Jahre gerade einmal einen Pflichtschulabschluss und 15 Prozent gar keinen Schulabschluss.

 

Daher ist eines der Ziele der Europäischen Kommission, einen verbesserten Zugang für Roma zu einer qualitativ hochwertigen Bildung zu schaffen und sie in bildungspolitische Entscheidungen soweit wie möglich einzubeziehen. Entsprechende Qualifizierungsmaßnahmen sind dafür jedoch notwendig.

 

Quelle: Julius Horvath
Quelle: Julius Horvath

 

Nach Abschluss des 6-monatigen Lehrganges, soll nämlich mit Mitteln des ESF, ein offenes Lern- und Kulturhaus entstehen, das vom Engagement und der Begeisterung dieser jungen Leute getragen werden soll.

 

Mehr darüber, erfahren sie am Montag in der Sendung „Roma sam“ auf Radio Burgenland.

 

Roma sam | 8.8.2016
montags 20:50 - 21:10 Uhr
Radio Burgenland | Livestream

 

volksgruppen.orf.roma - aktuell.at

http://volksgruppen.orf.at/roma/stories/2789379/

 

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Gedenksteinenthüllung für Roma und Sinti in Chelmno

Quelle: ORF
Quelle: ORF

Am Mittwoch wurde in Chelmno/Kulmhof (Polen) unter großer internationaler Anteilnahme ein Gedenkstein für verschleppte Roma und Sinti enthüllt, die nach ihrer Deportation ermordet und im Wald in einem Massengrab verscharrt wurden.

 

 

 

 

 

 

 

Anfang November 1941 rollten die Züge Richtung Polen, insgesamt fünf Transporte mit jeweils 1.000 Menschen. Der Historiker und Leiter des Dokumentationsarchivs des Österreichischen Widerstandes Gerhard Baumgartner erzählt: „Im November 1941 wurde hier in einem Teil des jüdischen Gettos extra für diese 5.000 aus dem Burgenland deportierten Roma ein eigenes kleines Getto abgezirkelt.“

 

Mehr darüber in burgenland.orf.at


NS-Völkermord an Roma | Gedenkstein in Polen

 

volksgruppen.orf.roma - aktuell.at

http://volksgruppen.orf.at/roma/stories/2789467/

 

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Vorarlberg und die Bettler

Quelle: G. Kraftschik CC-BY
Quelle: G. Kraftschik CC-BY

Vorarlberg ist seit vielen Monaten Schauplatz heftig geführter Debatten über (ost­euro­päische) Bettler. Dabei ist, wie jetzt eine Studie im Auf­trag des Landes be­stä­tigt, ihre An­zahl recht über­schau­bar und die Be­haup­tung, es gäbe kri­mi­nelle Banden­struk­tu­ren, ohne jede em­pi­ri­sche Grund­lage.

 

 

 

 

 

 

Die auf­ge­heiz­te – und von der Politik systema­tisch geschürte – rassis­ti­sche Stim­mung mün­dete in eine Reihe um­fas­sen­der Bettel­verbote und schlug sogar schon in direkte Gewalt gegen bet­telnde Roma um. Auch der Landes­volks­anwalt sieht die Grundrechte in Gefahr. So hält er etwa das in Bregenz ver­hängte Bettel­verbot für rechts­widrig und brachte den Fall im Mai vor den Ver­fas­sungs­gerichts­hof.

 

Dieser hatte in seinen Ur­teilen be­reits mehr­fach geklärt, dass all­ge­meine Bettelv­erbote gegen die Grund­rechte und somit gegen die Ver­fas­sung ver­stoßen. Politik, Polizei und Be­hör­den gehen einstweilen mit Härte gegen die betrof­fe­nen Fa­milien vor. Landes­haupt­mann Wallner drohte ob­dach­losen Ro­ma-Familien aus Ru­mänien, die er aus dem Land ha­ben will, sogar mit der Weg­nahme ihrer Kinder. Der Öffent­lich­keit wurden zu­dem meh­rere Fälle be­kannt, in denen die Be­hör­den Ersatz­freiheits­strafen für bettelnde Roma-Kinder unter 16 Jahren ver­häng­ten bzw. an­droh­ten – Gefängnis für Kinder, ob­wohl dies im Gesetz aus­drück­lich ver­boten ist.

 

Siehe auch: Studie über Bettler in Vorarlberg vorgestellt

 

Roman Urbaner (dROMa)

http://www.roma-service.at/dromablog/?p=37202

 

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Studie über Bettler in Vorarlberg vorgestellt

Quelle: vol.at
Quelle: vol.at

In Vorarlberg wurden am Donnerstag die Ergeb­nisse einer empi­ri­schen Unter­suchung über die sich im Land befind­li­chen Bettler und Not­reisen­den prä­sen­tiert. Er­stellt wurde die von der Landes­regie­rung in Auf­trag ge­ge­be­ne Studie von Erika Geser-Engleitner von der FH Vor­arl­berg; die Be­fra­gun­gen haben zwei Mit­arbeiter, die selbst der Roma-Minder­heit an­ge­hö­ren, durch­geführt.

 

 

 

 

 

Die Resultate in Kurzform: Die Zahl der im Bundesland gleich­zeitig betteln­den Men­schen be­läuft sich auf täg­lich min­des­tens 80 Personen. Zum Kreis der zu den Be­fra­gungs­zeit­punk­ten (Febru­ar/März 2016 und Mai 2016) er­fass­ten not­reisen­den Fami­lien zählen ins­ge­samt 200 Per­so­nen, unter ihnen auch viele Kinder und Jugend­liche. „Ca. die Hälfte aller an­wesen­den Not­reisen­den betteln zur gleichen Zeit, wäh­rend die ande­re Hälfte etwas an­de­res tut“, fasst die Aus­sen­dung des Landes Vorarlberg die Ergeb­nis­se zusam­men. Zum Betteln, dem rund die Hälfte nach­geht, komme dem­nach der Geld­erwerb durch „Zeitungs­verkauf, Gelegen­heits­arbeit und ganz ver­ein­zelt mittels Straßenkunst“.

 

Die Ein­künfte durch Betteln betra­gen laut Erhe­bung „pro Tag und Person zwi­schen zehn und 30 Euro“. Alle von der Studie erfass­ten Per­so­nen sind Roma und rumänische Staats­bürger, viele hiel­ten sich jedoch unmittel­bar vor der Ein­reise nach Öster­reich in Italien auf: „Wegen der dort ver­schlech­ter­ten Situa­tion – Wirt­schafts­krise und Kon­kur­renz am (ille­galen) Arbeits­markt durch Migran­ten aus Afrika – sind die befrag­ten Per­sonen nach Vor­arl­berg ge­kom­men.“ Die über­wie­gende An­zahl der Befrag­ten hat keine Kranken­versicherung (75%), und dies ob­wohl die meisten von Gesund­heits­proble­men be­rich­ten.

 

Von Hinweisen auf mögliche kriminelle Strukturen, die auf Zwang und Aus­beu­tung beruhen, weiß die Studie (wie sämt­liche wis­sen­schaft­li­chen Unter­suchun­gen vor ihr) nichts zu berich­ten. Es gebe auch kein „hierarchisch orga­ni­sier­tes Banden-Betteln“; die Not­reisen­den seien viel­mehr zumeist in Familien­ver­bän­den or­gani­siert. Damit wider­legt die Vor­arl­ber­ger Studie ein­mal mehr das regel­mäßig von Politik und Presse vor­gebrach­te Ar­gu­ment, man müs­se gegen Bettler vor­gehen, um sie vor einer omni­prä­sen­ten „Bettelmafia“ zu schützen. Die Presse­aussendung des Landes, welche die Er­kennt­nisse der Studie Punkt für Punkt vor­stellt, vergisst in­teres­san­ter­weise, aus­ge­rech­net dieses wich­tige Er­geb­nis an­zu­sprechen.

 

Roman Urbaner (dROMa)

http://www.roma-service.at/dromablog/?p=37197

 

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ERGO-Netzwerk

Ehrgeizige Profis setzen sich für eine Verbesserung der Situation der Roma in Europa ein. Hierfür wurde ERGO Netzwerk, eine in den Niederlanden ansässige Stiftung mit Sitz in Brüssel, gegründet.

 

Infostand von Roma React & ERGO - Quelle: Roma Service
Infostand von Roma React & ERGO - Quelle: Roma Service

 

ERGO-Netzwerk wurde 2004 als informelles Treffen von Organisationen, die sich um Roma-Belange kümmern, gegründet.

 

ERGO Netzwerk

Gründungsmitglieder waren Integro Association aus Bulgarien und Spolu International aus den Niederlanden. Offiziell wurde im Jahr 2008 ERGO-Netzwerk als Verein nach bulgarischem Recht registriert.

 

Gyula Vamosi mit Kollegin Gabi aus Prag - Quelle: Roma Service
Gyula Vamosi mit Kollegin Gabi aus Prag - Quelle: Roma Service

 

Um die Organisation in ihrem Tun zu stärk, ist im Jahr 2010 ERGO-Netzwerk und Spolu International Foundation verschmolzen worden. ERGO-Netzwerk ist nun als Stiftung nach niederländischem Recht registriert. Dies ermöglicht dem „neuen“ ERGO-Netzwerk, aus den Stärken beider Organisationen sein Profit zu erweitern und die Position auf europäischer Ebene zu stärken.

 

Der langjährige Roma-Aktivist Gyula Vamosi beim Gespräch - Quelle: Roma Service
Der langjährige Roma-Aktivist Gyula Vamosi beim Gespräch - Quelle: Roma Service

 

Der gebürtige ungarische und in Großbritannien lebende Rom, Gyula Vamosi, ist auch ein Teil dieses ERGO-Netzwerkes.

 

In der montägigen Sendung „Roma sam“ auf Radio Burgenland, erzählt uns der Roma-Aktivist mehr über seine Arbeit.

 

Roma sam | 25.7.2016
montags 20:50 - 21:10 Uhr
Radio Burgenland | Livestream

 

volksgruppen.orf.roma - aktuell.at

http://volksgruppen.orf.at/roma/stories/2786669/

 

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„Dorthin, wo die Not am größten ist“ | Pater Georg Sporschill wird 70

Pater Georg Sporschill geht dahin, wo die Not am größten ist. "Das ist die Freiheit, die ein Jesuit hat. Sporschill bemüht sich seit 25 Jahren um ein besseres Leben für die Straßenkinder in Rumänien und für Roma-Familien. Am 26. Juli wird Sporschill 70 Jahre alt.

 

Die Arbeit halte ihn im Schwung, das ganze sei spannend, sagt er im Interview mit der APA.

 

Als ihn der Jesuiten-Orden 1991 nach Rumänien schickte, sollte sein Aufenthalt dort ein halbes Jahr dauern. Nun lebt Sporschill seit über 25 Jahren in Osteuropa und hat auch die rumänische Staatsbürgerschaft. „Ich bin Tag und Nacht von jungen Leuten umgeben, die ganz anders sind als ich. Es gibt immer Überraschungen, dabei sind die positiven aber größer als die negativen“, erzählt der gebürtige Vorarlberger. Er habe zwar viele Krimis in Buch- und Videoform auf seinem Tisch liegen, zu konsumieren brauche er sie aber nicht: „Das erlebe ich jeden Tag live“, so der Pater.

 

Qelle: apa/elijah
Qelle: apa/elijah

 

Sporschill erhielt 1991 den Auftrag, sich um die Straßenkinder in Rumänien zu kümmern. Daraus entstand der Verein „Concordia“, Kinderhäuser, Kinderdörfer, Lehrwerkstätten und Sozialzentren wurden gebaut. Später wurden auch in Moldau (2004) und Bulgarien (2007) „Concordia“-Vereine gegründet. So wurde tausenden Kindern und alten Menschen geholfen. Nach seinem Rückzug aus der „Concordia“ begann Sporschill 2013 mit dem Verein „Elijah“ ein neues Projekt. Er habe sich dabei überlegt, wo er hingehen könne, „wo sonst niemand hingeht“. „Elijah“ verhilft Roma-Familien in Siebenbürgen zu einem menschenwürdigen Leben und den Heranwachsenden zu einer Ausbildung.

 

„Die Jugendlichen werden in ein selbstständiges Leben begleitet. Wir haben viele junge Leute, die arbeiten lernen“, erzählt Sporschill. Es gebe Sozialzentren, Musikschulen sowie Ausbildungs-und Arbeitsprojekte. Das Bildungshaus, das Zentrum für die „Elijah“-Gemeinschaft, trägt den Namen „Stella Matutina“ in Anlehnung an ein ehemaliges Privatgymnasium des Jesuitenordens in Feldkirch, wo Sporschill 1946 als fünftes von neun Kindern geboren wurde. In der „Stella Matutina“ werden derzeit 20 Mädchen in Haushaltsführung ausgebildet, in den Musikschulen über 200 Kinder betreut, berichtet der Pater. In den Sozialzentren gibt es einen Arzt, „jeder aus dem Dorf kann kommen“, so Sporschill. Etwa 20 der Heranwachsenden wohnen in der „Elijah“-Gemeinschaft. Sporschill nennt das eine große Verantwortung, die ihm aber auch gefällt. Nachdem er in einer Großfamilie aufgewachsen sei, „bin ich das gewohnt und brauche es manchmal fast“.

 

Die Kinder in Rumänien beschreibt Sporschill als sehr gläubig und religiös, „die beten richtig gern, ich predige nie; wenn, dann tun sie’s“, beschreibt er die Umstände. Das Vorarlberger „Schaffa, spära, husa“ („Arbeiten, sparen, Haus bauen“) liege hingegen nicht in der rumänischen Mentalität. Diese sei in den vergangenen 25 Jahren aber ebenso stark im Wandel wie die Lebensumstände in Rumänien überhaupt. „Das Land hat sicher sehr von der EU profitiert, es gibt mehr Rechtssicherheit, wenn auch noch nicht genug“, so Sporschill. Durch den Anschluss an Europa seien viele Arbeitsplätze entstanden, die Menschen hätten verstanden, dass man sich selbst um den Lebensunterhalt kümmern muss. Dennoch seien drei bis vier Millionen Rumänen („und zwar die Besten“) in den wohlhabenderen Westen ausgewandert, diese fehlten nun im Land.

 

Wie er sich in den vergangenen 25 Jahren verändert hat? „Viel geduldiger als früher bin ich nicht“, sagt er. Nein, er habe sich nicht gebessert. Gelernt habe er, dass es nicht immer so gehen muss, wie man es im Kopf hat, prägende Erlebnisse gab es viele. Noch immer aber beeindruckt ihn „jeder einzelne Mensch und jedes einzelne Kind“. Manche der ehemaligen Straßenkinder würden ihn seit 25 Jahren begleiten.

 

Quelle: ORF Archiv
Quelle: ORF Archiv

 

Große Unterstützung für sein Projekt erhält Sporschill vom Vorarlberger Alt-Landeshauptmann Herbert Sausgruber, den er 1964 beim Theologie-Studium kennengelernt hat. Auch im Landesdienst (1975) begegneten sie einander wieder, die Verbindung ist eine sehr enge. „Er ist ein bescheidender Mensch und sich für nichts zu schade“, beschreibt er seinen exakt zwei Tage älteren Freund, der seit seinem Rückzug aus der Politik beim Projekt mitarbeitet. Spuren hinterlassen hat Sporschill, der 1976 in den Jesuitenorden eintrat und 1978 zum Priester geweiht wurde, auch in Österreich. Sein erstes Bemühen als Jesuitenpater galt den Obdachlosen, sowie den strafentlassenen, drogensüchtigen Jugendlichen in Wien. Für diese konnte er in der Blindengasse eine Bleibe einrichten, auch viele weitere Initiativen, die heute in Wien Institution sind, gehen auf Sporschill zurück. Dann kam Rumänien.

 

Ans Aufhören denkt Sporschill angesichts seiner nun 70 vollendeten Lebensjahre nicht. „Das Arbeiten hält jung, andere Pläne habe ich keine“, sagt er. Beim Orden „reden allerdings auch andere mit“, weiß er nicht, wie lange er seinen Aufgaben noch nachgehen wird. Das Altersheim, gibt er zu, ist für ihn aber eine „Horrorvorstellung“. Seinen Geburtstag wird er bei einer Wanderung mit Jugendlichen verbringen und telefonisch nicht erreichbar sein.

 

Link

Initiative Concordia

 

volksgruppen.orf.roma - aktuell.at

http://volksgruppen.orf.at/roma/stories/2786676/

 

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Menschenrechte ............

Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geist der Brüderlichkeit begegnen.

 

1948 wurde die Erklärung der Menschenrechte von den Vereinten Nationen verfasst.

 

Quelle: rredaktion.de
Quelle: rredaktion.de

 

Menschenrechte ...

 

„Dr. Mary Shuttleworth, Schulleiterin und Pädagogin aus Los Angeles, hat Youth for Human Rights International ursprünglich als ein pädagogisches Programm für Kinder und Jugendliche ins Leben gerufen, um es ihnen schon in jungen Jahren zu ermöglichen die Wichtigkeit von Menschenrechten und religiöser Toleranz zu verstehen“, sagt Birgit Karner von der Organisation Jugend für Menschenrechte Österreich.

 

„Sie erkannte, dass sehr wenig getan wurde, um Menschenrechte an junge Leute zu vermitteln, und diente seit dem als Leitende Direktorin, später als Präsidentin der Gruppe“, so Karner weiter.

 

Birgit Karner von der Organisation Jugend für Menschenrechte Österreich-Quelle: Roma -Service
Birgit Karner von der Organisation Jugend für Menschenrechte Österreich-Quelle: Roma -Service

 

Die Zielsetzung von Jugend für Menschenrechte ist: „Die Jugend auf der ganzen Welt über Menschenrechte aufzuklären, und ihnen dadurch zu helfen wertvolle Verfechter bei der Förderung von Toleranz und Frieden zu werden“, sagt Karner.

 

Mehr über Jugend für Menschenrechte Österreich, erfahren sie am Montag in der Sendung „Roma sam“ auf Radio Burgenland.

 

Roma sam | 18.7.2016
montags 20:50 - 21:10 Uhr
Radio Burgenland | Livestream

 

volksgruppen.orf.roma - aktuell.at

http://volksgruppen.orf.at/roma/stories/2783909/

 

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Roma im sozialen Abseits

Rund 50 Prozent aller Roma in Tschechien leben im sozialen Abseits. Qualifizierten Schätzungen zufolge betrifft dies über 113.000 Menschen.

 

In Tschechien leben rund 230.000 Roma. Sie bilden die größte nationale Minderheit des Landes. In den Regionen Ústí nad Labem (Aussig) und Mährisch-Schlesien sind es sogar zwei Drittel der dort lebenden Minderheit.

 

Quelle: www.weather-forecast.com
Quelle: www.weather-forecast.com

 

Hälfte der Minderheit lebt am Rande der Gesellschaft

 

„Rund die Hälfte der tschechischen Roma sind in die Gesellschaft integriert. Die zweite Hälfte stellen Roma dar, die im sozialen Abseits leben oder denen das soziale Abseits droht. Sie sind marginalisiert und an den Rand der Gesellschaft gedrängt“, heißt es im aktuellen Bericht zur Lage der Roma in Tschechien. Vorurteile, Hass und Diskriminierung träfen jedoch auch die sozial Integrierten, die die Roma-Mittelschicht und Roma-Intelligenz darstellten.

 

Quelle: Amnesty International Linz
Quelle: Amnesty International Linz

 

Zwischen 2006 und 2014 hat sich die Anzahl der von Roma bewohnten Armenviertel landesweit von 300 auf 600 verdoppelt. Rund 115.000 Menschen wohnen in diesen Quartieren. 2015 waren im Staatshaushalt rund 67 Millionen Kronen (etwa 2,5 Millionen Euro) für die Integration von Roma vorgesehen.

 

Textquelle: id/čtk

 

volksgruppen.orf.roma - aktuell.at

http://volksgruppen.orf.at/roma/stories/2785606/

 

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Robert Gabris | Der Botschafter ............

Der in Hnusta ( Slowakei) geborene Künstler Robert Gabris, lebt und arbeitet in Wien. Durchaus kann der junge Rom als Meister des Kupferstichs bezeichnet werden. Diese präzise Fertigkeit setzt der talentierte Roma-Künstler auch ein, um politische Zeichen zu setzen.

 

Quelle: Roma - Service
Quelle: Roma - Service

 

In der Zeit von 2006 - 2010 besuchte Gabris die Hochschule für darstellende Künste in Bratislava bei Prof. Hana Ciganova, wo er seinen Bachelor machte. Von 2010 - 2014 war der begabte Rom in der Akademie der bildenden Künste Wien bei Prof. Erich Wonder und Anna Viebrock, um sein Diplom zu erlangen.

 

Robert Gabris | Der Botschafter ...

Als die „Kunstart seines Herzens“ bezeichnet Robert Gabris den Kupferstich. Detaillierte Kleinstarbeit, die keinen Fehler verzeiht. Die Anatomieabbildungen von Menschen und Tieren weiß der politische Akteur auch mit sozialen Kontexten zu verbinden.

 

Quelle: ORF
Quelle: ORF

 

„Fortwährend existieren Barrieren zwischen Menschen und es ist schwer, diese abzubauen. Kunst ist eines der bedeutsamsten Medien, das es schaffen kann, vorab auf diese Barrieren aufmerksam zu machen und diese auch niederzureißen“, sagt Gabris.

 

„Na bister ma | Vergiss mich nicht“ - „Das blaue Herz | O modro vodschi“ - Quelle: ORF
„Na bister ma | Vergiss mich nicht“ - „Das blaue Herz | O modro vodschi“ - Quelle: ORF

 

Inzwischen prägt Robert Gabris mit seinen malerischen Botschaften die Kunstflächen der Welt von Straßburg bis Shanghai. Jede Farbe und jeder angesetzte Strich des Künstlers auf das Papier, fordern dabei nur eines: soziale Gerechtigkeit.

 

Mehr darüber, hören sie am Montag in der Sendung „Roma sam“ auf Radio Burgenland.

 

Roma sam | 11.7.2016
montags 20:50 - 21:10 Uhr
Radio Burgenland | Livestream

 

Links

 

Robert Gabris


Landesgalerie Burgenland | Romane Thana


Theatermuseum | Spettacolo barocco! Triumph des Theaters

 

volksgruppen.orf.roma - aktuell.at

http://volksgruppen.orf.at/roma/stories/2782915/

 

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RomBus on tour

Die Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA, englisch European Union Agency for Fundamental Rights) mit Sitz in Wien ist eine von der Europäischen Union (EU) geschaffene Expertenkommission, die den Schutz der Grundrechte in Europa überwachen soll.

 

RomBus bei Tagung von FRA

Die Vorläuferorganisation der FRA war die Europäische Stelle zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit (EUMC). Anders als bei der EUMC, die nur das Auftreten von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zu überwachen hatte, knüpft das Mandat der FRA an die fundamentalen Rechte in der Charta der Grundrechte der Europäischen Union an.

 

Quelle: Roma-Service
Quelle: Roma-Service

 

Die Agentur widmet sich verschiedensten Themenbereichen, wie z.B.:

  • Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und damit einhergehende Intoleranz;
  • Diskriminierung aus Gründen des Geschlechts, der Rasse oder der ethnischen Herkunft, der Religion oder der Weltanschauung, Diskriminierung von Angehörigen von Minderheiten;
  • Rechte des Kindes einschließlich des Kinderschutzes;
  • Asyl, Zuwanderung und Integration von Migranten;
  • Zugang zu einer effizienten und unabhängigen Rechtsprechung.

 

Weiteres berät die Agentur die EU-Institutionen bei der europäischen Rechtsetzung. Individuelle Beschwerden gegen Grundrechtsverletzungen bearbeitet die FRA hingegen nicht; dies ist die Aufgabe des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte.

 

 Quelle: Roma-Service                                                                                      Quelle: Roma-Service

 

Bei der 3-tägigen Tagung im Wiener Congress Center, wo ein Infostand und auch der RomBus des Vereins Roma-Service vor Ort war, gab Obmann Emmerich Gärtner-Horvath, den interessierten Teilnehmer/Innen, Einblick in die Arbeit der Volksgruppe.

 

Mehr darüber, hören sie am Montag in der Sendung „Roma sam“ auf Radio Burgenland.

 

Roma sam | 4.7.2016
montags 20:50 - 21:10 Uhr
Radio Burgenland | Livestream

 

volksgruppen.orf.roma - aktuell.at

http://volksgruppen.orf.at/roma/stories/2782853/

 

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Soziales Wohnen: Pilotprojekt in Brünn

Quelle: Robert Barca, CC By 4.0
Quelle: Robert Barca, CC By 4.0

In den zurückliegenden Jahren ist die Zahl der Armen­vier­tel in Tsche­chi­en ge­stie­gen. In die­sen ghet­to­arti­gen Sied­lun­gen le­ben meist Roma, die es ohne­hin schwer ha­ben bei der Suche nach Arbeit und Wohnung. Die Stadt Brno / Brünn star­tet da­her ein (…) neues So­zial­wohnungsprojekt

 

 

 

 

Radio.cz, 15.6.1916, Till Janzer:Die Bronx“ – so heißt umgangs­sprach­lich das größte Armen­viertel in Brünn. Es liegt re­la­tiv nah am Stadt­zentrum. Auf meh­re­re Häuser ver­teilt le­ben dort etwa 8000 bis 9000 arme Men­schen. Rund 7000 von ihnen sind Roma, und die aller­meis­ten haben keine Ar­beit. Aber auch andern­orts in der süd­mäh­ri­schen Stadt be­ste­hen Armen­sied­lun­gen, wenn auch klei­nere. Für viele Be­wohner ist das Problem, dass sie bei den Mieten gnaden­los ab­ge­zockt wer­den. (…)

 

Viele Menschen aus den Armensiedlungen hätten ger­ne an­de­re Unter­künfte. Doch auf dem Wohnungs­markt sind sie meist chan­cen­los. Des­we­gen lan­ciert der Brün­ner Magistrat nun das Pro­jekt Rapid Re-Housing. 50 Fa­mi­lien mit Kin­dern sol­len bis Ende des Jahres städti­sche Woh­nun­gen er­hal­ten. (…) Die Neu­mie­ter er­hal­ten zu­dem Unter­stützung durch Sozial­arbei­ter. Martin Freund von der Ini­tia­tive Žít Brno en­ga­giert sich als Stadt­ver­ord­neter im Bereich Wohnen und lei­tet den Aus­schuss für Minder­heiten: „Der Sozial­arbeiter soll­te min­des­tens ein­mal pro Woche bei der Familie vor­bei­schauen. Er soll dabei hel­fen, dass die Woh­nung in Ord­nung ist und die Be­zie­hun­gen zu den Nach­barn klap­pen.“ (…)

Das Vorbild dafür stammt aus Amsterdam. Dort habe das ent­spre­chen­de Pro­jekt fast zu ein­hun­dert Pro­zent Er­folg ge­habt, sagt Martin Freund. Der Brün­ner Ma­gistrat hat je­den­falls 450 Fa­mi­lien aus­ge­wählt, die in Frage kom­men. Wer letzt­lich die Glück­li­chen sind, wird aus­ge­lost. (…) Was in Brünn pro­biert wird, gilt als Pilot­pro­jekt in Tsche­chien. (…)

 

Lesen Sie bitte den hier nur in Auszügen wiedergegebenen Ar­ti­kel un­ge­kürzt auf Radio.cz.

 

Siehe dazu auch: Tschechien: Geschäft mit der Armut (30.12.2013)

 

Roman Urbaner (dROMa)

http://www.roma-service.at/dromablog/?p=36851

 

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Ceija Stojka - Die Kämpferin

„Ich habe Angst, dass Europa seine Vergangenheit vergisst und dass Auschwitz nur schläft. Antiziganistische Bedrohungen, Strategien und Aktionen besorgen mich zutiefst und machen mich sehr traurig.“ Ceija Stojka (1933 - 2013)

 

Im Nationalsozialismus wurden „Zigeuner“ deportiert und ermordet. Der rassistische Völkermord hat hunderttausende Menschenleben verschlungen. Eine der wenigen Überlebenden war die Lovarica, Ceija Stojka.

 

Ceija Stojka | Die Kämpferin

Als Kind wuchs sie in einer Familie auf, die als Pferdehändler durch Österreich reiste. Nachdem ihr Vater im KZ Dachau ermordet worden war, wurde der Rest der Familie in das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau deportiert.

 

Quelle: Milli Kaufmann
Quelle: Milli Kaufmann

 

1944 wurde sie mit ihrer Mutter und Schwester ins KZ Ravensbrück geschickt, wo Stojka in der Nähstube arbeiten musste. Kurz vor Kriegsende kamen alle drei nach Bergen-Belsen, wo sie befreit wurden. Von der Großfamilie, die etwa 200 Personen umfasste, überlebten nur sechs Personen. Nach dem Krieg ließ sich Stojka in Wien nieder, wo sie bis zu ihrem Tod lebte.

 

Quelle: Ursula Berner
Quelle: Ursula Berner

Im Rahmen des Festivals „Europa der Muttersprachen 2016: Roma und Sinti“ im Literaturhaus Salzburg, erzählte Nuna Stojka, Schwiegertochter von Ceija Stojka, aus dem Leben der Künstlerin und Roma-Aktivistin.

 

Bis zum 7. Juli 2016 können im Literaturhaus Salzburg Kunstwerke der Lovarica-Künstlerin Ceija Stojka bewundert werden.

 

Mehr über Ceija Stojka, erfahren sie am Montag in der Sendung „Roma sam“ auf Radio Burgenland.

 

Roma sam | 27.6.2016
montags 20:50 - 21:10 Uhr
Radio Burgenland | Livestream

 

volksgruppen.orf.roma - aktuell.at

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Theodor-Kramer-Preis an Stefan Horvath

Theodor-Kramer-Preis für Schreiben im Widerstand und Exil geht an den Ober­war­ter Rom und Au­tor Ste­fan Hor­vath und den His­to­ri­ker Gerhard Scheit

 

Preisbegründung

 

Februar 1995, einen Tag, nachdem sein Sohn Peter Sárközi und drei andere jun­ge Roma beim Terror­anschlag von Oberwart er­mor­det wor­den wa­ren, be­gann Stefan Horvath zu schrei­ben. Er schrieb, weil er nicht mehr schla­fen konn­te, weil er sein gan­zes Leben lang, wie er selbst sagte, still ge­blie­ben war, so wie auch schon sein Vater, der die Kon­zentra­tions­la­ger Dachau, Buchenwald, Gusen und Mauthausen über­lebt hat­te und seine Mutter, Über­le­ben­de der Kon­zentra­tions­la­ger Auschwitz und Ravensbrück. Seit 1995, seit seinem 46. Lebens­jahr, schreibt Ste­fan Horvath, er schreibt über das Über­leben der Roma in Ober­wart wäh­rend des Porajmos, über das Le­ben nach 1945, nach 1995. Er er­zählt und sein Er­zäh­len ist ein An­kämpfen ge­gen das eige­ne Still­schwei­gen und gegen das Tot­schwei­gen durch die Gesell­schaft. Seit 2003 sind die Bücher „Ich war nicht in Auschwitz“, „Katzenstreu“, „Atsinganos. Die Oberwarter Roma und ihre Siedlungen“ er­schie­nen, viele Gedichte und der Ein­akter „Be­geg­nung zwi­schen einem Engel und einem Zigeuner“ ent­standen. Es sind star­ke litera­ri­sche Arbeiten über den all­täg­li­chen Anti­ziganis­mus in Österreich, wel­che das Schwei­gen bre­chen, den Dis­kri­mi­nie­run­gen, der er­drücken­den Un­ge­rech­tig­keit, dem Hass ein Ende setzen wol­len. Stefan Horvath schreibt ohne Ver­bitte­rung, ohne Il­lusion, je­doch mit viel Hoffnung und meis­ter­haftem er­zähle­ri­schem Können.

 

Quelle: www.frodo.at
Quelle: www.frodo.at

 

Biographie von Stefan Horvath (Oberwart)

 

Stefan Horvath wurde am 12. November 1949 in Oberwart, Burgenland, ge­bo­ren. Er wuchs in der zwei­ten, 1946 ent­stan­de­nen Oberwarter Roma-Siedlung, weit vom Orts­kern ent­fernt und zwi­schen Schieß­platz und Deponie ge­le­gen, auf. Die Sied­lung be­stand die ers­ten Jahre aus einer Ba­racke der Roten Armee, und als die Roma die ers­te Ent­schä­di­gungs­zah­lun­gen für die zu Un­recht er­lit­tene Haft er­hiel­ten, ließen sie von die­sen Zah­lun­gen Häuser in Mas­siv­bau­weise er­rich­ten. Lage und Aus­stat­tung der Sied­lung wa­ren Symbol dafür, wie we­nig will­kom­men die Roma, die die NS-Ver­fol­gung über­lebt hat­ten, in ihrer Hei­mat wa­ren.

 

Die erste, seit 1857 bekundete Roma-Siedlung war 1939 auf­ge­löst, ihre 360 Be­woh­nerIn­nen vom NS-Regime de­por­tiert und er­mor­det wor­den. Nur ein Dutzend Men­schen hat­te den Porajmos über­lebt und war nach 1945 zurück­ge­kehrt. Unter den Über­leben­den be­fand sich Stefan Horvaths Vater, der eben­falls Ste­fan hieß und Lanzo ge­ru­fen wur­de. Dachau, Buchen­wald, Gusen und Maut­hausen waren zwi­schen 1939 und 1945 die Sta­tio­nen seines Leidens­weges ge­we­sen. Die kleine Ge­mein­de Jabing liegt sechs Kilo­meter süd­öst­lich von Ober­wart. Von den ca. 100 Roma, wel­che dort bis 1939 ge­lebt hatten, wa­ren fast alle er­mor­det wor­den, und einzig zwei Frauen waren in ihre Hei­mat zurück­ge­kehrt. Maria Horvath, kurz Mizzi ge­nannt, war eine der bei­den Frauen. Sie hat­te Auschwitz und Ra­vens­brück über­lebt. Sie wurde die Mut­ter von Ste­fan Horvath.

