Ausstellung in Berlin: 45 Jahre Bürgerrechtsarbeit

Quelle: sintiundroma.de
Quelle: sintiundroma.de

Noch bis zum 14. November: „Ausstellung 45 Jahre Bürgerrechtsarbeit deutscher Sinti und Roma“ im DokuZ Sinti und Roma (Berlin)

 

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wur­den die NS-Ver­bre­chen an Roma und Sinti über Jahr­zehnte hin­weg be­schwie­gen und die Über­leben­den erneut aus­gegrenzt und ins Ab­seits ge­drängt. Die Ver­ant­wort­li­chen des Völker­mordes hin­ge­gen konn­ten in vielen Fällen als respek­tierte Mit­glieder der west­deutschen Nach­kriegs­gesell­schaft weiter­leben und ohne Angst vor Bestra­fung ihre Kar­rie­ren fort­setzen.

 

 

 

Dem Engage­ment der Bürger­rechts­bewe­gung deut­scher Sinti und Roma ist es zu ver­danken, dass sich daran etwas ge­än­dert hat. Mit auf­sehen­erre­gen­den Aktionen wie etwa dem Hunger­streik im ehe­mali­gen Kon­zentra­tions­lager Dachau 1980 ver­schaff­te sie sich Gehör. 1982 er­kannte Helmut Schmidt als erster deut­scher Spitzen­politi­ker den rassis­tisch mo­ti­vier­ten Völker­mord an Sinti und Roma als sol­chen an.

 

Im selben Jahr er­folgte die Grün­dung des in Heidel­berg an­säs­si­gen Zentral­rats Deutscher Sinti und Roma. Der Bür­ger­rechts­bewe­gung ist es ge­lun­gen, die NS-Ver­gan­gen­heit zum gesell­schaft­li­chen Thema zu machen und immer wieder erfolg­reich für die Be­lange der Min­der­heit ein­zu­treten.

Nun ist die Geschichte der Bürgerrechtsbewegung zum ers­ten Mal Thema einer eige­nen Aus­stel­lung: Foto­grafien aus fünf Jahr­zehn­ten lenken den Blick auf be­kannte und weni­ger be­kannte Ereig­nisse.

 

Die Aus­stel­lung leis­tet damit einen wert­vollen Bei­trag zur über­fäl­li­gen Be­schäf­ti­gung mit diesem Kapitel deut­scher und euro­päi­scher Zeit­geschichte. In An­betracht eines bis heute weit ver­brei­te­ten Anti­ziganis­mus und der schwie­ri­gen Lage von Sinti und Roma in vielen Län­dern Euro­pas handelt es sich um die histo­ri­sche Ein­bettung eines sehr aktuel­len The­mas. Das Ein­treten für Gleich­berech­ti­gung und Men­schen­rechte, von dem die Aus­stel­lung be­rich­tet, ist bis heute not­wendig.

 

Öffnungszeiten: Mo.: 10:00 – 16:00, Mi.; 12:00 – 18:00 Uhr und nach Ver­ein­ba­rung (Kon­takt: berlin@sintiundroma.de)
Der Eintritt ist frei.

 

Adresse:
DokuZ Sinti und Roma (Berlin)
Aufbau Haus, Prinzenstr. 84B, 10969 Berlin
(Zugang über die Oranienstraße)

 

Text: DokuZ Sinti und Roma

 

Roman Urbaner (dROMa)

http://www.roma-service.at/dromablog/?p=38645

 

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