Es gibt kein unschuldiges Foto

Quelle: www.capacenter.hu
Quelle: www.capacenter.hu

Bereits zum 34. Mal findet in die­sem Jahr die Unga­ri­sche Pres­se­foto­aus­stel­lung statt. Ge­zeigt wer­den die bes­ten Bil­der des Jah­res. Erst­ma­lig wur­den auch Bilder in der Son­der­ka­te­go­rie Flücht­lings­krise aus­ge­zeich­net. Die Aus­stel­lung wur­de be­reits am 25. März er­öf­fnet und ist noch bis zum 14. Mai im Ro­bert-Capa-Zen­trum für Zeit­ge­nös­si­sche Foto­gra­fie zu be­sich­ti­gen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Politik des Roma-Körpers

 

Besonders sehenswert sind die eher kon­zep­tio­nel­len Ar­bei­ten des un­ab­hän­gi­gen Foto­künst­lers Miklós Déri, der für seine Portrait­serie über die Stereo­ty­pi­sie­rung der un­ga­ri­schen Roma­be­völ­ke­rung den re­nom­mier­ten André-Kertész-Preis er­hielt. Déri ließ Intel­lek­tuel­le, Wis­sen­schaft­ler und an­dere pro­mi­nente Mit­glie­der der Roma­minder­heit in Kos­tüme und Posen schlüp­fen, die dem bis heute exis­ten­ten Klischee der Roma als Musiker, Gauner und Jahr­markts­wahrsager ent­spre­chen. Dem stellt er Bilder der Per­so­nen in ihren Alltags­outfits gegen­über. „Wenn wir ein Bild eines Rom sehen, setzt sich in un­se­rem Kopf auto­ma­tisch ein auf der ,Rasse‘ des Foto­gra­fier­ten be­ru­hen­der Wertungs­prozess in Gang. Mit mei­nen Bildern woll­te ich den laten­ten Rassismus sicht­bar ma­chen, mit dem Roma bei­nahe täg­lich in der Gesell­schaft kon­fron­tiert wer­den“, erklärt Déri das Konzept sei­ner Foto­reihe.

 

Robert-Capa-Zentrum für Zeitgenössische Fotografie
Budapest, VI. Bezirk, Nagymező utca 8
Öffnungszeiten: Montag 14 bis 21 Uhr,
Di. bis Fr. bis 19 Uhr, am Wochenende 11 bis 19 Uhr
Weitere Informationen unter www.capacenter.hu

 

Lesen Sie bitte den hier nur in einem Auszug wieder­ge­ge­be­nen Arti­kel von Katrin Holtz in vol­ler Län­ge in der Budapester Zeitung.

 

Roman Urbaner (dROMa)

http://www.roma-service.at/dromablog/?p=35934

 

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