 

Die Roma waren 1946 in Oberwart nicht will­kommen. Auf den ur­sprüng­li­chen Stand­platz konn­ten sie nach 1945 nicht mehr zurück­kehren, weil die Häu­ser 1939 von National­sozia­lis­ten dem Erd­boden gleich ge­macht wor­den waren. Dass sie in einer Baracke un­ter­ge­bracht wurden, er­weckte natür­lich auch As­so­zia­tio­nen an die über­lebte Lager­zeit. Wie aus­geschlos­sen die Roma waren, wird da­durch er­sicht­lich, dass Ste­fan Hor­vath als erster Rom die Haupt­schule be­su­chen konn­te, durf­te. Bereits vor 1939 war „Zigeu­nern“ der Schul­besuch ver­wehrt ge­blie­ben, kaum jemand in der Sied­lung konn­te lesen oder schrei­ben. Mit 15 Jahren be­gann er man­gels Zukunfts­per­spek­tiven im Bur­gen­land als Bau­hilfs­arbeiter in Wien zu ar­bei­ten und kehrte jedes Wochen­ende in die Roma­sied­lung zurück. Unter sei­nen Kol­le­gen ver­spürte er keine An­fein­dun­gen, kei­nen Aus­schluss, keine Diskri­mi­nie­rung. Am „Bau“ ver­diente er um vieles mehr, als die ande­ren Roma aus Ober­wart und schaffte es bis zum Be­triebsrat.

1972 sollte die zweite Roma-Siedlung ab­geris­sen wer­den. Ober­wart war ge­wach­sen und be­nötig­te ein größe­res Kranken­haus. Die Be­woh­nerIn­nen der Sied­lung wur­den in ein neu: „am Anger“ um­ge­siedelt. Man bezog neue Sub­stan­dard-Häuser, die nun noch ein Stück wei­ter vom Orts­kern ent­fernt lagen.

 

In der Nacht vom 4. auf den 5. Februar 1995 wurden vier jun­ge Män­ner der Sied­lung un­ruhig. Sie hat­ten un­gewöhn­li­che Tätig­kei­ten an einer Zu­fahrts­straße be­obach­tet und woll­ten über­prüfen, was dort ge­schah. Der rechts­extre­me Terrorist Franz Fuchs hatte ein Schild mit der Auf­schrift „Roma zurück nach Indien“ auf­ge­stellt und mit einer Rohr­bombe ver­mint. Die vier jun­gen Männer woll­ten das Schild kurz vor Mit­ter­nacht de­mon­tie­ren und wurden durch die Ex­plo­sion der Bombe ge­tötet. Einer der Toten war Ste­fan Horvaths Sohn Peter Sárközi. Er war zu die­sem Zeit­punkt 27 Jahre alt. Er­mor­det wurde Josef Simon Nardai, Hompa ge­nannt. Er war 40 Jahre alt. Schon seine Mutter Helene Nardai hat­te einige KZ über­leben müs­sen. Die jüngsten Er­mor­de­ten waren die Brüder Karl und Erwin Horvath, 22 und 18 Jahre alt. Sie waren die Enkel­kinder des KZ-Über­lebenden Michael Horvath, der Buchen­wald und Maut­hausen über­lebt hatte.

 

Am 5. Februar folgten auf Weisung eines burgen­län­di­schen Richters Haus­durch­suchun­gen der Gendar­me­rie, nicht bei Rechts­extre­mis­ten in ganz Öster­reich, son­dern in der Roma-Siedlung. Man ging von einer „Fehde“ un­ter Roma aus. Dabei stand zur glei­chen Zeit für die Fahn­der aus Wien schon längst fest, dass es sich um rechts­extre­men Terror han­delte. Nicht ein­mal vor dem Schrecken mach­ten die Schika­nen halt.

An diesem 5. Februar 1995, als sein Sohn tot war, be­gann Stefan Hor­vath zu schrei­ben. Zuerst ein Ge­dicht: „Ich möcht ein Engel sein“. Er schrieb, weil er nicht mehr schla­fen konn­te, weil er sein gan­zes Leben lang, wie er selbst sagte, still ge­blie­ben war, so wie auch schon sei­ne Eltern. Sein ers­tes Buch hieß „Ich war nicht in Auschwitz“. Darin er­zählt er in Ich-Form die Er­leb­nisse seiner Eltern­gene­ra­tion, er­zählt über Ver­fol­gung und Mord. Das Buch er­schien 2003 dank der Unter­stützung des Regis­seurs und Musi­kers Peter Wagner, der auch Stefan Horvaths ers­tes Ge­dicht ver­tonte.

 

Ebenfalls 2003 entstand Peter Wagners Film „Stefan Horvath, Zigeuner aus Oberwart“. Im Programm­buch der Diagonale 2005 steht über das filmi­sche Porträt von Ste­fan Horvath, dass die­ses „dem Zu­seher eine bemer­kens­werte Per­­sön­­lich­­keit [näher­­bringt], die trotz des Dramas, das nach wie vor auf den Roma las­tet, ihre Lebens­freude und ihren skep­ti­schen Opti­mis­mus nicht ver­lo­ren hat“. Im Jän­ner 2005 wurde Stefan Hor­vaths Theater­stück „Begeg­nung zwi­schen einem Engel und einem Zi­geu­ner“ in Ober­wart ur­auf­ge­führt. In dem Ein­akter schreibt Ste­fan Horvath gegen die Sprach­losig­keit zwi­schen Roma und Gadsche an. Regie führte Angelika Messner, der Haupt­dar­stel­ler war Christoph F. Krutzler.

 

2007 kam „Katzenstreu“ heraus, Stefan Horvaths Erzäh­lung aus drei Perspek­ti­ven auf den Terror­anschlag 1995. Teil der Er­zäh­lung ist ein aus­führ­li­cher Brief an den Mörder sei­nes Sohnes: Franz Fuchs. In dem Brief an den in­zwi­schen ver­stor­be­nen At­ten­tä­ter beschreibt er, wie ver­zwei­felt er nach dem Atten­tat war, wie „er Angst hatte, wahn­sin­nig zu wer­den“, erzählt, dass er sich um­brin­gen woll­te, dass er vom toten Adres­sa­ten in den ver­zwei­feltsten Stun­den sei­nes Lebens ge­quält und ver­höhnt wurde – und dass er, Stefan Horvath, am Ende der Stär­kere war, „weil er den Hass aus sich ver­ban­nen konn­te“. 2008 ent­stand, basie­rend auf dem Buch und in Zusam­men­arbeit mit dem Musi­ker und Kom­po­nis­ten Willi Spuller und dem Spre­cher Karl Markovics die Hör­spiel-CD „Katzenstreu“.

 

2013 erschien das Buch „Atsinganos. Die Oberwarter Roma und ihre Siedlungen“. Darin be­schreibt der Autor mit großem er­zäh­le­ri­schem Kön­nen das Le­ben und Über­leben in Öster­reich nach 1945.

 

2013 erhielt Stefan Horvath als erster Schrift­steller den „Roma-Literatur­preis des Öster­rei­chi­schen PEN“.

 

Text: Theodor Kramer Gesellschaft)

 

Roman Urbaner (dROMa)

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EM der Minderheiten in Südtirol eröffnet

Quelle: Europeada
Quelle: Europeada

Am Wochenende begann im Südtiroler Puster- und Gadertal die EUROPEADA 2016, die drit­te Fußball-Europa­meis­ter­schaft der au­tochto­nen na­tio­na­len Minder­heiten mit 24 Män­ner- und erst­mals auch sechs Frauen­teams. Mit dabei: eine Roma-Auswahl aus Ungarn. Das Romateam zählt zu den Fa­vo­ri­ten. Schon bei der ersten Euro­pea­da 2008 be­leg­te das „Hunga­rian Gipsy National Foot­ball Team“ den dritten Platz. Und das letz­te Mal (2012) muss­ten sich die unga­ri­schen Roma nur dem un­be­zwing­ba­ren Team der Süd­tiro­ler ge­schla­gen geben. Der Auftakt in Niederdorf ver­lief für die Roma jeden­falls wunsch­gemäß: mit einem herz­haften 4:0 gegen die bunt zu­sam­men­ge­wür­fel­te Min­der­heiten­aus­wahl aus Estland. Über das Turnier selbst erfährt man auf der Website der Euro­pea­da Fol­gendes:

 

"Die Veranstaltung steht unter dem Motto Viel­fältig­keit, Acht­sam­keit, Respekt. Sechs Minder­heiten nehmen so­wohl am Frauen- als auch am Männer­turnier teil: die deutsch­spra­chi­gen Südtiroler und die Ladiner aus Italien, die Lausitzer Sorben aus Deutsch­land, die Okzitaner aus Frank­reich, die Rätoromanen aus der Schweiz und die Russland­deutschen. Au­ßer­dem sind fol­gen­de Män­ner­teams mit dabei: die Deut­schen in Dänemark, die Dänen in Deutsch­land, die Nordfriesen – eben­falls aus Deutsch­land, die Min­der­hei­ten­aus­wahl Est­land, die Zimbern aus Italien, die Serben in Kroatien, die Kärntner Slowenen aus Öster­reich, die Deut­schen in Polen, die Ungarn in Rumänien, die Aromunen – auch aus Ru­mä­nien, die Kroaten in Serbien, die Ungarn in der Slowakei, die Krimtataren aus der Ukraine, die Deutschen in Ungarn, die Slowaken in Ungarn, die Roma – ebenfalls aus Ungarn, die Manx aus der Isle of Man. Die Ver­tre­tun­gen der Min­der­hei­ten kom­men aus 17 un­ter­schied­li­chen euro­päi­schen Län­dern."

 

Die Auswahl „Hungarian Gipsy National Football Team“ vertritt die Minderheit der Roma in Ungarn. Der Kader für die EUROPEADA 2016:

 

Tor: Máte Gábor (Békéscsaba 1912 Elöre SE), Dávid Puporka (Somos FC), Zoltán Borbély (Békéscsaba Jamina SE)


Abwehr: György Juhász (Békéscsaba 1912 Elöre SE), Donát Nyisalovits (Putnok SE), Dávid Debreceni (Somos FC), Sándor Németh (Oroszlány FC), Imre Bajnók (Füzes-Gyarmat SK), Tamás Sárközi (Kisterenye SE)


Mittelfeld: Roland Szabó (Szekszárd UFC), Milán Tarlósi (Somos FC), Róbert Zsarnai (Kazinc-Barcika SC), Péter Samu (Bátaszék SE), József Kertész (Őcsény SC), Béla Lakatos (Kazinc-Barcika SC), Ignácz Irhás (Kazincbar-Cika SC)


Angriff: Patrik Tarlósi (Somos FC), Ádám Lajos Bakk (Füzes-Gyarmat SK), Csaba Bencsik (Békéscsaba 1912 Elöre SE), Ádám Viczián (Békéscsaba 1912 Elöre SE)

Máté Zsilnszki (Békéscsaba 1912 Elöre SE), Dániel Petruska (Móri FC)

Károly Földesi (Cheftrainer), Antal Schöffer (Co-Trainer), István Mezei (Team Leiter), Zsolt Hegedüs (Zeugwart)

 

Roman Urbaner (dROMa)

http://www.roma-service.at/dromablog/?p=36965

 

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Eine Tradition - Roma-Butschu

Der traditionelle Roma-Kirtag im südburgenländischen Bachselten, der vom Verein Roma-Service organisiert und durchgeführt wird, stand dieses Jahr im Zeichen „Musik verbindet“. Gemeinsam präsentieren seit 1991 alle burgenländischen Volksgruppen ihre Kultur.

 

Quelle: Roma Service
Quelle: Roma Service

 

Roma-Butschu | Eine beliebte Tradition

Die Grundidee dieser Veranstaltung war und ist es, das Miteinander zu fördern. Der Roma-Butschu, also Roma-Kirtag, der am Samstag, den 11. Juni 2016 auf der Festwiese Schuh in Bachselten stattgefunden hat, zeigte die kulturelle Identität der Volksgruppe der Roma, sagt Emmerich Gärtner-Horvath, Obmann des Vereins Roma-Service.

 

Quelle: Roma Service
Quelle: Roma Service
Quelle: Roma Service
Quelle: Roma Service

 

So eine Veranstaltung wie der Roma-Kirtag bietet allen die Möglichkeit, einander zu treffen, die Kultur zu pflegen und kennen zu lernen. Vorurteile werden abgebaut und neue Freundschaften geschlossen, so Gärtner-Horvath weiter.

 

Musikalische Vielfalt | Tolle Stimmung

Musikalisch wurde der diesjährige Roma-Butschu von den Roma-Musikern der bekannten burgenländischen Roma-Band Romano Rath begleitet. Weiters präsentierte die kroatische Band Pannonix ihre traditionellen Lieder. Highlight des Roma-Kirtags 2016 war der Auftritt der beliebten und bekannten Romni Ivana Cibulova.

 

Quelle: Roma Service
Quelle: Roma Service

 

Mehr über den traditionellen Roma-Butschu, erfahren Sie am Montag in der Sendung „Roma sam“ auf Radio Burgenland.

 

Roma sam | 20.6.2016
montags 20:50 - 21:10 Uhr
Radio Burgenland | Livestream

 

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Ausbildung für die Zukunft

Die Ausbildung mit dem Titel „Roma Empowerment – Ausbildung in Training, Beratung und Selbst Organisiertem Lernen“, vermittelt den Teilnehmer/Innen methodische, inhaltliche und soziale Kompetenzen, die für die Gestaltung von Bildungs- und Entwicklungsprozessen relevant sind.

 

Quelle: Josef Schmidt
Quelle: Josef Schmidt

 

Das erworbene Wissen und die erworbenen Fähigkeiten ermöglichen es den Absolvent/Innen, Seminare, Workshops, Trainings und Coachings effektiv und professionell zu gestalten.

 

Quelle: Josef Schmidt
Quelle: Josef Schmidt

 

Für diesen Ausbildungslehrgang konnten Mag. Klaus Linde-Leimer vom Verein Blickpunkt Identität und Univ.-Prof. Dr. Karl Garnitschnig gewonnen werden, die ihr Wissen in den diversen Schulungen, an die Teilnehmer/Innen weiter geben.

 

Ausbildung für die Zukunft

Ziel dieser Ausbildung ist, den 8 Teilnehmer/Innen aus der Roma-Community ein fundiertes und zeitgemäßes Wissen zu vermitteln und Kompetenzen zu trainieren, damit sie nach Absolvierung der 25-wöchigen Ausbildung einerseits selbst sehr gute Chancen am Arbeitsmarkt haben und andererseits auch andere Personen durch ihr know-how ermutigen und unterstützen können, initiativ zu werden einen passenden Job zu finden.

 

Quelle: Josef Schmidt
Quelle: Josef Schmidt

 

Der Ausbildungsort - 7400 Oberwart, Lisztgasse 1 - ist bis zum 30. November 2016 auch die Anlaufstelle des Vereins KARIKA.

 

Getragen wird dieses Projekt, welches als ESF-Vorstufenprojekt gilt, vom Verein Blickpunkt Identität und vom Verein KARIKA. Unterstützung kommt vom Land Burgenland und dem AMS Burgenland.

 

Mehr darüber, erfahren Sie am Montag in der Sendung „Roma sam“ auf Radio Burgenland.

 

Roma sam | 13.6.2016
montags 20:50 - 21:10 Uhr
Radio Burgenland | Livestream

 

volksgruppen.orf.roma - aktuell.at

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Zorrom: Podiumsdiskussion in Graz

Dr. Gernot Haupt - Quelle: aau.at
Dr. Gernot Haupt - Quelle: aau.at

Vortrag und Podiumsdiskussion am 9. Juni in Graz:

Mentalitäten sind Gefängnisse von langer Dauer – Antiziganismus: Zur Geschichte und Gegenwart des Rassismus gegenüber Roma

 

Das Projekt ZORROM bietet Beratung in Arbeits- und Bildungs­fra­gen für Roma und Romnja, die vor­nehm­lich aus den neuen EU-Staa­ten Rumänien, Bulgarien und der Slowakei in die Steiermark emig­riert sind (Flyer). Der Schwer­punkt des Pro­jek­tes liegt auf der Ent­wick­lung und Um­set­zung von Maß­nah­men zur Qua­li­fi­zie­rung, zum Empower­ment und zu Anti-Diskri­mi­nie­rung. ZORROM soll die Chan­cen der Klientin­nen und Klien­ten sig­ni­fi­kant er­hö­hen, sich in den ers­ten Arbeits­markt zu in­tegrie­ren und da­mit ihre pre­käre Lebens­situa­tion zu ver­bes­sern.

 

 

 

 

 

 

Für den 9. Juni lädt das kürz­lich an­ge­lau­fene Caritas­pro­jekt nun zu einem Vortragsabend mit Po­diums­dis­kus­sion über Anti­ziga­nis­mus ins Grazer ViniNest:

 

Ort: VinziNest (Speisesaal), Kernstockgasse 14, 8020 Graz


Zeit: Donnerstag, 9. Juni, 18:45-20:45

 

Ablauf:
18:45-18:55: Einleitende Worte und Kurzpräsentation des Projektes ZORROM: Michael Teichmann (Caritas Graz)

 

18:55-19:15: Antiziganismus: der gesellschaftlich tolerierte Rassismus – Warum die Diskri­mi­nie­rung von Roma noch immer so weit ver­brei­tet ist? Vor­trag von DDr. Gernot Haupt (Vor­sitzen­der des Insti­tuts für Sozial­ar­beit; Lehr­be­auf­trag­ter an der Alpen-Adria-Uni­ver­si­tät Kla­gen­furt):

19:15-19:30: Präsentation des zweiten Antiziganismus-Berichtes des Ro­ma-Vereins Ro­ma­no Centro: Irina Spataru (Roma-Ak­ti­vis­tin und Trai­ne­rin, Wien)

 

19:30-20:45: Podiumsdiskussion und Publikumsgespräch: Irina Spataru, Gernot Haupt, Nora Musenbichler (Ko­or­di­na­to­rin der Vinzi­Werke, Graz) und Ronald Frühwirth (auf Grund­rechts­fra­gen spe­zia­li­sier­ter Rechts­an­walt und für die Bettel­lobby tä­tig, Graz)


Moderation: Christian Ehetreiber (GF-Obmann der ARGE Jugend ge­gen Ge­walt und Rassis­mus und Mit­glied im Grazer Men­schen­rechts­beirat)

Im Anschluss laden die Veranstalter zu einem klei­nen Buf­fet. Mu­si­ka­lisch um­rahmt wird es von der Berki-Band (frei­wil­li­ge Spen­den für die Mu­si­ker er­be­ten).

 

Text: Caritas Graz

 

Roman Urbaner (dROMa)

http://www.roma-service.at/dromablog/?p=36421

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Jazzmusiker Häns’che Weiss verstorben

Quelle: Saldo Promotion
Quelle: Saldo Promotion

Am 2. Juni verstarb der Sinti-Jazzgitarrist und Kom­po­nist Häns’che Weiss nach schwerer Krankheit in Berlin.

 

Der 1951 geborene Musiker lernte die Grund­lagen seines virtuo­sen Gitar­ren­spiels in der Fa­mi­lie und trat mit 18 Jah­ren 1969 in das Schnuckenack Reinhardt Quintetts ein.

 

Aus die­sem ging spä­ter das Häns’che Weiss Quintett her­vor, in dem neben dem Solo­gitar­risten Weiss unter an­derem Titi Winterstein an der Vio­li­ne spiel­te.

 

Ab den 1980er Jahren er­wei­ter­te Weiss sein musi­ka­li­sches Schaf­fen und wand­te sich auch der Bos­sa Nova und dem Modern Jazz zu.

 

Mit Häns’che Weiss verstarb einer der Bedeu­tendsten sei­nes Genres.

 

 

 

Roman Urbaner (dROMa)

http://www.roma-service.at/dromablog/?p=36797

 

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Fußball verbindet..........

265 Millionen Fußballspieler/Innen jagen weltweit dem runden Leder hinterher. Seit jeher - bewegt Fußball - die Menschen, und das nicht nur auf dem grünen Rasen.

 

Quelle: ORF
Quelle: ORF

 

Fußball verbindet…

Damit junge Fußballer/Innen ihrer Freizeitbeschäftigung nachgehen können, sind Verantwortliche der Fußballvereine gefragt, die erforderlichen Rahmenbedingungen zu schaffen.

 

Quelle: ORF
Quelle: ORF

 

In letzter Zeit werden verstärkt Spielgemeinschaften gebildet, damit die „Stars von morgen“, ihr Können in einer Meisterschaft unter Beweis stellen können. Geburtenschwache Jahrgänge tragen dazu bei und deshalb wurde auch die Spielgemeinschaft Pinkatal mit jungen Spielern aus den Vereinen KIKOBA, Deutsch Schützen, Strem und Eberau ins Leben gerufen.

 

Quelle: ORF
Quelle: ORF

 

Die unter Vierzehnjährigen aus Österreich und Ungarn geben ihr Bestes, damit ihre Träume einmal in Erfüllung gehen. Und auch die ehrenamtlichen Trainer opfern sehr viel ihrer Freizeit, damit die jungen Spieler/Innen, ihren gesetzten Zielen näher kommen. Der schönste Nebeneffekt dieser Sache ist, dass Fußball unterschiedliche Völker und Kulturen miteinander verbindet. Für die jungen Kicker gibt es keine Unterschiede, es ist eine Bereicherung.

 

Mehr darüber, hören sie am Montag in der Sendung „Roma sam“ auf Radijo Burgenland.

 

Roma sam | 6.6.2016
montags 20:50 - 21:10 Uhr
Radio Burgenland | Livestream

 

volksgruppen.orf.roma - aktuell.at

http://volksgruppen.orf.at/roma/stories/2777455/

 

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Kosovobericht: Lost in Transition

Quelle: GFBV Schweiz
Quelle: GFBV Schweiz

GfbV-Studie zur Zwangsmigration von Roma aus dem Kosovo (2015)


GfBV-Bericht: Lost in Transition. The Forced Migration Circle of Roma, Ashkali and Balkan Egyptians from Kosovo (108 S., PDF, 7,8 MB) | Zusammenfassung (PDF, 176 KB)

 

 

 

 

 

 

 

 

Roma, Aschkali und Balkan-Ägypter sind im Kosovo wei­ter­hin einer struk­tu­rel­len und ku­mu­la­ti­ven Dis­kri­mi­nie­rung aus­ge­setzt; sie ha­ben kaum Zu­gang zu Ar­beit und Wohn­raum und die Kinder wer­den in den Schulen dis­kri­mi­niert. Flüch­ten sie Rich­tung West­europa, wer­den sie innert kür­zes­ter Zeit wie­der in den Kosovo zu­rück­ge­schickt, bloß um den Ko­so­vo wie­der zu ver­las­sen, da sie dort nicht le­ben kön­nen – ein Teufels­kreis. Der neu­este Be­richt der Ge­sell­schaft für be­drohte Völker Schweiz (GfbV) zeigt die­ses Ver­sagen Euro­pas auf. Die GfbV for­dert nach­hal­tige Lösun­gen und ruft auf, von der zwangs­wei­sen Rück­füh­rung von Roma, Asch­kali und Bal­kan-Ägyp­tern ab­zu­sehen.

 

 

Der Mitte Dezember 2015 veröffentlichte Bericht der Gesell­schaft für be­drohte Völ­ker Schweiz (GfbV) «Lost in Transition – The forced migra­tion circle of Roma, Ashkali and Balkan Egyptians from Kosovo» zeigt auf, dass die bis­he­ri­ge Politik West­europas, Roma, Asch­kali und Bal­kan-Ägyp­ter zwangs­weise in den Koso­vo zurück­zu­führen, ge­scheitert ist. Die Mehr­heit der ab­ge­scho­be­nen Roma, Aschkali und Balkan-Ägyp­ter muss den Ko­sovo wie­der ver­las­sen, da eine struk­tu­rel­le und ku­mu­la­tive Dis­kri­mi­nie­rung ihnen ein Über­leben im Kosovo un­mög­lich macht. Die meis­ten gehen daher ent­weder in den Unter­grund in West­europa oder nach Serbien, in der Hoff­nung in einem der in­for­mel­len Slums über­le­ben zu können.

 

Familien vor Ort befragt

 

In den Jahren 2014 und 2015 befragte die GfbV 70 Familien, die aus West­europa zwangs­weise in den Kosovo rück­ge­führt wor­den sind. 30 Fa­mi­lien da­von hat­ten zu diesem Zeit­punkt den Kosovo be­reits Rich­tung Serbien ver­las­sen und wur­den dort befragt. Als die GfbV die Befrag­ten im August 2015 wieder kon­tak­tie­ren woll­te, wa­ren von den Fami­lien noch ganze 7 im Kosovo und 15 in Serbien – 48 Fa­mi­lien be­fan­den sich wie­der in West­europa.

 

Dass Roma, Aschkali und Balkan-Ägypter im Kosovo keine Lebens­grund­lage haben, ist in ers­ter Linie die Folge der Dis­kri­mi­nie­rung, aber auch der all­gemei­nen schlech­ten wirt­schaft­li­chen Lage des Landes. Unter den Haus­hal­ten, die die GfbV im Ko­sovo be­frag­te, gab es keine ein­zige Person, die eine lega­le An­stel­lung hatte. Die Haupteinnahmequelle im Kosovo waren Über­weisun­gen von An­ge­hö­ri­gen aus West­europa. Eine ver­mehrte zwangs­weise Rück­füh­rung in den Kosovo wird da­her die para­doxe Wir­kung haben, dass auf­grund der zurück­gehen­den Über­weisun­gen aus dem Aus­land noch mehr Roma, Aschkali und Bal­kan-Ägyp­ter den Kosovo ver­las­sen werden.

 

Den Kindern werden so die Zukunftsperspektiven genom­men. Im Koso­vo be­such­ten nur 25% der zwangs­rück­ge­führ­ten Kinder im schul­pflich­ti­gen Alter die Schule, wäh­rend in West­europa alle Befrag­ten die Schule be­suchten.

Gescheiterte Wiedereingliederungsstrategie der Regie­rung

Die Regierungsstrategie Kosovos zur Wiedereinglie­de­rung der rück­geführten Per­so­nen sieht zwar ver­schie­dene Unter­stützungs­mög­lich­keiten vor. In den 70 be­frag­ten Haus­hal­ten hatte je­doch z.B. keine einzige Person an einem Aus­bil­dungs­programm oder einer Ar­beits­be­schaf­fungs­maß­nahme teil­ge­nommen.

 

Der Auswanderungsdruck wird durch die katastrophale Wohnungs­situation ver­stärkt. Viele Häuser wur­den in der Nach­kriegs­zeit zer­stört oder il­le­gal be­setzt. Der seit 2003 be­ste­hen­den Ver­pflich­tung, diese Sied­lungen zu le­ga­li­sieren, um so die Woh­nungs­not zu lin­dern, ist die Regie­rung des Kosovo bis heute nicht nach­ge­kommen.

 

GfbV fordert Lösungen

 

Die GfbV ruft daher die Mitgliedsstaaten der EU wie auch die Schweiz auf, ge­gen die struk­tu­rel­le und ku­mu­la­ti­ve Dis­krimi­nie­rung der Roma, Aschka­li und Balkan-Ägyp­ter im Sinne der Euro­päi­schen Men­schen­rechts­kon­vention vor­zu­gehen und von der zwangs­weisen Rück­führung von Roma, Asch­kali und Balkan-Ägyptern ab­zu­sehen. Stattdessen sollten die westeuropäischen Staaten einer durch­dachten, ziel­füh­ren­den und nach­hal­ti­gen Pol­i­tik fol­gen:

 

1. Dauerhafte Integration der bereits länger in Westeuropa le­ben­den Roma-, Asch­kali- und Bal­kan-Ägyp­ter-Flücht­lin­ge, so lan­ge die sys­te­ma­ti­sche und ku­mu­la­ti­ve Dis­kri­mi­nie­rung an­dauert.
2. Legale Arbeits- und Ausbildungsprogramme für Roma, Asch­kali und Bal­kan-Ägyp­ter aus dem west­li­chen Balkan in West­europa.
3. Umsetzung von Integrationsprogrammen für Roma, Aschkali und Bal­kan-Ägyp­ter in den Län­dern des west­li­chen Bal­kans.

 

Text: GfbV.ch, 16.12.2015

 

Roman Urbaner (dROMa)

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Roma und Travellers. Identitäten im Wandel

Quelle: Thurner/Hussl/Eder-Jordan (Hrsg)
Quelle: Thurner/Hussl/Eder-Jordan (Hrsg)

Erika Thurner, Elisabeth Hussl, Beate Eder-Jordan (Hrsg.): Roma und Travellers. Identitäten im Wandel. Mit einem Vorwort von Karl-Markus Gauß, iup: Innsbruck 2015. (384 S., ISBN 978-3-902936-95-0)

Buchpräsentation‬ mit ‪Lesung‬ ‪in‬ ‎Innsbruck‬: 31. Mai 2016, 19 Uhr, Studia, Innrain 52f

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„… in den letzten Jahren hat die wissenschaft­li­che Be­schäf­ti­gung mit so vie­len Aspek­ten der Ge­schich­te, Kultur, Sprache der Roma ein Niveau er­reicht, das vor zwei, drei Jahr­zehn­ten noch kaum vor­stell­bar war. … den aka­de­mi­schen El­fen­bein­turm hat es, was die Roma-Studien be­trifft, nie ge­ge­ben, denn wer im­mer über Roma forscht, tut es auch, um auf seine Wei­se das fata­le und ge­fähr­li­che Bild, das sich die Öf­fent­lich­keit von den Roma so lange ge­macht hat, zu kor­ri­gie­ren und Wissen zu ver­brei­ten, das in die Gesell­schaft hinaus­wirkt.“

(Karl-Markus Gauß, Vorwort)

 

Die Herausgeberinnen bieten einen breiten Über­blick über die gesell­schaft­li­che Posi­tion von Roma, Jenischen und Travellers in Öster­reich und in eini­gen ande­ren euro­päi­schen Staaten. Lebens­ver­hält­nis­se und Le­bens­zu­sam­men­hänge, Sprachen und kul­tu­relle Pro­duk­tio­nen sind eben­so Thema wie en­ga­gier­tes Auf­be­geh­ren und orga­ni­sier­tes Sicht­bar­wer­den dieser Min­der­hei­ten („Weni­ger­hei­ten“ mit den Wor­ten von Ceija Stojka). Nam­hafte Wis­sen­schaf­terIn­nen aus un­ter­schied­li­chen Dis­zipli­nen und Akti­vistIn­nen ha­ben sich zu die­sem Zweck ver­netzt, be­teilig­ten sich an Work­shops, Lehr­ver­anstal­tun­gen und Ta­gun­gen an der Uni­ver­si­tät Inns­bruck und stel­len ihre zum Teil jahr­zehnte­lan­gen Er­fah­run­gen und For­schungs­er­geb­nis­se für diesen Sam­mel­band zur Ver­fü­gung.

 

Text: Univ. Innsbruck

 

Inhalt:

 

Karl-Markus Gauß: Vorwort
DOI: 10.15203/2936-95-0-1

 

Erika Thurner / Elisabeth Hussl / Beate Eder-Jordan: Einleitung
DOI: 10.15203/2936-95-0-2

 

Erika Thurner: Roma in Europa, Roma in Österreich
DOI: 10.15203/2936-95-0-3

 

Beate Eder-Jordan: „Imagining it otherwise“. Der (un)sichtbare Para­dig­men­wechsel im Bereich der Romani-Literaturen und -Kulturen
DOI: 10.15203/2936-95-0-4

 

Rudolf Sarközi: Rom sein in Österreich
DOI: 10.15203/2936-95-0-5

 

Peter Hilpold: Minderheitenschutz im Völkerrecht und im Europarecht – unter be­son­de­rer Be­rück­sich­ti­gung der Roma
DOI: 10.15203/2936-95-0-6

 

Cécile Kovácsházy: Manusch, Gitanos, Roma: „Tsiganes“ in Frankreich
DOI: 10.15203/2936-95-0-7

 

Christiane Fennesz-Juhasz / Mozes F. Heinschink: Selbstzeugnisse von Roma zu ihrer (Kultur-)Geschichte
DOI: 10.15203/2936-95-0-8

 

Barbara Schrammel-Leber / Dieter W. Halwachs: Roma und Romani in Österreich
DOI: 10.15203/2936-95-0-9

 

Ursula Hemetek: Musik der Roma und angewandte Ethno­musi­ko­lo­gie: Stu­fen einer An­nä­he­rung
DOI: 10.15203/2936-95-0-10

 

Helena Sadílková: Romani teaching in the Czech Republic
DOI: 10.15203/2936-95-0-11

 

Peter Stöger: Fremde – Heimat und der Wert des Erin­nerns aus päda­go­gi­scher Sicht in Be­zug auf Roma, Sinti und Jenische
DOI: 10.15203/2936-95-0-12

 

Gerald Kurdoğlu Nitsche: Wir sind Fahrende
DOI: 10.15203/2936-95-0-13

 

Heidi Schleich: Das Jenische
DOI: 10.15203/2936-95-0-14

 

Sieglinde Schauer-Glatz: Fragmente meines Lebens
DOI: 10.15203/2936-95-0-15

 

Alois Lucke: „Die Verbrechen an mir, meiner Familie und mei­ner Volks­gruppe“
DOI: 10.15203/2936-95-0-16

 

Elisabeth M. Grosinger-Spiss: Jenische in Tirol
DOI: 10.15203/2936-95-0-17

 

Roman Spiss: Das Bezirksmuseum auf Schloss Landeck
DOI: 10.15203/2936-95-0-18

 

Marlene Roner-Trojer: Aterritorial – learning from gypsies – oder wie viele Ar­ten des Woh­nens ken­nen wir?
DOI: 10.15203/2936-95-0-19

 

Ricarda Kössl: … am Stadtrand – eine sozio-archi­tek­to­ni­sche Studie
DOI: 10.15203/2936-95-0-20

 

Milena Hübschmannová †: Meine Begegnungen mit dem Šukar Laviben der Roma
DOI: 10.15203/2936-95-0-21

 

Roman Urbaner (dROMa)

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„Hilfswerk für die Kinder der Landstrasse“

Quelle: Gegen das Vergessen
Quelle: Gegen das Vergessen

Vor 30 Jahren, am 3. Juni 1986, ent­schul­dig­te sich der Schwei­zer Bun­des­prä­si­dent Alphons Egli für das Un­recht, das Hun­der­ten Jeni­schen, Roma und Sinti durch das „Hilfs­werk für die Kin­der der Land­strasse“ bis 1973 wi­der­fah­ren war.

