Turin: Web-Nachrichten für Roma

Quelle: Idea ROMA
Quelle: Idea ROMA

In Italien ging mit „TgROM Piemonte“ Anfang Mai erstmals ein Internet-Nachrichten­pro­gramm von und für Roma auf Sen­dung. In­zwi­schen wur­den be­reits 20 Aus­gaben des Nach­rich­ten­for­mats ver­öf­fent­licht.

 

 

 

 

 

 

 

Finanziert wird das Programm, als eines von 15 aus­ge­wähl­ten Jugend­pro­jek­ten, mit 21.000 Euro durch die Turiner Stif­tung Compagnia di San Paolo. Für die Rea­li­sie­rung ihres Medien­pro­jekts konn­te die Tu­ri­ner Roma-NGO „Idea Rom“ auf kom­pe­ten­te Unter­stützung aus der Me­dien­bran­che zäh­len. Mit an Bord ist als Pro­jekt­part­ner die On­li­ne-Tages­zei­tung Nuovasocietà. Den Eh­ren­schutz hat die Region Piemont über­nom­men.

Ein Einführungskurs in Videojournalismus be­rei­tet die jugend­li­chen Mit­wir­ken­den aus der Roma-Com­mu­nity auf ihre Auf­gabe vor. Schon vor Sen­dungs­beginn hat sich im Februar ein Dutzend jun­ger Roma zwi­schen 14 und 25 Jahren für die Teil­nahme ge­mel­det. „Un­ser Ziel ist es, zu er­reichen, dass die Jugend­li­chen selbst zu Pro­ta­go­nis­ten des Wan­dels wer­den“, erklärte Luca Remmert, Vor­sitzen­der von Com­pagnia di San Paolo, gegen­über der italie­ni­schen Presse. „Er­fah­run­gen mit dieser Art von Web-TV gibt es be­reits in mehre­ren euro­päi­schen Län­dern“, sagt Vesna Vuletić von „Idea Rom“. „Die In­for­ma­tio­nen, die TgROM anbie­tet, sol­len den Vor­urtei­len und Kon­flikten mit eige­nen Mel­dun­gen ent­gegen­tre­ten. Diese Nach­rich­ten, die, zu­sam­men­ge­stellt von Jugend­li­chen, aus der Welt der Roma selbst kom­men, wer­den es der Roma-Ge­mein­schaft er­leich­tern, sich selbst öf­fent­lich dar­zu­stel­len. Die Sen­dungs­inhal­te wer­den hier­bei eine dop­pelte Aus­rich­tung ha­ben: von der Roma-Minder­heit zur Mehr­heit und um­ge­kehrt. Das wird dazu bei­tragen, den gegen­wär­ti­gen Zu­stand zu über­winden: dass man alles über und für Roma macht, aber ohne sie selbst – ohne ihnen zu­zu­hö­ren. Den Roma einen Stim­me zu geben, wird auch dabei helfen, die Maß­nah­men, die für sie aus­ge­ar­bei­tet werden, auf ihre tat­säch­li­che Wirksamkeit zu über­prüfen.“

 

„Wir wollen mit diesem Nachrichtenprogramm ja nicht be­haup­ten, dass alles in Ord­nung ist. Wir wol­len nur er­reichen, dass man uns ken­nen­lernt, dass man un­sere Kultur ver­steht und un­se­ren Leuten die Gelegen­heit gibt, zu re­den, von sich zu er­zäh­len. Es ist nicht leicht, oft sind sie miss­trau­isch, aber es ist vor allen Din­gen eine Ar­beit über uns selbst“, erzählt Angelica Taurisano, eine der jugend­li­chen Re­dak­teurin­nen.

 

Roman Urbaner (dROMa)

http://www.roma-service.at/dromablog/?p=37973

 

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