 

 

 

 

 

 

Anlässlich dieses Jahrestags veranstal­tet die Schweizer Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) in Bern am 2. Juni eine Podiums­dis­kus­sion über die­ses düs­te­re Ka­pi­tel der Schwei­zer Ge­schich­te: Fyer (PDF)

 

Die Diskriminierung von Jenischen, Sinti und Roma reicht in der Schweiz weit zu­rück. So war es aus­län­di­schen Roma, Sinti und Jeni­schen zwi­schen 1906 und 1972 ver­boten, in die Schweiz ein­zu­rei­sen. Als sie im Zwei­ten Welt­krieg durch den National­sozia­lis­mus ver­folgt wur­den, ge­währte die Schweiz ihnen kein Asyl – eini­ge der Ab­ge­wie­se­nen star­ben an­schlie­ßend in Kon­zentra­tions­lagern. Doch nicht nur aus­län­di­sche Roma, Sinti und Je­ni­sche hat­ten es wäh­rend die­ser Zeit schwer in der Schweiz, auch die Schwei­zer Min­der­hei­ten­an­ge­hö­ri­gen waren den Be­hör­den ein Dorn im Auge. Diese sahen Roma, Sinti und Je­ni­sche als «Gefahr», die in «Banden» und «Horden» auf­trete und eine «Plage» sei». Sie wur­den in der Schweiz poli­zei­lich auf­ge­grif­fen und ihre Da­ten zwi­schen 1911 und 1990 im «Zigeunerregister» re­gistriert. Nach die­sem Ein­trag wur­den die Fa­mi­lien ge­trennt: Frauen und Kinder wur­den in Heimen un­ter­ge­bracht, wäh­rend die Männer in Straf­anstal­ten über­führt wur­den.

 

Ein besonders dunkles Kapitel hinsicht­lich der Schweiz im Um­gang mit ihren Minder­heiten war das so­ge­nannte «Hilfs­werk für die Kin­der der Land­strasse» der Or­ga­ni­sa­tion Pro Juventute, wel­ches auch vom Bund finan­ziell unter­stützt wur­de. Ziel dieses Pro­jekts war es, die Schwei­zer Je­ni­schen zu «sess­haften, brauch­baren Bürgern» zu ma­chen, was schluss­end­lich die Aus­rot­tung der je­ni­schen Kultur mün­den soll­te. Im Rah­men des «Hilfswerks» wur­den zwi­schen 1926 und 1973 fast 600 je­ni­sche Kinder ihren Fa­mi­lien ent­ris­sen und in Heimen oder Pflege­fa­mi­lien fremd­platziert. Für die Be­trof­fe­nen hat­ten die Fremd­platzie­run­gen und für­sor­ge­ri­schen Zwangs­maß­nah­men tief­grei­fen­de Fol­gen: Sie wa­ren oft grau­sa­men Miss­hand­lun­gen und in vie­len Fällen auch sexuel­lem Miss­brauch aus­ge­setzt. Ein Vier­tel von ihnen wur­de kri­mi­na­li­siert und weg­gesperrt. 80% der Be­trof­fe­nen konn­ten kei­nen Be­ruf aus­üben.

 

Erst am 3. Juni 1986, anlässlich der Nationalrats­de­batte über den Ge­schäfts­be­richt des Bundes­rates, ent­schul­dig­te sich der da­ma­lige Bun­des­prä­si­dent Alphons Egli dafür, dass der Bund das «Hilfs­werk für die Kinder der Land­strasse» mit­finan­ziert hatte. Diese Ent­schul­di­gung war ein wich­ti­ger, sym­bo­li­scher Akt der po­li­ti­schen Auf­ar­bei­tung der schwe­ren und sys­te­ma­ti­schen Ver­fol­gung, wel­cher die Jeni­schen in der Schweiz bis 1973 unter­zogen wur­den und mar­kierte einen Wende­punkt auf dem Weg hin zur An­er­ken­nung die­ser Min­der­heit.

 

Die Gesellschaft für bedrohte Völker fordert daher:

 

• Umsetzung des Europäischen Rahmen­über­ein­kom­mens zum Schutz natio­na­ler Min­der­heiten
• Aufarbeitung und Vermittlung der Kultur-und Ver­fol­gungs­ge­schichte der Je­ni­schen, Sinti und Roma in der Schweiz
• Anerkennung der Jenischen, Sinti und Roma als na­tio­nale Min­der­heiten
• Verstärkte politische Partizipation und Teilhabe der Selbst­orga­ni­sa­tio­nen der Je­ni­schen, Sinti und Roma

 

Text: GfbV.ch

 

Roman Urbaner (dROMa)

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Romakinder benachteiligt: EU-Verfahren gegen Ungarn

Quelle: Xavier Häpe/CC
Quelle: Xavier Häpe/CC

Wie die EU-Kommission am Donners­tag mit­teil­te, ist gegen Ungarn ein Ver­trags­ver­letzungs­ver­fah­Ren er­öff­net wor­den. Die Kom­mis­sion geht damit gegen die syste­ma­ti­sche Dis­kri­mi­nie­rung von Kindern aus Roma-Fa­mi­lien vor.

 

Kon­kret gehe es bei dem Ver­fah­ren „um Gesetz­ge­bung und büro­kra­ti­sche Praxis in Ungarn, die zu einer Dis­kri­mi­nie­rung von Roma-Kindern im Bil­dungs­bereich“ füh­ren, so Kom­mis­sions­spre­cher Christian Wigand.

 

Ro­ma-Kin­der haben in Ungarn viel­fach nicht den gleichen Zu­gang zu Bil­dung wie an­dere Schü­ler. Die Euro­päi­sche Kom­mis­sion weist darauf hin, „dass der An­teil der Roma-Kinder an spe­ziel­len Schulen für geis­tig be­hin­derte Kinder un­ver­hältnis­mäßig hoch ist und dass Roma-Kinder auch in den Regel­schulen oft getrennt unter­rich­tet wer­den“.

 

Dies ver­letze die EU-Direk­tive für eth­ni­sche und ras­si­sche Gleich­behand­lung (Council Direc­tive 2000/43/EC). Ähn­li­che Ver­fahren wegen Diskri­mi­nierung der Volks­gruppe hat die Kom­mission be­reits ge­gen Tschechien und die Slowakei ein­ge­leitet.

 

Die Regierung in Budapest hat nun zwei Monate Zeit, um auf die Vor­wür­fe zu ant­wor­ten, dann wird die Lage neuer­lich be­urteilt. In einer ers­ten Stel­lung­nahme wies die unga­ri­sche Regie­rung die Vor­würfe zurück. Es lä­gen keine offiziellen Daten über Roma-Schüler vor, weil die ethni­sche Iden­ti­tät der Kinder in Un­garn amt­lich gar nicht er­fasst werde.

 

Roman Urbaner (dROMa)

http://www.roma-service.at/dromablog/?p=36580

 

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Sozialeinsatz in Rumänien

Roma bilden nach den Ungarn die zweitgrößte ethnische Minderheit in Rumänien. Verlässliche Zahlen zu Bevölkerungsgröße und Bevölkerungsanteil fehlen jedoch. Ihre offizielle Zahl wird auf ca. 1,2 Millionen geschätzt. Weiters werden die Roma als größte Minderheit des Landes gehalten. Viele Roma sind jedoch sozial, materiell und politisch marginalisiert.

 

Sozialeinsatz in Rumänien

Den in Vorarlberg lebenden Roma und Sinti wird oft mit Argwohn und Misstrauen begegnet. Zu Unrecht, ist Amrei Vonier überzeugt. Zurzeit arbeitet sie in Rumänien mit ihnen zusammen.

 

Seit gut einem Jahr ist sie in Kontakt mit den in Vorarlberg lebenden Roma und Sinti, gemeinsam mit anderen gründete sie die „Plattform für Arbeitsmigration“. Seit Jänner dieses Jahres ist sie nun als Volontärin von „Concordia Sozialprojekte“ in Rumänien.

 

Quelle: Vorarlberg online
Quelle: Vorarlberg online

 

Amrei Vonier spricht über ihre Erlebnisse und Erfahrungen, die sie in Vorarlberg und Rumänien gemacht hat. Vor allem beklagt sie aber das aus ihrer Sicht unbegründete Misstrauen und die Vorurteile gegenüber dieser Volksgruppe.

 

Mehr darüber, hören sie am Montag in der Sendung „Roma sam“ auf Radio Burgenland.

 

Roma sam | 30.5.2016
montags 20:50 - 21:10 Uhr
Radio Burgenland | Livestream

 

volksgruppen.orf.roma - aktuell.at

http://volksgruppen.orf.at/roma/stories/2776033/

 

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Bregenzer Bettelverbot vor Gericht

Quelle: VN 2015
Quelle: VN 2015

Vorarlbergs Städte setzen auf teils sehr umfassende Bettelverbote. Der Landesvolksanwalt sieht die Grundrechte in Gefahr: Jetzt muss sich der Ver­fas­sungs­gerichtshof damit befassen.

 

 

 

 

 

 

 

Der Vorarlberger Landesvolksanwalt Florian Bachmayr-Heyda hält das in Bregenz ver­häng­te Bettel­verbot für ver­fas­sungs­wid­rig. Das Verbot sei rassis­tisch und räum­lich zu weit­rei­chend. Die Rege­lung greife so­mit zu sehr in die Grundrechte der betteln­den Men­schen ein.

 

Jetzt hat der – im Juni 2015 vom Landtag gewählte – Landes­volks­anwalt den Bre­gen­zer Fall vor den Ver­fas­sungs­gerichts­hof gebracht, der ge­nerelle Bettel­verbote bereits früher für gesetz­widrig er­klärt hatte. Eben­so geht Bach­mayr-Hey­da­ gegen die weit­rei­chen­den Be­stim­mun­gen des Camping­verbots in Nenzing vor.

 

Auch die Bettel­verbote in ande­ren Vor­arl­ber­ger Städten (wie in Bludenz, wo es kei­ner­lei zeit­liche Be­gren­zun­gen des Ver­botes gibt) sieht Bachmayr-Heyda kri­tisch.

 

Am Diens­tag wurde darüber hinaus auch in Feldkirch ein neues Bettel­verbot be­schlos­sen. Somit be­ste­hen nun­mehr in allen Vor­arl­ber­ger Städten (Bregenz, Dornbirn, Feldkirch, Bludenz) – mit Ausnahme von Hohenems – kom­mu­na­le Bettel­verbote.

 

Siehe auch: Auch Eisenstadt hat am Montagabend ein Bettelverbot beschlossen.

 

Roman Urbaner (dROMa)

http://www.roma-service.at/dromablog/?p=36552

 

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Neuer Obmann des KVÖR

Nach dem der Gründer des Kulturvereines Österreichischer Roma, Rudolf Sarközi, am 12. März 2016 verstorben ist, folgt nun dessen Neffe, Christian Klippl, ihm als Obmann nach.

 

Arbeit wird weitergeführt

Im Lokal des Kulturvereines Österreichischer Roma, in der Devrientgasse 1, im 19. Wiener Gemeindebezirk, wird die langjährige Arbeit von Rudolf Sarközi, von seinem Sohn Andreas und dessen Cousin Christian Klippl, weitergeführt. Junge Roma fördern, sie motivieren und ihnen Selbstbewusstsein geben, das war das, wofür Rudolf Sarközi gekämpft hat.

 

Heute sind die Aufgaben des Vereins etwas anders gelagert: Vorurteile oder Rassismus schlägt österreichischen Roma nur noch selten entgegen, sagt Christian Klippl. Weitere Schwerpunkte liegen in der Gedenkarbeit sowie in der Berufsorientierung und Weiterbildung für Roma.

 

v.l.: Alexander Sarközi, Andreas Sarközi, Franz Kirchgatterer, Christian Klippl - Quelle: KV-Roma
v.l.: Alexander Sarközi, Andreas Sarközi, Franz Kirchgatterer, Christian Klippl - Quelle: KV-Roma

 

Nicht einfach sei es, den Verein der jungen Generation schmackhaft zu machen: „Wir wollen uns stärker darum bemühen, die Jungen für ihre Geschichte zu interessieren“, so der Obmann, Christian Klippl.

 

Kulturverein Österreichischer Roma Devrientgasse 1, 1190 Wien

http://www.kv-roma.at

 

Mehr darüber, hören sie am Montag in der Sendung „Roma sam“ auf Radio Burgenland.

 

Roma sam | 23.5.2016
montags 20:50 - 21:10 Uhr
Radio Burgenland | Livestream

 

volksgruppen.orf.roma - aktuell.at

http://volksgruppen.orf.at/roma/stories/2774683/

 

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Hoffnung für Kinder in Rumänien

Armut und Diskriminierung gehören für Kinder aus Roma-Familien zum Alltag. Das soll sich ändern. Die rumänische Kleinstadt Dumbrăveni geht mit gutem Beispiel voran.

 

Carina will Ärztin werden. Die Siebenjährige weiß, dass sie dafür viel lernen muss – und fängt im Tageszentrum damit an - Quelle: SN/Eva Hammerer
Carina will Ärztin werden. Die Siebenjährige weiß, dass sie dafür viel lernen muss – und fängt im Tageszentrum damit an - Quelle: SN/Eva Hammerer

 

Hoffnung für Kinder in Rumänien

Florina ist acht Jahre alt. Sie schiebt die Kugeln auf dem Rechenschieber hin und her und schreibt Zahlen auf ein Blatt Papier. Sie macht ihre Hausübungen, wie auch 14 andere Mädchen und Buben von sieben bis zwölf Jahren im Tageszentrum in der rumänischen Kleinstadt Dumbrăveni (dt. Elisabethstadt) in Siebenbürgen. Auf den ersten Blick unterscheiden sie sich nicht von anderen Kindern: Sie lieben Tempelhüpfen, Tischtennis oder Fußball und interessieren sich für Tiere und Pflanzen. Sie wollen Ärztinnen werden, Lehrerinnen oder Polizisten und Piloten.

 

Doch ihre Zukunftschancen sind schlecht: Sie gehören der Minderheit der Roma an. Diskriminierung und bittere Armut prägen ihren Alltag. Viele Eltern können nicht lesen oder schreiben und ihren Kindern daher auch nicht bei den Hausaufgaben helfen. Die Familien leben meist in desolaten Hütten. Die wenigsten verfügen über einen Wasser- oder Stromanschluss.

 

Das Tageszentrum steht unter der Leitung des Diakoniewerks. Ziel ist es, Kindern aus sozial benachteiligten Familien in ihrer Heimat eine gute Zukunft zu ermöglichen und das Gelernte aus der Schule auch zu verinnerlichen. Sie sollen dort aber auch ganz basale Dinge lernen: Sich zu waschen, beim Essen an einem Tisch zu sitzen oder zu grüßen. Die Leiterin des Zentrums, Eva Gyerko, formuliert es so: „Wir wollen für sie ein zweites Zuhause schaffen.“ Hier bekommen die Kinder auch regelmäßig warme Mahlzeiten. Das können viele Eltern ihren Kindern nicht bieten, weil das Geld dafür fehlt. Zur Nachmittagsjause gibt es Obst. Florina nimmt ihre Banane mit - für ihren zweijährigen Bruder.

 

Die Kinder lernen und spielen gemeinsam - Quelle: SN/Eva Hammerer
Die Kinder lernen und spielen gemeinsam - Quelle: SN/Eva Hammerer

 

Viele Kinder aus dem Tageszentrum gehen in Dumbrăveni in die Sonderschule. Direktor Mircea Prodan Vasile kennt die Sorgen und Nöte der Familien gut. Er weiß, dass die Kinder oft helfen müssen, um das karge Einkommen der Familien aufzubessern. Die wenigsten Eltern haben Arbeit und erhalten Sozial- und Kinderbeihilfe. Im Frühling etwa sammeln sie Schnecken, die dann auf Märkten verkauft werden. Darum blickt der Direktor auch darüber hinweg, wenn die Kinder fehlen: „Wenn sie sich zwischen Schule und Überleben entscheiden müssen, dann fällt die Wahl immer auf das Überleben“, erklärt er. Aber: „Es geht nicht, wenn nur die Kinder arbeiten und die Eltern nichts tun, nach dem Motto: Warum sollen sie zur Schule gehen? Ich war selbst nicht dort.“

 

Das gilt nicht für die 31-jährige Gabriela. Sie ist verheiratet und hat zwei Söhne (11 und 13) und sie legt großen Wert darauf, dass die beiden zur Schule gehen und auch das Tageszentrum besuchen. Gabriela selbst hat drei Mal die erste Klasse besucht - mehr Schulbildung kann sie nicht vorweisen. „Ich habe sieben Geschwister, es gab für mich keine Möglichkeit, in die Schule zu gehen“, sagt sie bedauernd. Sie leidet an Brustkrebs und hat Herzprobleme. Aber sie lässt sich nicht unterkriegen: „Ich muss weitermachen - für meine Kinder. Ich will, dass sie es besser haben als ich.“

 

Auch der Direktor der Sonderschule hält das Tageszentrum für eine gute Einrichtung: „Sie lernen Respekt und Regeln einzuhalten - alles, was wichtig ist.“ Ob seine Schülerinnen und Schüler aus Roma-Familien stammen, ist ihm egal: „Sie alle sind meine Schüler“, erklärt er. „Und ein Roma-Kind weint wie ein Kind in Österreich. Sie können ja nichts dafür, dass sie in Rumänien geboren wurden.“

 

Das Tageszentrum - Quelle: SN/Eva Hammerer
Das Tageszentrum - Quelle: SN/Eva Hammerer

 

Das Zentrum besteht seit Sommer 2015. Anfangs war es in der Schule in Dumbrăveni unterbracht. Im Jänner befindet es sich in einem ehemaligen Wohnhaus in der Stadt, das von Spendengeldern angekauft wurde. Es wurde bereits vieles adaptiert, aber es sind weitere Umbauten notwendig: Getrennte Duschen und Toiletten für Mädchen und Buben, eine Küche, ein geräumiges Speisezimmer, in dem die Kinder gemeinsam essen können. Künftig sollen dort bis zu 25 Kinder Platz finden, die von 12 bis 16 Uhr betreut werden. Für Umbau und Erhalt des Zentrums sind aber weitere Spenden notwendig.

 

Ziel des Zentrums ist es auch, Vorurteile gegenüber Roma abzubauen. Daher sollen künftig auch Kinder aus notleidenden rumänischen Familien das Zentrum besuchen. Derzeit sind es nur Roma-Kinder. Doch zumindest zwei von ihnen stammten aus besseren Verhältnissen, erklärt Leiterin Eva Gyerko. „Eine soziale Durchmischung ist erwünscht.“ Im Zentrum arbeitet auch Alina. Sie stammt aus einer Roma-Familie, aber sie hat es geschafft: Sie studierte und ist auch in der Sonderschule als Mediatorin tätig. „Ich habe eine gute Beziehung zu den Kindern“, sagt sie. Und sie kennt auch deren Familien. Weitere Unterstützung kommt von einer Hilfskraft in Teilzeit. „Aber wir bräuchten mehr Mitarbeiter“, sagt Gyerko. Angedacht ist auch die Mitarbeit von Ehrenamtlichen.

 

Ana Palcu vom Diakoniewerk hat das Zentrum mitaufgebaut. Sie erklärt: „Die Not ist so groß und das Zentrum ist ein Tropfen auf dem heißen Stein. Aber es ist wie mit der Wüste und dem Wasser: Man kann zumindest kleine Oasen schaffen und das gibt uns die Kraft, weiter zu machen.“

 

Quelle: SN/Eva Hammerer

 

volksgruppen.orf.roma - aktuell.at

http://volksgruppen.orf.at/roma/stories/2775139/

 

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Wiener Festwochen: Látszatélet

Quelle: Wiener Festwochen
Quelle: Wiener Festwochen

Látszatélet (Scheinleben)
Schauspiel / Uraufführung
Kornél Mundruczó / Proton Theatre (H)

 

Halle G im MuseumsQuartier, 1070 Wien | Spiel­tage: tgl. von 21.5. bis 24.5.2016, 20:30 Uhr | Preis: EUR 15,- / 20,- / 30,- | Spra­che: Un­ga­risch mit deut­schen Über­ti­teln | Dauer: ca. 90 Min., kei­ne Pau­se | Pub­li­kums­gespräch: 21. Mai, im An­schluss an die Vor­stel­lung

 

 

Der Sohn einer Roma-Familie wird mit ande­rer Haut­farbe als seine Ge­schwis­ter ge­bo­ren. Die Ver­leug­nung sei­ner Her­kunft über­schat­tet seine ge­sam­te Kind­heit. Die Gewalt sei­nes Vaters zwingt ihn, sein Zu­hau­se zu ver­las­sen. In der Ano­ny­mi­tät der Stadt will er sein Glück fin­den. Ab hier könn­te die Ge­schich­te des unga­ri­schen Theater- und Film­regis­seurs Kornél Mundruczó in eine Theater­saga, ein Parade­bei­spiel sozia­ler Etablie­rung mün­den. Látszatélet je­doch beschreibt, wie das »neue Leben« vom Alb­traum des Selbst­has­ses er­stickt wird. Ein höchst aktuel­les (Anti-)Mär­chen mensch­li­cher Er­niedri­gung und mora­li­schen Nieder­gangs.

 

Grundlage der Geschichte ist ein aktenkundi­ger Fall der Budapes­ter Polizei: Im Mai 2005 wur­de ein jun­ger Rom in einem Bus mit einem Messer attackiert. Der Auf­ruhr in den Medien war groß. Die Be­völ­ke­rung de­monstrier­te gegen Rassismus. Wie sich heraus­stell­te, war der Täter Mit­glied einer tra­ditio­na­lis­ti­schen, rechts­extre­men Grup­pie­rung und wie sein Opfer: ein Rom.

 

Kornél Mundruczó erzählt eine fiktive Lebens­geschichte basie­rend auf realen Fak­ten und inspi­riert von Douglas Sirks Film Imi­ta­tion of Life. Sirks Worte zu sei­nem Melo­dram könn­ten eben­so für Mund­ruczós The­a­ter­arbeit gel­ten: »Man kann nicht Filme über etwas ma­chen, man kann nur Filme mit etwas ma­chen, mit Men­schen, mit Licht, mit Blu­men, mit Spie­geln, mit Blut, eben mit all diesen wahn­sin­ni­gen Sa­chen, für die es sich lohnt.«

Mit seinen Inszenierungen, die schonungslos die neue Realität in Ungarn zei­gen, war Kornél Mundruczó mit seiner un­ga­ri­schen Grup­pe Proton Theater wie­der­holt bei den Wiener Fest­wo­chen zu Gast.

 

Text: Wiener Festwochen

 

Roman Urbaner

http://www.roma-service.at/dromablog/?p=36376

 

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Angriff auf Roma-Siedlung in Polen

Quelle: Gdańsk (Danzig)
Quelle: Gdańsk (Danzig)

Hooligans grei­fen Roma-Siedlung im pol­ni­schen Gdańsk (Danzig) an. Trotz War­nung kein Ein­grei­fen der Polizei.

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Abend des 11. Mai, vor Beginn des Fußball­matches zwi­schen Lechia Gdańsk und Legia Warschau, er­schien eine Gruppe von fünf Hooli­gans am Ein­gang des um­zäun­ten, von Roma be­wohn­ten Areals, das un­weit des Stadions ge­legen ist. Die Hooli­gans rüt­tel­ten am Tor, brüll­ten Beleidi­gun­gen, war­fen Steine und droh­ten später zurück­zu­keh­ren, um die Baracken nieder­zu­brennen.

 

Die Roma informierten daraufhin einen Mit­arbeiter des Danzi­ger Zentrums zur Unter­stützung von Migran­tin­nen und Migran­ten, der wiede­rum die Polizei alarmierte. Die ver­sprach zwar eine Siche­rung des Terrains, tat­säch­lich wur­de nichts in dieser Rich­tung unter­nommen.

 

Die fünfzehn Roma, unter ihnen fünf Kinder, flohen in den nahe­gele­ge­nen Wald, um sich zwi­schen den Bäumen zu ver­stecken. Etwa zwei Stun­den später er­folg­te der An­griff durch ein Dutzend Hooligans. Un­ter Rufen, die Roma töten zu wol­len, bombar­dier­ten sie die Baracken mit Stei­nen, zahl­rei­che Fenster­schei­ben gin­gen zu Bruch. Er­neut wurde die Polizei alar­miert. Nach eige­nen An­gaben hatte diese dann eine Strei­fe ge­schickt, die jedoch nie­man­den mehr am Ort des Ge­sche­hens vor­ge­fun­den habe und un­ver­rich­te­ter Dinge wie­der ab­ge­zo­gen sei. Die Roma, die das Ge­sche­hen aus ihrem Versteck be­obach­tet hat­ten, war­te­ten noch meh­rere Stun­den, be­vor sie um 2 Uhr in der Nacht in ihre Woh­nun­gen zurück­kehr­ten. Die Fa­mi­lien sind sehr ver­ängstigt, sor­gen sich vor neuen An­griffen. Eine Tatort­begehung der Polizei er­folgte erst am nächsten Vor­mit­tag. Der Vor­fall, auch das Ver­hal­ten der Po­li­zei, soll nun einer Unter­su­chung unter­zogen wer­den.

 

Der pogromartige Angriff fand in den polnischen Medien kaum Beachtung. Le­dig­lich eine loka­le On­line-Zeitung berich­tete. Am Abend folg­te dann ein kurzer Bei­trag im priva­ten Sender TVN24. Erst am über­nächsten Mor­gen er­schien in der Dan­zi­ger/Trójmiasto-Aus­gabe der Gazeta Wyborcza eine Meldung.

 

Der Vorfall steht in einer Reihe mit den mas­siv zu­neh­men­den rassis­ti­schen Attacken und Angrif­fen auf LGBT-Ein­rich­tun­gen in Polen in den ver­gan­ge­nen Mona­ten, bei denen die Polizei im­mer wieder durch ihre Passi­vität auf­fällt. Dass die PiS-Regie­rung zu­letzt erst den Rat zur Be­kämpfung von Rassismus und Dis­kri­mi­nie­rung liqui­diert hat und signa­li­siert, dass es in Polen kein Rassis­mus-Problem gebe, er­gänzt die­ses Muster. Im Rah­men der an­dauern­den natio­nalis­ti­schen und rassis­ti­schen Mobi­li­sie­rung in der pol­ni­schen Öffent­lich­keit sind zwar die Flüchtlinge und der Islam das zentra­le Feindbild. Gleich­zei­tig rich­ten sich die Feind­schaft und die vie­len An­griffe gegen sämt­liche als an­ders und abweichend defi­nier­te Grup­pen. Dazu ge­hö­ren ins­beson­dere auch die Roma, von de­nen etwa 30.000 in Polen leben und die sich wie im Falle des süd­pol­ni­schen Limanowa loka­len ras­sis­ti­schen Hetz­kam­pagnen und be­hörd­li­chen Repres­sio­nen aus­ge­setzt sehen. Auch ein Denkmal für die Er­mor­dung von Roma im National­sozia­lis­mus in Borzęcin wur­de im ver­gan­ge­nen Monat zer­stört. (dROMa-Blog berichtete)

 

Text: Kapturak / EcoleUsti, 14.5.2016

 

Roman Urbaner (dROMa)

http://www.roma-service.at/dromablog/?p=36396

 

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Romani-Wörterbuch in der Türkei

Quelle: habeler.com
Quelle: habeler.com

Nur ein sehr kleiner Teil der in der Türkei leben­den Roma spricht heu­te noch Romani. In der süd­türki­schen Provinz Mersi ver­su­chen Roma, dem wei­teren Ver­schwinden ihrer Sprache ent­gegen­zu­wir­ken.

 

Sie haben nun ein ers­tes Romani-Türkisch-Wörterbuch in Form ei­ner Bro­schüre („Romanes-Türkçe Söz­lük“) heraus­ge­bracht. Das Ziel sei, Kultur und Sprache zu be­wah­ren, erklärt Ali Daylam, der Vor­sitzen­de der Fö­dera­tion der Roma-Vereine und zu­gleich einer der Heraus­geber, gegen­über der Agen­tur Ana­do­lu.

 

 

 

 

„Es gibt rund 300 Roma-Verei­ne in der Türkei, aber sogar dort sind 95 Pro­zent ihrer Mit­glie­der der Spra­che nicht mehr mäch­tig“, er­klärt Day­lam, der sich seit Jahren dafür ein­setzt, das Romani in der Tür­kei wieder­zu­be­le­ben. „Wir möch­ten uns alle Mühe ge­ben, um die gegen­wär­tige Situa­tion des Ro­mani zu ver­bes­sern. Wir wer­den in Zu­kunft pro­fes­sio­nel­ler an die Sache heran­ge­hen“, so Day­lam. Das neue Basis­wörter­buch sei hier­bei ein wich­ti­ger Schritt: „Es ist ein An­fang. In Zu­kunft wol­len wir ein um­fas­sen­de­res und wis­sen­schaft­li­che­res Wör­ter­buch vor­be­rei­ten.“

 

Erarbeitet wurde das Wörterverzeichnis von den beiden tür­ki­schen Roma-Ak­tivis­ten Ali Daylam und Hall İbrahim Nurbel in Zu­sam­men­arbeit mit dem inter­na­tio­nal tätigen Ro­ma-Ex­per­ten Orhan Galjus. Die Bro­schüre ist als Datei kos­ten­los hier ver­fügbar: Download (pdf)

 

Roman Urbaner (dROMa)

http://www.roma-service.at/dromablog/?p=36355

 

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Stereotypen widerlegen

Die Ausstellung Romane Thana zeigt Orte, gibt Einblicke in die Lebenssituation von Roma & Sinti in Österreich und erzählt deren Geschichte.

 

Quelle: Verein KARIKA
Quelle: Verein KARIKA

 

Orte der Roma und Sinti

Die Ausstellung Romane Thana zeigt Orte. Orte, an denen Roma und Sinti bleiben durften und wo sie mit oder neben Nicht-Roma lebten und arbeiteten. Einerseits geht es um eine Lebensweise, die längst verschwunden ist, andererseits um den Wunsch vieler Roma, unsichtbar, nicht erkennbar zu sein, zum Schutz vor Verfolgung und Diskriminierung. Auch der Kontakt zwischen Roma und Nicht-Roma, das Verhältnis von Selbst- und Fremdwahrnehmung sind Thema.

 

Quelle: KV-Roma
Quelle: KV-Roma

 

Stereotypen widerlegen

Ein Ziel der Ausstellung ist die Widerlegung allgemeiner Stereotypen. Die meisten Roma – auch die Burgenland-Roma, die im 18. Jahrhundert von Maria Theresia und ihrem Sohn Joseph II. sesshaft gemacht wurden – sind kein fahrendes Volk.

 

Quelle: KV-Roma
Quelle: KV-Roma
Quelle: KV-Roma
Quelle: KV-Roma

 

Zehn Beiträge von Volksgruppenangehörigen stehen im Mittelpunkt der Ausstellung. Sie gingen ihrer Familiengeschichte nach, setzten sich mit ihrer Identität auseinander, recherchierten für die Ausstellung, machten Videointerviews oder lieferten künstlerische Beiträge.

 

Die Ausstellung Romane Thana. Orte der Roma und Sinti ist bis zum 13. November 2016 in der Landesgalerie Burgenland, Esterházyplatz 5, 7000 Eisenstadt, zu sehen. http://www.landesgalerie-burgenland.at

 

Mehr darüber, hören sie am Montag in der Sendung „Roma sam“ auf Radio Burgenland.

 

Roma sam | 16.5.2016
montags 20:50 - 21:10 Uhr
Radio Burgenland | Livestream

 

volksgruppen.orf.roma - aktuell.at

http://volksgruppen.orf.at/roma/stories/2773872/

 

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Deutsche Kriminalstatistik erfasst Antiziganismus

Quelle: Roma-Service
Quelle: Roma-Service

Bislang werden antiziganistische und islamfeindliche Straftaten in Deutschland nicht geson­dert er­fasst. Das soll sich jetzt ändern.

 

 

 

 

 

 

Aufgrund der aktuellen Zunahme von Gewaltakten und Hasspropaganda gegen Muslime soll die Polizei nach Informationen des „Tagesspiegel“ – ab dem Jahr 2017 – endlich auch weitere Tatkategorien erfassen. Eine von der Innenministerkonferenz beauftragte Expertengruppe habe dies empfohlen. Das Definitionssystem „Politisch motivierte Kriminalität (PMK)“ werde demnach erweitert: Erfasst werden sollen in Zukunft auch islamfeindliche Straftaten sowie christenfeindliche und antiziganistische Delikte, also Straftaten gegen Sinti und Roma.

 

Über das Aus­maß des Problems des Anti­ziganismus la­gen bisher keine offiziellen Polizeidaten vor. Und das obwohl der so­genann­te PMK-Katalog („Themenfeld­katalog Politisch motivierte Kriminalität“) bun­des­weit Straf­taten mit (mut­maß­lich) politischem Hintergrund pe­nibel er­fasst. Links- wie rechtsextreme Gewalt­akte wer­den darin ebenso verzeich­net wie Propaganda­delikte. Der Themen­feld­katalog sieht für die Ein­ordung der Delikte (Stand 2013) angeblich 22 Ober­begriffe und rund 120 Unter­themen vor. Auch Aktio­nen radikaler Tierschützer fin­den bei­spiels­weise als eige­ne Kate­gorie Ein­gang in die Statistik – nicht aber anti­ziga­nis­ti­sche Gewalt. Straf­ta­ten gegen Roma und Sinti wer­den, wie auch Gewalt gegen Mus­lime, ein­fach pauschal unter dem wenig aus­sage­kräf­tigen Ober­begriff „Hasskriminalität“ sub­sumiert; eine eigene Kate­gorie wie „Antisemitismus“ gibt es nicht. Rück­schlüs­se auf Art, Aus­maß und Ent­wick­lung der jewei­ligen Straftaten lässt diese Form der Erfassung nicht zu. Genau das wäre aber Sinn und Zweck der Statistik.

 

Roman Urbaner (dROMa)

http://www.roma-service.at/dromablog/?p=36341

 

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Thementage „Roma in Berlin“

Quelle: Roma in Berlin (PDF)
Quelle: Roma in Berlin (PDF)

„Herkommen. Ankommen. Willkommen. Unsere neuen Nachbarn“

 

Das Wohnbauunternehmen Gesobau, ver­ant­wort­lich für das erste de­zentra­le Ber­li­ner Wohn­pro­jekt für Roma­fami­lien, ver­anstal­tet eine zwei­wö­chi­ge Ver­anstal­tungs­reihe: „Roma in Berlin“. Die Aus­stel­lung „Roma in Europa – Enfances Tsiganes“ der fran­zö­si­schen Foto­gra­fin Jeannette Gregori ist eine der ins­ge­samt neun Ver­anstal­tungen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In den Diskussionen um die Zuwanderung wird nie­man­dem mit so vielen ne­ga­ti­ven Vor­ur­tei­len be­geg­net wie den Roma. Vor­ur­tei­le und diskri­mi­nie­ren­des Ver­hal­ten ste­hen oft in en­gem Zu­sam­men­hang. Die GESOBAU möch­te ge­mein­sam mit star­ken Part­nern und der neuen Ver­anstal­tungs­reihe „Her­kom­men. An­kom­men. Will­kom­men. Unsere neuen Nach­barn“ dem ent­gegen­steuern und die ver­meint­lich so ver­schie­de­nen Lebens­welten von Roma und Deut­schen mit­einan­der in Be­zug setzen. Den Auf­takt bil­den die Themen­tage „Roma in Berlin“.

 

Eröffnet wurde die Veranstaltungsreihe von Barbara Loth, Staats­sekre­tä­rin für Integra­tion und Frauen in der Senats­ver­wal­tung für Arbeit, Integra­tion und Frauen, und Jörg Franzen, Vor­stands­vor­sitzen­der der GESOBAU AG. Im Mit­tel­punkt des Pres­se­gesprächs stand das erste de­zentra­le Wohn­pro­jekt Berlins „Woh­nen und Leben im Mär­ki­schen Vier­tel – ein integra­ti­ves Wohn­kon­zept für Roma­fami­lien“. Das Wohn­pro­jekt wird seit 2015 im Rei­nicken­dor­fer Stadt­teil Mär­ki­sches Vier­tel um­ge­setzt. In einem Par­tner­schafts­ver­trag haben sich die Senats­ver­wal­tung für Arbeit, In­tegra­tion und Frauen, das Be­zirks­amt Rei­nicken­dorf, die GESOBAU AG und die Trä­ger Phinove e.V. und Aufwind e.V. zur Um­setzung des Wohn­pro­jekts ver­pflich­tet. Bis Ende 2016 wer­den zehn Roma­fa­mi­lien, die aus Süd­ost­euro­pa zu­ge­wan­dert sind, mit an­ge­mes­se­nem, be­zahl­ba­rem Wohn­raum ver­sorgt und bei der Integra­tion un­ter­stützt. Die dezentrale Wohnraumversorgung im Märki­schen Vier­tel ist eine Beson­der­heit unter den bis­lang um­gesetz­ten Wohn­pro­jek­ten für Roma in Ber­lin.

 

Thementage „Roma in Berlin“

 

Gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Arbeit, In­tegra­tion und Frauen, dem Bezirks­amt Rei­nicken­dorf, den Trä­gern Hori­zonte gGmbH, Auf­wind e.V., Phinove e.V. und unter­stützt durch den KLAK Verlag wid­met sich die GESOBAU vom 3. bis 18. Mai 2016 Euro­pas größ­ter Minder­heit und lädt In­teres­sier­te ein. Das viel­fäl­tige Programm rich­tet sich an Nach­barn in und um Rei­nicken­dorf, Stadt­teil­akteure, Schulen, Kinder­gärten und Ver­treter aus Woh­nungs­wirt­schaft und Politik sowie Interes­sen­ge­mein­schaf­ten in Berlin.

 

Informationen zu allen Veranstaltungen der Thementage „Roma in Berlin“ vom 3. bis 18. Mai im Mär­ki­schen Viertel fin­den Sie hier. Die Teil­nahme an allen The­men­tagen­ver­an­stal­tun­gen ist kos­ten­frei.

 

Zur Ausstellung „Roma in Europa – Enfances Tsiganes“:

 

Die französische Fotografin Jeannette Gregori be­schäf­tigt sich seit vie­len Jahren, be­gin­nend mit Porträts der Sin­ti/Ma­nouche ihrer Hei­mat­stadt Strasbourg, mit der Min­der­heit. Neben Fotos der Manouches aus Stras­bourg zeigt die Ausstellung „Roma in Europa – Enfances Tsiganes“ auch Roma in Paris, Polen und an­de­ren Orten Europas.

 

Ort: Viertel Box am Wilhelmsruher Damm, gegenüber dem Märkischen Zentrum in Berlin-Rei­nicken­Dorf | Aus­stel­lungs­lauf­zeit: bis 18. Mai 2016; Sa. bis Mo. 13:00 bis 18:00 Uhr, Di., Mi. und Fr. 13:00 bis 16:00 Uhr, Do. ge­schlos­sen; Pfings­ten ge­öf­fnet. Ein­tritt frei.

 

Text: Gesobau

 

Roman Urbaner (dROMa)

http://www.roma-service.at/dromablog/?p=36315

 

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Gedenk- und Befreiungsfeier in der KZ Gedenkstätte Mauthausen

Das Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) organisiert und koordiniert auch im Jahr 2016 anlässlich der 71. Wiederkehr der Befreiung des KZ-Mauthausen in enger Kooperation mit den Überlebenden-Organisationen auf nationaler (Öst. Lagergemeinschaft Mauthausen) und internationaler Ebene (Comité International de Mauthausen) die europaweit größte internationale Gedenk- und Befreiungsfeier.

 

Quelle: KV-Roma
Quelle: KV-Roma

 

Sie findet am Sonntag, dem 15. Mai 2016, von 10.00h – ca. 12:00h in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen mit dem derzeit sehr aktuellen thematischen Schwerpunkt „Internationale Solidarität“ statt.

 

In Summe werden die vom Mauthausen Komitee organisierten Gedenk- und Befreiungsfeiern von über 40.000 Menschen besucht! Mit über 22.000 Menschen, Überlebenden sowie zahlreichen hochrangigen PolitikerInnen aus dem In- und Ausland bei der Internationalen Gedenk-und Befreiungsfeier in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen sowie den mehr als 90 Gedenkveranstaltungen an den Orten ehemaliger Außenlager und anderer Orte des NS-Terrors wurde im Jubiläumsjahr 2015 ein beeindruckendes Zeichen für ein „Niemals wieder“ gesetzt.

 

Der Großteil dieser Veranstaltungen, die von vielen Menschen aus der Region, aber auch aus vielen Ländern Europas besucht werden, wird von lokalen Vereinen und Initiativen in enger Zusammenarbeit mit dem Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) organisiert.

 

Programm:

 

ab 08:30h Kundgebungen bei den nationalen Denkmälern

 

09:00h Ökumenischer Wortgottesdienst (Kapelle)
mit Bischof Dr. Michael BÜNKER, Pfarrer Mag. Christian ÖHLER und Metropolit Dr. Arsenios KARDAMAKIS
Musikalische Gestaltung: Mauthausen Gospel Team, Leitung: Christine ARNDT

 

ab 09:30h Aufstellung der ehemaligen Häftlinge, der Delegationen und diplomatischen Vertretungen auf dem Appellplatz (bitte die Einteilung in Sektoren beachten – unsere MitarbeiterInnen helfen Ihnen gerne)

 

10:00h Gemeinsame Befreiungsfeier am Appellplatz
2016 wird der Ablauf der Befreiungsfeier mit einem starken „Miteinander“ aller TeilnehmerInnen neugestaltet.
Begrüßung: Willi MERNYI, Vorsitzender Mauthausen Komitee Österreich
Moderation: Konstanze BREITEBNER, Mercedes ECHERER
Musikalische Begleitung durch das Ensemble „Widerstand“ und das „Ensemble 4 der Militärmusik OÖ“ mit Beiträgen wie der „Europahymne“ und den „Moorsoldaten“.
Gedenkreden: Während des Gedenkzuges sprechen VertreterInnen nationaler Opferorganisationen der Länder Belgien, Italien, Serbien und Ukraine in den jeweiligen Landessprachen.

 

ab 11:30h Gemeinsamer Auszug aller TeilnehmerInnen aus dem ehemaligen „Schutzhaftlager“ und offizielles Ende der Befreiungsfeier

 

11:45h Kundgebungen bei den nationalen Denkmälern
(weitere Informationen im Programm)

 

12:30h Internationale Jugendgedenkkundgebung
(beim Jugenddenkmal)

 

13:30h Ende der nationalen Kundgebungen

 

volksgruppen.orf.roma - aktuell.at

http://volksgruppen.orf.at/roma/stories/2769431/

 

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Neues Mammutwerk - Leser wissen noch längst nicht alles über KL (KZ)

Auf fast 1000 Seiten zeigt der Historiker Nikolaus Wachsmann die Geschichte des NS-Lagersystems. Selbst bei diesem anscheinend allseits durchleuchteten Thema bringt er viele neue Erkenntnisse.

 

Zuerst machen einen die beiden Buchstaben auf Nikolaus Wachsmanns Buch stutzig: „KL“. Eigentlich hat sich mit „KZ“ ein anderes, in seiner Aussprache noch härteres Kürzel für die nationalsozialistischen Konzentrationslager in die Köpfe gesetzt. „KL“ aber war zwischen 1933 und 1945 die gängige Abkürzung. Und darauf bezieht sich der in München geborene Historiker, dessen Geschichte der NS-Lager jetzt auf Deutsch erscheint.

 

Der Titel „KL“ hat aber auch eine Bedeutung: „Er sagt den Lesern, dass sie noch längst nicht alles über das Thema wissen“, erklärt Wachsmann der „FAZ“. „In den siebziger Jahren hat jemand geschrieben, es gebe über die Konzentrationslager nichts Neues mehr zu entdecken. Aus heutiger Sicht ist das eine abwegige Vorstellung.“

 

Akten sowie Erinnerungen der Lagerinsassen

Wachsmann bedient sich nicht nur der immensen Forschungsliteratur, sondern auch bisher ungesichteter Akten sowie Erinnerungen der Lagerinsassen aus einer Zeit, „als die Ereignisse“, schreibt er, „im Gedächtnis der Überlebenden noch ganz frisch waren und eher noch nicht überlagert von kollektiven Erinnerungen an die KL“.

 

Dem Historiker geht es dabei auch um persönliche Schicksale: etwa um den polnischstämmigen Juden Moritz Choinowski, der Buchenwald, Auschwitz, Groß-Rosen und Dachau überlebte - und nach 2000 Tagen Lagerhaft, Zwangsarbeit, Hunger, Fleckfieber und Prügel frei kam. Unzählige Beispiele wie dieses beschreibt Wachsmann. Damit gibt er dem Lagerapparat viele Gesichter.

 

Quelle: ORF
Quelle: ORF

 

New York Times | „Wachsmann macht das Unvorstellbare greifbar.“

In den USA und Großbritannien, wo Wachsmann seit 2005 als Professor für Neueste Geschichte am Londoner Birkbeck College lehrt, bekam sein Buch höchste Lorbeeren. Die „New York Times“ urteilte: „Wachsmann macht das Unvorstellbare greifbar. Das ist seine große Leistung.“ Und der britische „Independent“ schrieb, es sei „dank Wachsmanns Geschick als Autor viel mehr als ein klagendes Stapfen durch ein Universum immer weiter ansteigenden Todes und Terrors“.

 

„KL“ ist eine Chronik des Grauens. Zwar hatten etwa die frühen Lager noch einen eher provisorischen Charakter, waren aber in keiner Weise harmlos. Häftlinge waren darin ständigen Übergriffen ausgesetzt. Das Ziel: die politischen Gegner, sprich Kommunisten, zu brechen. Mit unter die Räder kamen Kleinkriminelle, Obdachlose, sogenannte Asoziale, Homosexuelle. Schon kurz nach Hitlers Machtergreifung verkündet SS-Chef Heinrich Himmler im März 1933 in Dachau offiziell die Eröffnung des „ersten Konzentrationslagers“.

 

Wachsmann stellt klar, worin sich Konzentrationslager wie Buchenwald und Vernichtungslager wie Treblinka voneinander unterscheiden. Oder er zeigt, wie sich in der Frage der Lager die innerparteiliche NSDAP-Machtstruktur weg von Hermann Göring hin zu Himmler verschob.

 

Mitte der 1930er sind Konzentrationslager bereits gängige Waffen gegen gesellschaftliche Außenseiter. Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges zeigt das System mit seinen 27 Stammlagern und Hunderten Außenstellen seine radikale Dimension. Am Ende der Reihe steht Auschwitz, der Todeskomplex des Kommandanten Rudolf Höß, in dem die europäischen Juden, Sinti und Roma vernichtet wurden. „Die Konzentrationslager verkörperten den Geist des Nationalsozialismus wie keine andere Institution des Dritten Reiches“, schreibt Wachsmann. Anfang 1945 sind 700 000 Menschen in Lagern gefangen.

 

Orte, an denen Menschen gelebt und gearbeitet haben

Heute erhalten Konzentrationslager oft einen metaphysischen Charakter: als ein Symbol des Bösen. Doch waren sie auch Orte, an denen Menschen gelebt und gearbeitet haben. Wachsmann schafft es, das Unbeschreibliche zu vergegenwärtigen und dabei das Pathos außen vor zu lassen.

 

Aber wie findet man im Angesicht des Schreckens eine angemessene Sprache? Kurz nach der Befreiung des Lagers Buchenwald, sagte ein US-Radioreporter: „Ich habe berichtet, was ich gesehen und gehört habe, aber nur einen Teil davon.“ Für das meiste jedoch, fügte er an, finde er keine Worte. Für Wachsmann ist das keine Option. „Würden wir Historiker verstummen“, schreibt er, „überließe man binnen kurzem die Geschichte der Lager größtenteils den Händen von Spinnern, Dilettanten und Leugnern.“

 

volksgruppen.orf.roma - aktuell.at

http://volksgruppen.orf.at/roma/stories/2773083/

 

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Roma - Mode erobert Tschechien

Prag. Das Brünner Modelabel Gypsy MaMa erobert erfolgreich den tschechischen Markt. Das soziale Projekt wurde 2015 gestartet und erhielt in Wien den ältesten europäischen Preis für Innovation, die SozialMarie. Auch beim Vertrieb werden junge Roma gefördert. Nun folgt die Expansion.

 

Quelle: imago SKATA
Quelle: imago SKATA

 

Die Röcke, Blusen, Tücher und Hosen, die aus der Produktion des Brünner Modelabels Gypsy MaMa stammen, sind bunt gemustert und lebensfroh. Seit etwa vier Jahren setzen sie Farbtupfer in den mährischen Hauptort Brünn (Brno) – und inzwischen nicht nur dort: Gypsy MaMa ist dabei, sich landesweit zu verkaufen und auch jenseits der tschechischen Grenzen ist man bereits auf die Roma-Initiative aufmerksam geworden.

 

Mit Auszeichnung bedacht

Im benachbarten Wien errang das Projekt einen der begehrten Innovationspreise SozialMarie, der ältesten europäischen Auszeichnung für innovative soziale Ideen. In der Begründung der Jury hieß es: "Junge Erwachsene, sonst als Bewohnerinnen und Bewohner der sogenannten, „Brno Bronx“ gesellschaftlich eher geächtet, können ihre kreativen Fähigkeiten zeigen und überzeugen mit der Marke, Gypsy MaMa sich selbst, ihre eigene Community und die Mehrheitsbevölkerung.

 

Quelle: Gypsy MaMa
Quelle: Gypsy MaMa

 

Eine herzeigbare Mischung aus sich gut verkaufendem, Ethno-Design, arbeitsschaffender Sozialarbeit, regionaler Wertschöpfung und vielfältiger lokaler Vernetzung. Wenn die geplante geschäftsmäßige und geographische Erweiterung gelingt, können damit elegant innovative Brücken zwischen Menschen jenseits ihrer Vorurteile gebaut werden."

 

Arbeit im sozialen Brennpunkt

Eines der nun erfolgreichen Projekte war die Gründung eines Modelabels. Gypsy MaMa entstand in der Zusammenarbeit zwischen der nicht-gewinnorientierten Organisation Tripitaka und der dänischen Velux Foundation. „Wir wollten die Kreativität junger Roma fördern, ihnen einen Weg aufzeigen, aus eigenen Kräften etwas zu schaffen und sich selbst dabei eine Chance zu geben, mit Arbeit den Lebensunterhalt zu verdienen“, erklärt der Sprecher von Tripitaka, Zdeněk Raiser.

 

Brünner Modelabel Gypsy MaMa erobert tschechischen Markt - Quelle: imago/SKATA
Brünner Modelabel Gypsy MaMa erobert tschechischen Markt - Quelle: imago/SKATA

 

Unterstützt wird die Initiative von dem in Brünn ansässigen Modegeschäft Restart. Hier werden nicht nur die Produkte von Gypsy MaMa verkauft, sondern auch junge Roma-Verkäuferinnen im Alter bis zu 25 Jahren beschäftigt. Es sind halbjährige Zeitverträge, die einen Einstieg ins Berufsleben ermöglichen sollen. „Wir wollen den jungen Menschen eine Chance geben, aus den komplizierten sozialen Verhältnissen herauszukommen und ihre eigene Kreativität und das Selbstvertrauen in die eigene Arbeitskraft zu finden“, erklärt die Projektleiterin Šárka Berková.

 

Expansion ist vorgesehen

Die Kollektion für 2017 ist bereits am Zeichentisch entstanden. Interesse zeigte nicht nur der dänische Partner, sondern auch verschiedene Händler innerhalb der tschechischen Republik. Auch außerhalb der Landesgrenzen will Gypsy MaMa aktiv werden. So ist eine Kooperation mit dem ungarischen Partner Roman Design unter Erika Varga vorgesehen. Gemeinsam will man vor allem den osteuropäischen Markt erobern. Allerdings könnte man sich nun nach dem Triumph in Wien auch vorstellen, auf dem westlichen EU-Markt aufzutreten.

 

Quelle: noz.de

 

volksgruppen.orf.roma - aktuell.at

http://volksgruppen.orf.at/roma/stories/2773127/

 

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Sunita und Mira feiern Herdelezi

Quelle: Sunita und Mira Kinderbuch
Quelle: Sunita und Mira Kinderbuch

Neues Kinderbuch auf Romani und Deutsch

 

In Deutschland ist kürzlich das Büchlein „Sunita und Mira feiern Her­de­lezi“ prä­sen­tiert wor­den, heraus­ge­ge­ben vom Göttinger Roma-Center, das sich vor­wie­gend um Flücht­linge vom Balkan küm­mert. Far­ben­froh be­bil­dert er­zählt die 25-Seiten-Bro­schüre von Sunita, die ihre Kinder­gar­ten­freun­din Mira ein­lädt, mit ihr das Roma-Fest „Herdelezi“ zu feiern.

 

 

 

 

Der Georgs­tag, Herdelezi (oder Đurđevdan), ist für die Roma des süd­li­chen Bal­kans und in der Türkei ein be­son­ders wich­tiges, aus­giebig be­gan­ge­nes Frühlings­fest – und wird von mus­li­mi­schen und ortho­doxen Roma gleicher­maßen ge­feiert. „Sunita und Mira feiern Her­de­lezi“ er­zählt eine kleine, fröh­li­che Ge­schichte einer inter­kultu­rel­len Be­geg­nung, und das natür­lich zwei­sprachig, auf Romani und Deutsch.

 

We­ni­ger fröh­lich die Hinter­gründe: Denn eine der bei­den Auto­rin­nen ist die Kosovo-Romni Hatigje Osmani – ihr Platz auf dem Podium blieb bei der Buch­prä­sen­ta­tion Ende Februar leer. Nach ­gescho­ben wer­den sol­len – und war des­halb mit ihrer Fa­mi­lie un­ter­getaucht.

 

Sunita und Mira feiern Herdelezi, Eine Geschichte von Doreen Blume-Peiffer und Hatigje Osmani mit Bildern von Anke Bär, Göttingen 2016.

 

Bestellung unter: www.roma-center.de

 

Roman Urbaner (dROMa)

http://www.roma-service.at/dromablog/?p=36305

 

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Geschichte und Gegenwart

Tausende Roma und Sinti wurden verfolgt und ermordet. Nur wenige überlebten diese schrecklichen Gräueltaten in den Konzentrationslagern.

 

Geschichte und Gegenwart

Jene Überlebenden, die heimkehrten, waren meist stark traumatisiert. Die Roma und Sinti blieben lange im Vergessenen und wurden noch lange als Opfer zweiter Klasse abgestempelt.

 

Quelle: www.br.de
Quelle: www.br.de

 

Eine gesellschaftliche Aufarbeitung des Erlebten fand nicht statt. Oft wurde geschwiegen und viele Angehörige der nachfolgenden Generationen erfuhren nur wenig über das Schicksal ihrer Eltern und Großeltern.

 

Robert Weinrich im Gespräch mit Tochter Tamara - Quelle: HP
Robert Weinrich im Gespräch mit Tochter Tamara - Quelle: HP

 

Diese nationalsozialistischen Gräueltaten riefen auch in der Nachkriegsgeneration Nachwirkungen hervor.

 

v.l.: Manuela Horvath, Margit Crass und Lilly Habelsberger - Quelle: HP
v.l.: Manuela Horvath, Margit Crass und Lilly Habelsberger - Quelle: HP

 

Welche Folgen das Erzählen oder das Schweigen haben und wie sie persönlich mit diesem Thema umgehen, erzählen die Sintiza Lilly Habelsberger, der Sinto Robert Weinrich sowie die Romni Manuela Horvath.

 

Mehr darüber, erfahren sie am Montag in der Sendung „Roma sam“ auf Radio Burgenland.

 

Roma sam | 9.5.2016
montags 20:50 - 21:10 Uhr
Radio Burgenland | Livestream

 

volksgruppen.orf.roma - aktuell.at

http://volksgruppen.orf.at/roma/stories/2772142/

 

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Berlin: „Wege der Diskriminierung“

Quelle: EVZ
Quelle: EVZ

Ausstellung in Berlin: Die Geschichte von Roma und Sinti in Tschechien und Deutschland

Bis 20. Juni 2016, Mo. bis Do., 10 bis 16 Uhr
Ort: Stiftung EVZ, Lindenstr. 20-25, 10969 Berlin

 

 

 

 

 

 

Am Beginn des Projekts stand die Erkennt­nis, dass es vie­le Vor­urteile gibt, die sich auf Un­wissen grün­den. Die Schü­lerin­nen und Schüler aus Ostrov und Schwabmünchen stell­ten da­her die Geschichte der Sinti und Roma in Tsche­chien und im be­nach­bar­ten Deutsch­land in den Mit­tel­punkt ihres Pro­jek­tes.

Wäh­rend der ge­mein­sa­men Pro­jekt­wochen im No­vem­ber 2014 und April 2015 frag­ten sie sich: Warum wur­den und wer­den Sinti und Roma diskri­mi­niert – wäh­rend des Zweiten Welt­krieges und bis heute? In Vor­trä­gen, Work­shops, Gesprä­chen und durch eige­ne Re­cher­chen lern­ten sie die Geschichte ken­nen und Vor­ur­tei­le zu hin­ter­fra­gen. Das ge­mein­sam reflek­tier­te Wis­sen do­ku­men­tiert die hier prä­sen­tierte Wan­der­aus­stel­lung.

 

„Dieses Projekt hat mir geholfen, die Augen zu öff­nen und Vor­ur­tei­len – nicht nur gegen­über Roma und Sinti – Auf­merk­sam­keit zu schen­ken.“ František Hartl, Teil­neh­mer am Pro­jekt „Wege der Diskri­mi­nie­rung“.

Die Ausstellung ist ein Projekt von Antikomplex e.V. und der Ackermann-Gemeinde e.V. in Zu­sam­men­ar­beit mit dem Gym­na­sium Ostrov und dem Leon­hard-Wagner-Gym­na­sium Schwabmünchen.

 

Text: Stiftung EVZ

 

Roman Urbaner (dROMa)

http://www.roma-service.at/dromablog/?p=36260

 

 

 

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DOK.fest: Czechs against Czechs

Quelle: Filmstill
Quelle: Filmstill

Dokumentarfilm, CZ 2015, 88 Min.
Originaltitel: ČEŠI PROTI ČECHŮM
Regie, Buch, Kamera, Schnitt, Ton: Tomáš Kratochvíl

 

 

 

 

 

Ein politischer Filmemacher quar­tiert sich am Ran­de einer tsche­chi­schen Klein­stadt bei einer Roma-Fa­mi­lie ein. Dort be­geg­net er dem rechten Straßen­mob und frem­den­feind­li­chen Nach­barn. Ent­stan­den ist da­bei ein auf­rüt­teln­der Film, der glei­cher­maßen auf­klärt und em­pört.

 

Zu sehen beim DOK.fest München: 7.5., 10.5., 13.5.2016

„Ich bin nur ein dummer Intellektueller“, sagt der tsche­chi­sche Filme­ma­cher im Intro sei­nes Films selbst­iro­nisch über sich. Gar nicht dumm, son­dern eben­so packend wie ent­lar­vend ist das, was Kra­toch­víl über den Um­gang mit Roma in sei­ner tschechischen Hei­mat zu er­zählen hat. Ge­ra­de bei die­sen „Fremden“ hat sich der Regis­seur am in­dustriel­len Stadt­rand ein­quar­tiert und fühlt sich im Kreis von Jardas Fa­mi­lie sicht­lich wohl. Schnell schließt er Freund­schaft und do­ku­men­tiert zugleich den in­nen­poli­ti­schen Krieg zwi­schen den Be­völ­kerungs­grup­pen. Kra­toch­víls auf­rech­ter, sehr per­sön­li­cher Zu­gang sorgt da­für, dass der Zu­schau­er em­pört und gleich­zeitig ge­läu­tert den Kino­saal ver­lässt: Hoff­nung bleibt – immer.  (DOK.fest München/Simon Hauck)

 

Tomáš Kratochvíl (geb. 1983):
Der tschechische Filmregisseur und Drehbuchautor ab­sol­vier­te ein Stu­dium der Geis­tes­wis­sen­schaf­ten an der Karls-Uni­ver­si­tät in Prag. Er ist Autor ver­schie­de­ner do­ku­men­ta­ri­scher Ar­bei­ten, vor­wie­gend zu den The­men Roma und Rechts­extre­mis­mus.
CZECH JOURNAL: DORMITORY, CZ 2015, 50 Min.
CZECH JOURNAL: GADJO, CZ 2014, 52 Min.
OTHELLO IS BLACK, CZ 2012, 26 Min.

 

Roman Urbaner (dROMa)

http://www.roma-service.at/dromablog/?p=36242

 

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Gedenkstunde für ermordete Roma und Sinti

Am Freitag haben in Salzburg-Parsch rund 100 Schüler und Erwachsene der von den Nationalsozialisten ermordeten Roma und Sinti gedacht. Am Ignaz-Rieder-Kai steht ja ein Mahnmal, das an die Verbrechen erinnert.

 

Das Friedensbüro lud am Freitag zu der Gedenkstunde. Mit Liedern und Ansprachen wurde der mehreren hundert Roma und Sinti gedacht, die 1939 in Salzburg festgesetzt und dann in den Ställen der Rennbahn an dem Kai eingesperrt. Später wurde das Lager nach Leopoldskron-Moos verlegt und 1943 aufgelöst. Die Insassen wurden großteils im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert und dort ermordet.

 

Quelle: ORF
Quelle: ORF

 

Der Obmann des Vereins der Österreichischen Roma, Christian Klippl, gedachte bei der Feier aber auch besonders seines im März verstorbenen Vorgängers Rudolf Sarközi.

 

Link:

 

salzburger.orf.at - aktuell

http://salzburg.orf.at/news/stories/2771563/

 

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Ausbildung zu Schlüsselkräfte

Die österreichische Bundesregierung hat im Juni 2011 eine Mitteilung zu politischen und rechtlichen Maßnahmen für die nationale Strategie zur Integration der Roma bis 2020 beschlossen.

 

Ausbildung zu Schlüsselkräfte

Die Volkshilfe Oberösterreich und der Verein Phurdo Salzburg haben das Projekt „Curriculum für Schlüsselkräfte im Bereich Empowerment von Roma/Romnja“ ausgearbeitet. Hierbei wurde ein Curriculum zur professionalisierten und zielgruppenorientierten Ausbildung von Schlüsselkräften in der Integrationsarbeit entwickelt.

 

Quelle: Volkshilfe Oberösterreich
Quelle: Volkshilfe Oberösterreich

 

Projektträger sind die Volkshilfe Oberösterreich und der Verein Phurdo Salzburg. Als weiterer Partner konnt die Bildungsakademie der Volkshilfe Oberösterreich gewonnen werden.

 

Quelle: Phurdo
Quelle: Phurdo

 

Die Projektarbeiten wurden in 3 Arbeitsphasen unterteilt. Bei der Recherche wurden bestehende Lehrgänge besucht, wissenschaftliches Material und Erfahrungen in der Integrationsarbeit durchgearbeitet.

 

Quelle: Josef Schmidt
Quelle: Josef Schmidt

 

Mit Bildungsorganisationen, Organisationen und Vereinen innerhalb der Volksgruppe und mit NGOs der Integrationsarbeit kam es zum Austausch. Gemeinsam mit der Bildungsakademie (BAK) und dem Verein Phurdo wurden Methoden und Ansätze unter Berücksichtigung der nationalen Strategie, entwickelt.

 

Ziel dieses Projektes ist eine Lehrgangsentwicklung für eine standardisierte österreichweite Ausbildung von Schlüsselkräften.

 

Mehr darüber, hören sie am Montag in der Sendung „Roma sam“ auf Radio Burgenland.

 

Roma sam | 2.5.2016
montags 20:50 - 21:10 Uhr
Radio Burgenland | Livestream

 

volksgruppen.orf.roma - aktuell.at

http://volksgruppen.orf.at/roma/stories/2771406/

 

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Crossing Europe: The Érpatak Model

                                                  Quelle: Youtube

                                                  Dokumentarfilm von Benny Brunner (hier ein Interview)
                                                  Mitabeit: Keno Verseck; NL, 2014, 76 min.

 

 

Érpatak, ein Dorf im Nordosten Ungarns, war bis 2005 ziemlich be­deu­tungs­los – bis Mihály Zoltán Orosz zum Bürgermeister ge­wählt wur­de. Als be­ken­nen­der Antisemit und Roma-Hasser, der Nazi-Lieder sin­gen lässt, ent­wirft er ein auto­ri­tä­res Regel­werk zur Dis­zipli­nie­rung der Be­völ­ke­rung. Die­je­ni­gen, die seine Ver­haltens­vor­schrif­ten nicht ein­hal­ten, gel­ten als „Zer­störer“, ihnen droht Aus­gren­zung, so­gar Ver­trei­bung aus dem Dorf.

 

Oroszs repres­si­ven po­li­ti­schen Ideen, die vom Sys­tem eines Victor Orbán ge­stützt wer­den, ha­ben vor al­lem für die dort an­säs­si­ge Roma-Be­völ­ke­rung, die den täg­li­chen Schi­kanen des Dorf­dik­ta­tors und sei­ner Scher­gen zum Opfer fällt, ein­schnei­den­de Fol­gen. Der Filme­ma­cher und sein Co-Autor schauen dem Bür­ger­meis­ter über die Schul­ter, wie er sein „Modell“ im All­tag um­setzt und las­sen dabei Kriti­ker eben­so zu Wort kom­men wie Re­gie­rungs­an­hän­ger.

 

(Lotte Schreiber, Crossing Europe)

 

Interview zu The Érpatak Model

 

Roman Urbaner (dROMa)

http://www.roma-service.at/dromablog/?p=36171

 

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Polen: Roma-Gedenkstätte geschändet

Quelle: Roma Service
Quelle: Roma Service

Im südpolnischen Borzęcin Dolny unweit von Krakau wurde eine Holocaust­gedenk­stätte von un­be­kann­ten Tä­tern ge­schän­det. Ent­deckt wur­de die Zer­stö­rung des hölzer­nen Denk­mals am ver­gan­ge­nen Frei­tag. Das Mahnmal er­in­nert an den natio­nal­sozia­lis­ti­schen Genozid an den Roma. Die Poli­zei er­mit­telt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Denkmal war – offenbar mit einer Axt – von sei­nem Beton­sockel ge­schlagen und zer­stört wor­den. Eine Gedenktafel, die an dem Denk­mal be­fes­tigt war, wur­de eben­falls herun­ter­geschla­gen. Die Inschrift, die auch eini­ge Verse der Roma-Dich­te­rin Papusza (Bronisława Wajs) ent­hielt, ver­wies auf die Mas­sen­er­schießung von Roma durch die deut­schen Be­satzer wäh­rend des Zwei­ten Weltkriegs. Das Monument wurde an genau der Stelle in einem Wald­stück er­rich­tet, wo im Juli 1943 29 pol­ni­sche Roma er­mor­det wor­den wa­ren: 3 Männer, 5 Frauen und 21 Kinder aus den Fa­mi­lien Majewski, Kwiatkowski, Chmielewski und Cioroń. Die Überreste der am Ort des Massakers ver­scharr­ten Opfer wa­ren be­reits 1959 exhumiert und in einem ge­mein­sa­men Grab am Fried­hof in Bor­zęcin Dol­ny be­stat­tet wor­den.

 

„Mir fehlen die Worte, um zu beschrei­ben, was ich jetzt füh­le“, er­klärt die pol­ni­sche Künstle­rin Małgorzata Mirga-Tas, die, selbst Romni, das Mahn­mal ge­stal­tet hatte. „So etwas kann nur je­mand tun, der je­den Respekt ge­gen­über ande­ren, ge­gen­über der Ge­schich­te, dem Ge­den­ken und uns Roma ver­lo­ren hat. Je­mand will uns wohl zu ver­stehen ge­ben, dass wir nicht zäh­len.“

 

Die Initiatoren des Denkmals sind über­zeugt, dass man es hier mit einem syste­ma­ti­schen, orga­ni­sier­ten Vor­gehen zu tun hat: „Das war nicht ein­fach irgend­eine zufäl­lige Per­son. Um eine sol­che Zer­stö­rung hervor­zu­rufen, wa­ren meh­re­re Täter nötig, denn das Denk­mal war mit vier Metall­stä­ben fest am Sockel ver­an­kert“, betont der Roma­experte Adam Bartosz vom Regio­nal­museum in Tarnów, das die Er­rich­tung der Gedenk­stätte mitini­ti­iert hatte.

 

Das Denkmal war im Juli 2011 im Rah­men des „Inter­natio­nal Roma Caravan Memorial“ (Między­na­ro­dowy Tabor Pamięci Romów)  und in An­wesen­heit des deut­schen General­konsuls in Krakau ein­geweiht worden. In Borzęcin Dolny stieß das Mahn­mal laut Presse­berich­ten nie auf Ab­lehnung; Ein­woh­ner aus der nahen Stadt hät­ten viel­mehr sogar regel­mäßig Blumen und Kerzen ge­bracht.

 

 

 

Roman Urbaner (dROMa)

http://www.roma-service.at/dromablog/?p=36156

 

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Polen: Roma und Araber am unbeliebtesten

Quelle: www.news.pn
Quelle: www.news.pn

Sympathiebarometer: Zwei von drei Polen lehnen Roma ab. Seit dem Vor­jahr ha­ben sich die Daten wei­ter ver­schlech­tert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine aktuelle Umfrage des staat­lich finan­zier­ten Mei­nungs­for­schungs­instituts CBOS (Public Opinion Research Center) frag­te nach den Sym­pathie­wer­ten von 27 Nationen und eth­ni­schen Grup­pen (Report 53/2016, noch nicht online). Auf die größte Sym­pathie der Polen sto­ßen dem­nach die benach­bar­ten Tschechen (50%), knapp ge­folgt von Italienern (49%) und Slowaken (48%). Am an­de­ren Ende der Skala: Araber und Roma. Zwei Drit­tel (67%) der be­frag­ten Per­so­nen drück­ten ihre Ab­leh­nung gegen­über diesen beiden Grup­pen aus. Eben­falls be­son­ders un­be­liebt: Russen (50%), Rumänen (47%), Türken (45%) und Juden (37%). CBOS unterstreicht, dass sich die Ein­stel­lung gegen­über einer Reihe von Nationen und Ethnien seit Jahres­beginn 2015 ver­schlech­tert habe – was laut Studien­auto­ren ver­mut­lich auf das durch Flüchtlings­krise und Terror­an­schlä­ge ver­än­derte Meinungs­klima zurück­zu­führen sei.

 

Bezüglich der Reihung ergab die im Vorjahr durch­ge­führ­te Er­he­bung jedoch ein durchaus ähn­li­ches Bild: Auf dem aller­letzten Platz der 32 ab­gefrag­ten Natio­nen und Eth­nien fand sich – weit ab­geschla­gen – die Minder­heit der Roma. Noch vor einem Jahr bekun­de­ten aller­dings mit 58% deut­lich weni­ger Polen, der Volks­gruppe gegen­über negativ ein­gestellt zu sein. Dieser ableh­nen­den Mehr­heit stan­den nur 18% gegen­über, die an­gaben, für Roma Sym­pathie zu em­pfin­den. Die dama­lige Umfrage ergab für Roma einen Durch­schnitts­wert von -0,93 (auf einer Skala von -3 bis +3). Auf dem vor­letzten Platz landeten die Russen (-0,60); nach Arabern wurde damals noch nicht ge­fragt. Besonders gering ist der Anteil der Befragten, die an­ga­ben, gegenüber der Volks­grup­pe neutral bzw. gleich­gültig ein­ge­stellt zu sein (18 Pro­zent, der ge­ringste Wert von allen ab­gefrag­ten Na­tio­nen und Ethnien). Auf­fal­lend we­nige ga­ben zudem keine Ant­wort (6% „weiß nicht“).

 

Auf­schluss­reich sind auch die Er­geb­nis­se der re­gio­na­len Auf­schlüs­se­lung der kom­bi­nier­ten Studien­er­geb­nisse aus den Jah­ren 1912 bis 2015: Nir­gend­wo sonst ver­zeich­ne­ten die Um­fra­gen so schlechte Werte auf der Sym­pathie­skala wie für Roma in den Re­bio­nen im Südosten des Lag­des. Die Volksgruppe der Roma ist auch, trotz ihrer ver­schwin­dend klei­nen Grup­pen­größe (offi­ziel­ler Zensus: 17.000), im Bewusst­sein der Be­völ­ke­rung sehr prä­sent. Auf die Frage, welche Minder­heiten in Polen leben, ist die Volks­gruppe der Roma (laut Volks­zäh­lungs­da­ten zah­len­mäßig nur auf Platz 6) die am meis­ten ge­nann­te Min­der­heit des Landes. Laut Volks­zäh­lung weitaus stär­kere Grup­pen (Schlesier, Kaschuben, Deutsche, Ukrainer und Weißrussen) wur­den von den Be­frag­ten viel sel­te­ner an­ge­führt.

 

Roman Urbaner (dROMa)

http://www.roma-service.at/dromablog/?p=36128

 

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Beim Erinnern vergessen

Europa der Muttersprachen: Nach der Idee von Tomas Friedmann widmet sich das Literaturhaus Salzburg seit 1995 jährlich in einem mehrtägigen Festival der Literatur und Kultur aus einem europäischen Land, einer europäischen Sprache.

 

„In diesem Jahr sind Roma und Sinti das Thema. Die beiden Ausstellungen Die Hölle von Jasenovac und die audio-visuelle Zeitzeugen-Doku Mri Historija – Lebensgeschichten Burgenländischer Roma inklusive die Ausstellung Auf den Spuren der Vergangenheit, geben Einblicke in die Geschichte der Roma und Sinti am Balkan und im Burgenland“, so der Leiter des Literaturhauses Salzburg, Tomas Friedmann.

 

Raim Schobesberger, Lilyana Kovacheva und Tomas Friedmann - Quelle: Paul Horvath
Raim Schobesberger, Lilyana Kovacheva und Tomas Friedmann - Quelle: Paul Horvath
Martin Horvath, Julius Horvath und Emmerich Gärtner-Horvath am Podium - Quelle: Paul Horvath
Martin Horvath, Julius Horvath und Emmerich Gärtner-Horvath am Podium - Quelle: Paul Horvath

 

Beim Erinnern vergessen

Die Ausstellung „Die Hölle von Jasenovac“ zeigt die Vertreibung, Versklavung und Ermordung der Roma am Balkan am Beispiel des KZ Jasenovac.

 

Quelle: Paul Horvath
Quelle: Paul Horvath

 

Das als „Auschwitz des Balkan“ bekannte Konzentrationslager – gelegen im faschistischen Unabhängigen Staat Kroatien (NDH) und geleitet von der Ustascha – war das einzige Vernichtungslager im Zweiten Weltkrieg in Europa, in dem ohne deutsche Beteiligung planmäßig gemordet wurde: Serben, Kroaten und bosnische Muslime, Juden und Roma zählen zu den Opfern.

 

Die audio-visuelle Zeitzeugen-Dokumentation „Mri Historija“ – Lebensgeschichten Burgenländischer Roma und die Ausstellung „Auf den Spuren der Vergangenheit“ erzählt in 10 Stationen, Lebensgeschichten burgenländischer Roma.

 

Quelle: Paul Horvath
Quelle: Paul Horvath

 

Mangelhaft ausgeprägtes historisches Bewusstsein und fehlendes Unrechtsbewusstsein waren lange Zeit Grund dafür, dass der Völkermord an österreichischen Roma und Sinti nur in der Erinnerung Überlebender vor dem Vergessen bewahrt wurde.

 

Mehr über die beiden Doku-Ausstellungen, hören sie am Montag in der Sendung „Roma sam“ auf Radio Burgenland.

 

Roma sam | 25.4.2016
montags 20:50 - 21:10 Uhr
Radio Burgenland | Livestream

 

volksgruppen.orf.roma - aktuell.at

http://volksgruppen.orf.at/roma/stories/2768585/

 

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Gedenkstunde für Roma & Sinti in Maxglan

Etwa 300 Roma und Sinti fielen in Salzburg dem Rassenwahn der Nationalsozialisten zum Opfer, über Jahre inhaftiert im Sammellager Maxglan, 1943 deportiert und in Konzentrations­lagern ermordet.

 

Aufgrund des Auschwitzerlasses wurde das Lager Maxglan Ende März/Anfang April 1943 aufgelassen. Der Großteil der Roma und Sinti wurde nach Auschwitz deportiert, eine kleinere Gruppe kam nach Lackenbach – nur wenige überlebten.

 

Im September 1985 beschloss der Stadtsenat der Stadt Salzburg, ein Mahnmal für die während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgten und ermordeten Roma und Sinti aufzustellen.

 

Am 14. Dezember 1985 wurde das von Zoltan Pap gestaltete Denkmal schließlich enthüllt.

 

Quelle: KVÖR
Quelle: KVÖR

 

Der Kulturverein österreichischer Roma, Familie Martl/Sevik und das Friedensbüro Salzburg organisiert und koordiniert auch im Jahr 2016 eine Gedenkstunde für Roma und Sinti.

 

Sie findet am Feitag, dem 29. April 2016, ab 11.00 Uhr vor dem Mahnmal am Ignaz Rieder Kai 21, in 5020 Salzburg statt.

 

Programm:

 

Begrüßung: Christian Klippl | Obmann – Kulturverein österreichischer Roma

 

Prolog: Schülerinnen und Schüler der 4m des Musikgymnasiums im Musischen Gymnasium Salzburg unter Leitung von Harald Werber, Thomas Huber, Iris Liedl.

 

Ansprachen:

 

Rosa Gitta Martl und Nicole Sevik | Tochter und Enkelin von Rosa Winter, die in Maxglan interniert war.

 

Mag.a Anja Hagenauer | Vizebürgermeisterin der Stadt Salzburg (SPÖ)

 

Mag.a Martina Berthold | Landesrätin (Die Grünen)

 

Kranzniederlegung

 

Eine Veranstaltung von: Kulturverein österreichischer Roma, Familie Martl/Sevik, Friedensbüro Salzburg.

 

Mit Unterstützung der Stadt Salzburg und des Landes Salzburg.

 

volksgruppen.orf.roma - aktuell.at

http://volksgruppen.orf.at/roma/stories/2769433/

 

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Romnja | Bulgarische Nationalisten wollen Tragen von Burkas verbieten

Quelle: www.nationalflaggen.de
Quelle: www.nationalflaggen.de

In Bulgarien ist ein erster Schritt zu einem Burka-Verbot unternommen worden. Die nationalistische Patriotische Front (PF) brachte gestern einen Gesetzentwurf ins Parlament ein, mit dem das öffentliche Tragen von Burkas oder anderen Kleidungsstücken, die das Gesicht bedecken, verboten werden soll.

 

 

 

 

 

 

Romnja offenbar von Islamisten bezahlt

 

Burkas werden allerdings nicht in den Gebieten getragen, in denen die türkische Minderheit mit der Glaubensrichtung Islam lebt, sondern seit kurzem in Roma-Siedlungen im südlichen Raum Pasardschik. Generalstaatsanwalt Sotir Zazarow hat beklagt, Frauen würden dafür 120 Lewa (rund 60 Euro) pro Monat erhalten. Hierbei stütze sich der Generalstaatsanwalt auf Erkenntnisse des Geheimdienstes.

 

„Dabei handelt es sich um eine konsequente Politik der (benachbarten) Türkei“, meinte der PF-Ko-Vorsitzende Krassimir Karakatschanow.

In Pasardschik läuft zurzeit ein Prozess gegen 14 Islam-Prediger, die für die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) geworben haben sollen.

 

volksgruppen.orf.roma - aktuell.at

http://volksgruppen.orf.at/roma/stories/2769961/

 

 

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Entschädigung wegen rassistischer Drohungen gegen ungarische Roma

Über mehrere Tage haben rechtsextreme paramilitärische Gruppen in Ungarn die Roma Bevölkerung terroririsiert. Die Polizei ließ sie gewähren. Jetzt hat der Menschengerichtshof entschieden: Ungarn hätte eingreifen müssen.

 

Das Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg - Quelle: James Russell
Das Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg - Quelle: James Russell

 

Ungarn hat bei einem Anti-Roma-Aufmarsch rechtsextremer Bürgerwehren rassistische Beleidigungen und Drohungen gegen Angehörige der Minderheit nicht ausreichend verfolgt. Das hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Straßburg in einem am Dienstag verkündeten Urteil entschieden und Ungarn zu einer Entschädigung in Höhe von 4.000 Euro verurteilt. (AZ: 64602/12)

 

Ungarische Polizei ließ sie gewähren

Konkret ging es um einen über mehrere Tage dauernden Aufmarsch einer Bürgerwehrvereinigung und zweier rechtsextremer paramilitärischer Gruppen im März 2011 in der ungarischen Gemeinde Gyöngyöspata, rund 80 Kilometer nordöstlich von Budapest. Die Paramilitärs waren in Uniform durch den Ort marschiert, hatten die dort lebenden Roma schikaniert und mit Waffen und Hunden bedroht. Die ungarische Polizei ließ sie gewähren. Knapp 300 Frauen wurden schließlich vom Roten Kreuz und mit Hilfe eines US-amerikanischen Geschäftsmannes mit Bussen in Sicherheit gebracht.

 

Vor dem EGMR erhob eine Roma-Angehörige wegen der Vorfälle in ihrem Heimatort schließlich Beschwerde. Sie sei von vier Männern wegen ihrer Volkszugehörigkeit beleidigt worden. Ein Mann habe ihr Gewalt angedroht. Doch die ungarischen Behörden hätten das Verfahren gegen die Rechtsextremisten im Sand verlaufen lassen.

 

Obwohl es zahlreiche Zeugen für die rassistischen Bedrohungen und Beleidigungen gegeben habe, hätten die ungarischen Behörden das Verfahren nicht weiter verfolgt, rügte nun auch der EGMR. Damit sei das Recht der Beschwerdeführerin auf Achtung ihres Privat- und Familienlebens missachtet worden. Ungarn müsse daher eine Entschädigung in Höhe von 4.000 Euro sowie weitere 3.717 Euro für angefallene Kosten zahlen. (epd/mig)

 

Quelle & Text: migazin.de

 

volksgruppe.orf.roma - aktuell.at

http://volksgruppen.orf.at/roma/stories/2768499/

 

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Crossing Europe: Cambridge

Quelle: Cambridge
Quelle: Cambridge

Dokumentarfilm, BG 2015, 64 min.
Regie: Eldora Traykova, Buch: Assen Vladimirov

 

Zu sehen in Linz am 20.4. und 22.4.2016

 

 

 

 

 

Die Gegend ist idyllisch und länd­lich, das Bildungs­niveau der Be­völ­ke­rung, die zu 99 Pro­zent aus Roma be­steht, ver­gleichs­weise hoch: „Roma-Cambridge“ – so wird Dolni Tsibar in einer der ärmsten Ge­gen­den Bul­ga­riens auch ge­nannt.

Die Schule dort ist in El­do­ra Tray­ko­vas Do­ku­men­tar­film Aus­gangs­punkt, um die Schüler, Lehrer, Eltern und Be­woh­nerin­nen und Be­wohner des Ortes ken­nen­zu­lernen. Sie er­zäh­len von ihrem Leben, ihren Zielen und ihren Sor­gen.

 

Viele der El­tern ar­bei­ten im Aus­land, um für die Fa­mi­lie sor­gen zu kön­nen, wäh­rend die Kinder davon träu­men, eines Tages in Harvard zu stu­die­ren. Die enga­gier­ten Leh­rerin­nen und Lehrer sind be­müht, mit den vor­han­de­nen beschei­de­nen Mit­teln die best­mög­liche Aus­bildung zu bie­ten. Denn diese ist für Roma, die europa­weit immer noch unter Stig­ma­ti­sie­rung und Diskri­mi­nie­rung leiden, be­sonders wich­tig, um auf eine bes­sere Zu­kunft hof­fen zu kön­nen. (Katharina Riedler)

 

Text: Crossing Europe

 

Roman Urbaner (dROMa)

http://www.roma-service.at/dromablog/?p=36062

 

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Romaday 2016: Kundgebung in Berlin

Quelle: Marko Priske
Quelle: Marko Priske

Berlin: Kundgebung für Solidarität mit den Sin­ti und Ro­ma Eu­ro­pas

 

Anlässlich des ROMADAY fand am Freitag eine Kund­ge­bung nahe dem Brandenburger Tor statt. Zu der Ver­an­stal­tung hat­te das Bündnis für Solidarität mit den Sinti und Roma Europas ein­ge­la­den, das damit auf die an­hal­ten­de Diskri­mi­nie­rung der größten euro­päi­schen Minder­heit auf­merk­sam mach­te.

 

 

 

 

 

 

Un­ter den meh­re­ren Hundert Teil­neh­mern waren auch Bundes­präsi­dent Joachim Gauck, die Bundes­tags­vize­präsi­dentin­nen Petra Pau und Claudia Roth sowie Christine Lüders, Lei­te­rin der Anti­diskri­mi­nierungs­stelle des Bundes.

 

Zum Auftakt der Kundgebung sprach Staatsministerin Aydan Özoğuz, Be­auf­tragte der Bun­des­regie­rung für Migra­tion, Flücht­linge und Integra­tion. Sie for­derte: »Wann immer Sinti und Roma dis­kri­mi­niert, dif­fa­miert oder an­ge­grif­fen wer­den, müs­sen wir Po­li­ti­kerin­nen und Po­li­ti­ker deut­lich ma­chen, dass es in un­se­rer Ge­sell­schaft kei­nen Zenti­meter Platz für Anti­ziga­nis­mus geben darf.«

 

Hauptredner war der niederländische Sinto und Holocaust­über­lebende Zoni Weisz, der for­derte: »Wir sind Euro­päer und müs­sen die­sel­ben Rechte wie jeder an­de­re Ein­woh­ner ha­ben, die glei­chen Chan­cen, wie sie für jeden Euro­päer gelten.«

 

Als Höhepunkt der Veranstaltung ver­lasen der Regis­seur Rosa von Praunheim, die MTV-Mo­de­ra­to­rin Wana Limar und der ehe­ma­lige Fußball­natio­nal­spie­ler Arne Friedrich den Auf­ruf zur Soli­da­ri­tät mit den Sinti und Roma Euro­pas. Der Aufruf ist unter www.romaday.org ver­füg­bar. Bür­gerin­nen und Bür­ger sind auf­ge­ru­fen, die For­de­run­gen zu unter­zeich­nen und sich so gegen die Aus­gren­zung von Sinti und Roma aus­zu­spre­chen.

 

Hintergrund: Der Rassismus gegen Roma und Sinti hat in den ver­gan­ge­nen Jahren euro­pa­weit eine neue Dimen­sion er­reicht. Auf Initia­ti­ve des Vereins RomaTrial und der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas hat sich ein breites Bündnis aus Politik, Zivil­gesell­schaft und Kul­tur für Soli­da­rität mit den Sinti und Roma Euro­pas ge­bil­det. Ziel des Bünd­nis­ses ist es, auf den all­täg­li­chen und weit ver­brei­te­ten Anti­ziga­nis­mus auf­merk­sam zu ma­chen.

 

Text: Pressemitteilung www.romaday.org

 

Roman Urbaner (dROMa)

http://www.roma-service.at/dromablog/?p=36093

 

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Slowakei - Politologe Ravasz neuer Roma-Beauftragter

Quelle: www.nationalflaggen.de
Quelle: www.nationalflaggen.de

Die Mitte-Links-Koalition des Sozialdemokraten Robert Fico hat den bisherigen Regierungsbeauftragten für die Roma-Minderheit der Slowakei, Peter Pollak, abberufen und den Politologen Abel Ravasz von der mitregierenden Ungarnpartei Most-Hid für den Posten nominiert.

 

 

 

 

 

Der Wechsel erfolgte in Rekordtempo. Pollak, selbst Roma, hatte wegen „mangelnder politischer Unterstützung“ erst am Montag dieser Woche offiziell seine Resignation angeboten.

 

Roma-Union der Slowakei | er ist unbekannt

Der wenig bekannte junge Ravasz war bisher Berater der slowakisch-ungarischen Verständigungspartei Most-Hid und Direktor des parteinahen Matej-Bel-Instituts in Bratislava, wo er sich auf Minderheitenfragen spezialisierte. Seine Ernennung sorgte bereits für heftigen Unmut in der Roma-Minderheit selbst. Ravasz, wie auch seine Arbeit mit Roma, seien völlig unbekannt, beklagte die Roma-Union der Slowakei.

 

Vereinigung junger Roma empört

Es sei empörend, dass ungarische Politiker von der Most-Hid jetzt das Schicksal der zweitgrößten Minderheit im Land, der Roma, bestimmen sollen, erklärte zuvor auch die Vereinigung junger Roma (ZMR). Die Ungarn hätten in der Vergangenheit nicht überzeugt, dass sie fähig wären, die schwierige Situation der Roma im Land zu lösen, so Ivan Mako von der ZMR. Die Regierung müsse einen fundierten Experten aus der Roma-Minderheit selbst ernennen, hieß es.

 

volksgruppen.roma - aktuell.at

http://volksgruppen.orf.at/roma/stories/2767486/

 

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Dokumentarfilm - FC Roma

Die Kinostart-Prämiere findet am Samstag 08.April 2017 im Schikaneder in Wien statt. Im Anschluss an den Film wird es eine Gesprächsrunde mit den Regisseuren geben. Der Film wurde bereits beim This Human World - International Human Rights Festival 2016 gezeigt.

 

                                            Quelle: https://vimeo.com/208283145

 

 

Letztes Jahr ist ein neues Team der untersten tschechischen Fußballliga beigetreten. FC Roma ist ein Klub der im Bezirk Děčín zuhause ist und hauptsächlich aus Spielern der Gruppe der Roma besteht.

„Wenn ich jemanden nicht mag, möchte ich ihn besiegen“, sagt ihr Trainer Pavel Horváth. Nichtsdestotrotz sehen dies die rivalisierenden Teams anders und boykottieren das Roma-Team. Das kennzeichnet den Start einer unüblichen Saison für FC Roma. Manchmal findet das Spiel statt, dann wieder mal nicht.

Nichts ist im Vorhinein gewiss und das Team gewinnt die meisten Spiele durch das Nichtantreten ihrer Gegner. Dennoch verlieren die FC Roma Spieler nie ihren Sinn für Humor und setzen ihren Kampf fort – auf- sowie abseits des Platzes.

Manchmal ist es härter als sie es sich erwartet hätten: ihre Trainingsbälle verschwinden, manche der Mitspieler sind dem Marihuana verfallen, die Fans der gegnerischen Teams fordern sie in Schlachtgesängen auf, einen Job zu suchen.

 

Den Fußballwettbewerb betreffend, ist das Team jedoch weiterhin am Weg nach oben. Gelingt es dem Team in die nächste Liga aufzusteigen und auf diese Weise allen zu beweisen, dass sie keine aggressiven Raufbolde sind, sondern einfach nur Fußball spielen wollen?

Von den tschechischen Regisseuren Rozálie Kohoutová & Tomáš Bojar.

 

Quelle: Waystone Film KG – Mag. Michael Schmied

Martin Horvath (KARIKA News Blog)

 

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Butschakero Them - Arbeitswelt

Vor dem Hintergrund und mit dem Bewusstsein, dass Romnja und Roma, Sintize und Sinti zu der grössten Minderheit in Europa gehören und jahrhundetelang noch immer ausgegrenzt und diskriminiert werden, will der Verein Karika arbeitsmarktpolitische Ziele für die Volksgruppe setzen.

 

 

 

 

 

 

Schwerpunkte sind neben individueller Berufs- und Bildungsberatung die Sensibilisierung bestehender Einrichtungen am Arbeitsmarkt.

Zu Gast in der heutigen Sendung ist der Obmann des Vereins Karika Paul Horvath. Mit ihm spricht Susanne Horvath.

 

Links
Verein Karika

 

Butschakero Them - Arbeitswelt

Evangelische Kirchengasse 3

A - 7400 Oberwart

Tel.: 03352/32016

E-Mail.: verein.karika@gmx.at

 

volksgruppen.orf.roma - aktuell.at

http://volksgruppen.orf.at/roma/stories/2826803/

 

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Stimmen gegen Bettelverbot in Landeck

Quelle: Bettellobby
Quelle: Bettellobby

Offener Brief: Die Bettellobby Tirol spricht sich für eine zu­kunfts­orien­tierte, an den Grund­rech­ten orien­tier­te Praxis aus, wel­che sich gegen Ver­bote und so­zia­le Aus­gren­zung rich­tet.

 

In einem offenen Brief fordert die Bettel­lobby Tirol die Mit­glie­der des Landecker Ge­mein­de­rats auf, das ge­plan­te Bettelverbot, für das sich der Stadt­rat mehr­heit­lich aus­sprach, zu über­denken und keine vor­eili­gen kurz­sich­ti­gen Ent­schei­dun­gen zu tref­fen. Die Bettel­lobby Tirol spricht dies­be­züg­lich von einem un­ver­hält­nis­mäßi­gen Ein­griff in die Men­schen­rechte.

 

 

 

Sie warnt davor, einen Weg der Politik ein­zu­schla­gen, die auf dem Rücken von ar­muts­betrof­fe­nen Men­schen aus­getra­gen wird: „Wir ap­pel­lie­ren, sich von einer Po­litik zu dis­tan­zie­ren, die auf po­pu­lis­ti­schen, krimi­na­li­sie­ren­den und dif­fa­mie­ren­den Zu­schrei­bun­gen auf­baut und darauf ab­zielt, Men­schen gegen­einan­der aus­zu­spielen.“

 

In ihrer Arbeit ist die Bettellobby Tirol im­mer wie­der auch mit Fragen ver­un­sicher­ter Bür­gerInnen kon­fron­tiert.

Viel­fach fehlt es den Men­schen an Hinter­grund­infor­ma­tio­nen zur Situa­tion von bet­teln­den Men­schen: „Unse­re Er­fah­run­gen zei­gen, dass Ge­sprä­che, Aus­tausch und In­for­ma­tio­nen Ängste ab­bauen, Un­sicher­hei­ten lin­dern und da­durch zu einem un­auf­gereg­te­ren Um­gang mit dem Thema in der Mehr­heits­be­völ­ke­rung bei­tragen kön­nen.“

 

Die Bettellobby Tirol plädiert daher für bewusst­seins­bil­den­de Maß­nah­men und Sen­sibili­sie­rung statt Ver­bote. Denn Betteln ist für viele Men­schen die ein­zige Mög­lich­keit zur Ver­än­de­rung un­zu­mut­barer Ver­hält­nisse auf der oft ver­geb­li­chen Suche nach alter­na­tiven Verdienst­mög­lich­keiten. Zu bet­teln kos­tet den Men­schen meist viel Über­windung. Doch mit dem weni­gen Geld, das sie hier er­betteln, kön­nen sie ihre eige­ne und die Lebens­situa­tion ihrer Fa­mi­lien in den Her­kunfts­län­dern ein Stück weit ver­bessern.

 

Von den Landecker PolitikerInnen erwar­tet sich die Bettel­obby Tirol einen ver­ant­wor­tungs­vol­len und soli­da­ri­schen Um­gang mit bet­teln­den Men­schen und eine offene und sach­lich ge­führte Dis­kus­sion zum The­ma Betteln: „Wir for­dern einen öf­fent­li­chen Raum, der für alle nutz­bar und zu­gäng­lich ist, ein Ende der Krimi­na­li­sie­rung von betteln­den Men­schen und eine zukunfts­orien­tierte, an den Grund­rechten orien­tierte Praxis, wel­che sich gegen Ver­bote und sozia­le Aus­gren­zung rich­tet.“

 

Die Bettellobby Tirol appelliert an den Lan­decker Bür­ger­meis­ter und alle ande­ren ÖVP-Po­liti­kerInnen des Ge­meinde­rates, sich auf ihre christ­lich-sozia­len Grund­werte zu be­sinnen. Schließ­lich stehe es jedem Men­schen offen, Men­schen, die auf Unter­stützung an­de­rer an­gewie­sen sind, zu hel­fen. Bettel­verbote wür­den jedoch die Situa­tion armuts­betrof­fe­ner Men­schen noch wei­ter ver­schlim­mern: „Sie drän­gen armuts­betrof­fene Men­schen zu­neh­mend von öf­fent­li­chen Plätzen, in die Kri­mi­na­lität und wei­ter an den Rand der Gesell­schaft. Armut und da­mit der Grund des Bet­telns bleibt hin­gegen be­ste­hen. Bettel­verbote sind je­doch keine Lö­sung für eine Proble­ma­tik, die struk­tu­relle Ur­sa­chen hat. Es gilt die Armut zu be­sei­ti­gen und nicht die von Ar­mut be­trof­fe­nen Men­schen.“

 

Text: Bettellobby Tirol

 

Siehe auch:
Radio: Betteln in Tirol – Wege aus der Armut, 9.1.2017
Dialogplattform: Notreisende in Österreich, 31.12.2016
„Christliche Politik geht anders“, 9.12.2016
Niederösterreich führt „Bettlerdatei“ ein, 6.10.2016
Bettlerin soll 38.000 Euro Strafe zahlen, 22.8.2016
Nachgefragt: Notreisende in Tirol, 15.8.2016
Vorarlberg und die Bettler, 24.7.2016
Studie über Bettler in Vorarlberg vorgestellt, 23.7.2016

 

Roman Urbaner (dROMa)

http://www.roma-service.at/dromablog/?p=39786

 

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Roma-Sänger vertritt Ungarn beim ESC

Quelle: MTVA
Quelle: MTVA

Endlich, jetzt hat auch Ungarn sei­nen Tony Wegas: Joci Pápai vertritt sein Land beim Eurovision Song Contest in Kiew.

 

Ungarn wird erstmals einen Künstler aus der Volks­grup­pe der Roma zum Euro­vision Song Contest (ESC) ent­sen­den. Der 35-jäh­rige Rom Joci Pápai konn­te Sams­tag abend die na­tio­nale Vor­aus­wahl für sich ent­schei­den und wird so­mit sein Land im Mai bei der gro­ßen Euro­vi­si­ons-Show in Kiew ver­tre­ten. Am Wett­singen der un­ga­ri­schen Vor­ent­schei­dung, „A Dal 2017“, nah­men ins­ge­samt 30 Sän­ger bzw. Grup­pen teil, acht davon schaff­ten es in die Final­show. Dort setzte sich Pápai mit dem Song „Origo“ sou­ve­rän gegen die Kon­kur­renz durch – bei der Jury­aus­wahl eben­so wie bei der ab­schlie­ßen­den Pub­li­kums­wer­tung.

 

 

 

Dass Ungarn beim ESC von einem Rom re­prä­sen­tiert wird, ist eine höchst er­freu­liche Premiere. Auch wenn Pápai bei der Bühnen­show (mit bar­füßig herum­wirbeln­der „Zigeu­ner“-Tän­zerin) ein we­nig zu tief in die Klischee­kiste griff. (Einen Ar­ti­kel über Roma-Sän­ger/innen beim Euro­vision Song Con­test finden Sie übri­gens in der letz­ten Sommer­aus­gabe un­se­res Ma­ga­zins dROMa: mehr hier.)

 

Joci Pápai stammt aus der nordungarischen Klein­stadt Tata un­weit der slowa­ki­schen Grenze. Der un­ga­ri­schen Öffent­lich­keit bekannt wurde er 2005 durch seine Auf­tritte bei der TV-Casting­show „Megasztár“. 2006 gelang ihm der erste grö­ße­re Erfolg mit dem Song „Ne nézz így rám“, weite­re Hits folg­ten, so­wohl solo also auch in Zu­sam­men­arbeit mit dem Rapper Majka.

 

Roman Urbaner (dROMa)

http://www.roma-service.at/dromablog/?p=39754

 

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Josef Horwath (1944–2017)

Quelle: Roma-Service
Quelle: Roma-Service

 

Am Sonntag ist Josef Horwath
aus Kleinbach­sel­ten im 73. Lebens­jahr verstorben.

 

 

 

 

 

Am Freitag ab 18 Uhr treffen wir uns zum gemeinsa­men Ge­bet in der Aufbahrungshalle Bach­selten.

Die Be­gräb­nis­feier be­ginnt am Sams­tag, den 28. Jänner, um 11 Uhr mit der Hei­li­gen Messe in der Auf­bah­rungs­halle. Ab­schlie­ßend be­glei­ten wir un­se­ren lie­ben Ver­stor­be­nen auf den Orts­frie­dhof Kleinbachselten zur letz­ten Ru­he­stätte.

 

 

 

 

 

Vor einigen Jahren stellte sich Josef Horwath als Interview­part­ner für un­se­re Roma-Zeit­zeu­gen-Edi­tion „Mri Historija“ zur Ver­fügung. Heft 11 der dROMa-Sonder­reihe ist seiner Le­bens­ge­schich­te ge­wid­met. Be­son­ders außer­ge­wöhn­lich war Josef Horwaths frühes Ein­tre­ten für die Volks­grup­pe der Roma. In den spä­ten 60er-Jah­ren, als die An­er­ken­nung und Insti­tu­tio­na­li­sie­rung der Volks­gruppe noch nicht ein­mal an­ge­dacht wa­ren, war Josef Horwath der Erste, der Roma-Bälle, da­mals noch „Zi­geu­ner­ball“ ge­nannt, or­ga­ni­sier­te. Und nach an­fäng­li­cher Skep­sis be­tei­lig­te er sich auch tat­kräftig als Kas­sier an der Vereins­arbeit des ers­ten Roma-Vereins („Verein Roma“): „Rom zu sein, bedeutet für mich, im Herzen Rom zu sein. Dazu zu stehen und es nicht zu verschweigen, das ist das Wichtigste.“

 

Unser aufrichtiges Mitgefühl und Beileid gilt seinen An­ge­hö­ri­gen und Freunden!

 

Quelle: Roman Urbaner (dROMa)

http://www.roma-service.at/dromablog/?p=39475

 

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40 Jahre Volksgruppengesetz - " Reformen stocken "

In der aktuellen Ausgabe von „Roma sam“ spricht Emmerich Gärtner-Horvath, stellvertretender Vorsitzender des Volksgruppenbeirates für Roma, über das Volksgruppengesetz, das sich heuer zum 40 Mal gejährt hat. Für Reformen sei ein gemeinsames Auftreten aller Volksgruppen essenziell, betont er.

 

Novellierung noch unbedingt notwendig

Der so genannte Ostermayer Entwurf zur Novellierung des Volksgruppengesetzes, an dem Vertreter/innen der Volksgruppen mitgearbeitet haben, beinhaltete einen Passus, der sich mit einem spezifischen Diskriminierungsverbot befasste. Das hätte die Volksgruppe der Roma und Sinti am nötigsten gebraucht, jedoch war dieser Passus in der verabschiedeten Form der Novelle nicht mehr existent, bedauert Emmerich Gärtner-Horvath heute noch.

 

Quelle: Roma - Service
Quelle: Roma - Service

 

Auch die Besetzung des Volksgruppenbeirates wurde damals in den Arbeitsgruppen zur Gesetzesänderung ausreichend diskutiert. Die Vertretung der kirchlichen Organisationen im Volksgruppenbeirat betrachteten die Volksgruppen nicht unbedingt als eine Notwendigkeit, aber auch dieser Grundtenor mündete zu keiner Veränderung im Volksgruppengesetz, erläutert der stellvertretende Vorsitzende des Volksgruppenbeirates für Roma.

 

Volksgruppenbeirat ist ein Garant der Objektivierung

Die geltende Funktion und die Aufgaben des Volksgruppenbeirates, auch wenn der Beirat der Zeit nicht das optimale Vertretungsorgan ist, sollte man einer unabhängigen Körperschaft öffentlichen Rechtes, die aktuell als Alternative zum Volksgruppenbeirat zur Diskussion steht, nicht übertragen. Nicht nur die Aufteilung der Fördergelder, sondern auch derer Haftung wären große Problemfelder, die die jeweilige Volksgruppe ohne die direkte öffentliche Aufsicht seitens des Bundeskanzleramtes nicht leicht zu bewerkstelligen hätte, meint Gärtner-Horvath. Mit der jetzigen Form und dem Bestellungsmodus könne die Volksgruppe der Roma und Sinti gut leben.

 

  • Neu-Besetzung des Volksgruppenbeirates nach dem Ableben des Vorsitzenden Rudolf Sarközi

 

Roma Dialogplattform verzeichnete 2016 Erfolg

2016 hat die Volksgruppe zwei bedeutende Vereine verloren. Sowohl dem „Verein Ketani für Sinti und Roma“ in Oberösterreich als auch dem ersten Roma -Verein „Verein Roma“ in Oberwart fehlten die nötigen finanziellen Mittel für ihren Fortbestand. Erfreulich sei auf der anderen Seite die Arbeit der Roma Dialogplattform gewesen, die von der nationalen Kontaktstelle zur Inklusion der Roma im Bundeskanzleramt errichtet wurde, blickt der stellvertretende Vorsitzende Gärtner-Horvath zurück.

 

Ziel der Roma Dialogplattform sei es, Raum für eine offene, inklusive Gesprächsbasis zu schaffen, in deren Mittelpunkt die nachhaltige Lebensperspektive der Roma steht.

 

  • Die europaweite Situation der Volksgruppe

 

Anzustreben wäre eine Zusammenarbeit der ähnlichen Kontaktstellen in den benachbarten EU-Ländern.

 

Weitere Themen, zu denen E. Gärtner-Horvath Stellung bezogen hat.

  • Entwurf eines Privatschulgesetzes für Volksgruppen in Wien
  • Erwartungen an das neue Jahr 2017

 

Link

 

Quelle: volksgruppen.orf.roma - aktuell.at

http://volksgruppen.orf.at/roma/stories/2816765/

 

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Neuer Roma-Seelsorger Matthias A. Platzer

Der neue Seelsorger der Volksgruppe der Roma im Burgenland heißt Matthias A. Platzer. Nachdem Pfarrer Fabian Mmagu nach Wien wechselte, übernahm der Pfarrer in Wolfau Matthias Platzer dessen Aufgabe als Roma-Seelsorger.

 

Bild Mitte: Neuer Roma - Seelsorger Matthias A. Platzer - Quelle: Pfarren - Diözese Eisenstadt
Bild Mitte: Neuer Roma - Seelsorger Matthias A. Platzer - Quelle: Pfarren - Diözese Eisenstadt

 

Lehramtsstudium für Theologie und Geschichte

 

Matthias A. Platzer wurde im Dezember 2011 vom burgenländischen Diözesanbischof Ägidius J. Zsifkovics im Eisenstädter Martinsdom zum Priester geweiht. Platzer stammt aus Neunkirchen in Niederösterreich. Er hat ein Lehramtsstudium für Theologie und Geschichte absolviert. Nach mehrjähriger Tätigkeit als Religionslehrer begann er 2008 mit der Ausbildung im Priesterseminar.

 

1992 wurde in der Bischofskonferenz ein Vertreter mit der Aufgabe der Roma-Pastoral beauftragt.

Erstmals wurde Werner Klawatsch 1995 zum „Ober-Roma-Seelsorger“ ernannt und errichtete im selben Jahr das Referat für ethnische Gruppen in der Diözese Eisenstadt. Die Roma-Seelsorge zielt darauf ab, das Selbstbewusstsein der ethnischen Minderheit zu stärken und sie dazu zu motivieren, die Stimme zu erheben, um für sich zu sprechen.

 

Matthias A. Platzer ist ferner Kaplan in Großpetersdorf, Jabing und Neumarkt im Tauchental und koordiniert die Seelsorge am Landeskrankenhaus Oberwart.

 

Quelle: volksgruppen.orf.roma - aktuell.at

http://volksgruppen.orf.at/roma/stories/2815451/

 

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Sichere Herkunftsstaaten: „Von wegen sicher“

Quelle: Von wegen Sicher
Quelle: Von wegen Sicher

Von wegen sicher. Das Konzept der sicheren Herkunftsstaaten in der Kritik

 

Publikation der Rosa-Luxemburg-Stiftung Southeast Europe (Website), Nov. 2016

Autor/innen: Tamara Baković Jadžić, Dzafer Buzoli, Jasna Čaušević, Wenke Christoph, Vladan Jeremić, Norman Paech, Anna Striethorst, Jovana Vuković

 

>>Download (PDF, 2 MB)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Beschluss der deutschen Bundesregierung im Som­mer 2015, die Grenze für syri­sche Flücht­linge zu öffnen, wurde von vielen als humanitäre Ant­wort auf den Zu­strom von Flücht­lin­gen über die „Balkan­route“ ge­wer­tet. Ver­gli­chen mit den Reak­tio­nen vieler ande­rer Staaten ent­lang der Route, die zum Bei­spiel im Schnell­ver­fah­ren ihre Außen­gren­zen mit Zäunen be­fes­tig­ten, kann diese Ent­schei­dung tat­säch­lich als huma­ni­tä­rer Akt be­trach­tet werden. Diese zeit­weilige Aus­setzung der Dub­lin-Ver­ord­nung sollte je­doch nicht darüber hin­weg­täu­schen, dass MigrantIn­nen und Ge­flüch­tete diese Gren­zen schon seit meh­re­ren Jahren pas­sieren und in immer größe­rer Zahl „irre­gu­lär“ in West­europa leben.

 

Gleichzeitig haben die Bundesregierung und die EU eine Viel­zahl neuer, restrik­tiver Mi­gra­tions- und Grenz­po­li­ti­ken ein­ge­führt. Der Bun­des­tag ver­ab­schie­de­te in kurzen Ab­stän­den zwei „Asyl­pake­te“, durch die unter an­de­rem die Rück­füh­rung ab­ge­lehn­ter Asyl­su­chen­der er­leich­tert und die Rege­lun­gen zum Fami­lien­nach­zug für an­er­kann­te Flücht­linge auf­ge­hoben wurden. Wei­ter­hin wur­den immer mehr Länder als so­ge­nann­te „sichere Her­kunfts­staaten“ ein­gestuft, ins­be­son­dere die Bal­kan­staa­ten Ser­bi­en, Ko­so­vo, Albanien, Montenegro, Bosnien und Herzegowina und Mazedonien. In­fol­ge­des­sen gel­ten Asyl­anträ­ge aus die­sen Län­dern für deut­sche Behör­den als „of­fen­sicht­lich un­be­grün­det“ und wer­den in der Regel ab­ge­lehnt. Die Aus­sich­ten für Hilfe­su­chen­de auf Asyl sind sehr ge­ring, be­reits vor dieser Ent­schei­dung lag der An­teil der ab­ge­lehn­ten Asyl­anträ­ge aus Ser­bien in Deutsch­land bei 99 Pro­zent (bzw. 97 Pro­zent für Asyl­su­chen­de aus dem Kosovo).

 

Allerdings hat diese Einstufung der Balkanländer als „sicher“ be­deu­tende und weit­rei­chen­de Kon­se­quen­zen, und zwar nicht nur für der­zei­tige Asyl­su­chen­de, son­dern auch für Men­schen, die schon seit Jahren, teils sogar seit Jahr­zehnten, in Deutsch­land leben. Die Mehr­heit der Asyl­suchen­den aus Ser­bien, dem Ko­so­vo und Maze­donien sind Roma, die in ganz Europa Ver­fol­gung, Mar­gi­na­li­sie­rung und sozia­len Aus­schluss er­fah­ren. Es gibt nur we­nige zu­ver­läs­si­ge Sta­tis­ti­ken zur eth­ni­schen Ab­stam­mung der Asyl­suchen­den, doch geht aus einer Ant­wort der Bun­des­regie­rung auf eine Kleine An­frage der Bun­des­tags­frak­tion DIE LINKE her­vor, dass ca. 70 Pro­zent der Flüchtlinge aus dem Ko­so­vo, die 2014 in Deutsch­land Asyl be­antrag­ten, Roma, Ashkali oder Bal­kan-Ägyp­terIn­nen wa­ren. Die Ent­schei­dung der deut­schen Re­gie­rung be­deu­tet für sie, dass ihre Aus­sicht als Flücht­linge an­er­kannt zu wer­den, nun noch ge­rin­ger ist und dass sie in Asyl­ver­fah­ren stark be­nach­tei­ligt wer­den. Sie gelten zu­meist als „Wirt­schafts-“ oder „Armuts­flücht­linge“ oder gar als „Asyl­betrüger“.

 

PolitikerInnen und die Asylbehörden führen die Moti­ve der Migra­tion von Roma sys­te­ma­tisch auf Armut und wirt­schaft­liche Gründe zu­rück und igno­rie­ren dabei völ­lig den in ganz Europa ver­brei­te­ten Anti­ziga­nis­mus und die damit ver­bun­dene direk­te und struk­tu­relle Dis­kri­mi­nie­rung von Roma. Die Mehr­zahl der 10-12 Mil­lio­nen Sinti und Roma in Europa lebt unter er­heb­lich schlech­te­ren Be­din­gun­gen als ihre Mit­bür­gerIn­nen. Die Mehr­heit von ihnen ist inner­halb und außer­halb der Euro­päi­schen Union von so­zia­lem Aus­schluss, Vor­urtei­len und Be­nach­tei­li­gung kon­fron­tiert. Ihre Ge­schichte in Euro­pa ist viel­fach eine Ge­schichte von Re­pres­sion, Ver­fol­gung und Ver­trei­bung – nicht zu ver­ges­sen der na­tio­nal­sozia­lis­ti­sche Genozid an den Roma im Zwei­ten Welt­krieg. Auf dem Papier ha­ben sich die EU und die deut­sche Re­gie­rung dazu ver­pflich­tet, die Ver­fol­gung und den Aus­schluss der Roma zu be­kämpfen. In der Praxis je­doch sind die deut­schen Be­hör­den nicht ein­mal bereit, die direk­te und struk­tu­relle Dis­kri­mi­nie­rung, der viele Roma in den Balkan­län­dern aus­ge­setzt sind, als Asyl­grund an­zu­er­kennen.

 

Im Schatten der deutschen „Willkommenskultur“ werden täg­lich Men­schen ab­ge­scho­ben; die Mehr­zahl von ihnen stammt aus dem Balkan. Die Zahl der Ab­schie­bun­gen hat sich im Jahr 2015 ver­dop­pelt und ist auch 2016 rasant an­gestie­gen. Viele Roma wurden unter Zwang in Län­der zurück­ge­schickt, die sie auf­grund von Anti­ziganis­mus, chro­ni­scher Armut und dem weit­rei­chen­den Aus­schluss von der sozialen Grund­ver­sor­gung, wie Wohn­raum, Arbeit, Ge­sund­heits­ver­sor­gung und Bildung, ver­lassen haben. Ihre Herkunfts­länder wurden vom Flücht­lings­hilfs­werk der Ver­ein­ten Na­tio­nen (UNHCR), Men­schen­rechts­orga­ni­sa­tio­nen und selbst vom Europa­rat im­mer wieder wegen sys­te­ma­ti­scher Dis­krimi­nie­rung der Roma kri­ti­siert. Solche Fest­stel­lun­gen und Berichte wer­den aber in Asyl­verfahren sys­te­ma­tisch igno­riert, Men­schen werden ab­ge­scho­ben oder ihnen wird die Aus­reise aus ihrem Heimat­land ver­wei­gert. Trotz der Ver­spre­chen ihrer Regie­run­gen und der EU, die Roma zu in­tegrie­ren, er­halten sie keine aus­rei­chende Unter­stützung. Die exis­tie­ren­den In­tegra­tions­program­me ha­ben bisher nur un­wesent­liche Erfolge er­zielt. An­ge­sichts von Spar­maß­nahmen, Kür­zung von Sozial­leis­tun­gen, hoher Arbeits­losig­keit und all­ge­mei­ner Armut in den Balkan­län­dern sind solche kurz­fris­ti­gen loka­len In­tegra­tions­pro­jekte auch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein und stel­len für die be­nach­teilig­ten Roma keines­wegs eine Ver­bes­se­rung ihrer Lebens­bedin­gun­gen in Aus­sicht. Dazu kommt, dass die große Mehr­zahl der Roma-Ge­mein­schaf­ten bei der Ver­tei­lung der Mittel für ihre „In­tegra­tion“ kein Mit­sprache­recht hat. Dies nährt das ohne­hin schon beste­hen­de Vor­urteil gegen­über den Roma: Egal was pas­siert, sie wol­len sich ein­fach nicht in­tegrieren.

 

Mit dieser Broschüre möchten wir diese überwiegend ver­bor­ge­nen Pro­zesse the­ma­ti­sie­ren: die Ände­run­gen der Asyl­gesetze, die den dras­ti­schen An­stieg von Ab­schie­bun­gen zur Folge haben, die Aus­wir­kun­gen dieser Ge­setze auf Migran­tIn­nen aus den Balkan­ländern und die weit­ver­brei­tete Dis­krimi­nie­rung und Lebens­situa­tion der Roma im Balkan, vor al­lem in Serbien und im Kosovo. Wir wol­len zei­gen, dass Roma und Sinti nicht nur in ihren Hei­mat­län­dern, son­dern auch durch ras­sis­ti­sche und pro­tektio­nis­tische Migra­tions­gesetze und Asyl­prak­ti­ken dis­kri­mi­niert werden. Wir be­schäf­ti­gen uns mit der Frage, warum In­tegra­tions­program­me für Roma, auf die Po­liti­kerIn­nen im­mer gern ver­weisen, bisher noch keine Ver­bes­se­rung der Situa­tion der Roma er­zielt oder zur Be­kämpfung der Migra­tions­ursa­chen bei­ge­tra­gen haben. Schließ­lich möch­ten wir auch Alter­na­ti­ven zur ak­tuel­len un­mensch­li­chen Be­hand­lung von MigrantIn­nen aus den Balkan­län­dern vor­stellen.

 

 

Inhalt

  • Warum «sichere Herkunftsstaaten» dem Grundrecht auf Asyl wi­der­spre­chen
  • Warum Serbien kein sicheres Herkunftsland für Roma ist
  • Warum der Kosovo nicht sicher für Roma ist
  • Welche Folgen die Gesetzgebung für Asylsuchende aus «siche­ren Her­kunfts­staa­ten» hat
  • Wie Maßnahmen gegen «Asylbetrüger» zu weiterer Dis­kri­mi­nie­rung bei­tra­gen
  • Warum Integrationsprogramme für Roma deren Lebensbedin­gun­gen nicht ver­bes­sern
  • FAZIT: Was ist die Alternative?
  • Glossar

Text: Wenke Christoph, Tamara Baković Jadžić & Vladan Jeremić / Rosa-Lu­xem­burg-Stif­tung

 

Roman Urbaner (dROMa)

http://www.roma-service.at/dromablog/?p=39113

 

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FRA: 80 % der Roma von Armut bedroht

Quelle: FRA
Quelle: FRA

Neue Studie der Europäischen Grundrechteagentur (FRA)

 

European Union Agency for Fundamental Rights: EU-MIDIS II. Se­cond European Union Minorities and Dis­cri­mi­na­tion Survey: Roma – Se­lec­ted fin­dings, Lu­xem­bourg 2016, 52 S. (Download: PDF / 1,13 MB)

Weitverbreitete Deprivation zerstört das Leben von Roma. Fa­mi­lien leben von der Gesell­schaft aus­ge­schlos­sen in schockie­ren­den Ver­hält­nis­sen, und Kinder mit nied­ri­gem Bildungs­stand haben kaum Zu­kunfts­aus­sich­ten – zu diesem Schluss kommt ein neuer Be­richt der Agentur der Euro­päi­schen Union für Grund­rechte (FRA). Der Be­richt ana­ly­siert die Lücken bei der In­klu­sion von Roma in der gesam­ten EU, um den Mit­glied­staaten bei der Ver­bes­se­rung ihrer In­tegra­tions­politik Orien­tie­rungs­hilfe zu bieten.

 

 

 

 

 

 

 

 

„Unsere offenkundige Unfähigkeit in Europa, die Menschen­rechte unse­rer Roma-Gemein­schaf­ten zu achten, ist in­akzep­ta­bel. Das Aus­maß an Depri­va­tion, Aus­gren­zung und Diskri­mi­nie­rung der größ­ten Minder­heit in Europa stellt recht­lich wie poli­tisch ein schwer­es Ver­sagen in der EU und ihren Mit­glied­staaten dar”, so der Di­rek­tor der FRA, Michael O’Flaherty. „Die Ver­öf­fent­li­chung dieser Er­kenn­tnis­se bietet die Gele­gen­heit, poli­ti­sche Ent­schei­dungs­träger zum Han­deln zu be­we­gen und Ressour­cen ge­zielt zur Be­endi­gung dieser un­halt­baren Situa­tion ein­zu­setzen.“

Der Bericht über die Zweite Er­he­bung der Euro­päi­schen Union zu Min­der­heiten und Dis­kri­mi­nie­rung (EU-MIDIS II): Roma – aus­ge­wähl­te Er­geb­nis­se zeigt:

  • 80 % der befragten Roma sind armutsgefährdet; der EU-Durch­schnitt liegt bei 17 %. 30 % leben in Haus­halten ohne fließen­des Wasser und 46 % h­aben weder Innen­toilette, -dusche noch -bad;
  • 30 % der befragten Roma-Kinder leben in Haushalten, in de­nen je­mand im vori­gen Monat min­des­tens ein­mal hung­rig schla­fen ging;
  • 53 % der Roma-Kinder kommen durchschnitt­lich in den Genuss früh­kind­li­cher Erzie­hung; oft beträgt dieser Pro­zent­satz weni­ger als die Hälfte ihrer Alters­ge­nos­sen aus der All­gemein­bevöl­ke­rung im sel­ben Land;
  • nur 30 % der befragten Roma haben eine bezahlte Arbeit, ver­gli­chen mit der durch­schnitt­li­chen EU-weiten Be­schäf­ti­gungs­quote von 70 % in 2015;
  • 41 % der Roma sind der Ansicht, dass sie im Laufe der letzten fünf Jahre in all­täg­li­chen Situa­tionen, wie Suche nach Arbeit und in den Berei­chen Wohn­raum, Gesund­heit und Bildung, Dis­kri­mi­nie­rung aus­ge­setzt waren;
  • 82 % der Roma kannten keine Organisation, die Opfer von Dis­krimi­nie­rung un­ter­stützt.

Die Ergebnisse der Erhebung lassen erkennen, dass die Mit­glied­staaten allen Be­mü­hun­gen zum Trotz ihre In­tegra­tions­ziele, die ein Schlüs­sel­ele­ment des EU-Rahmens für natio­nale Stra­te­gien zur Integra­tion der Roma (2011) sind, weit­ge­hend ver­fehlen.

Grundlage für den Bericht ist eine Erhebung, bei der Informa­tio­nen zu Roma in neun Mitglied­staaten der Euro­päi­schen Union (EU) in 8.000 per­sön­li­chen Be­fra­gun­gen von Roma er­ho­ben wurden. Der Bericht ist Teil der zwei­ten Er­he­bung der Euro­päi­schen Union zu Min­der­heiten und Dis­kri­mi­nie­rung (EUMIDIS II), in deren Rah­men Daten zu Dis­kri­mi­nie­rungs- und Vik­timi­sie­rungs­erfah­run­gen sowie zu Ein­kom­mens- und Lebens­be­din­gun­gen von Ein­wan­de­rern und eth­ni­schen Minder­heiten in allen 28 EU-Mit­glied­staaten zu­sam­men­getra­gen wurden.

Hinweise über die Europäische Grundrechteagentur FRA:

  • Die Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA) stellt Ent­schei­dungs­trä­gern in der EU und auf natio­na­ler Ebene fakten­ge­stütz­te Bera­tung bereit und trägt auf diese Weise zu fun­dier­te­ren und ziel­gerich­te­te­ren De­bat­ten und po­li­ti­schen Stra­te­gien im Zu­sam­men­hang mit Grund­rechten bei.
  • Mehr zur Arbeit der Agentur in Verbindung mit Roma, darun­ter ihr Projekt zum Ein­satz vor Ort für die In­tegra­tion der Roma, fin­den Sie im Inter­net. Auch in den Jah­ren 2008 und 2011 führ­te die Agentur Er­he­bun­gen zu Roma durch.

Text: FRA

 

Roman Urbaner (dROMa)

http://www.roma-service.at/dromablog/?p=39075

 

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Adventfeier des Vereins „Karika“

Unter dem Motto „Gemeinsam können wir etwas bewegen, Begegnung im Advent“ fand die diesjährige Adventfeier des Vereins Karika im Kontaktzentrum Oberwart statt. Gekommen sind die Partnerorganisationen, Trainer und Teilnehmer/innen des AMS Ausbildungsprograms und Vertreter/innen der Politik.

 

Die aktuelle Sendung von „Roma sam“ berichtet darüber ausführlich.

 

„Karika will etwas bewegen“

Der Hausherr, Martin Horvath, begrüßte die Gäste, unter ihnen den Ausbildner Karl Garnitschnig, die Obfrau des Vereins Blickpunkt Identitäten Susanne Linde, ÖVP Gemeinderat Helmut Gabriel, Nadine Papai von der Gesellschaft für bedrohte Völker, den Landtagsabgeordneten der SPÖ Christian Drobits und den Bürgermeister von Oberwart Georg Rosnar.

Christian Drobits, Landtagsabgeordneter der SPÖ, ist gerne der Einladung gefolgt, weil er der Anschicht ist, dass der Verein „Karika“ wirklich etwas bewegen will.

Im Rahmen der Advent Feier stellte auch der Künstler und Fotograf Julius Horvath seine Werke aus. Er hat viele Bilder, auch über die Roma, abstrakte Werke und Selbst-Porträts für diese Ausstellung ausgesucht, die „Kunst im Advent“ hieß.

 

Quelle: Emmerich Gärtner - Horvath
Quelle: Emmerich Gärtner - Horvath

 

AMS Ausbildungsschulung für Roma

Der Verein „Karika“ hatte vom Juni bis November gemeinsam mit dem AMS Burgenland eine Ausbildungsschulung für Roma realisiert. Vier junge Männer und Frauen nahmen daran teil. Unterstützt wurde der Kurs auch vom Land Burgenland. Bei der Adventfeier waren Trainer und Teilnehmer/innen des Kurses anwesend und bekamen ihre Abschlusszeugnisse.

 

Uni. Prof. Dr. Karl Garnitschnig - Quelle: Emmerich Gärtner - Horvath
Uni. Prof. Dr. Karl Garnitschnig - Quelle: Emmerich Gärtner - Horvath

 

Der Ausbildner Karl Garnitschnig hat zum ersten Mal mit Roma zusammengearbeitet und konnte seine Begeisterung nicht verbergen. „Wir haben sehr viel voneinander gelernt“, resümierte Garnitschnig.

Auch der Obmann des Vereins „Karika“ Paul Horvath war unter den Teilnehmern des AMS Ausbildungskurses für Trainer und Berater in Erwachsenen Bildung. In Rollenspielen und Autotraining haben sich die Teilnehmer/innen auf eine Beratungssituation vorbereitet. Auch das Motivationstraining war ein Teil des Kurses, erklärte Paul Horvath.

 

Als die nächste große Veranstaltung des Vereins kündigte Horvath den Roma-Ball 2017, „Romano Mulantintschago“ am 14. Jänner 2017 an.

 

Link

Verein Karika

 

Roma sam | 5.12.2016
20:50 - 21:10 | Radio Burgenland Livestream

 

volksgruppen.orf.roma - aktuell.at

http://volksgruppen.orf.at/roma/stories/2812885/

 

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Normunds Rudevičs: ”No such person is listed“

Quelle: IRU
Quelle: IRU

Am Montag meldete die APA, dass der IRU-„Parla­ments­prä­sident“ Stevan Balog Radul im Namen seiner Orga­ni­sa­tion und aller Roma und Sinti in Öster­reich eine Wahl­empfeh­lung für den FPÖ-Bundes­präsi­dent­schafts­kan­dida­ten Norbert Hofer aus­gespro­chen habe. Offenbar gibt es inzwischen mehrere konkurrierende Ver­bände, die sich als Nachfolge­organi­sa­tio­nen des frü­he­ren Welt­verbands IRU sehen. Davon erfährt man aus den Medien­berich­ten aller­dings nichts. Die APA hat es ver­ab­säumt, dies ausreichend zu über­prü­fen und klar­zu­stellen, in wes­sen Namen Stevan Balog Radul über­haupt sprechen kann.

 

 

 

 

 

Innerhalb von nur 24 Stunden haben sich daraufhin acht öster­reichi­sche Roma-Orga­ni­sa­tio­nen (wir berichteten) von dieser Aussage eines in der öster­rei­chi­schen Roma-Com­munity weit­hin Un­be­kann­ten dis­tan­ziert, und zwar: Verein Roma-Service, Ro­ma­no Centro, Verein KarikaVerein Vida Pavlović, Verein Phurdo Salzburg, Kulturverein Öster­rei­chi­scher Roma, VHS der burgen­ländi­schen Roma, Verein Lovara Österreich.

Nun liegt auch eine offizielle Stellungnahme von Dr. Normunds Rudevičs vor, welcher der IRU in Riga als Prä­sident vor­steht. Auch er weist jede organi­sa­to­ri­sche und inhalt­li­che Ver­bin­dung zu Stevan Balog Radul zu­rück:

 

"In light of recent publications of a statement by Mr. Stevan Balog Radul in Austrian media, who is posing as “Parliamentry President” of IRU (International Romani Union), we inform that no such person is listed within the organisa­tion. Mr. Balog can not make any official state­ments on behalf of the organi­zation. We also find this develop­ment high­ly unacceptable, as Mr. Balog has ex­pres­sed his sup­port for a far right politi­cal candi­date in Austria, Mr. Hofer. (…) "

 

"Angesichts der jüngsten Veröffentlichungen einer Erklärung von Herrn Stevan Balog Radul in österreichischen Medien, der sich als "Parlamentspräsident" der IRU (International Romani Union) ausspricht, informieren wir, dass keine solche Person innerhalb der Organisation gelistet ist. Herr Balog kann keine offiziellen Erklärungen im Namen der Organisation abgeben. Diese Entwicklung ist auch inakzeptabel, da Herr Balog seine Unterstützung für einen rechtspolitischen Kandidaten in Österreich, Herrn Hofer, zum Ausdruck gebracht hat. (...)"

 

Im Anschluss der volle Wortlaut der oben zitierten Aussendung vom 25. Novem­ber 2016:

 

Quelle: IRU Statement
Quelle: IRU Statement

 

 

 

Roman Urbaner (dROMa)

http://www.roma-service.at/dromablog/?p=38892

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Ausstellung in Berlin: 45 Jahre Bürgerrechtsarbeit

Quelle: sintiundroma.de
Quelle: sintiundroma.de

Noch bis zum 14. November: „Ausstellung 45 Jahre Bürgerrechtsarbeit deutscher Sinti und Roma“ im DokuZ Sinti und Roma (Berlin)

 

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wur­den die NS-Ver­bre­chen an Roma und Sinti über Jahr­zehnte hin­weg be­schwie­gen und die Über­leben­den erneut aus­gegrenzt und ins Ab­seits ge­drängt. Die Ver­ant­wort­li­chen des Völker­mordes hin­ge­gen konn­ten in vielen Fällen als respek­tierte Mit­glieder der west­deutschen Nach­kriegs­gesell­schaft weiter­leben und ohne Angst vor Bestra­fung ihre Kar­rie­ren fort­setzen.

 

 

 

Dem Engage­ment der Bürger­rechts­bewe­gung deut­scher Sinti und Roma ist es zu ver­danken, dass sich daran etwas ge­än­dert hat. Mit auf­sehen­erre­gen­den Aktionen wie etwa dem Hunger­streik im ehe­mali­gen Kon­zentra­tions­lager Dachau 1980 ver­schaff­te sie sich Gehör. 1982 er­kannte Helmut Schmidt als erster deut­scher Spitzen­politi­ker den rassis­tisch mo­ti­vier­ten Völker­mord an Sinti und Roma als sol­chen an.

 

Im selben Jahr er­folgte die Grün­dung des in Heidel­berg an­säs­si­gen Zentral­rats Deutscher Sinti und Roma. Der Bür­ger­rechts­bewe­gung ist es ge­lun­gen, die NS-Ver­gan­gen­heit zum gesell­schaft­li­chen Thema zu machen und immer wieder erfolg­reich für die Be­lange der Min­der­heit ein­zu­treten.

Nun ist die Geschichte der Bürgerrechtsbewegung zum ers­ten Mal Thema einer eige­nen Aus­stel­lung: Foto­grafien aus fünf Jahr­zehn­ten lenken den Blick auf be­kannte und weni­ger be­kannte Ereig­nisse.

 

Die Aus­stel­lung leis­tet damit einen wert­vollen Bei­trag zur über­fäl­li­gen Be­schäf­ti­gung mit diesem Kapitel deut­scher und euro­päi­scher Zeit­geschichte. In An­betracht eines bis heute weit ver­brei­te­ten Anti­ziganis­mus und der schwie­ri­gen Lage von Sinti und Roma in vielen Län­dern Euro­pas handelt es sich um die histo­ri­sche Ein­bettung eines sehr aktuel­len The­mas. Das Ein­treten für Gleich­berech­ti­gung und Men­schen­rechte, von dem die Aus­stel­lung be­rich­tet, ist bis heute not­wendig.

 

Öffnungszeiten: Mo.: 10:00 – 16:00, Mi.; 12:00 – 18:00 Uhr und nach Ver­ein­ba­rung (Kon­takt: berlin@sintiundroma.de)
Der Eintritt ist frei.

 

Adresse:
DokuZ Sinti und Roma (Berlin)
Aufbau Haus, Prinzenstr. 84B, 10969 Berlin
(Zugang über die Oranienstraße)

 

Text: DokuZ Sinti und Roma

 

Roman Urbaner (dROMa)

http://www.roma-service.at/dromablog/?p=38645

 

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Europarat rügt Diskriminierung der Roma in Tschechien

Der Europarat in Straßburg hat scharfe Kritik an der Menschenrechtslage der Roma in Tschechien geübt. Menschenrechtskommissar Nils Muiznieks kritisierte in einem heute veröffentlichten Schreiben an Ministerpräsident Bohuslav Sobotka die anhaltende Ausgrenzung der Minderheit.

 

Quelle: romove.radio.cz
Quelle: romove.radio.cz

 

Kinder würden noch immer in eigene „Roma-Klassen“ oder Schulen für Behinderte abgeschoben, ganze Familien in prekäre Wohnsiedlungen am Stadtrand gedrängt. Der Sozialdemokrat Sobotka verwies auf Verbesserungen unter seiner seit knapp zwei Jahren bestehenden Regierung.

 

Keine Entschädigung für Zwangssterilisationen

Muiznieks zeigte sich bestürzt darüber, dass die Regierung bis heute keine außergerichtlichen Entschädigungszahlungen für frühere Zwangssterilisationen an Roma-Frauen auf den Weg gebracht habe. Sobotka verwies in seiner Antwort auf die Gerichte.

Die Roma leben bereits seit Jahrhunderten in Europa. In Tschechien gibt es rund 250.000 Angehörige der Minderheit.

Nach Ansicht des zuständigen Kontrollorgans verstößt Tschechien mit seinem Vorgehen gegen die Europäische Sozialcharta von 1961. Viele Roma-Familien lebten unter unzulänglichen Bedingungen. „Trotz der Bemühungen der Regierung gibt es bisher kaum nachweisbaren Fortschritt“, bemängelten die Fachleute.

 

volksgruppen.orf.roma - aktuell.at

http://volksgruppen.orf.at/roma/stories/2806953/

 

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Frankreichs Mitschuld an Roma-Verfolgung

Quelle: Sigot/Leble
Quelle: Sigot/Leble

Hollande übernimmt Verantwor­tung für Roma-Ver­fol­gung 1940–1946 (sic!)

Anlässlich einer Gedenkfeier im ehemali­gen „Zi­geu­ner“-In­­ter­­nie­­rungs­­la­ger in Montreuil-Bellay in der Nähe von Saumur (Maine-et-Loire, West­frank­reich) hat Staats­prä­si­dent François Hollande erst­mals die Mit­schuld Frank­reichs an der Ver­fol­gung Tau­sen­der Roma und Sinti wäh­rend des Zwei­ten Welt­kriegs an­er­kannt.

 

 

 

 

 

 

 

Die fran­zö­si­sche Re­pub­lik erin­nere sich eines Dramas, das all­zu lange ver­drängt und ver­ges­sen wor­den sei, sag­te Hol­lande in sei­ner An­spra­che. Tau­sen­de von Män­nern, Frau­en und Kindern sei­en ver­haf­tet und in La­gern in­ter­niert wor­den, nur weil sie dem „fah­ren­den Volk“ an­ge­hör­ten, er­klärte Hol­lande. Der Fest­akt fand im Ge­den­ken an die Befrei­ung der letz­ten „Zigeu­ner“-Häft­linge vor 70 Jah­ren statt. Die Deutsche Welle über die histo­ri­schen Hin­ter­gründe:

 

In Montreuil-Bellay (…) befand sich das landes­weit größ­te Inter­nie­rungs­lager. Ins­ge­samt wur­den in Frank­reich 31 Lager für Roma ein­ge­rich­tet, in de­nen von 1940 bis 1946 zwi­schen 6.000 und 6.500 Men­schen un­ter­gebracht wa­ren. Schon 1912 war die neue Be­völ­ke­rungs­kate­go­rie „Nomaden“ ein­ge­führt wor­den, die sich aus­schließ­lich auf „Tsiganes“, also so­ge­nann­te „Zigeu­ner“, be­zog. Die In­ter­nie­run­gen ab 1940 fan­den so­wohl in der von Deutschen be­setz­ten Zone als auch in der unbesetz­ten Zone statt. Viele Roma muss­ten Zwangs­arbeit leis­ten. In den Lagern lit­ten viele In­sas­sen un­ter Hunger und Krank­heiten. Die letz­ten von ihnen wur­den im Jahr 1946 befreit, knapp zwei Jahre nach Ende der deut­schen Be­satzung.

 

Roman Urbaner (dROMa)

http://www.roma-service.at/dromablog/?p=38674

 

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Gedenktafel für die Holzschläger Roma

Quelle: Mri Historija
Quelle: Mri Historija

Enthüllung der Gedenktafel in Erin­ne­rung an die er­mor­de­ten Holz­schlä­ger Roma

Fr., 28.10.2016, 18:00 Uhr: Evang. Kirche / Fried­hof, Un­ter­kohl­stät­ten, Holz­schlag

Andacht mit Pfarrer Dr. Gerhard Harkam und Pfar­rer Se­bas­ti­an Edakarottu in der evan­ge­li­schen Kir­che Holz­schlag

 

 

 

 

1937 hatte Holzschlag (Bezirk Oberwart, Burgenland) mit 661 Personen die höchste Ein­woh­ner­zahl, 310 Per­sonen wa­ren da­von als Roma re­gistriert. Nach dem Zwei­ten Welt­krieg war die Zahl der Be­völ­ke­rung durch die De­por­ta­tion der Ro­ma auf 341 ge­sun­ken. Nur 28 von den 310 zu­vor in Holz­schlag le­ben­den Ro­ma kehr­ten ins Dorf zu­rück. Die De­por­ta­tion der Holz­schlä­ger Ro­ma, die alle re­gistriert wa­ren, er­folg­te in zu­min­dest drei Pha­sen. Zuerst wur­den 1939 arbeits­fähige Män­ner ab­ge­holt. In der Nacht zum 31. Ok­to­ber 1941 kam die SS/SA ein zwei­tes Mal und hol­te alle Ro­ma aus ih­ren Häu­sern. Im April 1943 wur­den dann die letz­ten ver­blie­be­nen Roma de­por­tiert.

 

Quelle Text: VHS Roma

 

Einer der wenigen Roma, die die NS-Verfolgung über­lebten und nach der Be­frei­ung nach Holz­schlag zurück­kehr­ten, war Anton Papai. Roma-Service hat ihn für das Zeit­zeu­gen­edition Mri historija in­ter­viewt: „Draußen im Dorf …“ (Mri his­to­ri­ja, Son­der­rei­he dROMa, 5/15)

 

Roman Urbaner (dROMa)

http://www.roma-service.at/dromablog/?p=38656

 

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Weyer: Gedenksteine für ermordete Kinder

Quelle: OÖN
Quelle: OÖN

Fünf Jahre nach der Verle­gung von acht Stolpersteinen mit­ten auf einer Stra­ßen­kreu­zung in Weyer (Ober­öster­reich) ist es ge­lun­gen, diesen kleinen Gedenk­ort der Erinnerungs­stätte Lager Weyer wür­di­ger zu platzie­ren. Die Sanie­rung der Straße gab Gelegen­heit, die sym­bo­li­schen Gedenk­steine auf einem neu ge­stal­te­ten Strei­fen zwi­schen der Straße und dem ehe­ma­li­gen Ter­ror­ge­län­de des „Zi­geu­ner­­an­hal­te­­la­gers St. Pan­ta­leon-Weyer“ zu si­tuie­ren.

 

 

 

 

 

 

 

Die in den Boden eingelassenen Steine erin­nern an die Kin­der, die im La­ger den Tod fan­den, sowie an die Säug­linge, die im Lager ge­boren und nach der Depor­ta­tion im be­setz­ten Polen er­mor­det wurden. Die Gedenk­steine „sind aus­schließ­lich Klein­kindern ge­wid­met, die im NS-Lager für Roma und Sinti in Weyer ge­boren wur­den. Sie starben dort oder nach der Auf­lö­sung des Lagers in Polen“, sagte der Autor Ludwig Laher, Ob­mann des Vereins Er­in­ne­rungs­stätte Lager Weyer im Innviertel, in seiner An­spra­che bei der Gedenk­feier am 15. Ok­to­ber.

 

Der Jour­na­list Martin Kranzl-Greinecker erin­nerte an­schlie­ßend an die weit­gehend ver­ges­sene Opfer­grup­pe der Kinder von Zwangs­arbei­terin­nen. Etwa 200.000 Kinder wurden von Zwangs­arbei­terin­nen ge­boren. Sie wurden ihren Müt­tern weg­ge­nom­men und in spe­ziel­le Heime ge­steckt; an die 300 solcher An­stal­ten gab es im Deut­schen Reich. Viele der Kinder kamen in den Hei­men ums Leben.

 

In dem nationalsozialistischen „Zigeuneranhaltelager St. Pantaleon-Weyer“ wa­ren von Jänner bis No­vem­ber 1941 meh­rere Hun­dert Sinti und Roma inter­niert. Nach der Auf­lö­sung des Lagers wurden die rund 300 über­leben­den Häft­linge über Lackenbach nach Łódź (Ghetto Litzmannstadt) de­por­tiert. Sie alle wurden er­mordet.

 

Roman Urbaner (dROMa)

http://www.roma-service.at/dromablog/?p=38586

 

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EU Konferenz - Roma | Romnja-Jugend als treibende Kraft der Veränderung

Eine hochrangige Konferenz zum Thema „Stärkung der Rolle der Roma-Jugend als treibende Kraft der Veränderung“ fand am vergangenen Wochenende in Bratislava statt.

 

Etwa 250 TeilnehmerInnen - Jugendliche aus Roma-Gemeinschaften, die VertreterInnen der zuständigen Ministerien und internationalen Organisationen sowie der europäischen Institutionen diskutierten gemeinsam über eine neue Richtung des EU Aktionsplans für die jugendlichen Roma.

 

Quelle: Kommission
Quelle: Kommission

 

Die Konferenz zwischen 10. - 11. Oktober 2016 hat die Europäische Kommission mit den zuständigen slowakischen Ministerien organisiert.

Die Roma | Romnja in der Slowakei sind am stärksten von Armut, sozialer Ausgrenzung und Diskriminierung betroffen. Es ist schwieriger als Rom, Romni, in den Arbeitsmarkt einzutreten. Vor allem in Regionen, in denen auch Menschen mit höherer Bildung nicht einen Job zu finden können, weiß der Mitorganisator Jan Hero.

 

Junge Roma | Romja wollen partizipieren

Ähnliche Probleme plagen die anderen Länder der Europäischen Union. Es ist daher anzustreben, für Roma-Fragen einen getrennten Fonds zu errichten. In den Jahren 2014 -2020 wird es für den Europäischen Sozialfonds 1,5 Milliarden gehen. EU-Kommissarin für Justiz, Verbraucherschutz und Gleichstellung Věra Jourová sagte, dass es unsere Pflicht sei, die Möglichkeiten für junge Roma zu schaffen, damit sie eine gute Ausbildung haben und einen guten Job bekommen und ein besseres Leben führen, als ihre Eltern, sollte die Roma-Jugendlichen die treibende Kraft für die Integration der Roma/Romnja sein.

In der Sendung bieten die Roma-Jugendlichen aus Österreich, Rumänien, Deutschland und Frankreich ihre Sicht zur Problematik dar.

Junge Roma in Europa haben eine Menge von Fähigkeiten und Kompetenzen und wollen sich auch bei der Gestaltung ihrer eigenen Zukunft aktiv beteiligen. Die Konferenz bot ein Forum, um jungen Roma/Romnja durch den Dialog und den Austausch von Wissen und Erfahrung in diesem Bereich zu begegnen.

 

Quelle: volksgruppen.orf.roma - aktuell.at                   http://volksgruppen.orf.at/roma/stories/2803329/

 

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20 Jahre Roma Rights Journal

Quelle: errc.org
Quelle: errc.org

Genau vor zwanzig Jahren veröffentlichte das European Roma Rights Centre (ERRC) die allererste Ausgabe seines „Roma Rights Journal“, eines Magazins, das sich – über lan­ge Zeit als eines von nur sehr we­ni­gen aka­demi­schen Pub­li­ka­tions­medien – mit der Min­der­heit der Roma be­fass­te. Im Rückblick auf die Anfän­ge ihres Mediums lässt die in Budapest an­säs­sige inter­natio­na­le Men­schen­rechts-NGO heute durchaus Opti­mis­mus er­ken­nen: „Es ist er­mu­ti­gend zu sehen, wie weit wir in den letz­ten zwan­zig Jahren ge­kom­men sind.“ So man­cher Miss­stand, der das Leben der Roma-Gemein­schaft vor zwanzig Jahren ge­prägt hat­te, hät­te heute, 54 Aus­ga­ben spä­ter (sie­ben davon waren Dop­pel­nummern), einiges an Bri­sanz ver­loren:

 

 

In 1996, the state of Roma rights in Europe was very dif­fe­rent to the situa­tion we see today. Looking back at the issues that are men­tioned in this first edition, it is encouraging to note that many of these atro­ci­ties are no lon­ger a constant pre­sence in the lives of Roma in Europe. No matter how dis­heartening the fight for Roma Rights can be, it is em­bol­dening to see how far we have come in the last twen­ty years. The ERRC will con­tinue to chal­lenge dis­cri­mi­na­tion and anti-Gyp­syism wherever we find it, so that in another twen­ty years’ time, we can look back at the events of to­day and won­der at how far we have pro­gressed.

 

Roman Urbaner (dROMa)

http://www.roma-service.at/dromablog/?p=38458

 

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Tschechien - Kinderteam bei Ballturnier trug den Namen „Zyklon B“

Quelle: www.volksgruppen.orf.at/roma
Quelle: www.volksgruppen.orf.at/roma

Auf einem Ballspiele-Turnier von Kinderheimen in Prag hat ein Team den Namen „Zyklon B“ getragen. So hieß der Markenname des Gases (Blausäure), mit dem während des Holocaust die Häftlinge in den Konzentrationslagern massenweise ermordet worden waren.

 

 

 

 

 

 

 

Jüdische Gemeinden und Freiheitskämpfer schockiert

Während der Spiele kam es etwa zu Szenen, wo die Fans der Mannschaft „Zyklon B, los!“ skandierten. Die jüdischen Gemeinden und der Verband der Freiheitskämpfer | Český svaz bojovníků za svobodu (ČSBS) zeigten sich schockiert über die Benennung, schreibt die tschechische Tageszeitung „Pravo“.

Tomáš Jelínek von der Prager jüdischen Gemeinde war auch verwundert, dass die Veranstalter des Turniers keine Einwände gegen den Namen des Teams hatten. „Das Paradox ist, dass diese Gruppe auch gegen ein Team von Roma-Buben gespielt hat“, so Jelínek. Der ČSBS-Vizechef Emil Kulfánek sieht den Fehler vor allem bei der Führung des Kinderheimes, die die Gruppe „Zyklon B“ auf das Turnier entsandt habe, und sprach über „Bildungsmangel“ und die „Dummheit von Erwachsenen“.

 

Direktor | „Buben hatten sich Namen selbst gegeben“

Der Direktor des Kinderheimes im Prager Stadtviertel Dolní Počernice, Martin Lněnička, entschuldigte sich für das Verhalten seiner Zöglinge. Das Team sei ursprünglich unter einem anderen Namen angemeldet worden, allerdings hätten es die Buben selbst unterwegs zu dem Turnier geändert. Sie seien ohne pädagogische Aufsicht gereist, weil ein volljähriger Bursche sie geführt habe.

„Als ich es erfahren habe, wollte ich es sofort korrigieren, aber es war schon zu spät“, erklärte Lněnička. Die Buben wolle er auf keine Weise bestrafen, allerdings werde er dafür sorgen, dass sie mit der Geschichte besser vertraut gemacht würden.

 

volksgruppen.orf.roma - aktuell.at

http://volksgruppen.orf.at/roma/stories/2801878/

 

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Sprachenparcour in der Kuga | Europäischer Tag der Sprachen

Fast 70 Volksschulkinder bekamen beim seit 2004 veranstalteten Sprachenparcour einen spielerischen Einblick in die Sprachen Kroatisch, Ungarisch, Roman und Italienisch in der KUGA in Großwarasdorf | Veliki Borištof.

 

Ziel des Sprachenparcours ist es, den Kindern die Scheu vor fremden Sprachen zu nehmen. Es soll auch die Toleranz gegenüber anderen Kulturen und Völkern gefördert werden, betont der Geschäftsführer Alexander Karazman von der KUGA.

 

Quelle: ORF
Quelle: ORF
Alexander Karazman - Quelle: Michael J. Payer
Alexander Karazman - Quelle: Michael J. Payer

 

Die Kinder beschäftigten sich jeweils eine Viertelstunde mit einer Sprache, die ihnen von Nativespeakern mithilfe einfacher Spiele und Aufgaben näher gebracht wurde.

 

Der Sprachenparcour findet anlässlich des Europäischen Tages der Sprachen statt, der alljährlich am 26. September begangen wird. Mit verschiedenen Aktionen und Projekten wird dabei für den Erhalt der europäischen Sprachenvielfalt geworben.

 

Susanne Horvath hat für „Roma sam“ mit dem Geschäftsführer Alexander Karazman gesprochen.

 

Roma Online-Dialogplattform gestartet

Das Bundeskanzleramt will die Volksgruppe der Roma stärker in die Gesellschaft einbinden und hat dazu eine Online-Dialogplattform gestartet. Vorgestellt wurde sie Mittwochabend, in den kommenden zwei Monaten kann nun online die Roma-Strategie 2020 diskutiert und bewertet werden.

 

Staatssekretärin Muna Duzdar - Quelle: Hans Hofer
Staatssekretärin Muna Duzdar - Quelle: Hans Hofer

 

„Auch wenn viel geschehen ist in den vergangenen Jahren, ist der Hass gegen Roma und der Antiziganismus immer noch ein weit verbreitetes Phänomen, dem man sich entschieden entgegenstellen muss“, erklärte Staatssekretärin Muna Duzdar (SPÖ) in ihrer Eröffnungsrede.

 

Radio „Roma sam“, die Stimme der Roma, berichtet ausführlich über die Präsentation am Mittwochabend im Bundeskanzleramt.

 

29.9.2016 | Staatssekretärin Duzdar | Gesellschaftliche Teilhabe der Roma stärken

 

Roma sam | 3.10.2016 | 20:50-21:10
Radio Burgenland | Livestream

 

volksgruppen.orf.roma - aktuell.at

http://volksgruppen.orf.at/roma/stories/2800570/

 

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Weltverbesserer | Hilfe für Roma in Siebenbürgen

Flucht und Migration sind für Menschen oft der letzte Ausweg, wenn sie zu Hause keine Zukunft sehen. Statt tatenlos zu warten, bis die Armen sich auf den Weg machen, wollen Ordensleute vom Stift Admont dort helfen, wo Not entsteht. Zum Beispiel in einem Roma-Dorf in Siebenbürgen.

 

Sie folgen dabei dem Beispiel eines Wiener Installateurs. Der betreibt seit über 20 Jahren ein Selbst-Hilfe-Projekt, das er mit eigenen Händen aufgebaut hat.

 

Gerhard Spitzer - Quelle: ORF
Gerhard Spitzer - Quelle: ORF

 

Entwicklungshelfer Gerhard Spitzer seit 20 Jahren im Einsatz

Hilfe zur Selbsthilfe so umsetzen, dass sie über den Augenblick hinaus wirksam ist, darum bemüht sich der Entwicklungshelfer Gerhard Spitzer seit 20 Jahren – in einer für Roma desolaten Welt. Zusätzlich zur Verteilung von dringend benötigten Lebensmitteln und Medikamenten betreibt er Sozialarbeit bei denen, für die es kaum Entwicklung gibt. Er repariert Dächer, gräbt Kanäle, legt Leitungen und kümmert sich vor allem um die Ausbildung der Jugendlichen.

In seiner gemeinnützigen Stiftung in Lucani erhalten sozial benachteiligte Jugendliche eine Ausbildung für Berufe wie Maurer, Installateur oder Tischler. Zusätzlich leistet die österreichisch-rumänische Initiative Sanierungs- und Bauarbeiten auf sogenannten Sozialbaustellen.

 

Nachhaltigkeit | Ziel seiner Bemühungen

Gerhard Spitzer ist schon seit Anfang der 1990er Jahre in Rumänien tätig. Ihm geht es um die Nachhaltigkeit. Er hat ein Konzept entwickelt, auf angekauftem Boden für Roma-Familien kleine Billighäuser mit ein bisschen Infrastruktur zu bauen. Dabei ist er immer wieder auf Sachspender aus Deutschland und Österreich angewiesen – wie jetzt aus Admont.

 

Quelle: ORF
Quelle: ORF

 

Im steirischen Admont hat der Professor und Floßmeister Fritz Dirninger gemeinsam mit einigen Patres aus dem Stift und mit dem Segen des Abtes einen Verein gegründet, um die Sozialbaustelle in Rumänien zu unterstützen und mit eigenen Händen anzupacken. Im August ist, so wie im Vorjahr, eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern, Lehrerinnen und Lehrern nach Rumänien gereist, um dort vor Ort Entwicklungsarbeit zu leisten und einige kleine Holzhäuser zu bauen.

 

Bei ihrem einwöchigen Einsatz in Rumänien kamen die Helfer aus Admont mit der Not und ihren Realitäten in Berührung. Und sie lernten auch die Details tragischer Lebensgeschichten und Sachzwänge kennen. Ein paar Tage Zusammenleben mit den jugendlichen Mitarbeitern der rumänischen Hilfsgemeinschaft, die zuvor selbst einmal hilfsbedürftige Roma-Kinder waren, sind für die Helferinnen und Helfer eine tief gehende Lebenserfahrung.

 

kreuz und quer | „Die Weltverbesserer“
On demand | TVthek

 

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Staatssekretärin Duzdar | Gesellschaftliche Teilhabe der Roma stärken

„Erstmals kann man sich auch online in die Strategie und Maßnahmen zur Inklusion der Roma einbringen und diese diskutieren“, sagte die zuständige Staatssekretärin Muna Duzdar bei der Präsentation Roma-Online-Dialogplattform gestern Abend im Bundeskanzleramt.

 

In den kommenden zwei Monaten gibt es online die Möglichkeit die Roma-Strategie 2020 zu bewerten und zu diskutieren, um die Strategie noch praxisnäher zu gestalten.

 

Quelle: serdar erdost | orf
Quelle: serdar erdost | orf

 

Form des partizipativen Prozesses

„Mit der Online-Plattform starten wir eine neue Form des partizipativen Prozesses. Nachdem Österreich bereits in den vergangenen Jahren für seinen Einsatz um die gesellschaftliche Teilhabe der Roma von Seiten der EU gelobt wurde, wird nun ein weiterer markanter Schritt gesetzt. Erstmals kann man sich auch online in die Strategie und Maßnahmen zur Inklusion der Roma einbringen und diese diskutieren. Damit werden die Beteiligungsmöglichkeiten deutlich erweitert“, sagte Muna Duzdar im Rahmen der Eröffnung der Veranstaltung.

 

Antiziganismus weit verbreitetes Phänomen

„Auch wenn viel geschehen ist in den vergangenen Jahren, ist der Hass gegen Roma und der Antiziganismus immer noch ein weit verbreitetes Phänomen, dem man sich entschieden entgegenstellen muss“, betonte Duzdar. „Noch immer stehen Ausgrenzung, Ungleichheit und Diskriminierung gegen die mit 12 Millionen Menschen größte ethnische Gruppe in Europa in vielen Ländern auf der Tagesordnung. In Zeiten, in denen die Kluft zwischen Arm und Reich größer wird, leiden vor allem die Ärmsten der Gesellschaft. Umso wichtiger ist es, hier Gegenstrategien zu entwickeln“, so Duzdar.

 

„Dennoch gibt es positive Impulse. Die Europäische Union hat erkannt, dass gesellschaftliche Teilhabe aller Gruppen ein unverzichtbarer Beitrag für ein soziales und friedliches Miteinander darstellt“, sagte Duzdar. Die EU-Kommission hat daher im Jahr 2011 den EU-Rahmen für nationale Strategien für Roma ins Leben gerufen, bei der Verbesserungen in den Bereichen Bildung, Beschäftigung, Gesundheitsfürsorge und Wohnen im Mittelpunkt stehen. „In Österreich steht außerdem die Teilhabe der Roma-Community im Mittelpunkt der Auseinandersetzung mit der Roma-Strategie. Die Online-Plattform soll einen weiteren Schritt in diese Richtung ebnen“, erläuterte Duzdar.

 

Jörg Wohjan | Umsetzung der geplanten Maßnahmen voranzubringen

Jörg Wohjan von der Vertretung der Europäischen Kommission sagte: „In 15 Ländern der EU gibt es mittlerweile Dialogplattformen. Ich sehe es als wichtiges Instrument, um die Stakeholder in den Prozess einzubinden, aber auch um die Herausforderungen und Aufgaben zu lösen und die Umsetzung der geplanten Maßnahmen voranzubringen.“

 

Quelle: serdar erdost | orf
Quelle: serdar erdost | orf

 

In einer Podiumsdiskussion zum Thema „Nationale Strategie zur Inklusion der Roma bis 2020“ diskutierten anschließend der stellvertretende Vorsitzende des Roma-Volksgruppenbeirats, Emmerich Gärntner-Hotvath, das Vorstandsmitglied des Romano Centro, Irina Spataru, Usnija Buligovic vom Verein Thara, Jürgen Schick aus dem Bildungsministerium und Roland Hanak aus dem Sozialministerium bisher Erreichtes und zukünftige Herausforderungen der nationalen Roma-Strategie.

 

Link
Roma Online-Dialogplattform


28.9.2016 | Roma sollen Zukunft der Volksgruppe online diskutieren

 

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Roma sollen Zukunft der Volksgruppe online diskutieren

Die nationale Strategie der Bundesregierung lädt vor allem Angehörige der Volksgruppe ein, bei einer Umfrage unter www.romadialogplattform.gv.at Vorschläge zu den Bereichen Wohnen, Arbeitsplätze und Soziales einzubringen.

 

Zuständig ist Staatssekretärin Muna Duzdar (SPÖ), Unterstützung gibt es durch die EU-Kommission.

 

Quelle: ORF
Quelle: ORF

 

Staatssekretärin Duzdar | Begrüßungsworten in Deutsch und Romanes

Seit 2011 betreibt die Regierung die „Nationale Strategie zur Inklusion der Roma bis 2020“. Mittwochabend wird im Kanzleramt zur „Halbzeit“ Zwischenbilanz gezogen und die neue Online-Plattform vorgestellt. „Als Staatssekretärin für Diversität ist mir die chancengleiche gesellschaftliche Teilhabe aller in Österreich lebenden Menschen ein besonderes Anliegen“, meint Duzdar in ihren Begrüßungsworten in Deutsch und Romanes auf der Website. Der Dialog mit der Zivilgesellschaft solle nun ausgebaut, intensiviert und auch vermehrt online geführt werden.

 

Mit dem Online-Portal der Roma-Dialogplattform möchte die „Nationale Roma Kontaktstelle“ die Möglichkeit geben, sich direkt an der Weiterentwicklung der österreichischen Roma-Strategie zu beteiligen. Drei Fragen können von nun an 60 Tage lang online beantwortet werden, etwa zum Handlungsbedarf in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Bekämpfung von Diskriminierung. Auch das Strategiepapier kann online diskutiert werden. Erreicht werden sollen laut Staatssekretariat vor allem junge Angehörige der Volksgruppe.

Grundlage für die Strategie sind Empfehlungen der EU-Kommission zur Verbesserung der Lage der Roma in Europa. Aus diesem Grund wird auch deren Vertreter in Österreich, Jörg Wojahn, bei der Auftaktveranstaltung heuteabend im Bundeskanzleramt anwesend sein.

 

Link

Roma Online Dialogplattform

 

28.9.2016 | Merkel für ein Europäisches Roma Institut in Berlin


27.9.2016 | Romani Rose wirft CSU-General Scheuer Rassismus vor

 

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Merkel für ein Europäisches Roma Institut in Berlin

„Sinti und Roma sind ein fester Teil unserer gemeinsamen Gesellschaft - in anderen Staaten ebenso wie hierzulande“, sagte Merkel am Dienstag bei einem Festakt in Berlin zum 70. Geburtstag des Roma-Zentralratsvorsitzenden Romani Rose in Berlin.

 

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die geplante Einrichtung eines Europäischen Roma Instituts für Kunst und Kultur in Berlin begrüßt.

 

70. Geburtstag des Roma-Zentralratsvorsitzenden Romani Rose | Er bedankt sich bei der Kanzlerin - Quelle: AFP
70. Geburtstag des Roma-Zentralratsvorsitzenden Romani Rose | Er bedankt sich bei der Kanzlerin - Quelle: AFP

 

Es sei erschreckend, wie sehr auch in Deutschland wieder Antiziganismus, Antisemitismus und Rechtsextremismus Anklang fänden, so Merkel. Das Institut soll auf Beschluss des Europarats dazu beitragen, Vorurteile gegen die vielerorts geächtete Minderheit abzubauen.

 

Gräber zu erhalten sei Aufgabe der öffentlichen Hand

Zudem sagte Merkel zu, sich weiter für einen Erhalt der Gräber von Sinti und Roma einzusetzen, die dem NS-Völkermord zum Opfer gefallen sind. Dies sei eine Aufgabe der öffentlichen Hand. Sie rechne damit, dass es mit den Bundesländern zu einer guten Lösung komme. Die Nazis hatten 500.000 der von ihnen als „Zigeuner“ verfolgten Menschen ermordet.

 

Romani Rose - Quelle: AFD
Romani Rose - Quelle: AFD

 

Der gebürtige Heidelberger steht seit der Gründung des Zentralrats der Deutschen Sinti und Roma 1982 an der Spitze des Verbands.

Romani Rose, der selbst 13 unmittelbare Verwandte verlor, dankte der Kanzlerin ausdrücklich für ihre Flüchtlingspolitik. „Meine Eltern, die den Holocaust überlebt haben, wären froh gewesen, wenn es in Europa eine Frau gegeben hätte mit Ihrem Mut und Ihrer Gradlinigkeit“, sagte er. Am 20. August war er 70 Jahre alt geworden.

 

28.9.2016 | Romani Rose wirft CSU-General Scheuer Rassismus vor

 

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ERRC: Apartheids-Kindergarten in Serbien?

Quelle: ERRC
Quelle: ERRC

Das European Roma Rights Centre (ERRC) hat den Fall einer segre­gier­ten Roma-Kin­der­gar­ten-Grup­pe in Serbien auf­ge­grif­fen. Das ERRC hat die Be­hör­den kontak­tiert und auf­ge­for­dert, die Pra­xis im Ljuba-Stanković-Kin­der­gar­ten in Beočin zu un­ter­su­chen und ent­spre­chen­de Maß­nah­men zu er­grei­fen.

 

 

 

 

 

Laut dem ERRC vor­lie­gen­den In­for­ma­tio­nen wer­den Roma-Kinder dort sys­te­ma­tisch von den ande­ren, ser­bi­schen Kindern ge­trennt. Die Direk­tion recht­fer­tigt die segre­gier­ten Klas­sen mit dem Hin­weis, dass die Roma-Kinder nur den kos­ten­güns­ti­ge­ren Halb­tags­kinder­garten be­such­ten und diese Gruppe am Nach­mittag an der Reihe sei. Die räum­li­chen Kapa­zi­tä­ten der Ein­rich­tung seien der­zeit so be­grenzt, dass keine ge­mein­same Grup­pen­ein­tei­lung mög­lich sei.

 

Für die Eltern der Roma-Kinder stellt sich dies je­doch an­ders dar: Die Stel­lung­nahme der Direk­tion könne nicht er­klä­ren, warum aus­schließ­lich Roma in der ge­trenn­ten Kinder­gruppe lan­den; außer­dem sei die Be­treu­ungs­qua­li­tät in den Grup­pen nicht die gleiche. Die rund 25 Roma-Kin­der, wel­che die Nach­mit­tags­gruppe be­suchen, haben dort kei­ner­lei Kon­takt mit Nicht-Roma und spre­chen dort durch­ge­hend Romani. Dass Ziel, die Bildungs­integra­tion voran­zu­trei­ben, indem Ro­ma-Kin­der dank gemisch­ter Klas­sen bereits im Vorschul­alter Ser­bisch er­ler­nen, werde auf diese Weise zu­nichte­ge­macht: „Die Kinder müs­sen Serbisch be­herr­schen, sodass sie die Grund­schule be­su­chen kön­nen“, zi­tiert das ERRC die Eltern.

 

„Aber genau das pas­siert dort nicht. Die Kinder ler­nen dort kein Serbisch, sie spie­len dort nur. Das ist Diskri­mi­nie­rung. Wir haben die ver­ant­wort­li­chen Per­so­nen um eine Re­aktion ge­be­ten, aber ohne Er­folg.“ Die Gleich­berech­ti­gungs­be­auf­trag­te Brankica Janković zeigte sich, mit der Situa­tion in Beočin kon­fron­tiert, be­sorgt, dass man es hier mit um einen Fall von Diskri­mi­nie­rung zu tun habe. Jede Form der Segregation von Kindern auf­grund ihrer Natio­na­li­tät oder Ethni­zi­tät sei in­ak­zep­tabel.

 

Roman Urbaner (dROMa)

http://www.roma-service.at/dromablog/?p=38153

 

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Junge Rom Kunst & Stefan "Pisti" Horvath

Mit dem Projekt „Junge Roma Kunst“ hat der Verein KARIKA eine Plattform für junge Roma-Künstler/Innen geschaffen. Es soll für die jungen Schaffenden der Start in die kulturelle Welt sein.

 

Quelle: HP
Quelle: HP

 

Junge Roma Kunst

Die junge Roma-Künstlerin Christina Horvath, präsentierte im Pfarrsaal der katholischen Kirche Oberwart, ihre Ausstellung „Klischee“. Die autodidakte junge Romni möchte mit ihren Bildern darauf aufmerksam machen, dass Roma und Sinti nicht immer Musiker, Wahrsagerinnen etc. sind, sondern auch andere Qualitäten vorweisen können.

 

Ausstellung "Klischee" - Quelle: Julius Horvath
Ausstellung "Klischee" - Quelle: Julius Horvath

 

Tina, wie sie von ihren Freunden genannt wird, interessierte sich schon mit vier Jahren für das Zeichnen. Unterstützung bekam sie da von ihrem Großvater, der ein begnadeter Schnitzer und Musiker war. Ihre Bilder strahlen eine Lebendigkeit aus und erzählen Geschichten, welche der/die Betrachter/in, weiterführen kann.

 

Stefan „Pisti“ Horvath

1956 flüchtete Stefan Horvath als sechsjähriger Bub mit seinen Eltern von Ungarn nach Großwarasdorf. In seiner Jungend kam er oft mit Ausgrenzung in Kontakt. Es war im verwehrt, so wie andere Kinder ins seinem Alter, Fußball zu spielen oder zu ministrieren. Von seinem Großvater erlernte das wunderschöne Instrument Zimbal zu spielen.

 

Stefan "Pisti" Horvath - Quelle: HP
Stefan "Pisti" Horvath - Quelle: HP

 

Seit seinem dreizehnten Lebensjahr reiste Pisti, wie er von seinen Freunden genannt wird, in der Welt umher. Er spielte in den größten Hotels und besten Restaurants. Unter anderem bekamen die holländische Königin Beatrix, die Präsidenten Mitterand und Mubarak, die Hollywood-Schauspielerin Goldie Hawn und etliche andere Prominente, seine Musik zu hören.

 

Roma Abend 2016 Verein KARIKA - Stefan "Pisti" Horvath & Ensemble - Quelle: HP
Roma Abend 2016 Verein KARIKA - Stefan "Pisti" Horvath & Ensemble - Quelle: HP

 

In Radiosendungen des ORF und in Talkshows trat Stefan Horvath auch öfters auf. Unter anderem vertrat er 1993 das Land Österreich in André Hellers Show „Magneten“ am Deutschen Theater in München. 1998 belegte er den dritten Platz bei „Krone der Volksmusik“ und 2006 wurde er im Buch „Zigeuner Roma Menschen“ von Erich Maria Schneller, verewigt.

 

Mehr darüber, hören sie am Montag in der Sendung „Roma sam“ auf Radio Burgenland.

 

Roma sam | 26.9.2016
montags 20:50 - 21:10 Uhr
Radio Burgenland | Livestream

 

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http://volksgruppen.orf.at/roma/stories/2798541/

 

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Europarat | Systematische Diskriminierung in Ungarn

Die Volksgruppe der Roma ist in Ungarn nach Einschätzung des Europarats mit systematischer Diskriminierung und Ungleichbehandlung in allen Lebensbereichen konfrontiert.

 

„Trotz aller Bemühungen der Behörden herrschen in der ungarischen Gesellschaft fremdenfeindliche und intolerante Haltungen vor, die sich vor allem gegen die Roma richten“, heißt es in dem Papier des Beratergremiums für die Minderheitenschutz-Konvention, das am heutigen Montag veröffentlicht wurde.

 

Die einzige Roma-Galerie in Ungarn | die Budapester Gallery8 - Quelle: nihad nino pusija
Die einzige Roma-Galerie in Ungarn | die Budapester Gallery8 - Quelle: nihad nino pusija

 

Systematisch diskriminiert würden die Roma im Arbeitsleben, im Unterrichtswesen, beim Zugang zum Gesundheitssystem und beim sozialen Wohnen. "In der Politik verbreiten extremistische Gruppen und Parteien weiterhin Vorurteile und Hassbotschaften gegen die Roma", heißt es in dem Bericht weiter. Dabei entwickele sich das Internet zum Hauptmedium dieser menschenfeindlichen Rhetorik.

 

Prozess um die Roma-Morde in Ungarn | August 2013 - Quelle: ORF Archiv
Prozess um die Roma-Morde in Ungarn | August 2013 - Quelle: ORF Archiv

 

„Die Empfänglichkeit eines bedeutenden Teils der Gesellschaft für die offen xenophobe und diskriminierende Rhetorik gibt Anlass zu schwerer Besorgnis.“ Selbst physische Angriffe auf Roma seien in den letzten Jahren vorgekommen. Von den Behörden forciert, nehme auch die Segregation von Roma-Kindern in den Schulen zu.

 

In Ungarn leben etwa fünf bis sechs Millionen Roma, die meisten von ihnen in äußerst ärmlichen Verhältnissen.

 

Video | Lebenslange Haft für Roma Mörder | August 2013

 

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http://volksgruppen.orf.at/roma/stories/2797585/

 

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Turin: Web-Nachrichten für Roma

Quelle: Idea ROMA
Quelle: Idea ROMA

In Italien ging mit „TgROM Piemonte“ Anfang Mai erstmals ein Internet-Nachrichten­pro­gramm von und für Roma auf Sen­dung. In­zwi­schen wur­den be­reits 20 Aus­gaben des Nach­rich­ten­for­mats ver­öf­fent­licht.

 

 

 

 

 

 

 

Finanziert wird das Programm, als eines von 15 aus­ge­wähl­ten Jugend­pro­jek­ten, mit 21.000 Euro durch die Turiner Stif­tung Compagnia di San Paolo. Für die Rea­li­sie­rung ihres Medien­pro­jekts konn­te die Tu­ri­ner Roma-NGO „Idea Rom“ auf kom­pe­ten­te Unter­stützung aus der Me­dien­bran­che zäh­len. Mit an Bord ist als Pro­jekt­part­ner die On­li­ne-Tages­zei­tung Nuovasocietà. Den Eh­ren­schutz hat die Region Piemont über­nom­men.

Ein Einführungskurs in Videojournalismus be­rei­tet die jugend­li­chen Mit­wir­ken­den aus der Roma-Com­mu­nity auf ihre Auf­gabe vor. Schon vor Sen­dungs­beginn hat sich im Februar ein Dutzend jun­ger Roma zwi­schen 14 und 25 Jahren für die Teil­nahme ge­mel­det. „Un­ser Ziel ist es, zu er­reichen, dass die Jugend­li­chen selbst zu Pro­ta­go­nis­ten des Wan­dels wer­den“, erklärte Luca Remmert, Vor­sitzen­der von Com­pagnia di San Paolo, gegen­über der italie­ni­schen Presse. „Er­fah­run­gen mit dieser Art von Web-TV gibt es be­reits in mehre­ren euro­päi­schen Län­dern“, sagt Vesna Vuletić von „Idea Rom“. „Die In­for­ma­tio­nen, die TgROM anbie­tet, sol­len den Vor­urtei­len und Kon­flikten mit eige­nen Mel­dun­gen ent­gegen­tre­ten. Diese Nach­rich­ten, die, zu­sam­men­ge­stellt von Jugend­li­chen, aus der Welt der Roma selbst kom­men, wer­den es der Roma-Ge­mein­schaft er­leich­tern, sich selbst öf­fent­lich dar­zu­stel­len. Die Sen­dungs­inhal­te wer­den hier­bei eine dop­pelte Aus­rich­tung ha­ben: von der Roma-Minder­heit zur Mehr­heit und um­ge­kehrt. Das wird dazu bei­tragen, den gegen­wär­ti­gen Zu­stand zu über­winden: dass man alles über und für Roma macht, aber ohne sie selbst – ohne ihnen zu­zu­hö­ren. Den Roma einen Stim­me zu geben, wird auch dabei helfen, die Maß­nah­men, die für sie aus­ge­ar­bei­tet werden, auf ihre tat­säch­li­che Wirksamkeit zu über­prüfen.“

 

„Wir wollen mit diesem Nachrichtenprogramm ja nicht be­haup­ten, dass alles in Ord­nung ist. Wir wol­len nur er­reichen, dass man uns ken­nen­lernt, dass man un­sere Kultur ver­steht und un­se­ren Leuten die Gelegen­heit gibt, zu re­den, von sich zu er­zäh­len. Es ist nicht leicht, oft sind sie miss­trau­isch, aber es ist vor allen Din­gen eine Ar­beit über uns selbst“, erzählt Angelica Taurisano, eine der jugend­li­chen Re­dak­teurin­nen.

 

Roman Urbaner (dROMa)

http://www.roma-service.at/dromablog/?p=37973

 

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Spanien: Schulunterricht über Roma-Kultur

Quelle: Videostill RTVE
Quelle: Videostill RTVE

Die spanische Region Castilla und León in­teg­riert Un­­ter­­richts­­ein­­hei­­ten über Ge­schich­te und Kul­tur der Gi­ta­nos (Roma) in den Lehr­plan.

 

 

 

 

 

 

 

Castilla-León wird als erste spani­sche Region künf­tig die Kul­tur und Geschichte der spa­ni­schen Roma (Gitanos) in den re­gu­lä­ren Lehr­plan in­tegrie­ren. Per Ver­ord­nung hat die Region schon im Feb­ru­ar die Bil­dung einer Arbeits­grup­pe zur Aus­arbei­tung be­tref­fen­der Unter­richts­mate­ria­lien be­schlos­sen. Dabei sind – neben 14 Bildungs­experten – auch sechs Gita­no-Or­ga­ni­sa­tio­nen mitein­be­zo­gen. Das Gremium soll die genaue Form der Ein­bin­dung des The­mas in den Unter­richt und in die Lehr­bücher er­ar­bei­ten.

 

„Wie kann es sein, dass die Kinder die Geschichte Spa­niens lernen, ohne dass auch nur ein ein­zi­ges Mal die Volks­gruppe der Gitanos er­wähnt wird? Nach 500 Jah­ren des Zu­sam­men­lebens be­han­deln wir sie noch im­mer, als wären sie völ­lig Frem­de“, er­läu­tert Fernando Rey, Leiter der Schul­be­hörde von Castilla und León und ehe­ma­li­ger Vor­stand der Fundación Secretariado Gitano (FSG). „Mo­men­tan sieht man ab­so­lut nichts davon im Lehr­plan“, er­klärt auch Diego Fernández, Di­rek­tor des Instituto de Cultura Gitana ge­gen­über El País: Es sei hoch an der Zeit, der Ge­schich­te und Kul­tur der Gi­ta­nos „in den Schu­len end­lich Sicht­bar­keit zu ver­lei­hen, da­mit die Kin­der das Ge­fühl ha­ben kön­nen, dass ihre Kultur in den Schulen einen Platz hat, und die an­de­ren Mit­schü­ler sie bes­ser ver­ste­hen“. Mit der Ini­tia­tive wol­le man darü­ber hinaus auch an­de­re Regio­nen und die natio­na­len Schul­be­hör­den er­mu­tigen, das The­ma in den Lehr­plan auf­zu­nehmen.

 

Isidro Rodríguez, Leiter der FSG, drängt auf einen mög­lichst frü­hen Be­ginn des Unter­richts bereits im Volks­schul­alter: „Es ist eine ein­fa­che Maß­nahme, die bis­lang noch keiner er­grif­fen hat – aus Mangel an En­gage­ment und weil man uns als Bürger zwei­ter Klasse an­sieht.“

 

Roman Urbaner (dROMa)

http://www.roma-service.at/dromablog/?p=37909

 

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Projekt Gedenktafeln

Die Aufarbeitung der Leidensgeschichte der Roma und Sinti ist noch lange nicht abgeschlossen. Mit dem Projekt „Gedenktafeln“ soll die Verfolgung der Volksgruppe während des Nationalsozialismus ins Bewusstsein gerückt werden.

 

Projekt Gedenktafeln

Die Initiative dazu kam von Emmerich Gärtner-Horvath. „Es gab keinen Ort, an dem ich meiner Geschwister gedenken konnte“, sagt Gärtner-Horvath, Obmann vom Verein Roma-Service. Wie allen anderen Burgenland-Roma fehlte ihm ein Platz, um seiner ermordeten Angehörigen nah zu sein.

 

Quelle: Gärtner-Horvath
Quelle: Gärtner-Horvath

 

Mit Unterstützung des Alt-Bischofs Paul Iby und des Superintendenten Manfred Koch, haben Gärtner-Horvath und seine Gefährten/Innen bewusst einen leisen Weg abseits der größeren Öffentlichkeit gewählt, um die Gemeinden, direkt anzusprechen.

 

Platz für Kerzen…

„Mittlerweilen wurden in den Gemeinden Kleinpetersdorf, Neudörfl, Mattersburg, Kleinbachselten, Großhöflein, Unterwart und Goberling, Gedenktafeln bzw. Gedenkstätten für die verschleppten und ermordeten Roma errichtet“, sagt Gärtner-Horvath.

 

Quelle: VHS Roma
Quelle: VHS Roma

 

Kemeten: Keine Gedenktafel für Roma

2006 beschloss der Gemeinderat, ein Denkmal zu errichten. Trotz mehrerer Anläufe ist das bis jetzt nicht passiert. In Kemeten lebten vor 1938 mehr als 200 Roma. Fast alle wurden von den Nazis ermordet. Seit mehr als zehn Jahren versuchen Vertreter der Roma-Vereine schon, eine Erinnerungsstätte für die Ermordeten in Kemeten zu errichten. Um dennoch an die Roma in Kemeten erinnern zu können, wurde nun eine „virtuelle“ Gedenkstätte installiert.

 

Mehr darüber, hören sie am Montag in der Sendung „Roma sam“ auf Radio Burgenland.

 

Roma sam | 19.9.2016
montags 20:50 - 21:10 Uhr
Radio Burgenland | Livestream

 

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http://volksgruppen.orf.at/roma/stories/2796954/

 

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Theodor Kramer Preis für Stefan Horvath | „Zu schweigen wäre kontraproduktiv“

„Ich war immer ein stiller Mann, wie mein Vater, der sechs Jahre in Konzentrationslagern leben musste. Zu Hause war das ein Tabu Thema“, erzählt Horvath über sein langes Schweigen, dessen Gebrochenwerden nun ausgezeichnet wurde.

 

Den 16. Theodor Kramer Preis für Schreiben im Widerstand und Exil 2016 teilte Stefan Horvath mit Gerhard Scheit. Vergangenen Samstag fand die feierliche Ehrung im Pfarrsaal in Niederhollabrunn statt.

 

Quelle: ORF | Yvonne Strujic
Quelle: ORF | Yvonne Strujic

 

„Es ist ein Gefühl von Demut und Dankbarkeit. Weil ich genau weiß, warum ich diesen Preis bekomme. Nach dem Attentat vor mehr als 20 Jahren in Oberwart hat sich mein Leben verändert. Ich habe zu schreiben begonnen und zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, dass ich das richtige tue“, betont Stefan Horvath, der im Jahre 1995, in dem sein Sohn Peter Sárközi bei einem Bombenattentat auf dramatische Weise aus dem Leben gerissen wurde, sein erstes Gedicht schrieb.

 

In diesem Gedicht mit dem Titel „Ich möcht ein Engel sein“ beschreibt Stefan Horvath den unendlichen Schmerz eines hinterbliebenen, liebenden Elternteils.

 

Quelle: ORF | Yvonne Strujic
Quelle: ORF | Yvonne Strujic

 

Die oft so schmerzvolle Vergangenheit der Volksgruppe der Roma in Österreich bereitet der Autor in allen darauffolgenden Publikationen für sich, seine Volksgruppe und auch für die Mehrheitsbevölkerung auf. Außer der drei Prosa Werke „Ich war nicht in Auschwitz“, „Katzenstreu“ und „Atsinganos. Die Oberwarter Roma und ihre Siedlungen“ schreib Stefan Horvath auch zahlreiche Gedichte und den Einakter „Begegnung zwischen einem Engel und einem Zigeuner“. Basierend auf dem Buch „Katzenstreu“ entstand auch die gleichnamige Hörspiel-CD mit Karl Markovics als Sprecher.

 

„Es gab lange keine Gelegenheit für mich und auch keinen Grund, das lange Schweigen über die Geschichte der Roma im Burgenland zu brechen. Erst das Attentat hat mich dazu gebracht. Die Aufarbeitung der Geschehnisse wird nie abgeschlossen sein, denn ich denke, dass die Toten immer wieder reden werden und das Schweigen kontraproduktiv wäre“, erzählt Stefan Horvath und betont, die Bedeutung des genauen Wissens über die Vergangenheit. Nur so könne auch die Jugend für die Zukunft daraus Schlüsse ziehen.

 

Link

Zu den Büchern von Stefan Horvath | Edition lex liszt 12
Theodor Kramer Preis

 

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http://volksgruppen.orf.at/roma/stories/2796187/

 

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Virtueller Gedenkort für Kemeten

Quelle: VHS Roma
Quelle: VHS Roma

Die südburgenländische Gemeinde Kemeten ver­wei­gert den Opfern des NS-Völker­mords an den Roma seit Jah­ren eine Gedenk­tafel. Nun er­innert eine Gedenk­initia­tive im Inter­net an die er­mor­de­ten Ro­ma von Kemeten.

 

 

 

 

 

 

 

 

An die 200 Einwohner der kleinen Gemeinde Kemeten (Be­zirk Oberwart) wur­den von den National­so­zia­lis­ten de­por­tiert, weil sie Roma waren. Nur fünf von ihnen kehr­ten nach der Be­frei­ung 1945 nach Ke­me­ten zu­rück. Über 70 Jahre spä­ter wei­gert sich die Ge­mein­de wei­ter­hin, mit einer Ge­denk­tafel an sie zu er­in­nern. Was etwa in Kleinpetersdorf, Neudörfl, Mattersburg oder Kleinbachselten mög­lich war (siehe das Gedenk­tafel­projekt un­se­res Vereins Roma-Ser­vice), näm­lich dem Wunsch der Volks­gruppe nach einem Platz für ihre Blumen und Ker­zen zu ent­spre­chen, stellt für die Ge­meinde­obe­ren von Ke­me­ten of­fen­bar ein un­über­wind­li­ches Hin­der­nis dar. Seit 2006 liegt zwar auch in Ke­me­ten ein Ge­mein­de­rats­be­schluss vor, wo­nach ein Denk­mal er­rich­tet wer­den soll, das neben­bei (auf einer von ins­ge­samt 15 Tafeln zur Orts­ge­schich­te) auch der Roma ge­denkt – pas­siert ist seit­her aber nichts (siehe: Die Schande von Kemeten). Bür­ger­meister Johann Nussgraber (SPÖ) ließ die Skulp­tur mit den In­for­ma­tions­tafeln nie auf­stellen. Seit zehn Jah­ren la­gern sie nun im Bauhof der Ge­meinde. Die Sache sei zu heikel, hieß es dazu aus dem Ge­meinde­amt.

 

Um dennoch an die Roma in Kemeten erinnern zu kön­nen, gibt es jetzt eine „virtuelle“ Gedenk­stätte: Ver­treter des Vereins Refugius haben sie im Rahmen des Pro­jekts „Gedenkweg“ in Zu­sam­men­ar­beit mit Roma-Ver­tre­tern ini­ti­iert: „Der Gedenkort in der dieser Form wurde notwen­dig, weil die Mehr­heit der poli­ti­schen Ent­schei­dungs­trä­gerIn­nen der Ge­mein­de Keme­ten einen rea­len Gedenk­ort mehr­mals ab­ge­lehnt ha­ben“, heißt es hier­zu auf der Web­site. „Auf diese Weise ver­suchen wir, dem Wunsch der we­ni­gen Hinter­blie­benen nach einem be­schei­de­nen und würde­vol­len Raum für Ge­den­ken und Ge­danken ge­recht zu wer­den und ein Zei­chen gegen das Ver­gessen und Tot­schwei­gen zu setzen.“

 

Auf Großplakaten wird im Ort auf die Gedenk­initative im Inter­net hin­ge­wie­sen. „Wir werden wei­tere Schrit­te setzen, um auf das Un­recht und die Miss­achtung der Gefühle der Roma hin­zu­weisen, die uns diese Ge­mein­de­ver­tre­tung zu­mu­tet“, zeigt sich Horst Horvath, Geschäfts­führer der Volks­hoch­schule der bur­gen­län­di­schen Roma, ent­schlos­sen.

 

Bis zum Beginn der NS-Deportationen lebt­en in Keme­ten rund 200 Roma. Sie wur­den im Lager Lackenbach (mehr hier) in­ter­niert oder direkt ins Ghetto Łódź (mehr hier) ge­bracht. Ande­re wurden nach Auschwitz de­por­tiert; fast 50 Roma aus Kemeten wur­den dort er­mordet.

 

Roman Urbaner (dROMa)

http://www.roma-service.at/dromablog/?p=38017

 

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KZ Lety: Regierung will Schweinemast kaufen

Quelle: Romeo.cz
Quelle: Romeo.cz

Tschechiens Regierung plant weiterhin Ankauf, um die Schweine­farm auf dem KZ-Areal still­zu­legen. Vize­premier Babiš be­such­te nach dem Skan­dal um seine Holo­caust-Re­la­ti­vie­rung die Ge­denk­stätte in Lety – und sprach dort von Ro­ma als „Pa­ra­si­ten“.

 

 

 

 

 

 

 

Seit den 70er Jahren besteht auf dem Ge­län­de des ehe­ma­li­gen na­tio­nal­so­zia­lis­tischen Roma-KZ im süd­böh­mi­schen Lety eine Schweine­farm. Tsche­chi­ens Men­schen­rechts­minis­ter, der Sozial­demo­krat Jiří Dienstbier, kün­dig­te diese Wo­che in Prag gegen­über Pres­se­ver­tre­tern an, dass die Re­gie­rung weiter ver­suchen werde, die um­strit­te­ne pri­vate Schweine­mast auf­zu­kau­fen. Laut Dienst­bier stehe man schon seit Mo­na­ten in Kontakt mit dem Un­ter­neh­men; seit Jänner habe es be­reits fünf Ge­sprä­che mit dem Eigen­tü­mer ge­ge­ben. Die Ver­hand­lun­gen be­zeich­nete der Minis­ter als „kompli­ziert und kor­rekt“. Ver­gan­ge­nen Montag ver­öf­fent­lich­te das Ka­bi­nett zu­dem seinen im März ge­fass­ten Be­schluss, in dem die Ab­sicht be­kräf­tig­t wurde, den Schwei­ne­mast­betrieb am Gedenk­ort still­zu­legen. Schon seit lan­gem wird ein An­kauf durch den Staat ge­fordert. Auch der Men­schen­rechts­aus­schuss der Ver­einten Natio­nen hatte die Tsche­chi­sche Re­publik vor drei Jahren dazu auf­ge­fordert. Konkre­te Er­fol­ge wur­den je­doch bis­lang nicht er­zielt.

 

Im KZ Lety wurden während der deutschen Besatzungs­zeit mehr als 1.300 Roma in­ter­niert. 327 von ihnen, darun­ter viele Kinder, ka­men im Lager ums Le­ben; über 500 Per­so­nen wurden von dort nach Auschwitz de­por­tiert.

Dienstbiers Bekräftigung des Regierungs­vor­ha­bens er­folg­te vor dem Hinter­grund der Holocaust-re­la­ti­vie­ren­den Aus­sagen des Vize­premiers und Fi­nanz­mi­nis­ters Andrej Babiš (ANO). Dieser hatte das Lager als „Arbeits­lager“ für Arbeits­unwillige ver­harm­lost und die Jahre des Völker­mords als „Zei­ten, in de­nen alle Roma ar­beite­ten“, be­zeich­net. Ba­bišs Äußerun­gen sorg­ten für hef­tige Kritik, ins­be­son­de­re auch aus den Reihen der Koa­li­tions­­part­ner; u.a. hatte auch Jiří Dienstbier den Rück­tritt Andrej Babišs ge­for­dert.

 

Nach Bekanntwerden seiner Aussagen versuchte Babiš zu kal­mie­ren und gab an, dass die Zitate aus dem Kontext ge­ris­sen wor­den seien. Am Diens­tag stat­tete er – nach der Aufforderung durch Regierungschef Sobotka – dem ehemaligen KZ in Lety einen Be­such ab, um der NS-Opfer zu ge­­den­ken. Laut dem Nach­richten­portal Romea.cz nützte Babiš seinen ver­meint­li­chen Gedenk­auf­ent­halt in der Holocaust­stätte aber zugleich, um seine An­grif­fe ge­gen Roma öffent­lich zu wieder­holen. Demnach be­zeich­ne­te er, noch inner­halb der Gedenk­stät­te, u.a. Roma-El­tern in einem In­ter­view als „Parasiten“.

 

Den Um­fragen zu­folge liegt Babies popu­listische Partei ANO nur weni­ge Wochen vor den bevor­stehen­den Regional­wahlen in Führung.

 

Roman Urbaner (dROMa)

http://www.roma-service.at/dromablog/?p=37988

 

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Roma-Seelsorger Fabian Mmagu

Der 1958 geborene Fabian Mmagu stammt aus der Eisenstädter Partnerdiözese Awka in Nigerien. Von der katholischen Bischofskonferenz wurde Fabian Mmagu im Jahr 2004 zum hauptverantwortlichen Seelsorger für Roma und Sinti ernannt.

 

Roma-Seelsorger Fabian Mmagu

Fabian Mmagu studierte an der Uni Wien und promovierte 1995 zum Doktor der Theologie. 2004 wurde Mmagu von der Bischofskonferenz als hauptverantwortlicher Seelsorger für die Volksgruppen der Roma und Sinti ernannt. Auf seine Frage, warum keinem österreichischen Priester diese Aufgabe zugewiesen wurde, erklärte ihm Bischof Paul Iby, er wäre eine Gallionsfigur.

 

Quelle: Roma Service
Quelle: Roma Service

 

Fabian Mmagu konnte mit diesem Begriff zunächst nicht allzu viel anfangen. Doch er akzeptierte die Aufgabe, schließlich sei er ja in einem gewissen Sinn dafür prädestiniert: „Ich habe den Vorteil, dass ich selber in einer Minderheitenposition bin“, sagt Mmagu.

 

Quelle: Roma Service
Quelle: Roma Service

 

Pfarrer Fabian Mmagu verließ die Diözese Eisenstadt und ging nach Wien. Deshalb übt er die Funktion des Roma-Seelsorgers derzeit auch nicht aus.

 

Mehr über die Tätigkeiten und Projekte von Roma-Seelsorger Fabian Mmagu, erfahren sie am Montag in der Sendung „Roma sam“ auf Radio Burgenland.

 

Roma sam | 12.9.2016
montags 20:50 - 21:10 Uhr
Radio Burgenland | Livestream

 

volksgruppen.orf.roma - aktuell.at

http://volksgruppen.orf.at/roma/stories/2795647/

 

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Tschechien: Gedenkstätte für Roma-Holocaust

Quelle: Kapura
Quelle: Kapura

Im ehemaligen KZ in Hodonín (Mähren) ent­steht eine neue Ge­denk­stätte für die Opfer des Roma-Ho­lo­causts

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In Hodonín u Kunštátu nördlich von Brno (Brünn) wird künf­tig eine neue Ge­denk­stät­te an die Opfer des Völ­ker­mords an den Roma er­in­nern. Ein Museum wird sich der national­sozia­lis­ti­schen „Zi­geu­ner­ver­fol­gung“ im dor­ti­gen Kon­zentra­tions­lager wid­men; darüber hinaus wird sich die Aus­stel­lung auch mit der Ver­trei­bung der Deut­schen nach dem Krieg und mit einem Zwangs­arbeits­lager in den 1950er Jah­ren be­fas­sen.

 

Die Ausstellung soll im August nächs­ten Jahres er­öf­fnet wer­den. Die Bau­arbei­ten konn­ten, rund fünf Jah­re nach Bau­beginn, im ver­gan­ge­nen Juli ab­ge­schlos­sen wer­den. Die von der Re­gie­rung ge­tra­ge­nen Gesamt­kosten für die Ein­rich­tung der Ge­denk­stät­te be­lau­fen sich auf rund 83,6 Mil­lio­nen Euro.

 

Siehe auch: Tschechiens Vizepremier verharmlost Roma-Holocaust (4.9.2016)

 

Roman Urbaner (dROMa)

http://www.roma-service.at/dromablog/?p=37938

 

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Angriff auf Kinder-Sommerlager in Tschechien

Quelle: Romea.cz
Quelle: Romea.cz

Warnschüsse und rassistische Be­schimpfun­gen, Po­li­zei blieb un­tätig

In einem Interview mit dem tsche­chi­schen Roma-Nach­rich­ten­por­tal Romea.cz be­rich­tet die Sän­ge­rin und Chor­lei­te­rin Ida Kelarová von einem An­griff auf ein Musik­som­mer­camp für Ro­ma-Kin­der in Jiřetín pod Jedlovou (Děčín).

 

 

 

 

 

 

 

Dem­nach be­droh­te ein Mann aus der Ort­schaft eine Grup­pe von rund sech­zig Roma-Kin­dern, die mit dem Jugend­chor „Čhavorenge“ an einem Som­mer­lager teil­nahmen, An­fang August mit einem Ge­wehr . Er gab meh­rere Warn­schüsse ab und be­schimpf­te die Kinder mit ras­sis­ti­schen Aus­drücken, als diese an sei­nem Haus vorbei­kamen, das neben den Unter­künf­ten des Som­mer­lagers liegt. Als die Kin­der zwei Tage später ihre mor­gend­li­che Musik­stunde ab­sol­vier­ten, er­schien der Nach­bar auf dem Ge­lände des Jugend­lagers und at­tackier­te die an­we­sen­den er­wach­se­nen Camp-Mit­ar­bei­ter. Er feuer­te aber­mals eini­ge Schüs­se in die Luft und ver­suchte die Mit­arbei­ter mit Be­schimpfun­gen und Be­lei­di­gun­gen zu pro­vo­zie­ren. Zu direk­ter phy­si­scher Ge­walt kam es je­doch nicht.

 

Die Regional­polizei will nun, mit eini­ger Ver­spä­tung, den Vor­fall unter­su­chen. Die Er­mitt­lun­gen wer­den sich auch damit be­fas­sen, warum die lo­kale Polizei­stelle in Varnsdorf nicht auf den Notruf des Som­mer­lagers re­agier­te, son­dern, wie Ida Kelarová be­rich­tet, ein­fach den Hörer auf­legte. Die Organi­sa­toren des Musik­camps haben in­zwi­schen, mit Unter­stützung durch die An­wälte der Tsche­chi­schen Phil­har­mo­nie, Be­schwer­de gegen die Polizei ein­ge­bracht. Ida Kelarová: „Der Herr, der mit seinem Ge­wehr schoss, schockiert mich gar nicht so sehr. Das ist nur ein Ver­rück­ter – ob­wohl man nie weiß, wo­zu er noch im­stande ist, wenn die Ner­ven mit ihm durch­gehen. Mir er­scheint vor al­lem schreck­lich, dass die Polizei nicht ein­mal an den Tatort ge­kom­men ist, we­der um uns zu beru­hi­gen noch um zu unter­suchen, was tat­säch­lich vorge­fal­len ist. Je­der, der glaubt, un­sere Polizei sei da­zu da, um uns zu schützen, der irrt.“

 

Bereits im Dezember 2013 war es im süd­mäh­ri­schen Hodonin zu einem An­griff auf den Roma-Kinderchor ge­kommen. Fünf Män­ner hat­ten damals die Kinder und Jugend­li­chen auf of­fener Straße körper­lich an­ge­grif­fen (wir berich­teten). Die Täter wur­den nie aus­­ge­forscht.

 

Roman Urbaner (dROMa)

http://www.roma-service.at/dromablog/?p=37894

 

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Walpurga Horvath verstorben

Die am 15. November 1923 in Trausdorf geborene Romni, Walpurga Horvath, ist am Sonntag, dem 28.8.2016, im 93. Lebensjahr verstorben.

 

In Trausdorf geboren

Am 15. November 1923 erblickte Walpurga Horvath in Trausdorf das Licht der Welt. Die Roma lebten damals in einem Bereich nahe der Wulka. Als die Nazis an die Macht kamen, änderte sich das Leben schlagartig. Walpurga war 15 Jahre alt, als sie mit ihrer Schwester Stefanie ins KZ nach Ravensbrück deportiert wurde.

 

Walpurga Horvath mit ihrer Schwester Stefanie - Quelle: Roma Service
Walpurga Horvath mit ihrer Schwester Stefanie - Quelle: Roma Service

 

Nach der Befreiung und einem Genesungsaufenthalt in Schweden kam sie 1947 zu ihrer Familie nach Trausdorf zurück. 1953 heiratete sie Karl Horvath. Das Ehepaar baute in Mattersburg ein Haus und bekam 2 Kinder, Lona und Karl. Das Leben der KZ-Überlebenden war von Krankheit und Leid geprägt.

 

Mri Historija | Meine Geschichte

Über ihre Lebensgeschichte berichtete Walpurga Horvath in der Zeitzeugenreihe „Mri Historija | Meine Geschichte“, welche vom Verein Roma-Service und dem ORF Burgenland, produziert wurde.

 

Walpurga Horvath bei einem Interview mit dem ORF - Quelle: ORF
Walpurga Horvath bei einem Interview mit dem ORF - Quelle: ORF

 

Mit ihr verliert die Volksgruppe eine bedeutende Stütze der Zeitzeugen- und Gedenkarbeit und einen beeindruckenden Menschen. Walpurga Horvath war eine der letzten noch lebenden Vertreterinnen der Roma-Generation.

 

volksgruppen.orf.roma - aktuell.at

http://volksgruppen.orf.at/roma/stories/2793473/

 

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Dänemark will Roma-Camps kriminalisieren

Quelle: Roma Service
Quelle: Roma Service

Dänemarks Regierungspartei Venstre hat angekündigt, gegen obdachlose Ausländer (ge­meint sind Notreisende, also ins­be­son­de­re ost­euro­päi­sche Roma) vor­zu­gehen. Der­zeit ist es Ob­dach­losen in Dänemark erlaubt, im öf­fent­li­chen Raum, etwa in Parks oder auf Bänken, zu über­nach­ten – so­fern sie mit ihrem Ver­halten gegen keine sons­ti­gen Gesetze ver­stoßen. Eine Ge­setzes­novel­le soll der Exe­ku­tive nun die recht­li­che Hand­habe ver­schaf­fen, hart gegen im­pro­vi­sier­te Nacht­lager und Behelfs­unter­künfte ein­zu­schrei­ten. Das Justiz­minis­te­rium soll hier­für einen Gesetzes­entwurf aus­arbei­ten, der sol­che in­for­mel­len Lager­plätze ver­bie­tet.

 

 

 

Dem Vorhaben der Regierungspartei gin­gen Medien­berich­te über an­geb­li­che Miss­stände im städti­schen Køge Bugt Strandpark am West­rand Kopenhagens voraus, in dem Roma kam­pie­ren. An­rainer klagten über die zu­neh­mende Ver­un­rei­ni­gung des Parks – vor al­lem durch Fäkalien. Zu­vor wa­ren die öf­fent­li­chen Toiletten ver­sperrt worden, um die ob­dach­lo­sen Fa­mi­lien da­ran zu hin­dern, sie weiter­hin zu be­nützen.

 

Venstre zeigt sich zuversichtlich, dass ihr Gesetzes­vor­schlag eine par­la­men­ta­ri­sche Mehr­heit finden wird. Die rechts­liberale Partei Venstre (mit nur 19,5 Pro­zent der Stim­men die dritt­stärkste Partei des Landes) stellt seit 2015 die – von Bürger­li­chen und Rechts­populis­ten ge­stützte – Min­der­heits­regierung.

 

Erst vor zwei Jahren war Dänemark von der EU-Kom­mis­sion für sei­­ne un­zu­rei­chen­de Integra­tions­poli­tik für Roma gerügt wor­den.

 

Siehe auch: Roma verklagen Dänemark, 12.8.2010

 

Roman Urbaner (dROMa)

http://www.roma-service.at/dromablog/?p=37612 

 

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Roma-Rastplatz in Braunau: Initiative zieht positive Bilanz

Braunau (dpa/lby) - Der eigens für durchreisende Roma und Sinti geschaffene Rastplatz in Braunau hat sich aus Sicht der Organisatoren und der Stadt bewährt. „Der Platz wird angenommen und es gibt keinerlei Diskussionen. Es ist ein Zeichen, wie man mit der Vergangenheit umgeht“, sagt Bürgermeister Johannes Waidbacher.

 

Der Koordinator des Interkulturellen Netzwerks Roma und Sinti - Quelle: Matthias Röder
Der Koordinator des Interkulturellen Netzwerks Roma und Sinti - Quelle: Matthias Röder

 

Auch das Interkulturelle Netzwerk Roma und Sinti (RoSi) zieht ein positive Langzeit-Bilanz. „Die Probleme sind viel weniger geworden“, sagt RoSi-Koordinator Christian Gradinger.

 

Vor 15 Jahren hat die oberösterreichische Stadt, die vor allem als Geburtsstadt von Diktator Adolf Hitler bekannt ist, eine Wiese von der Größe eines halben Fußballfeldes am Rande einer Bundesstraße mit Stromanschlüssen und Sanitärhaus ausgestattet, um die traditionell durch Braunau ziehenden Roma und Sinti mit Infrastruktur zu versorgen. „Wir wollten sie nicht anlocken, sondern haben einen Ist-Zustand verbessert“, erinnert sich Gradinger.

 

volksgruppen.orf.roma - aktuell.at

http://volksgruppen.orf.at/roma/stories/2793424/

 

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Die Vinzenzgemeinschaft...

Die Vinzenzgemeinschaft Eggenberg kümmert sich um jene Menschen, die aus der Bahn geraten sind und deshalb in Armut leben – Drogen- und Alkoholabhängige, Obdachlose, Haftentlassen, Bettler und viele mehr.

 

Die Vinzenzgemeinschaft…

„1990 entstand die Vinzenzgemeinschaft Eggenberg. Sie hatte von Anfang an das Ziel, Menschen unbürokratisch, schnell und manchmal auch auf unkonventionelle Weise Hilfe anzubieten und Not zu lindern“, sagt der Gründer, Pfarrer Wolfgang Pucher.

 

Quelle: VinziWerke
Quelle: VinziWerke

 

„Es ist nicht maßgeblich, woher jemand kommt, welche Vergangenheit er hat, und welche Schuld er selbst an seinem Leid trägt. Wichtig ist in erster Linie, wie dem Menschen geholfen werden kann“, so Pucher weiter.

 

Der VinziBus, die erste Einrichtung der VinziWerke, ist nicht nur eine Essensausgabestelle, sondern „Tankstelle menschlicher Wärme“ und verkörpert das Leitbild aller Einrichtungen, die im Laufe der letzten Jahrzehnte entstanden sind.

 

Quelle: vinzi.at
Quelle: vinzi.at

 

Aus der Vinzenzgemeinschaft Eggenberg sind seit dem Jahre 1990 38 VinziWerke entstanden. In den Einrichtungen der VinziWerke Österreich finden täglich bis zu 450 Personen Unterkunft und 1.400 Personen werden mit Essen bzw. Lebensmitteln versorgt. Aktuell nehmen sich über 700 ehrenamtlichen Frauen und Männer liebevoll um die Betreuten an.

 

Mehr darüber, erfahren sie am Montag in der Sendung „Roma sam“ auf Radio Burgenland

 

Roma sam | 29.8.2016
montags 20:50 - 21:10 Uhr
Radio Burgenland | Livestream 

 

volksgruppen.orf.roma - aktuell.at

http://volksgruppen.orf.at/roma/stories/2793127/

 

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Frankreich: Roma-Protestcamp überfallen

Quelle: mediapart.fr
Quelle: mediapart.fr

Angriff auf Protestcamp zwangs­ge­räum­ter Ro­ma-Fa­mi­lien in Montreuil

 

Laut Angaben des European Roma Rights Centre (ERRC) wurden mehre­re Roma-Fa­mi­lien in der Nacht zum 22. Au­gust in Montreuil (Paris) von sechs Männern attackiert. Die An­grei­fer wa­ren mit Messern be­waff­net und über­fie­len und bedroh­ten Er­wach­sene und Kinder. Das ERRC berich­tet zudem von Aus­sa­gen, wonach in der Gegend an­wesen­de Poli­zis­ten den Angriff be­obach­tet hät­ten, ohne ein­zu­grei­fen. Details sind bis­her noch nicht be­kannt.

 

 

 

 

 

Bei den überfallenen Personen handelt es sich um eini­ge Roma-Fa­mi­lien, die von den Be­hör­den am 28. Juli aus ihrem Camp in La Boissiere ver­trie­ben wor­den wa­ren. Ihre Behelfs­unter­künfte wur­den zer­stört, ohne dass sie zuvor in­for­miert oder ihnen alter­na­tive Unter­künfte zur Ver­fü­gung gestellt wor­den wa­ren. Seither leben die Fa­mi­lien auf der Straße. Seit eini­gen Tagen